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Erlebnisdenken oder Erkenntnisspiel ?

"Es ist wirklich unglaublich, wie nichtssagend und bedeutungsleer, von außen gesehen, und wie dumpf und besinnungslos, von innen empfunden, das Leben der allermeisten Menschen dahinfließt. Es ist ein mattes Sehnen und Quälen, ein träumerisches Taumeln durch die vier Lebensalter hindurch zum Tode, unter Begleitung einer Reihe trivialer Gedanken. Sie gleichen Uhrwerken, welche aufgezogen werden und gehen, ohne zu wissen, warum : und jedes Mal, dass ein Mensch gezeugt und geboren worden, ist die Uhr des Menschenlebens aufs Neue aufgezogen, um jetzt ihr schon zahllose Male abgespieltes Lehrstück zu wiederholen, Satz vor Satz und Takt vor Takt, mit unbedeutenden Variationen. – " (Arthur Schopenhauer : "Die Welt als Wille und Vorstellung", 1. Band, 4. Buch, § 58)

"In die Geschichte gehen höchstens Sätze mit sieben Wörtern ein." (Hugo Steinhaus)

"Kein guter Leser ist, wer Aphorismen nicht fortlaufend lesen kann – mit ebenso viel Aufmerksamkeit wie einen philosophischen Text und ebenso viel Vergnügen wie einen guten Roman. Erst bei solcher Lektüre gewinnt die Physiognomie des Autors Profil." (Alfred Behrmann : "Umrisse", 2010)

"Jeder Satz muss einen selbständigen Charakter haben - ein selbständiges Individuum, Hülle eines witzigen Einfalls sein." (Novalis)

"Der Witz ist das Prinzip und Organ der Universalphilosophie." "Die eigentlche Form der Universalphilosophie sind Fragmente - Aphorismen als Notizen der innern Symphilosophie." (Friedrich Schlegel)

"Begriffsspiel" : "Der Aphorismus ist nur aus seiner Stellung zwischen Poesie und Philosophie beschreibbar." (Stefan Fedler, 1992)

Altertum und Mittelalter wussten es noch : Das kontemplative Leben der Theoretiker ist praktischer als jede "vita activa", Aristoteles hielt es für göttlich. "Es gibt nichts Praktischeres als eine gute Theorie." (Kant)

Wo sich alle "engagieren" sollen, ist es Zeit, den berüchtigten "geistigen Elfenbeinturm" zu verteidigen gegen alle enragiert Engagierten. Gelassenes Degagement tut not. Wer sich aktiv und praktisch "einsetzt", für oder gegen etwas, wird kalkulierbarer. Das Volk wusste immer, dass es nichts ändern kann, und wer das Gegenteil behauptet, ist ein Dummkopf oder Demagoge. Gott will, dass wir Ihn erkennen, Seine Schöpfung anschauen und nicht umbauen. Autodidaktischer Rückzug des proletarischen Individuums in den Elfenbeinturm der Schriftkulturen wäre schon selbst die soziale Revolution, die sie angeblich nur verhindert. Der so individuell verfeinerte und unausbeutbar gewordene Prolet hätte Industriekultur wie Kulturindustrie intellektuell überwunden. Die Ökonomie wäre nicht mehr sein Schicksal. Nur Religion offenbart noch, dass die gesellschaftliche "Klassenfrage" weltweit ungelöst ist und verdrängt wird.

"Nicht sein, sondern denken, denken, denken!" (Stanislaw J. Lec)

" "Handeln" : Sein Gold in Kleingeld umwechseln." (Henri de Montherlant)

I N H A L T

Zur Literatur und Philosophie

Von Kant zu Schiller

Phänomenologische Ästhetik

Zur Metaphysik und Logik des ZEN-Buddhisten

Denker oder Moralisten ?

Philosophie und Weltgeschichte

Ideal oder nur subjektiv ?

Zurück zum Elfenbeinturm der reinen Theorie!

Platonismus der pragmati(sti)schen Neuzeit

Zahlen oder Begriffe ?

Vom Aufklärer Kant zum Idealisten Fichte

Schöpfung und Geschichte

Hochreligion und Volksreligion

Fachphilosophie und Volksreligion

Religion und Revolution

Trinitarisch und dialektisch

Von Phänomenologen zu Existenzialisten

Theodor Adorno oder Hermann Schmitz ?

Willen oder Wissen ?

Logische Analyse von Adornos Nominalismus

Etymologische Etymosophie

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