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Es muss auf den ersten Blick überraschen, dass es bisher noch kein Lehrbuch zum Thema „Pädagogische Institutionen“ gibt, und mehr noch, die Institutio- perspektive in den Diskussionen in der Disziplin Erziehungswissenschaft nicht systematisch behandelt wird. Das hängt sicherlich damit zusammen, dass für die Erziehungswissenschaft das Grundmodell der Erziehung, welches prinzipiell partnerschaftlich angelegt ist, leitend gewesen ist und auch gegenwärtig noch favorisiert wird. Dieses Grundmodell geht im Extrem von der Einmaligkeit - zieherischer Prozesse aus und betrachtet dann im Gegenzug Versuche der Institu- onalisierung als eingrenzend sowie den pädagogischen Auftrag behindernd. Im Lehrbuch wird die Grundfigur der Einmaligkeit des Vorgangs mit der Notw- digkeit des Organisierens in pädagogischen Institutionen in eine Beziehung - setzt. Deshalb wird ausgehend von der Art der pädagogischen Aufgaben, die zu erfüllen sind, ein allgemeines Verständnis für pädagogische Institutionen ent- ckelt. Das ist das Thema der ersten Kapitel des Buches. Anschließend werden dann verschiedene soziologische und in der Betriebswirtschaftslehre entwickelte Theorien bzw. Modelle von Organisation vorgestellt und geprüft, was sich mit ihrer Hilfe in Bezug auf pädagogische Institutionen erkennen lässt. Das Buch ist aus einer Vorlesung entstanden, die der Autor in den letzten Jahren mehrfach gehalten und immer wieder verändert hat. Deshalb ist zunächst den Studierenden zu danken, die an der Vorlesung teilgenommen und durch kritische Rückfragen, aber auch durch ihre Teilnahme an der Abschlussklausur dazu beigetragen haben, dass die Vorlesung und der ihr korrespondierende Text die jetzige Form gefunden haben.
Die DGfE veröffentlicht seit 2000 im zweijährigen Turnus jeweils zum Datum des Kongresses einen Datenreport. Ziel des Datenreports ist es, die Situation im Fach Erziehungswissenschaft darzustellen. Die Datenreporte sollen nicht v- handene Rankings, die von verschiedenster Seite mit unterschiedlichen Fra- stellungen bzw. Schwerpunkten erstellt und veröffentlicht werden, ergänzen oder korrigieren. Vielmehr wird angestrebt, eine Berichterstattung über das Fach und Entwicklungen des Faches über die Zeit zu gewährleisten. Bisher sind im ersten und im dritten Datenreport eher die großen Linien in der Entwicklung des Faches verfolgt worden, d. h. Absolventenzahlen, die Frage des Übertritts in den Beruf, Studiengänge und Studienorte sind dokumentiert worden. Im zweiten Daten- port sind im Unterschied dazu spezifischere Themen aufgegriffen worden. Der nunmehr vorgelegte vierte Datenreport schließt von Gestaltung und Inhalt her eher an den zweiten Datenreport an, greift aber zusätzlich einen Impuls auf, der im dritten Datenreport vertreten war, den Blick über die Grenzen. Indem E- wicklungen in Großbritannien und teilweise den USA einbezogen werden, wird ein neues Bezugssystem in die Bilanzierungen einbezogen. Datenreporte sind von der Themenwahl und von ihrer Gestaltung her mit Notwendigkeit selektiv. Es kann beispielsweise nur über Tatbestände informiert werden, für die sich auch Daten gewinnen lassen. Viele Entwicklungen im Fach, deren Darstellung wünschenswert wäre, lassen sich in Datenreporten – zum- dest bisher – nicht angemessen präsentieren. Dennoch haben Datenreporte einen eigenen Wert, weil sie ein Versuch sind, die Situation eines Faches von innen her zu beschreiben.
Unterricht ist ein Thema, zu dem aus der Pädagogik, Schulpädagogik, Erz- hungswissenschaft und der Bildungsforschung zahlreiche Publikationen vorl- gen. Die einleitende Bemerkung weist auf einen Umstand hin, der für die D- stellung in diesem Buch wichtig ist: Es haben sich in der Vergangenheit sehr unterschiedliche Perspektiven bei denen herausgebildet, die sich mit dem Thema Unterricht beschäftigt haben. Das hängt vor allem mit einer Besonderheit des Themas zusammen. Wie bei anderen Begriffen in der Erziehungswissenschaft, kann mit Unterricht sowohl eine Praxis als auch ein theoretisches Bemühen - meint sein: Unterricht kann zunächst als ein Begriff aufgefasst und behandelt werden, mit dem eine bestimmte Form der pädagogischen Praxis erfasst wird. In dieser Variante wird mit Unterricht eine der pädagogischen Tätigkeiten, also eine Form des pädagogischen Handelns, auf eine allgemeine begriffliche Ebene tra- formiert. Das zeigt sich dann auch bei der Behandlung des Themas, wenn über guten Unterricht, Unterrichtsqualität oder ähnliche Themen geschrieben wird. Abhandlungen dieses Typs sind davon geprägt, dass die jeweiligen Autoren - nau zu wissen scheinen oder meinen, was im Unterricht zu tun ist und wie das Handeln organisiert werden muss, damit die Erfolge im Unterricht erreicht w- den, die in den gleichen Werken als notwendig vorgegeben werden. Publikat- nen, die dieser Variante zugerechnet werden können, sind oft von Schulpä- gogen, von Praktikern, aber auch von Erziehungswissenschaftlern sowie vere- zelt von Bildungsforschern verfasst. In ihnen wird eine normative Komponente bei der Behandlung des Themas häufig dominant. Der Habitus des Ratgebers bestimmt in weiten Teilen die Argumentation.
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