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Studienarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Dolmetschen / Übersetzen, Note: 2, Universität Leipzig (Institut für Angewandte Linguistik und Translatologie), Veranstaltung: Die Sprache der Frankophonie im Fernsehen, Sprache: Deutsch, Abstract: Wie würde sich der neue James Bond mit bayrischem Akzent anhören? Wie klänge ein Commander Kirk, der Lieutenant Spock auf hessisch anraunzt? Und welche Worte würden Indianer wählen, wenn sie in alten Schwarz-Weiss-Western auf Schwyzerdütsch das Kriegsbeil ausgrüben? Was zunächst absurd klingt und als komödiantischer Unfug erscheint, zeigt die nahezu unbegrenzten Möglichkeiten der Filmsynchronisation, die u.a. dem modernen amerikanischen, indischen oder französischen Kino erst zu seiner weltweiten Verbreitung geholfen haben. Eine Technik, die ihre Anfänge in der Zeit der ersten Lichtspielhäuser hatte, ist zu einem essentiellen Arbeitsmittel moderner Nachrichtenagenturen, Radiostationen und Filmverleihe geworden, ohne das eine Meinungsbildung nicht mehr funktioniert. Dieser Beitrag soll einen kurzen Einblick in die Entstehungsgeschichte, die technische Herstellung und die teilweise umstrittene Verwendung bieten. Parallel hierzu steht eine Arbeit, die spezifische Eigenheiten der Untertitel beleuchtet, welche häufig als Vergleichs- und Kritikpunkt dienen. Neben der reinen Informationsfunktion, die dem Zuschauer die Inhalte der fremden Rede vermitteln soll, hat die Synchronisation auch die Aufgabe, das eigene Sprachverständnis zu fördern, die Beziehung zur Sprachgemeinschaft zu schaffen und in erster Linie Kindern und Jugendlichen einen akustischen Zugang zum Weltgeschehen zu ermöglichen. Neben Gruppen, die aufgrund von Einschränkungen (Seh- oder Leseschwäche, Analphabetismus, Sprachminoritäten) auf Synchronisation angewiesen sind, gibt es jedoch auch entschiedene Gegner, die in der Veränderung des Tons einen massiven Eingriff in das „heilige“ Original sehen und auch aus Authentizitätsgründen lieber auf untertitelte Versionen zurückgreifen. Dieser Diskurs soll aber nur am Rande erwähnt werden. Dass Synchronisation in linguistischer Hinsicht auch künstlerischen Wert haben kann, zeigt die Videoarbeit, die 2003 auf einer Ausstellung Frankfurter Kunstabsolventen des Städels zu sehen war: Disneys „Dschungelbuch“ war so synchronisiert, dass jedes Tier eine andere Sprache erhielt, von armenisch über slowakisch bis zu türkisch waren es mehr als 20 verschiedene.
Diplomarbeit aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Dolmetschen / Übersetzen, Note: 1,0, Universität Leipzig (Institut für Angewandte Linguistik und Translatologie (IALT)), Sprache: Deutsch, Abstract: „Computer- und Videospiele sind längst Teil unserer Alltagskultur.“ – diese Einschätzung teilen immer mehr Medienwissenschaftler, Journalisten und Soziologen, wenn sie sich mit dieser dynamischen aber auch umstrittenen kulturellen Erscheinung beschäftigen. Der Stereotyp vom männlichen, jugendlichen Gamer besteht zwar nach wie vor, erfährt aber einen allmählichen Wandel. Immer mehr Menschen aus verschiedensten gesellschaftlichen Schichten und Altersklassen nutzen digitale Spiele, wodurch sich für die Industrie lukrative Absatzmärkte ergeben. Aufgrund der vorherrschenden Entwicklungssprache Englisch, der zunehmenden Komplexität von Spielen und ihrer positiven Umsatzentwicklung, wächst der Bedarf an qualifizierten Übersetzungs- und Lokalisierungsdienstleistungen kontinuierlich an. Dabei besteht die Besonderheit des Mediums darin, dass es den Anwender mittels periphärer Eingabegeräte in die Handlung einbezieht und stets eine Eingabe fordert. Diese Interaktivität bildet das Grundelement digitaler Spiele und muss durch eine geeignete Ansprache des Nutzers ermöglicht werden. Nur wenn Handlungen bewusst ausgelöst werden können, die Steuerung leicht und intuitiv zu bedienen ist, wirkt ein Spiel verständlich, macht Spaß und kann die Aufmerksamkeit des Nutzers gewinnen. Schlecht gewählte Menüführung, unleserliche Buttons und falsch gewählte Icons schmälern den Spielgenuss ebenso wie inadäquate Dialoge oder sinnfreie Abkürzungen. Da mit der Benutzerfreundlichkeit die Entscheidung für oder gegen ein Spiel fällt, kommt der Lokalisierung eine hohe Bedeutung zu, wenn es um den Absatz auf dem heiß umkämpften Markt geht. Kulturelles Einfühlungsvermögen, schnelle Reaktion auf neue Spielversionen und eine sichere Beherrschung der sprachlichen und graphischen Konventionen gehören zum Handwerk von Spielelokalisierern. Angesichts sehr enger Termine, die auch durch eine gleichzeitige Veröffentlichung eines Spiels in verschiedenen Sprachen entstehen, müssen sich Lokalisierungsdienstleister auf die Qualifikation ihrer Mitarbeiter und Geschäftspartner verlassen können, um ein hohes Maß an Qualität sicherzustellen.
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