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​Das gleichzeitige Streben nach Nähe und Abstand sorgt für eines der stärksten Spannungsverhältnisse unserer Zeit. Die Fliehkräfte der Moderne vergrößern unsere Distanzen – vor allem durch die Trends der Rationalisierung, Spezialisierung, Urbanisierung, Industrialisierung und Zentralisierung – zu allem Natürlichen, Persönlichen, Kleinräumigen und unmittelbar Erfahrbarem. Und doch – oder gerade deshalb – leben wir in Zeiten der Globalisierung und Digitalisierung zugleich in einer Kultur, die emotionale Aufgeladenheit und Persönlichkeitsfixierung preist, mehr Nähe zu lokalen Problemlagen und den Betroffenen fordert und – medial vermittelt – ständige und „distanzlose“ Verfügbarkeit und Erreichbarkeit zu ermöglichen scheint. Der aktuelle Themenband der Zeppelin Universität präsentiert multidisziplinäre Annäherungen an Phänomene und Theorien des Unnahbaren. Die Beiträge zeigen theoretische und anwendungsorientierte Perspektiven auf, aus denen politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Phänomene der Distanz kritisch betrachtet und differenziert verortet werden. Der Themenbogen spannt sich dabei von Anwendungen des Distanzbegriffs in den Theorien privater und öffentlicher Organisationen über „Nähe-Distanz-Probleme“ im Verhältnis zwischen Staat, Eliten, Medien und Wählerschaft bis hin zu den Fragen des „Abstandwahrens“ in der Integrationspolitik, bei der Gestaltung von Kundenbeziehungen und in der Innovation akademischer Lehrformate.​
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