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Als ihr Mann Rüdiger sie verlässt, bricht für Roxanne eine Welt zusammen. In ihrem Schmerz ist sie nahezu handlungsunfähig und vernachlässigt sich und ihre 8-jährige Tochter Jennifer. Da holt ihr Vater, Alfred Konrads, sie zu sich nach Hause und versucht, sie wieder aufzubauen. Jennifer vermisst ihren Vater und leidet sehr unter den neuen Verhältnissen, die sie sich nicht erklären kann... Sie träumte. Es war ein Traum, den Karin Seibel schon oft gehabt hatte. Jemand, der das mal erlebt hatte, würde es verstehen, aber andere würden sich vielleicht bezeichnend an die Stirn tippen. Karin Seibel träumte und wußte, daß es nur ein Traum war. Und doch konnte sie sich nicht daraus befreien. Wie gesagt, sie hatte es schon oft geträumt. Und dabei war ihr nichts neu gewesen, von Anfang an nicht, denn sie erlebte im Traum immer wieder das, was sich genauso ereignet hatte, wie sie es träumte. Sie sah sich im Traum wieder in dem tiefen Wohnzimmersessel sitzen und an einem Pullover für Anja stricken. Anja war ihre kleine Tochter, damals erst zwei Jahre alt. Bis zu jenem Tag hatte Karin sich für eine durchschnittlich glückliche Ehefrau gehalten. Sie lebte mit Anja, ihrer süßen kleinen Tochter, und Klaus, ihrem Mann, der als Architekt nicht schlecht verdiente, in einem hübschen Haus in Hannover. Klaus war zuerst ein wenig enttäuscht gewesen, daß Karin keinen Sohn zur Welt gebracht hatte – aber dann hatte er entdeckt, daß seine kleine Tochter ihm immer ähnlicher wurde. Und bald schon dachte er gar nicht daran, wie sehr er sich über einen Sohn gefreut hätte. "Wir sind ja noch jung – wir können noch mehr Kinder haben", pflegte er mit einem zärtlichen Augenzwinkern zu sagen. "Das nächste Kind wird sicher ein Junge." Karin sah hoch, als er zu ihr trat. Aber er neigte sich nicht zu ihr, um sie zu küssen. Das tat er seit einiger Zeit nicht mehr. Karin hatte ihn immer schon fragen wollen, was mit ihm los war.
Als ihr Mann Rüdiger sie verlässt, bricht für Roxanne eine Welt zusammen. In ihrem Schmerz ist sie nahezu handlungsunfähig und vernachlässigt sich und ihre 8-jährige Tochter Jennifer. Da holt ihr Vater, Alfred Konrads, sie zu sich nach Hause und versucht, sie wieder aufzubauen. Jennifer vermisst ihren Vater und leidet sehr unter den neuen Verhältnissen, die sie sich nicht erklären kann... "Es ist wirklich schön hier", gab Sibylle Voß zu. Sie war stehengeblieben und lächelte den Mann an ihrer Seite an. "Ich muß zugeben, die Heide hat auch im Frühjahr ihren Reiz." "Ich bin froh, daß es dir gefällt." Sein warmer Blick umfing sie. "Nachdem wir beruflich viel unterwegs sind, habe ich mir gedacht, ich zeige dir einmal die nähere Umgebung." "Ich kenne die Lüneburger Heide." Sibylles sonst strenge Gesichtszüge nahmen einen weichen Zug an. Ihr Blick glitt über das erste Grün der Birken. Es hatte eine Zeit gegeben, da war sie oft in die Heide gefahren. Damals war sie noch nicht allein gewesen. An ihrer Seite war Björn gesprungen, und hin und wieder hatte Lothar Zeit gefunden und sie in die Heide begleitet. Sibylle zuckte zusammen. Ihr Begleiter hatte ihr die Hand auf die Schulter gelegt. Somit wurde ihr bewußt, daß sie auch jetzt nicht allein war. Seit Wochen versuchte Dierk Ullmann, ihr auch privat näherzukommen Seit ihrer Scheidung, die nun schon über zwei Jahre zurück lag, arbeitete sie in seinem Reisebüro. Sie war Dierk für seine Bemühungen dankbar. Ohne ihn wäre sie sehr einsam gewesen. Sie hatte nie eigene Freunde gehabt.
Als ihr Mann Rüdiger sie verlässt, bricht für Roxanne eine Welt zusammen. In ihrem Schmerz ist sie nahezu handlungsunfähig und vernachlässigt sich und ihre 8-jährige Tochter Jennifer. Da holt ihr Vater, Alfred Konrads, sie zu sich nach Hause und versucht, sie wieder aufzubauen. Jennifer vermisst ihren Vater und leidet sehr unter den neuen Verhältnissen, die sie sich nicht erklären kann... Der Blick, den Arthur Sievers, der Grundschullehrer von Ögela, seinem Freund Jens Butenbrink, seines Zeichens Kriminalkommissar in Wismor, zuwarf, war ausgesprochen mitleidig, wenn nicht sogar schon ein wenig verächtlich. "Sei mir nicht böse – aber deine panische Angst vor Ärzten ist schon krankhaft", sagte er jetzt und lachte den Freund einfach aus. Jens Butenbrink schüttelte lebhaft den Kopf und beteuerte: "Du verstehst mich nicht, Arthur. Es ist keine Angst im üblichen Sinne – ich habe nur schon zuviel gehört und gesehen. Ich achte Ärzte, ich bewundere sie sogar. Nur, finde ich, ich sollte sie mir zehn Schritte vom Leibe halten. Chirurgen ganz besonders. Ich kenne da welche, bei denen ich ein ganz besonders unangenehmes Gefühl habe. Ich fühle mich von ihnen taxiert, wenn du verstehst, was ich meine." "Und aus diesem Grund schlägst du dich seit Jahren mit deinen Magenschmerzen herum", ergänzte Arthur spöttisch. Jens hob die Hand und sagte erbost: "Ich bin bei drei verschiedenen Ärzten gewesen. Bei einem in Lüneburg, bei einem in Celle und sogar bei einem in Hannover. Und alle drei haben gesagt, daß mir nichts fehlt. Was glaubst du, wie ich mir vorgekommen bin? Ich bin schließlich kein Simulant. Und alle meine Sinne habe ich auch noch zusammen." "Wenn man Schmerzen hat, dann haben diese Schmerzen auch ihre Ursache", erklärte Arthur Sievers energisch.
Als ihr Mann Rüdiger sie verlässt, bricht für Roxanne eine Welt zusammen. In ihrem Schmerz ist sie nahezu handlungsunfähig und vernachlässigt sich und ihre 8-jährige Tochter Jennifer. Da holt ihr Vater, Alfred Konrads, sie zu sich nach Hause und versucht, sie wieder aufzubauen. Jennifer vermisst ihren Vater und leidet sehr unter den neuen Verhältnissen, die sie sich nicht erklären kann... "Oh, Mist!" sagte Schwester Dorte, als sie am Eingang der Kinderklinik Birkenhain stand und in das plötzlich einsetzende Schneetreiben schaute. "Bis ich daheim bin, ist mein Haar aufgeweicht, sind meine Schuhe naß und meine Füße eisigkalt." "Warten Sie doch noch, bis das ärgste Schneetreiben aufgehört hat. Bei diesem Wetter schickt man doch keinen Hund vor die Tür, viel weniger einen Menschen." "Doch, mich. Ich wollte es mir heute daheim so richtig gemütlich machen, ein bißchen fernsehen und faulenzen. Und das werde ich auch tun, Schnee hin oder her." "Wenn du willst, kannst du heute nacht bei mir bleiben, Dorte. Es sieht nicht so aus, als würde es aufhören zu schneien. Bei mir können wir es uns auch gemütlich machen." Aber Dorte blieb standhaft. Wenn sie sich einmal etwas vorgenommen hatte, dann stand sie auch dazu. Und wenn es sich nur ums Faulenzen in den eigenen vier Wänden handelte. Schließlich hatte sie ihre kleine, hübsche Wohnung erst vor drei Monaten bezogen. Ihre Kolleginnen hatten die Köpfe geschüttelt und sie gefragt, aus welchem Grunde sie Miete bezahlen wollte, wenn sie im Schwesterntrakt der Klinik ganz umsonst in einem der hübschen Zimmer wohnen konnte. "Meine eigene Wohnung gibt mir das Gefühl der Selbständigkeit. Ich liebe meinen Beruf über alles, aber wenn ich dienstfrei habe, möchte ich alles vergessen und mich ruhig entspannen können", hatte Dorte nur gesagt. Und dabei war sie auch geblieben, hatte das hübsche Appartement gemietet und es noch nicht eine einzige Minute bereut.
Als ihr Mann Rüdiger sie verlässt, bricht für Roxanne eine Welt zusammen. In ihrem Schmerz ist sie nahezu handlungsunfähig und vernachlässigt sich und ihre 8-jährige Tochter Jennifer. Da holt ihr Vater, Alfred Konrads, sie zu sich nach Hause und versucht, sie wieder aufzubauen. Jennifer vermisst ihren Vater und leidet sehr unter den neuen Verhältnissen, die sie sich nicht erklären kann... "Gute Nacht, mein Liebling." Nach einem zärtlichen Kuß auf die Wange richtete sich Karin Fengler mit einem weichen Lächeln auf. "Gute Nacht, Mutti, ich hab dich lieb", antwortete das neunjährige Mädchen mit den langen, etwas verwuschelten dunkelbraunen Zöpfen und kuschelte sich tiefer in die Kissen. "Ich habe dich auch sehr lieb. Aber jetzt ist es Zeit für dich, du mußt schlafen. Du mußt morgen früh zur Schule." "Ja, Mutti, ich bin auch müde." Karin Fengler ging aus dem Kinderzimmer und zog leise die Tür von außen zu. Noch immer mit dem weichen Lächeln im Gesicht ging sie hinüber ins Wohnzimmer, wo ihr Mann Eric auf sie wartete. Liebevoll blickte Eric seine junge Frau an, ihre in den letzten Monaten füllig gewordene Figur. Nur noch kurze Zeit, dann würde sich endlich sein und Karins sehnlicher Wunsch nach einem Geschwisterchen für Annerose erfüllen. Eric Fengler war Postbeamter und bewohnte mit seiner kleinen Familie eine hübsch und gemütlich eingerichtete Vierzimmerwohnung im Außenbezirk von Celle. Es war eines der Zweifamilienhäuser, zu denen auch ein Garten gehörte. Eric und Karin liebten ihre Tochter Annerose, ein liebenswertes, scheues und stilles Mädchen von neun Jahren, sehr und waren beide überglücklich, daß sich nach jahrelangem, vergeblichem Hoffen ihr Wunsch nun endlich erfüllen würde. "Wie fühlst du dich, Liebes?" wollte Eric wissen, und in seine Augen trat ein besorgter Ausdruck. Karin wirkte ziemlich abgespannt. "Ein bißchen müde, Eric, aber keine Sorge, es ist alles in Ordnung. In ein paar Tagen, das fühle ich, ist es soweit.
Als ihr Mann Rüdiger sie verlässt, bricht für Roxanne eine Welt zusammen. In ihrem Schmerz ist sie nahezu handlungsunfähig und vernachlässigt sich und ihre 8-jährige Tochter Jennifer. Da holt ihr Vater, Alfred Konrads, sie zu sich nach Hause und versucht, sie wieder aufzubauen. Jennifer vermisst ihren Vater und leidet sehr unter den neuen Verhältnissen, die sie sich nicht erklären kann... "Ich habe eine Überraschung für dich, über die du dich bestimmt freuen wirst, Mona", sagte Alexander Bischoff an einem sonnigen Freitag, ein paar Tage nach dem Beginn der Schulferien, zu seiner Frau. Die Blicke des großen breitschultrigen Mannes waren bei seinen Worten ebenso kühl wie das Lächeln, das dabei um seine Lippen spielte. Überhaupt lag in der Gestik des schwarzhaarigen Mannes etwas Herrisches, Beherrschendes. Mona Bischoff, eine hübsche junge Frau von sechsunddreißig Jahren, warf mit einer für sie typischen Kopfbewegung das lange hellblonde Haar in den Nacken und fragte mit gleichgültiger Stimme: "Eine Überraschung, über die ich mich freuen würde? Was sollte das wohl sein? Mach es nicht so spannend, ich möchte mit Manuela zum Arzt fahren. Du weißt ja, daß ich mir schon seit längerem große Sorgen um sie mache." "Du solltest deine Tochter nicht zu sehr verhätscheln, dann brauchst du dir auch keine Sorgen zu machen." "Meine Tochter, du brauchst es nicht immer zu betonen, Alexander. Ich weiß schon lange genug, daß du das Mädel im Inneren deines Herzens, wenn du überhaupt ein Herz hast, ablehnst. Ich war nur zu dumm und naiv, diesen Umstand früh genug zu erkennen. Ich möchte mich aber nicht schon wieder darüber mit dir streiten. Sag, welche Überraschung du für mich bereithältst." "Gut, also hör zu. Ich muß zu Beginn der kommenden Woche in die Lüneburger Heide. Genauer gesagt, nach Celle, zu einer geschäftlichen Besprechung mit einem neuen Kunden. Ich habe mich dazu entschlossen, diese Geschäftsreise mit einem kurzen Urlaub zu verbinden. Du bekommst dadurch die Gelegenheit, außer deiner Mutter auch deine alte Heimat wiederzusehen. Vielleicht bekommt dieser Urlaub auch Manuela.
Als ihr Mann Rüdiger sie verlässt, bricht für Roxanne eine Welt zusammen. In ihrem Schmerz ist sie nahezu handlungsunfähig und vernachlässigt sich und ihre 8-jährige Tochter Jennifer. Da holt ihr Vater, Alfred Konrads, sie zu sich nach Hause und versucht, sie wieder aufzubauen. Jennifer vermisst ihren Vater und leidet sehr unter den neuen Verhältnissen, die sie sich nicht erklären kann... Mit ernstem Gesicht legte Cordula Wittmer den Hörer auf die Gabel zurück. Sie hatte gerade einen Anruf vom Jugendamt erhalten, in dem ihr ein Neuzugang angekündigt worden war. Cordula Wittmer war die Leiterin des Kinderheimes "Haus Maria". Sie war eine mittelgroße sechsundvierzigjährige Frau mit dunklen, kurzgeschnittenen Haaren. Sie liebte Kinder sehr, und schon von Jugend an – sie war selbst elternlos aufgewachsen, war es ihr Anliegen gewesen, für Kinder dazusein, die einsam und verlassen waren. Cordula Wittmer war eine sehr warmherzige und mütterliche Frau, und sie besaß die Zuneigung der elternlosen oder von den Eltern vernachlässigten Kinder, die im Kinderheim lebten. Durch das geöffnete Fenster ihres Büros drangen die hellen und fröhlichen Stimmen der spielenden Kinder an ihr Ohr. Für Sekunden huschte ein weiches Lächeln über Cordulas Gesicht. Liebe und Zärtlichkeit, es war doch im Grunde gar nicht schwer, damit ein bißchen Glück in die Kinderherzen zu bringen. Und nun würde in kurzer Zeit schon wieder so ein armes Hascherl ins Heim gebracht und ihrer Obhut unterstellt. Cordula Wittmer stand auf und trat an das geöffnete Fenster. "Marion, kommen Sie doch bitte einen Augenblick in mein Büro!" rief sie einer jungen Kindergärtnerin zu, die mit ihrer Kollegin die spielenden Kinder beaufsichtigte. "Ich komme sofort!" antwortete Marion Bruck, ein schlankes Mädchen. Sie sagte etwas zu den Kindern, mit denen sie sich beschäftigt hatte, und kam auf das Haus zugeeilt. Augenblicke später betrat sie Cordula Wittmers Büro und fragte: "Sie wünschen, Frau Wittmer?" "Ich hatte vor wenigen Minuten einen Anruf vom Jugendamt, Marion. Wir bekommen noch heute einen Neuzugang. Erinnern Sie sich an den Artikel von dem schweren Verkehrsunfall, der vor fünf Tagen in der Zeitung stand?"
Als ihr Mann Rüdiger sie verlässt, bricht für Roxanne eine Welt zusammen. In ihrem Schmerz ist sie nahezu handlungsunfähig und vernachlässigt sich und ihre 8-jährige Tochter Jennifer. Da holt ihr Vater, Alfred Konrads, sie zu sich nach Hause und versucht, sie wieder aufzubauen. Jennifer vermisst ihren Vater und leidet sehr unter den neuen Verhältnissen, die sie sich nicht erklären kann... Sie lachten und schwatzten schon seit einer guten Stunde, kramten aufgekratzt in ihren Erinnerungen, hatten die Welt vergessen und ließen, weil so vertieft in nostalgisch verklärte Rückblicke, den Kaffee in den violetten Henkelbechern kalt werden. Wie das halt so geht, wenn man sich seit Jahren nicht gesehen hat, sich jedoch unverändert in Freundschaft verbunden ist. Sie hatten sich furchtbar viel zu erzählen, die beiden jungen Frauen, die sich kannten, seit sie gemeinsam eingeschult worden waren. "Weißt du noch, wie unsere Lehrerin damals hieß, Doris, als wir mit diesen gigantischen knallbunten Zuckertüten in der Schule aufkreuzten und uns so entsetzlich verloren fühlten?" "Hieß sie nicht Hilkendorf oder so ähnlich?" "Aber nein, das war unsere Sportlehrerin am Gymnasium. Du meine Güte, nie werde ich Beate Hilkendorf und ihre riesigen Füße vergessen!" Die junge Frau schüttete sich aus vor Lachen. Aber dann wurde sie wieder ernst und setzte ein wenig vorwurfsvoll hinzu: "Warum rennst du eigentlich auf einmal herum wie so'n aufgescheuchtes Huhn, Doris? Allmächtiger, ist das ungemütlich! Nun setz dich doch wieder hin und erzähl mir, wie's dir in den letzten drei Jahren so ergangen ist." "Entschuldige, Klärchen, aber ich habe schrecklich viel zu tun, du siehst ja, was hier los ist. Am Wochenende will ich meine Ausstellung eröffnen und habe noch kein Bild aufgehängt. Es ist mal wieder alles drunter und drüber und schiefgelaufen. Wie üblich. Glatt geht bei mir nie etwas über die Bühne." "Störe ich dich womöglich? Sag's ruhig, wenn dem so ist." "Aber was, du störst überhaupt nicht. Ich freue mich riesig über deinen unerwarteten Besuch.
Als ihr Mann Rüdiger sie verlässt, bricht für Roxanne eine Welt zusammen. In ihrem Schmerz ist sie nahezu handlungsunfähig und vernachlässigt sich und ihre 8-jährige Tochter Jennifer. Da holt ihr Vater, Alfred Konrads, sie zu sich nach Hause und versucht, sie wieder aufzubauen. Jennifer vermisst ihren Vater und leidet sehr unter den neuen Verhältnissen, die sie sich nicht erklären kann... Hanna Martens lächelte Dr. Frerichs zu, als er sich erhoben hatte und nun sagte: "Wenn es Ihnen recht ist, gehe ich schon mal zur Station und bereite alles vor. Sie brauchen dann nur noch die Fäden zu ziehen." "Ich bin ganz sicher, daß Sie es ebensogut könnten wie ich", warf Hanna ein und hatte das Gefühl, sich verteidigen zu müssen, obwohl niemand sie angeklagt hatte. Aber der junge Arzt lachte sie nur fröhlich an. "Ist schon gut, Chefin. Sie brauchen sich nicht für etwas zu entschuldigen, für das Sie nicht können, was aber trotzdem ungeheuer vorteilhaft ist. Die Kinder mögen Sie nicht nur, sie lieben Sie. Bei Ihnen tut alles nur halb so weh wie bei uns anderen, obwohl wir uns, weiß der Himmel, alle Mühe geben, nach Möglichkeit Schmerzen zu vermeiden. Ihnen gelingt alles, was bei uns nur ein Versuch bleiben muß. Und deshalb macht es mir auch absolut nichts aus, nachher, wenn Sie bei dem kleinen Jan die Fäden ziehen, Assistent zu sein." Frerichs hob die Hand, winkte Hanna noch einmal zu, nickte Kay, der lächelnd hinter seinem Schreibtisch saß, fröhlich zu und verschwand aus seinem Sprechzimmer, um zur Station zu gehen. Hanna, die ihrem jungen Kollegen gedankenvoll nachgesehen hatte, wandte sich nun ihrem Bruder zu und wollte gerade eben etwas sagen, als das Telefon auf dem Schreibtisch schrillte. Kay langte nach dem Hörer und meldete sich. Sein Gesicht wurde ein wenig ratlos, als er wiederholte: "Aus Berlin? Und die Dame hat ihren Namen nicht nennen wollen? Na schön, Martin, stellen Sie durch. Ich werde den Namen der Dame schon erfahren." Während Kay wartete, sah er Hanna an, hob ratlos die Schultern und schien dann völlig zu versteinern, als er in den Hörer lauschte.
Als ihr Mann Rüdiger sie verlässt, bricht für Roxanne eine Welt zusammen. In ihrem Schmerz ist sie nahezu handlungsunfähig und vernachlässigt sich und ihre 8-jährige Tochter Jennifer. Da holt ihr Vater, Alfred Konrads, sie zu sich nach Hause und versucht, sie wieder aufzubauen. Jennifer vermisst ihren Vater und leidet sehr unter den neuen Verhältnissen, die sie sich nicht erklären kann... Hardy Winter schob mit einer unnachahmlichen Geste das kastanienfarbene Haar zurück. Die Haarfarbe war echt, und Hardy konnte fuchsteufelswild werden, wenn jemand sie fragte, welcher Friseur eine so aparte Farbe so naturgetreu zaubern konnte. Hardy hieß eigentlich Bernhardine. Sie konnte es ihren Eltern noch heute nicht verzeihen, daß sie ihr einen derart ausgefallenen Namen gegeben hatten. Weil er ihr viel zu lang und auch viel zu pompös erschienen war, hatte sie ihn kurzerhand in Hardy abgeändert und sich mit diesem Namen schnell ausgesöhnt. Hardy war Naturwissenschaftlerin mit abgeschlossenem Staatsexamen und hatte sogar ihren Dr. nat. gemacht, von dem man behauptete, er sei besonders schwer zu erlangen. Nun, Hardy hatte ihn erreicht, war eine Weile lang sehr stolz auf sich und den Titel gewesen, hatte sich endlich an ihn gewöhnt und fand heute nichts Außergewöhnliches mehr daran. Außergewöhnlich fand sie Hans Clausen, ihren Chef – und alles, was mit ihm zusammenhing. Dr. Hans Clausen war ebenfalls Naturwissenschaftler, aber einer, der ganz selbständig und auf eigene Rechnung arbeitete. Er führte Untersuchungen und Forschungsarbeiten für namhafte pharmazeutische Unternehmen durch. Das mußte eine lukrative Beschäftigung sein, denn nachdem ihm seine Frau mit einem guten Freund durchgebrannt war, lebte er in Ögela, wo er sich ein großes, weitläufiges Haus gekauft hatte, das mehrere Nebengebäude hatte und zu dem Zeitpunkt, da er es erwarb, ziemlich heruntergekommen war. Hardy, die kurz nach dem Kauf des Hauses zu ihm als Assistentin gekommen war, war ziemlich skeptisch gewesen. Sie hatte stark bezweifelt, daß er das riesige Anwesen einigermaßen wohnlich machen könnte. Aber Hans Clausen hatte die Aufgabe in einem Tempo angepackt, daß sich die Handwerker bald überfordert fühlten und damit drohten, die Arbeit hinzuwerfen, falls er sie weiter wie ein Sklaventreiber behandeln würde. Hans Clausen war damals überrascht und auch etwas beleidigt gewesen, als er sich bei seiner Assistentin darüber beschwerte, daß die Leute so langsam arbeiteten und es ihm sogar übelnahmen, wenn er ihnen gegenüber bemerkte, daß ihm eigentlich alles viel zu langsam ging. Erst da hatte Hardy eingegriffen und mit viel Charme und Einfühlungsvermögen erreicht, daß die Leute arbeiteten und dazu noch Freude daran hatten. Schließlich war es so weit gekommen, daß sie nur Hardys Wünsche erfüllen wollten und Hans Clausen an das "Fräulein Doktor"
Als ihr Mann Rüdiger sie verlässt, bricht für Roxanne eine Welt zusammen. In ihrem Schmerz ist sie nahezu handlungsunfähig und vernachlässigt sich und ihre 8-jährige Tochter Jennifer. Da holt ihr Vater, Alfred Konrads, sie zu sich nach Hause und versucht, sie wieder aufzubauen. Jennifer vermisst ihren Vater und leidet sehr unter den neuen Verhältnissen, die sie sich nicht erklären kann... Mit Tüten und Päckchen beladen verließ Dr. Hanna Martens das Warenhaus. Sie hatte ihren freien Samstag genutzt und war in die Stadt gefahren. Zu den Dingen, die sie hatte kaufen wollen, war noch die eine oder andere Kleinigkeit hinzugekommen, und so hatte sie jetzt die Hände nicht mehr frei. Die Fachärztin für Kinderheilkunde, die zusammen mit ihrem Bruder in der Lüneburger Heide eine Kinderklinik eröffnet hatte, trat hinaus auf die Straße. Doch da geschah es. Ein Mann schien es eilig zu haben, er rempelte sie an, und Hanna entglitten einige Päckchen. "Pardon, das tut mir leid!" Der Mann hob den Kopf, ihre Blicke trafen sich, und sekundenlang rührten sie sich nicht, sahen sich nur an. Dann bückten sich beide gleichzeitig. Ihre Hände griffen nach dem gleichen Päckchen, so berührten sie sich. "Pardon", sagte der Mann erneut. Diesmal lächelte er, und Hanna, am Boden hockend, erwiderte das Lächeln. "Es ist meine Schuld. Ich habe nicht auf die Umgebung geachtet." Er beeilte sich, alles aufzuheben. Sie standen sich gegenüber. "Entschuldigen Sie bitte, ich hoffe, es ist nichts kaputtgegangen." Er hielt ihr die Päckchen hin, besann sich dann aber.
Als ihr Mann Rüdiger sie verlässt, bricht für Roxanne eine Welt zusammen. In ihrem Schmerz ist sie nahezu handlungsunfähig und vernachlässigt sich und ihre 8-jährige Tochter Jennifer. Da holt ihr Vater, Alfred Konrads, sie zu sich nach Hause und versucht, sie wieder aufzubauen. Jennifer vermisst ihren Vater und leidet sehr unter den neuen Verhältnissen, die sie sich nicht erklären kann... In schmerzlicher Unentschlossenheit fragte sich Marlies von Conzelmann, was sie tun könnte, um diesem unerträglichen Zustand ein Ende zu machen. Ein möglichst rasches Ende, damit sie endlich ihren Seelenfrieden wiederfand. Meinen Seelenfrieden..., ach du liebe Zeit. Die junge Frau lächelte bitter. Hatte sie den nicht schon vor langer Zeit auf Nimmerwiedersehen verloren? Und was bedeutet das Wort überhaupt? Zufriedenheit? Oder Wohlbehagen, Gemütsruhe, gar ein gutes Gewissen? Ich habe ein gutes Gewissen, ich bestimmt, ich muß mir keine Vorwürfe machen, was das Scheitern meiner Ehe betrifft, ereiferte sich Marlies, zwischen Aufbegehren und Resignation schwankend, während sie mit beiden Händen in ihr schweres dunkelblondes Haar griff und es aus dem Gesicht strich. Das war blaß und kummervoll, und die Schatten unter den grünen Augen kündeten von vielen schlaflos verbrachten Nächten. "Was soll ich nur tun, Himmel, was soll ich tun?" Sie hielt sich nur kurz vor dem Fenster auf, war viel zu nervös, um den Anblick des sommerlich blühenden Gartens genießen zu können, der sonst, in gelassenerer Gemütsverfassung, ihre helle Freude war. Doch jetzt schenkte sie weder den weiten Rasenflächen noch dem herrlichen alten Baumbestand einen Blick, sie schaute vielmehr nach innen, grübelte, haderte, trotzte, lotete aus und verwarf am Ende doch alles wieder. Wie immer wollte sie mal wieder das Beste für alle Beteiligten tun, wollte keinem schaden und niemanden verletzen. Sie sehnte sich einerseits nach einem gewaltigen, die Atmosphäre reinigenden Gewitter, andererseits fürchtete sie sich davor. Ich bin unmöglich, sagte sie sich unzufrieden, ich weiß genau, daß ich Unmögliches von mir verlange... Ich will sozusagen ein Omelette zubereiten, ohne die dazu gehörigen Eier zu zerbrechen. Oh, meine verflixte Sucht nach Harmonie, verwünschte sie sich, und spazierte ruhe- und rastlos durch das große Musikzimmer, in dessen Mitte der schwarze Konzertflügel stand. Wie ein Ungeheuer kam er Marlies jetzt vor, wie eine riesige Motte mit seinem aufgeklappten Deckel. Die folgenden Augenblicke waren für Marlies ein stummer Kampf, ein zähes Ringen mit den Wünschen, die sie durchaus hatte, aber nicht zu äußern wagte, und den Gegebenheiten, denen sie sich anzupassen hatte. Ein Dilemma, an dem sie nicht ganz unschuldig war, wie sie genau wußte.
Als ihr Mann Rüdiger sie verlässt, bricht für Roxanne eine Welt zusammen. In ihrem Schmerz ist sie nahezu handlungsunfähig und vernachlässigt sich und ihre 8-jährige Tochter Jennifer. Da holt ihr Vater, Alfred Konrads, sie zu sich nach Hause und versucht, sie wieder aufzubauen. Jennifer vermisst ihren Vater und leidet sehr unter den neuen Verhältnissen, die sie sich nicht erklären kann... Ursula Gruber faßte unwillkürlich nach der Hand ihres Mannes. Ihr Herz klopfte zum Zerspringen. Jetzt war es soweit. Mit kreischenden Bremsen fuhr der Eilzug in die Halle ein, kam endlich zum Halten. Türen wurden geöffnet, aufgeregtes Stimmengewirr ging an Ursulas Ohren vorbei, während sich ihre Augen den Zug entlangtasteten und nach ihrem Sohn suchten. "Wo ist er denn, Benno? Ist er nicht mitgekommen?" "Geduld, Uli, in dem Durcheinander muß man schon aufpassen. Er hat uns mitgeteilt, daß er mit diesem Zug kommt, also wird er auch drin sein." "Lutz, Lutz, hier sind wir!" rief Ursula plötzlich aufgeregt aus und begann, heftig zu winken. Sie hatte ihren hochgewachsenen Sohn in der schiebenden Menge entdeckt. Mit raschen Schritten eilte sie ihm entgegen, und Benno hatte Mühe, ihr so schnell zu folgen. "Lutz, mein Junge! Endlich haben wir dich wieder!" rief sie glücklich aus, als sie bei ihm angelangt war, und fiel ihm mit Freudentränen um den Hals. "Ich freue mich auch, Mutsch", sagte der schlanke, von der Sonne gebräunte Mann, dann schob er sie sanft von sich und sagte mit dunkler, schwingender Stimme: "Und das hier ist meine große Überraschung." Noch bevor Benno dazu kam, seinen Sohn zu begrüßen, legte dieser seinen Arm um eine zierliche, wunderschöne junge Frau, die ein etwa vier Jahre altes Mädchen an der Hand hielt. "Paps, Mutsch, darf ich euch vorstellen?
Als ihr Mann Rüdiger sie verlässt, bricht für Roxanne eine Welt zusammen. In ihrem Schmerz ist sie nahezu handlungsunfähig und vernachlässigt sich und ihre 8-jährige Tochter Jennifer. Da holt ihr Vater, Alfred Konrads, sie zu sich nach Hause und versucht, sie wieder aufzubauen. Jennifer vermisst ihren Vater und leidet sehr unter den neuen Verhältnissen, die sie sich nicht erklären kann... Bea Martens, eine gutaussehende zierliche Frau von sechsundsechzig Jahren, zog sich einen leichten Mantel über und verließ das Doktorhaus. Seit einigen Monaten lebte sie jetzt schon bei ihrem Sohn, dem Chirurgen Dr. Kay Martens, und ihrer Tochter, der Kinderärztin Dr. Hanna Martens. Bea dachte daran, daß es eine glückliche Entscheidung gewesen war, nach dem Tod ihres Mannes zu ihren Kindern zu ziehen. Sie hatte sich lange gesträubt, ihr Heim in Freiburg im Breisgau aufzugeben. Jetzt konnte sie sich jedoch gar nicht mehr vorstellen, ohne ihre Kinder zu leben. In dem großen Bungalow hinter dem Klinikpark hatten ihr Sohn und ihre Tochter getrennte Wohnungen. Die beiden Zimmer, in denen Bea lebte, lagen neben der Wohnung von Hanna. Bea war stolz auf ihren Sohn und ihre Tochter. Kay und Hanna führten seit einigen Jahren die Kinderklinik Birkenhain, die weit über die Grenzen des Heidestädtchens Ögela hinaus einen hervorragenden Ruf genoß. Traurig stimmte Bea nur, daß ihr Mann, der Arzt Professor Dr. Günter Martens, den Erfolg und das Glück, das Kay und Hanna in ihrem Beruf fanden, nicht mehr miterleben durfte. Auf einmal sah Bea ihre Tochter von der Klinik her auf das Doktorhaus zukommen. Hanna Martens war eine Schönheit von dreißig Jahren. Blondes gelocktes Haar umrahmte ein zartes klares Gesicht. "Mutter, du willst weggehen?" fragte Hanna, als sie herangekommen war. "Ja, Hanna... Erika und Peter Schneider haben heute morgen ihr Adoptivkind bekommen. Zur Feier des Tages haben sie mich zum Kaffee eingeladen"
Als ihr Mann Rüdiger sie verlässt, bricht für Roxanne eine Welt zusammen. In ihrem Schmerz ist sie nahezu handlungsunfähig und vernachlässigt sich und ihre 8-jährige Tochter Jennifer. Da holt ihr Vater, Alfred Konrads, sie zu sich nach Hause und versucht, sie wieder aufzubauen. Jennifer vermisst ihren Vater und leidet sehr unter den neuen Verhältnissen, die sie sich nicht erklären kann... Das kleine Mädchen starrte mit verzücktem Gesichtsausdruck die vielen einfallsreich geschmückten Wagen des Festzugs an. "Schön", sagte es immer wieder hingerissen. "Schön." Und jedesmal, wenn ein neuer, scheinbar noch üppiger geschmückter, unter der Last der aufwendigen Dekorationen aus Heidekraut und Blumen schier zusammenbrechender Wagen vorbeifuhr, hörte man wieder dieses ergreifende "Schön". Die junge, auffallend zierliche Frau fand die so überschwenglich geäußerte Begeisterung des kleinen Mädchens mit den großen Brombeeraugen und den schwarzen Kringellöckchen einfach goldig. Und deshalb dachte sie auch nicht daran, den hart erkämpften Platz am Straßenrand zu räumen, obwohl das Gedränge und Geschiebe der anderen Zuschauer bisweilen unerträglich wurde. Es handelte sich um Mutter und Tochter, wie man nicht auf den ersten Blick sehen konnte, denn die Ähnlichkeit offenbarte sich erst beim zweiten Hinsehen. Das freundlichsanfte Lächeln hatte die kleine lebhafte Angelina, die ein eher südländisches Aussehen besaß, von ihrer blonden blauäugigen Mama übernommen, deren liebenswertes natürliches Wesen sie glücklicherweise geerbt hatte. Mutter und Tochter verstanden einander bestens und hingen mit großer Zärtlichkeit aneinander. Die Harmonie dieser Beziehung, die spannungsfrei war und geprägt von unglaublichem gegenseitigem Verständnis, offenbarte sich auch dem flüchtigen Zuschauer, weil leider sehr selten, und so streifte manch bewundernder Blick die hübsche junge Frau und das dunkelhaarige kleine Mädchen im knallroten Sommerkleid. Das hatte einzig Augen für den Festzug, der an diesem Sonntag, dem letzten im August, in Schneverdingen stattfand, dem geliebten Ferien- und Luftkurort am Westrand des Naturschutzgebiets in der derzeit herrlich blühenden Lüneburger Heide. Und wieder seufzte es: "Schön. Oh, wie schön!" "So sehr gefällt dir der Festumzug, Angelina?" erkundigte sich Annette von Herkensee bei ihrer kleinen Tochter. "O ja. Es ist alles so schön, Mami", rief das sechsjährige Mädchen und ließ den Festumzug nicht aus den Augen. "Schön, oh, sieh doch nur, wie schön dieser Wagen ist.
Als ihr Mann Rüdiger sie verlässt, bricht für Roxanne eine Welt zusammen. In ihrem Schmerz ist sie nahezu handlungsunfähig und vernachlässigt sich und ihre 8-jährige Tochter Jennifer. Da holt ihr Vater, Alfred Konrads, sie zu sich nach Hause und versucht, sie wieder aufzubauen. Jennifer vermisst ihren Vater und leidet sehr unter den neuen Verhältnissen, die sie sich nicht erklären kann... OP-Schwester Barbara sah Dr. Hanna Martens bewundernd an. Und dann sagte sie spontan: "Ich weiß nicht, wie Sie es anfangen, Chefin – aber Sie sehen auch nach einem so hektischen Tag wie diesem noch aus, als wären Sie völlig ausgeruht und frisch. Ich jedenfalls fühle mich wie durch den Wolf gedreht und das ist noch gelinde ausgedrückt." "Es war wirklich ein schlimmer Tag", gab Hanna zu, lächelte und strich sich eine der seidigen blonden Locken nach hinten. "Wenn es Sie beruhigt, Barbara, kann ich Ihnen ehrlich eingestehen, daß ich mich ebenfalls wie durch den Wolf gedreht fühle. Ich werde nach dem Dienst einen langen, ausgedehnten Spaziergang mit meiner Mutter in die Heide machen. Das haben wir uns schon vor Tagen vorgenommen und heute werde ich es in die Tat umsetzen. Ich glaube, wenn ich alles, was mit der Klinik zusammenhängt, einmal von mir werfe, geht es mir wieder hervorragend." "Das denke ich auch, nur geht das leider nicht, weil Sie es einfach nicht fertigbringen, die Klinik zu vergessen." Zuerst schien es, als sei Hanna betroffen, aber dann lachte sie kurz auf. "Man muß sich vor Ihnen in acht nehmen, Barbara. Sie scheinen Röntgenaugen zu haben." "Die braucht man bei Ihnen nicht, Chefin. Jedermann, der Sie kennt, weiß, daß Sie mit der Klinik verheiratet sind – und mit unseren kleinen Patienten ebenfalls." Gedankenverloren sah Hanna vor sich hin und sagte dann endlich leise, als spreche sie zu sich selbst: "Da habe ich manchmal mit meinem Schicksal gehadert, weil ich weder einen Mann habe noch Kinder. Und dabei habe ich eine ganze Menge Kinder, weil ich alle, die hierherkommen, gleich in mein Herz schließen muß, ob ich nun will oder nicht." "Und die Kleinen spüren das, denn sonst wären sie ja nicht immer so fröhlich, wenn sie nur Ihre Stimme hören." Barbara, die überaus tüchtige OP-Schwester, mußte gegen einen Anflug von Neid ankämpfen.
Als ihr Mann Rüdiger sie verlässt, bricht für Roxanne eine Welt zusammen. In ihrem Schmerz ist sie nahezu handlungsunfähig und vernachlässigt sich und ihre 8-jährige Tochter Jennifer. Da holt ihr Vater, Alfred Konrads, sie zu sich nach Hause und versucht, sie wieder aufzubauen. Jennifer vermisst ihren Vater und leidet sehr unter den neuen Verhältnissen, die sie sich nicht erklären kann... "Guten Tag, Fränzi, ist Paps schon zu Hause?" Das schlanke Mädchen mit den langen tiefschwarzen Haaren kam wie ein Wirbelwind in die Küche zu Fränzi Sutter gelaufen. "Saskia, Mädchen, mußt du denn immer so wild sein?" Lächelnd schüttelte die vollschlanke, vierundfünfzigjährige Frau bei diesen Worten den Kopf. Fränzi Sutter war Haushälterin und zugleich der gute Geist im Hause Behring. Der Hausherr, Hans Peter Behring, lebte seit drei Jahren mit seiner dreizehnjährigen Tochter Saskia allein in seinem großen Haus, das am Stadtrand von Lüneburg lag. Kurz zuvor hatte sich Hans Peter Behring nach langen inneren Kämpfen von seiner Frau Sabine getrennt. Fränzi Sutter, die schon lange Jahre im Haus gearbeitet hatte, war selbstverständlich geblieben und kümmerte sich seit dieser Zeit auch liebevoll um die inzwischen Dreizehnjährige. "Ich bin doch überhaupt nicht wild, Fränzi. Sag doch schon, ist Paps daheim oder nicht? Ich hab heute in Mathe eine Zwei geschrieben. Ist das nicht einfach toll?" "Das ist wirklich toll, Saskia. Da wird sich dein Paps ganz bestimmt sehr freuen. Er ist aber noch nicht hier. Hast du vergessen, daß er heute und auch in den nächsten Tagen später kommt? Er muß doch am Montag wieder auf eine längere Geschäftsreise." "Das habe ich total vergessen, Fränzi. Wenn ich erst aus der Schule komme, lerne ich genau den gleichen Beruf wie Paps. Ich kann ihn dann immer begleiten, wenn er auf seine Geschäftsreisen muß."
Als ihr Mann Rüdiger sie verlässt, bricht für Roxanne eine Welt zusammen. In ihrem Schmerz ist sie nahezu handlungsunfähig und vernachlässigt sich und ihre 8-jährige Tochter Jennifer. Da holt ihr Vater, Alfred Konrads, sie zu sich nach Hause und versucht, sie wieder aufzubauen. Jennifer vermisst ihren Vater und leidet sehr unter den neuen Verhältnissen, die sie sich nicht erklären kann... Dr. Camillo Olegra streifte seinen weißen Kittel ab und sah auf die Uhr. Es war ungefähr siebzehn Uhr, und sein Dienst in der Kinderklinik war für diesen Tag beendet. Jetzt stand ihm noch ungefähr eine Stunde Fahrt mit dem Wagen nach Celle bevor, wo er ein hübsches Apartment bewohnte, und dann konnte er seinen wohlverdienten Feierabend genießen. Nach ein paar freundlichen Worten mit Martin Schriewers an der Aufnahme verließ er guter Laune die Kinderklinik Birkenhain und ging zu seinem Wagen. Augenblicke später fuhr er vom Klinikgelände. Dr. Olegra fuhr nur in mäßigem Tempo über die Landstraße, da ihn die herrliche Landschaft, durch die er heimwärts fuhr, immer wieder aufs neue faszinierte. Jetzt im Spätsommer, wo sich das Laub der Bäume langsam bunt zu färben begann und die weitläufigen Heideflächen in voller Blüte standen, war es besonders reizvoll. Eine Melodie vor sich hinpfeifend, fuhr er nun durch ein Gebiet, in dem weder rechts noch links der Straße Häuser standen. Auf der einen Seite lag Wald, auf der anderen breiteten sich weite Heideflächen aus, unterbrochen von Laub und Tannenwäldern. Plötzlich sah Camillo Olegra aus den Augenwinkeln, daß etwas auf die Straße taumelte. Um Gottes willen, das war doch ein Kind, durchfuhr es ihn, und er trat voll auf die Bremse. Das Bremsmanöver war so hart, daß es ihm sekundenlang den Atem nahm, so stark wurde sein Oberkörper gegen das Lenkrad gepreßt. Doch dann kam Leben in ihn. Er stieß die Wagentür auf und sprang mit einem Satz auf die Straße. Ein, zwei Schritte und er war vor seinem Wagen. Nur fünfzig Zentimeter vor der Stoßstange seines Wagens sah er das Kind auf der Straße sitzen. Ein völlig verstörter kleiner Junge, den Camillo auf höchstens vier Jahre schätzte. Gott sei Dank, es ist noch einmal gut gegangen, dem Kind ist nichts passiert, fuhr es dem Arzt durch den Kopf, und schon im nächsten Augenblick kniete er neben dem Kleinen.
Als ihr Mann Rüdiger sie verlässt, bricht für Roxanne eine Welt zusammen. In ihrem Schmerz ist sie nahezu handlungsunfähig und vernachlässigt sich und ihre 8-jährige Tochter Jennifer. Da holt ihr Vater, Alfred Konrads, sie zu sich nach Hause und versucht, sie wieder aufzubauen. Jennifer vermisst ihren Vater und leidet sehr unter den neuen Verhältnissen, die sie sich nicht erklären kann... Es war Welf Sannmann, der zuerst von Scheidung sprach. An diesem Tag zumindest, denn ansonsten war es ja seine Frau Verena, die dieses Wort wie eine Waffe zu benutzen pflegte, wenn ihr die Argumente ausgingen. "Verdammt noch mal, dann lassen wir uns eben scheiden, wenn dir soviel daran liegt, Verena! Mir gehen diese ewigen Auseinandersetzungen um nichts und wieder nichts so auf die Nerven, daß ich langsam so ziemlich alles tun würde, um nur meine Ruhe zu haben." "Wie bitte?" Sie musterte ihn verblüfft. "Ja, meinst du denn, mir gefiele diese vergiftete Atmosphäre im Haus, dein widerliches Mißtrauen mir gegenüber oder diese haßerfüllten Szenen, die sich in ihrer Gemeinheit eher steigern?" Wie er es sagte, kam für Verena überraschend und unerwartet, denn er gehörte zu jenen stillen, nachdenklichen Männern, denen es nicht gegeben ist, sich laut bemerkbar zu machen oder wortgewandt ihre Meinung zu sagen, wenn es sich nicht gerade um Banalitäten handelt. Welfs plötzlicher und ungewohnt heftiger Ausbruch sorgte daher für ein zweiminütiges Schweigen ihrerseits, was bei ihrer Redseligkeit eine kleine Ewigkeit bedeutete, und hatte zur Folge, daß sie sich, wenigstens vorübergehend, um einen weniger beleidigenden Tonfall bemühte. Sie starrte ihn entgeistert an. "Was hast du eben gesagt?" "Muß ich es wirklich wiederholen?" fragte er gereizt. "Ich bitte darum!" erwiderte sie kalt und mit der ausdruckslosen Miene, die sie immer aufsetzte, wenn sie sich in die Enge getrieben fühlte. Was jetzt der Fall war, denn nie zuvor hatte er es gewagt, in ihrer Gegenwart von Scheidung zu sprechen. Das sah sie als ihr Privileg an. Sie schwankte also zwischen Empörung und Fassungslosigkeit, weil er offensichtlich mit der Rolle, die sie ihm zugedacht hatte, nicht mehr einverstanden war. "Wie du willst." Er schöpfte tief Luft und sagte, eher noch nachdrücklicher als zuvor: "Ich bin der Meinung, wir sollten uns scheiden lassen, Verena."
Als ihr Mann Rüdiger sie verlässt, bricht für Roxanne eine Welt zusammen. In ihrem Schmerz ist sie nahezu handlungsunfähig und vernachlässigt sich und ihre 8-jährige Tochter Jennifer. Da holt ihr Vater, Alfred Konrads, sie zu sich nach Hause und versucht, sie wieder aufzubauen. Jennifer vermisst ihren Vater und leidet sehr unter den neuen Verhältnissen, die sie sich nicht erklären kann... Karina Mendel erwachte durch lautes Vogelgezwitscher, das durch das offene Fenster in ihr Zimmer drang. Und die Sonne malte schon goldene Kringel auf den Teppichboden. Es versprach ein wunderschöner Tag zu werden. Während sich Karina dehnte und streckte, dachte sie: Ich bin unendlich glücklich, denn ich liebe und werde wieder geliebt von dem wunderbarsten Mann, dem ich je begegnet bin. Seit vier Wochen war sie mit Simon Bauer verlobt, und beide hatten sich vorgenommen, ihr großes Glück ganz fest zu halten, denn sie kannten auch das Sprichwort: Glück und Glas, wie leicht bricht das. Karina war zweiundzwanzig und sie wußte, daß sie schön war. Ihr Spiegel zeigte es ihr jeden Tag. Sie hatte ein ovales Gesicht, eine schmale Nase und einen schönen Mund. Zu ihrem halblangen schwarzen Haar bildeten ihre tiefblauen Augen einen wunderbaren Kontrast. Sie arbeitete als Fotomodell für eine gute Agentur. Der Starfotograf, Markus Köhler, hatte ihr erst gestern wieder Komplimente gemacht, als er einige Aufnahmen machte. Er lobte sie auch, weil sie nicht so übermäßig schlank war wie die meisten Models, die gar keine Rundungen mehr hatten. Als sie ihm vor ein paar Tagen gesagt hatte, daß sie sich verlobt habe, fragte er mit heruntergezogenen Mundwinkeln: "Mußte das sein?" Sie schüttelte verneinend den Kopf, denn sie wußte, was er meinte. Dann wollte er gleich wissen, ob sie weiter mit ihm arbeiten würde. Karina hatte ihm keine definitive Antwort geben können, denn sie hatte mit Simon noch nicht darüber gesprochen. In Gedanken sah sie nun den Geliebten vor sich. Leise sagte sie: "Ich liebe dich so sehr, Simon, daß es fast schon ein wenig weh tut." Er war einen Kopf größer als sie, und sie mochte es gern, sein blondes, leicht gelocktes Haar mit ihren Händen zu zerzausen. Seine hellen blauen Augen blickten sie dann streng an, und er brummte: "Ich warne dich, kleine Hexe."
Als ihr Mann Rüdiger sie verlässt, bricht für Roxanne eine Welt zusammen. In ihrem Schmerz ist sie nahezu handlungsunfähig und vernachlässigt sich und ihre 8-jährige Tochter Jennifer. Da holt ihr Vater, Alfred Konrads, sie zu sich nach Hause und versucht, sie wieder aufzubauen. Jennifer vermisst ihren Vater und leidet sehr unter den neuen Verhältnissen, die sie sich nicht erklären kann... "Tag, Mutti, darf ich nach dem Mittagessen zu Sascha fahren? Wir wollen zusammen unsere Schularbeiten machen." Bittend sah der zwölfjährige, blondhaarige Junge seine Mutter an und stellte seine Schultasche ab. "Langsam, langsam, mein Junge. Kaum bist du zur Tür herein, und schon zieht es dich wieder zu Sascha. Bitte, erzähle mir doch erst einmal, wie es heute in der Schule gelaufen ist. Für deinen Freund hast du noch den ganzen Nachmittag Zeit." Mit einem nachsichtigen Lächeln sah Dagmar Biesinger auf ihren Ältesten. "Dann darf ich also? Sascha wartet auf mich." "Natürlich darfst du, doch jetzt möchte ich zuerst wissen, wie es heute in der Schule gelaufen ist. Habt ihr eure letzte Arbeit geschrieben?" "Na klar doch, Mutti, ich habe auch alle Aufgaben gewußt. Es war aber noch nicht unsere letzte Arbeit. Herr Fiedler hat gesagt, daß wir in der nächsten Woche noch einen Aufsatz schreiben. Sascha und ich wollen üben, weil der Sascha ja in Deutsch nicht so gut ist." "Fein, Jörg, du kannst dann noch etwas mit dem Nicki spielen, bis ich mit dem Mittagessen soweit bin. Vati wird auch jeden Moment kommen. Sei aber lieb zu deinem kleinen Bruder, er ist nicht ganz in Ordnung." "Weiß ich doch, Mutti.
Als ihr Mann Rüdiger sie verlässt, bricht für Roxanne eine Welt zusammen. In ihrem Schmerz ist sie nahezu handlungsunfähig und vernachlässigt sich und ihre 8-jährige Tochter Jennifer. Da holt ihr Vater, Alfred Konrads, sie zu sich nach Hause und versucht, sie wieder aufzubauen. Jennifer vermisst ihren Vater und leidet sehr unter den neuen Verhältnissen, die sie sich nicht erklären kann... Renate Geversen warf einen besorgten Blick auf die Uhr. Es war inzwischen vierzehn Uhr vorbei, und Mark war noch nicht aus der Schule zurück. Dem Stundenplan nach war er eine Stunde überfällig. Mit seinen zehn Jahren verstand er nicht, daß sie sich Sorgen machte, wenn er nicht sofort nach Unterrichtsschluß nach Hause kam. Schon seit vielen Jahren bewohnte Renate Geversen das alte Forsthaus der Gemeinde Wismor, eines kleinen Orts in der Lüneburger Heide. Das hübsche alte Fachwerkhaus lag ziemlich einsam am Rande eines großen Waldgebietes. Vor dem Haus lag ein kleiner gepflegter Vorgarten und hinter dem Haus ein Nutzgarten, in dem auch Obstbäume standen. Renate Geversen war eine kleine mollige Frau von fünfundvierzig Jahren mit vollem dunklem Haar, in dem sich die ersten grauen Strähnen zeigten. Seit ihre einzige Tochter bei der Geburt ihres zweiten Kindes vor sechs Jahren gestorben war, sorgte sie für den Schwiegersohn und die beiden Jungen, den zehnjährigen Mark und den sechsjährigen René. Während Renate Geversen auf Mark wartete, gingen ihr die verschiedensten Gedanken durch den Kopf. Sie versorgte die kleine Familie sehr gern, und die beiden Jungen hingen mit zärtlicher Liebe an ihrer Oma. Doch war es genug, was sie den beiden geben konnte? Frank war die ganze Woche in seinem Beruf als Fernfahrer unterwegs und hatte somit nur an den Wochenenden Zeit für seine beiden Söhne. Für den Sechsjährigen war das noch nicht so schlimm, doch Mark, der sehr lebhaft war, brauchte ab und zu die feste Hand des Vaters. "Oma, wann kommt der Mark? Ich habe Hunger", drang da eine helle Kinderstimme an Renates Ohr und holte sie aus ihren Gedanken heraus. Ein liebevolles Lächeln legte sich um ihre Lippen, als sie den kleinen blondhaarigen Buben in der Küchentür stehen sah. "So, so, mein Schatz, du hast Hunger? Wenn Mark nicht gleich nach Hause kommt, essen wir einfach.
Als ihr Mann Rüdiger sie verlässt, bricht für Roxanne eine Welt zusammen. In ihrem Schmerz ist sie nahezu handlungsunfähig und vernachlässigt sich und ihre 8-jährige Tochter Jennifer. Da holt ihr Vater, Alfred Konrads, sie zu sich nach Hause und versucht, sie wieder aufzubauen. Jennifer vermisst ihren Vater und leidet sehr unter den neuen Verhältnissen, die sie sich nicht erklären kann... Es gab in diesem Jahr einen so schönen und zeitigen Frühling wie seit langem nicht, und der Garten hinter dem Doktorhaus war schon Ende April ein richtiges kleines Paradies. Das Mandelbäumchen, von Dr. Kay Martens im vergangenen Herbst selbst gepflanzt, prunkte mit einer Fülle rosenroter Blüten, und leuchtend goldgelb standen die Forsythienbüsche vor den dunklen ernsten Dreiecken der Fichten, die in schnurgerader Reihe als Sichtschutz und Begrenzung gesetzt worden waren. Überall gab es unübersehbare Vorboten des Frühlings: Unter der Weißdornhecke, freundlich geschützt vor allzu rauhen Winden, blühten die Schlüsselblumen gleich büschelweise. Und unter den Haselsträuchern lagen bereits erste abgefallene Kätzchen verstreut. "Das wird ein Jahrhundert-Frühling, Hanna", sagte Jolande Rilla, als die junge blonde Ärztin die Frühstücksecke des weiträumigen, modern eingerichteten Wohnzimmers betrat. "Ich wünsche dir einen guten Morgen und einen wunderschönen Montag." "Ich mir auch", lachte Dr. Hanna Martens und nahm am Eßtisch in dem sonnendurchfluteten Erker Platz. "Der Wochenanfang ist immer schlimm, insbesondere wenn man am Sonntag auf der faulen Bärenhaut lag. Grüß dich, Jolande. Was gibt's Neues?" Sie griff nach der Zeitung und überflog die Schlagzeilen auf der ersten Seite. "Politik, ach ja", fuhr sie mit hochgezogenen Brauen seufzend fort und legte die Zeitung zurück auf den Tisch. "An einem so schönen Morgen wie diesem mag ich nichts von Katastrophen lesen. Im Frühling sollte man sich sowieso nur mit Erbaulichem beschäftigen, finde ich." Jolande Rilla, eine attraktive schwungvolle Vierzigerin, führte der Ärztin seit gut einem Jahr den Haushalt.
Als ihr Mann Rüdiger sie verlässt, bricht für Roxanne eine Welt zusammen. In ihrem Schmerz ist sie nahezu handlungsunfähig und vernachlässigt sich und ihre 8-jährige Tochter Jennifer. Da holt ihr Vater, Alfred Konrads, sie zu sich nach Hause und versucht, sie wieder aufzubauen. Jennifer vermisst ihren Vater und leidet sehr unter den neuen Verhältnissen, die sie sich nicht erklären kann... "Kann ich jetzt gehen, Mami?" fragte der achtjährige Florian ungeduldig und fügte noch hinzu: "Ich bin mit den Hausaufgaben fertig. Wenn du willst, kannst du meinen Hausaufsatz heute abend durchlesen und mir sagen, ob er dir gefällt." "Fein." Daniela Redlich strich sich über das dichte blonde Haar, das noch nie eine Dauerwelle gesehen hatte, weil das nicht notwendig war. Es bauschte sich in Wellen und Löckchen um das schmale Gesicht der jungen Frau, die vormittags in der Gemeindeverwaltung Ögelas arbeitete, weil die Witwenrente, die sie nach dem Unfalltod ihres Mannes bezog, naturgemäß recht gering war. So gering, daß sie gezwungen war, sich etwas dazuzuverdienen. Aber das ging sehr gut, denn morgens, wenn Florian zur Schule mußte, verließen sie gemeinsam die Wohnung, und mittags holte Florian seine Mutter am Gemeindehaus ab, und sie gingen gemeinsam wieder heim. Sie hatten ihr Leben ganz aufeinander eingestellt, ohne sich einzuengen. Und da sie beide fabelhaft organisieren konnten, kamen sie auch sehr gut zurecht. Daniela strich Florian über das Haar, das etwas dunkler, aber ebenso lockig wie ihres war. "Lauf nur, aber vorher versprichst du mir, nicht leichtsinnig zu sein. Laß dir nicht etwa einfallen, auf den Baggersee zu laufen. Die Eisschicht ist noch nicht dick genug. Sie wird unter dir brechen – und ich brauche dir wohl kaum zu erzählen, wie gefährlich das ist." "Du kennst mich doch, Mami", sagte Florian treuherzig. Daniela lachte leise und gab ihm einen liebevollen Klaps auf die Schulter. "Eben, mein Sohn", sagte sie neckend.
Als ihr Mann Rüdiger sie verlässt, bricht für Roxanne eine Welt zusammen. In ihrem Schmerz ist sie nahezu handlungsunfähig und vernachlässigt sich und ihre 8-jährige Tochter Jennifer. Da holt ihr Vater, Alfred Konrads, sie zu sich nach Hause und versucht, sie wieder aufzubauen. Jennifer vermisst ihren Vater und leidet sehr unter den neuen Verhältnissen, die sie sich nicht erklären kann... Fröstelnd zog die junge Frau die Schultern hoch und sah hinauf zu dem wolkenverhangenen Himmel. Der November ging langsam seinem Ende zu, und bald würde wohl der erste Schnee fallen. Hatte sie sich richtig entschieden, gerade diese Jahreszeit zu wählen, um für immer in die Heimat zurückzukehren? Camilla Drewes war eine attraktive junge Frau von sechsundzwanzig Jahren. Nach einem großen Streit hatte sie, als sie noch nicht ganz neunzehn gewesen war, ihren Vater und damit ihr Elternhaus verlassen und war zu Tante Hetty, einer entfernten Verwandten, nach Frankfurt gefahren. Bei Tante Hetty, die allein in der großen Stadt wohnte, hatte sie liebevolle Aufnahme gefunden. Auch als sie Tante Hetty nach ein paar Wochen gestanden hatte, daß sie ein Kind erwartete, fand sie viel Verständnis, denn sie hatte vor dem Streit mit dem Vater eine Beziehung beendet und wollte, auch des Kindes wegen, das sie erwartete, auf keinen Fall zurück. Thorsten wurde geboren, und er erinnerte sie mit jedem Tag, mit jeder Woche und mit jedem Jahr, das verging, an seinen Vater. Karsten, wie sehr und wie bedingungslos hatte sie ihn geliebt, und wie sehr war sie damals von ihm enttäuscht worden. Das Schlimmste war jedoch, daß Thorsten kein Kind wie alle anderen war. Er war nicht gesund. Ihren Jungen behinderte ein Hüftleiden, das bei der Geburt übersehen worden war. Ein Gebrechen, das ihn als einsames Kind aufwachsen ließ, denn vor allen Dingen Kinder konnten sehr grausam sein. Seine heile Welt waren nur sie, seine Mutter und Tante Hetty gewesen. Während Tante Hetty Thorsten über Tag versorgt hatte, hatte Camilla den Beruf der Krankenschwester erlernt und in einem Krankenhaus gearbeitet. Soweit hatte alles seinen gewohnten und geregelten Gang genommen, bis Tante Hetty ihr vor einiger Zeit gestanden hatte, daß sie über all die Jahre mit dem Vater in Verbindung gestanden hatte, und daß es ihm gesundheitlich nicht gerade gutging. Fast zwei Monate war das nun schon her, und Camilla hatte lange mit sich gekämpft, ehe sie sich dazu entschloß, in die Lüneburger Heide zurückzukehren. Das waren die Gedanken, mit denen sich Camilla beschäftigte, während sie langsam den oberen Mainkay entlangschritt. Sie zögerte, heim zu Tante Hetty zu fahren. Was würde die Gute dazu sagen, wenn sie von ihr erfuhr, daß sie mit Thorsten zurück in die Heide fahren wollte, um wieder in ihrem Elternhaus zu leben und für den Vater zu sorgen?
Als ihr Mann Rüdiger sie verlässt, bricht für Roxanne eine Welt zusammen. In ihrem Schmerz ist sie nahezu handlungsunfähig und vernachlässigt sich und ihre 8-jährige Tochter Jennifer. Da holt ihr Vater, Alfred Konrads, sie zu sich nach Hause und versucht, sie wieder aufzubauen. Jennifer vermisst ihren Vater und leidet sehr unter den neuen Verhältnissen, die sie sich nicht erklären kann... "Glücklich...?" Annerose Husmann nickte eifrig. "Sehr, Bernd", beteuerte sie und streichelte seine Hand, die das Steuerrad hielt. Und ihr herzförmiges sonnengebräuntes Gesicht leuchtete dabei förmlich von innen her vor Vergnügen. Kein Wunder, sie waren praktisch noch auf der Hochzeitsreise, hatten erst vor vier Wochen in München geheiratet. Ganz schnell und kurzentschlossen, sozusagen Hals über Kopf, was sonst gar nicht die Art des jungen Ehemanns war. Bernd Husmann war ein großer stattlicher, wenn auch ein wenig unbeweglicher Mann, ein ansehnlicher Mittdreißiger, den so schnell nichts aus der Fassung brachte. Um so erstaunlicher diese Münchner Blitz-Hochzeit. Da war er, der sich mit allen Entscheidungen immer viel Zeit nahm und sogar ein bißchen schwer tat, wirklich über seinen Schatten gesprungen. Seine junge Frau Annerose war sein exaktes Gegenstück, sie hatte erst im letzten Januar ihren zwanzigsten Geburtstag gefeiert, sie besaß ein quirliges Temperament, war ungestüm und neugierig, pflegte sich kopfüber in die seltsamsten Abenteuer zu stürzen und besaß die schönsten blauen Augen, die man sich denken konnte. Diese enzianblauen Augen hatten es Bernd Husmann auf den ersten Blick angetan. Auf den zweiten war es ihr reizendes Lächeln gewesen, dieses unbefangene, unbekümmerte Mädchenlächeln, das ihn auf sie aufmerksam gemacht hatte. Im wohl weltberühmten Biergarten am "Chinesischen Turm" im Englischen Garten in München hatte man sich kennengelernt. Vor sechs Wochen, man höre und staune. Bernd Husmann, zum ersten Mal in München und entsprechend verwirrt ob der ungewohnten Lustigkeit, der fast südländischen Stimmung ringsum, hatte unter den blühenden Kastanien vor seiner Maß gegessen, einem Literkrug Bier, und hatte sich ganz schön verloren gefühlt. Ständig hatten sich neue Leute zu ihm an den Holztisch gesetzt und ihn angesprochen. Befremdlich fand er das, denn im Norddeutschen, wo er zu Haus war, redeten fremde Menschen nur miteinander, wenn es unumgänglich war. Und niemand setzte sich an einen Tisch, der bereits besetzt war, und sei es mit einer Person.
Als ihr Mann Rüdiger sie verlässt, bricht für Roxanne eine Welt zusammen. In ihrem Schmerz ist sie nahezu handlungsunfähig und vernachlässigt sich und ihre 8-jährige Tochter Jennifer. Da holt ihr Vater, Alfred Konrads, sie zu sich nach Hause und versucht, sie wieder aufzubauen. Jennifer vermisst ihren Vater und leidet sehr unter den neuen Verhältnissen, die sie sich nicht erklären kann... Wie ein Wirbelsturm kam das zierliche Mädchen mit den hellblonden, langen Zöpfen ins Haus gestürmt. Die Schultasche landete mit einem Schwung in der Ecke der Diele. Ungestüm riß das Mädchen die Küchentür auf und rief der schlanken, schwarzhaarigen jungen Frau zu: "Tag, Mutti, endlich haben wir Ferien, und ich brauch ganz lange nicht in die olle Schule zu gehen." Im nächsten Augenblick wurde die junge Frau stürmisch begrüßt. "Serena, Schatz, nicht so wild. Du wirfst mich ja um. Du bist mir vielleicht heute wieder eine wilde Hummel. Und seit wann ist die Schule oll? Ich dachte immer, daß du gern zur Schule gehst?" Almut Horstmann fuhr ihrer Elfjährigen lächelnd über das Haar. "Ich gehe ja auch gern in die Schule, Mutti, aber Ferien sind noch viel, viel schöner. Hach, ich könnte die ganze Welt umarmen." "Na, na, aber geht es nicht mal etwas ruhiger?" "Nicht böse werden, Mutti." Schmeichelnd legte das zierliche Persönchen ihre Arme um Almuts Hals. "Ich freue mich doch, daß wir endlich Ferien haben und wir bald wieder mit Vati in die Heide fahren." "Ich werde schon nicht böse, Schatz. Du mußt nur nicht immer so wild und laut sein. Vati hat drüben in der Praxis noch Patienten. Du weißt doch, daß du nicht stören darfst.
Als ihr Mann Rüdiger sie verlässt, bricht für Roxanne eine Welt zusammen. In ihrem Schmerz ist sie nahezu handlungsunfähig und vernachlässigt sich und ihre 8-jährige Tochter Jennifer. Da holt ihr Vater, Alfred Konrads, sie zu sich nach Hause und versucht, sie wieder aufzubauen. Jennifer vermisst ihren Vater und leidet sehr unter den neuen Verhältnissen, die sie sich nicht erklären kann... Der leise Glockenschlag der Standuhr auf dem Kamin drang in Celias Gedanken und erinnerte sie daran, daß sie sich noch immer nicht in ihrem Leben zurechtgefunden hatte. Den Verlust ihres Mannes Stefan hatte sie noch nicht überwunden. Er verunglückte vor zwei Jahren bei einem Testflug – er war Pilot gewesen. Ja, sie könnte zufrieden sein, sie hatte ihre süße kleine Tochter Janine und ihre lieben Eltern. Seit Stefans Tod wohnten sie bei ihr in dem großen Haus, das er kurz vor dem Unglück in Ögela gekauft hatte. Sie wollte nie mehr heiraten, denn Stefan war ein wunderbarer Mann gewesen. Und Celia wußte, ein Bild, das uns in die Seele eingegraben wurde, schwindet nie mehr. Es hatte keinen Sinn, immer wieder die schöne Zeit der Vergangenheit heraufzubeschwören. Sie wollte dankbar sein für die drei Jahre, in denen sie unendlich glücklich war. Es gab auch entsetzliche Stunden der Angst, wenn Stefan neue noch wenig erprobte Maschinen testen mußte. Wie versteinert war sie gewesen, als Major Winkler persönlich ihr die Nachricht brachte, daß Stefan abgestürzt war. Nur ihren Eltern und der einjährigen Janine hatte sie es zu verdanken, daß sie heute noch lebte. Laß endlich das Grübeln, schalt sie sich. Für morgen hat sich Stefans Bruder Paul angemeldet. Sie hatte ihn nur einmal bei der Beerdigung gesehen – und da erschrak sie so sehr, weil er ganz genau wie sein Bruder aussah. Er hatte ihr einmal eine Karte aus Rio de Janeiro geschickt und nach ihrem und Janines Befinden gefragt. Nur ab und zu hatte sie ihm ein paar Zeilen geschickt und ein paar Bilder von Janine beigelegt. Dachte sie deshalb heute wieder soviel an Stefan? Warum hatte sie Angst vor der Begegnung mit Paul? Er hatte in Rio eine große Reise-Agentur geleitet und wollte sich in Hannover etwas Ähnliches aufbauen.
Als ihr Mann Rüdiger sie verlässt, bricht für Roxanne eine Welt zusammen. In ihrem Schmerz ist sie nahezu handlungsunfähig und vernachlässigt sich und ihre 8-jährige Tochter Jennifer. Da holt ihr Vater, Alfred Konrads, sie zu sich nach Hause und versucht, sie wieder aufzubauen. Jennifer vermisst ihren Vater und leidet sehr unter den neuen Verhältnissen, die sie sich nicht erklären kann... Birgit war zum erstenmal in Oldenburg, und die Stadt war gerade so, wie sie sie sich vorgestellt hatte: Sauber, gepflegt, über allem schwebte der Hauch von Nostalgie, der die Stadt in ihren Augen so sympathisch wirken ließ. Birgit war auf jeden Fall ganz sicher, daß sie sich hier wohl fühlen würde. Es war ihre erste Anstellung als Junglehrerin, nachdem sie ihre Ausbildung beendet hatte. Sie war ordentlich stolz gewesen, daß es so schnell geklappt hatte, wo doch andere Junglehrer manchmal ganz schön lange warten mußten, bis sie eine Anstellung fanden. Und dann waren sie meistens auch gar nicht so glücklich. Fast jeder wußte, daß man Junglehrer überall hinschicken konnte, sogar dahin, wo sich die Füchse und Hasen gute Nacht sagen. Schon allein deswegen betrachtete Birgit es als reinen Glücksfall, daß es sie ausgerechnet in das hübsche Oldenburg verschlagen hatte. Das Wochenende stand ihr noch zur Verfügung, aber am Montag mußte sie ihre Anstellung antreten. Sie wünschte sich nur von ganzem Herzen, daß sie nette Kollegen hatte, die ihr den Eintritt ins Berufsleben nicht noch erschwerten. So etwas gab's nämlich auch, und gar nicht mal so selten. Natürlich hatte Birgit so schnell noch keine Wohnung gefunden. Das wäre auch ein Wunder gewesen. Sie hatte sich in einer hübschen, gemütlichen Familienpension eingemietet, damit sie sich in aller Ruhe nach einer passenden Kleinwohnung umschauen konnte. Dazu hatte sie immer noch Zeit. Hauptsache war, daß sie eine Anstellung bekommen hatte. Das machte sie irgendwie frei und unabhängig. Unabhängig von den Wünschen ihrer alten Tante Martha, die manchmal, wie Birgit fand, ziemlich rücksichtslos sein konnte. Die alte Dame war das, was man unter einer alten Jungfer verstand. Sie war nie verheiratet gewesen und betrachtete Frauen, die Rücksicht auf einen Mann nehmen mußten, eigentlich ein bißchen von oben herab. "Heirate, und du hast kein eigenes Leben mehr."
Als ihr Mann Rüdiger sie verlässt, bricht für Roxanne eine Welt zusammen. In ihrem Schmerz ist sie nahezu handlungsunfähig und vernachlässigt sich und ihre 8-jährige Tochter Jennifer. Da holt ihr Vater, Alfred Konrads, sie zu sich nach Hause und versucht, sie wieder aufzubauen. Jennifer vermisst ihren Vater und leidet sehr unter den neuen Verhältnissen, die sie sich nicht erklären kann... Bauführer Fricke war zufrieden. Wieder lag eine arbeitsreiche Woche hinter ihm und seinen Leuten. Ein wohlverdientes Wochenende lag vor ihm, und er freute sich schon darauf, dieses Wochenende mit seinen drei Rangen verbringen zu können. Sie hatten während der Woche sowieso nicht viel von ihm. Wenn er abends von seiner Arbeit in sein Heim zurückkam, war es für seine drei Töchter stets bald an der Zeit, schlafen zu gehen. Kurt Fricke war ein großer, breitschultriger Mann von neununddreißig Jahren. Volles dunkelblondes Haar fiel ihm in die hohe Stirn. Er war ein gut aussehender Mann, seit fünf Jahren Witwer. Seine Frau hatte er bei der Geburt seiner Jüngsten, der jetzt fünfjährigen Jasmin, verloren. Drei Töchter, die zwölfjährige Kerstin, die neunjährige Sabine und das Nesthäkchen Jasmin wurden seit fünf Jahren von seiner Mutter versorgt. In seinem Dreimädelhaus, wie er es immer scherzend nannte, ging es immer recht lebhaft zu, denn Sabine, sein zweitältestes Töchterchen, war ein schwer zu bändigendes, mehr als lebhaftes Kind. Und Jasmin, das Nesthäkchen, hielt da natürlich kräftig mit.
Als ihr Mann Rüdiger sie verlässt, bricht für Roxanne eine Welt zusammen. In ihrem Schmerz ist sie nahezu handlungsunfähig und vernachlässigt sich und ihre 8-jährige Tochter Jennifer. Da holt ihr Vater, Alfred Konrads, sie zu sich nach Hause und versucht, sie wieder aufzubauen. Jennifer vermisst ihren Vater und leidet sehr unter den neuen Verhältnissen, die sie sich nicht erklären kann... Die junge Frau mit den tizianroten Haaren und den grünen Augen ging unruhig in dem großen Wohnraum des hübschen Bungalows auf und ab. Immer öfter sah sie mit gerunzelten Augenbrauen auf die Uhr. Es war schon neunzehn Uhr, und Nils war immer noch nicht nach Hause gekommen. Dabei hatte sie ihm am Mittag befohlen, spätestens um siebzehn Uhr daheim zu sein. Überhaupt, seit sie sich von ihrem Mann Guido getrennt hatte, wurde der Junge von Tag zu Tag schwieriger. Manchmal war er sogar aggressiv und aufsässig. Seit vor drei Monaten die endgültige Scheidung von Guido ausgesprochen worden war, war es besonders schlimm geworden. Doch es gab auch Augenblicke, in denen Nils ihr nicht von der Seite wich.Madlon van Enken war zweiunddreißig Jahre alt. Sehr früh schon hatte sie ihre erste große Liebe geheiratet. Kaum achtzehn Jahre alt war sie damals gewesen. Ihrer beider Glück schien vollkommen, als sehr bald Nils geboren wurde.Doch das war alles schon lange her, lag schon so weit in der Vergangenheit. Für Madlon zählte jetzt nur ihr Junge, für den sie das Sorgerecht erhalten hatte.Ja, das Sorgerecht hatte sie zwar, doch Nils verzehrte sich selbst nach diesen langen Monaten der Trennung noch immer nach seinem Vater.Heute war ihr, wie schon so oft, wieder einmal der Verdacht gekommen, daß Nils Geheimnisse vor ihr hatte. Vielleicht traf er sich heimlich mit seinem Vater. Wenn es tatsächlich so war, mußte sie umgehend dafür sorgen, daß diese Zusammenkünfte ein für allemal aufhörten. Würde sie jetzt nicht eingreifen, käme Nils niemals zur Ruhe. Er mußte endlich akzeptieren, daß sie keine Familie mehr waren.
Als ihr Mann Rüdiger sie verlässt, bricht für Roxanne eine Welt zusammen. In ihrem Schmerz ist sie nahezu handlungsunfähig und vernachlässigt sich und ihre 8-jährige Tochter Jennifer. Da holt ihr Vater, Alfred Konrads, sie zu sich nach Hause und versucht, sie wieder aufzubauen. Jennifer vermisst ihren Vater und leidet sehr unter den neuen Verhältnissen, die sie sich nicht erklären kann... Wenn man Jörg Markmann kennenlernte, hätte man ihn für jünger gehalten, als er in Wirklichkeit war. Der Elfjährige haßte es geradezu, wenn man erstaunte Augen machte, nachdem man erfuhr, daß er schon elf und nicht etwa erst acht Jahre alt war. Dabei konnte man keineswegs behaupten, daß Jörg mädchenhaft wirkte – beileibe nicht. Er war nur eben ein bißchen kleiner und schmaler als die anderen. Daß er noch wuchs und bestimmt noch ordentlich zulegen würde, bis er erwachsen war, konnte ihn nicht über seinen heimlichen Kummer hinwegtrösten.Wenn er seinen Vater betrachtete, kam er sich noch winziger vor. Achim Markmann war äußerlich das, was man sich unter einem "richtigen" Mann vorstellte – groß, beinahe vierschrötig, mit unheimlicher Kraft, die man ihm schon anmerkte, wenn man ihm nur die Hand gab. Seine Stimme war tief und veränderte sich, wenn er ärgerlich oder gar wütend wurde.Alle seine Mitschüler in Ögela bewunderten Jörgs Vater. Hinzu kam, daß er auch noch einen außergewöhnlichen Beruf ausübte, der auf Kinder mit Phantasie auch noch ganz besonders wirkte. Achim Markmann war nämlich in der Strafanstalt des nahen Städtchens Celle Gefängnisaufseher!Jörg fand es manchmal gar nicht spaßig, wenn er auf den Beruf seines Vaters angesprochen wurde. Er konnte die Auskünfte, die die anderen von ihm erwarteten, gar nicht geben, weil sein Vater daheim eben nur Vater war und kaum über seine Arbeit sprach. Mit einem Wort gesagt, er war ein ganz normaler Vater, und Jörg wünschte ihn sich gar nicht anders. Er wünschte sich einfach nur, einmal so groß und stark wie er zu sein, das war alles.Jörg Markmann war kein Streber, aber er war ein guter Schüler, der wunderbar mitkam und seinen Kameraden dann und wann auch helfen und erklären konnte, was sie nicht verstanden hatten. Alles in allem – er war ein Kind, das seinen Eltern kaum Sorgen bereitete.Und gerade das sollte mit einem Schlag anders werden.Achim Markmann war heute pünktlich heimgekommen, ganz so, wie er es Jörg versprochen hatte. Sie wollten endlich den neuen Hasenstall bauen, denn einer der Nachbarn hatte Jörg einen Stallhasen versprochen, den er sich abholen wollte, sobald der Stall fertig war.
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