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Petrus Johannis Olivi (ca. 1248-1298) gilt heute als einer der Hauptakteure des intellektuellen Lebens der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Die hier zusammengestellten Beiträge (in französischer und italienischer Sprache) präsentieren auf der einen Seite eine Untersuchung der Unternehmungen Olivis und ihrer Auswirkungen, von der Konzeption seiner Studien und des Berufs als Theologe bis zu seiner Rezeption in der zeitgenössischen Geschichtsschreibung, ohne dabei die Einflüsse einiger seiner Theorien im 14. Jahrhundert zu vernachlässigen. Auf der anderen Seite zeigt der Band einen Querschnitt durch das philosophische Denken Olivis auf. Von den klassischen Fragen der scholastischen Welt, die bis heute in seinem Werk zu wenig untersucht wurden, werden folgende behandelt: die Konzeption der Materie und der Bewegung, anthropologische Fragen, die Theorie der Definition und der Erkenntnis. Ausserdem wird seine besondere intellektuelle Haltung dokumentiert. Der Band enthält Untersuchungen die sich mit den philosophischen Quellen Olivis befassen, mit seiner Verwendung von Philosophen ebenso wie mit seiner biblischen Hermeneutik. Der Anhang liefertneben einer Edition von Impugnatio quorundam articulorum Arnaldi Galliardi, articulus 19, einem polemischen Text, in dem Olivi eine aktivistische Konzeption des Intellekts verteidigt, auch eine erste französische Übersetzung des Textes De perlegendis philosophorum libris («Wie muss man die Werke der Philosophen lesen»), zusammen mit dem lateinischen Ursprungstext und einer Einführung.
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