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Denise von Schoenecker verwaltet das Erbe ihres Sohnes Nick, dem später einmal, das Kinderheim Sophienlust gehören wird. Die beiden Mädchen hielten sich ängstlich an den Händen. Staunend betrachteten sie die fremde Umgebung. Eben hatten sich ihre Eltern von ihnen verabschiedet. Etwas zu rasch und flüchtig, wie Denise von Schoenecker es schien. Das Ehepaar Christ wollte eine Vergnügungsreise antreten, bei der es die Kinder nicht mitnehmen konnte. Beate und Walter Christ besaßen in der Stadt einen gutgehenden Modesalon. Da Denise dort auch Kundin war, hatte man sie gebeten, die Geschwister für drei Wochen in Sophienlust aufzunehmen. "Bist du auch eine Kinderschwester, Tante?" erkundigte sich Caroline, das ältere der beiden Mädchen mit heller Stimme. Caroline war sechs Jahre alt und genauso wie ihre um zwei Jahre jüngere Schwester Nadine ein äußerst reizvolles Geschöpf. Langes blondes Haar, tiefblaue Augen und ein kesses Stupsnäschen waren die auffallendsten Merkmale des kleinen Persönchens. Die beiden Schwestern waren nach der neuesten Kindermode gekleidet, für Denises Geschmack etwas zu elegant und nicht ganz praktisch. Heimlich nahm Denise sich vor, aus dem Koffer der beiden die Sachen herauszunehmen, die sich zum Spielen besser eigneten. Gewinnend lächelte Denise die beiden Mädchen an. "Ich bin die Mutti von Nick und Henrik", beantwortete sie die Frage. "Ihr werdet sie am Nachmittag kennenlernen. Jetzt sind die beiden in der Schule." "Du bist eine Mutti?" Caroline machte große, erstaunte Augen.
Denise von Schoenecker verwaltet das Erbe ihres Sohnes Nick, dem später einmal, das Kinderheim Sophienlust gehören wird. "Selbstverständlich, Herr Lenhard. Ich erwarte Sie und das Kind", sagte Denise von Schoenecker. Dann legte sie den Telephonhörer auf und sah eine Weile stumm und bekümmert vor sich hin. Wie unerwartet und sinnlos schlug doch der Tod manchmal zu! Zurück blieb ein hilfloses Kind, das nun ganz allein auf der Welt stand. Ein Kind, das vermutlich einen schweren Schock erlitten hatte und der Umwelt in der nächsten Zeit feindselig und argwöhnisch gegenüberstehen würde. Außer, es hatte den Vorfall in seiner ganzen Tragweite nicht mitbekommen. Die Worte von Herrn Lenhard, des Bürgermeisters von Wildmoss, schienen in gewisser Weise darauf hinzudeuten. Das Kind schien nicht begriffen zu haben, daß seine Eltern unwiderruflich tot waren. Denise runzelte ihre glatte, von der Sonne leicht gebräunte Stirn, und erhob sich. Sie mußte mit der Heimleiterin und der Kinderschwester über die baldige Ankunft des neuen Schützlings sprechen. Also verließ sie ihr mit Biedermeiermöbeln gemütlich eingerichtetes Empfangszimmer und eilte durch die große Halle in das Büro, wo Frau Rennert, die Heimleiterin, hinter ihrem Schreibtisch saß und mit versonnenem Lächeln einen langen Brief las. "Von Christoph Schmid", erklärte die Heimleiterin und reichte Denise von Schoenecker den Brief. "Es geht ihm gut. Allem Anschein nach hat ihm der Aufenthalt bei uns Glück gebracht. Die Versöhnung seiner Eltern dürfte von Dauer sein. Vorige Woche hat Christoph ein Schwesterchen bekommen. Aber lesen Sie selbst!"
Diese beliebte Romanserie der großartigen Schriftstellerin Patricia Vandenberg überzeugt durch ihr klares Konzept und seine beiden Identifikationsfiguren: Denise von Schoenecker verwaltet das Erbe ihres Sohnes Nick, dem später einmal, das Kinderheim Sophienlust gehören wird. Gregor Bergreuth saß in einer Loge und ließ keinen Blick von der Bühne. Es wirkte erregend auf ihn, Ilse an diesem Tag wieder als Carmen zu erleben. Ihre herrliche Stimme riß das Publikum mehrfach zu Beifallsstürmen während der Szene hin. Unbegreiflich, wie sie das schaffte. Dabei war nicht einmal Zeit für eine gründliche Probe geblieben. Trotzdem hatte sie das Wagnis auf sich genommen. Immerhin war die Carmen früher ihre Glanzrolle gewesen. Daß sie sie auch heute noch beherrschte, bewies diese Aufführung, der er so aufmerksam folgte. Wie innig liebte er sie! Fast schien es unglaubwürdig, daß diese schlanke temperamentvolle Zigeunerin, die ihr Spiel mit der Liebe trieb, seine Frau war. Gab es ein solches Glück? Der Zuschauer lächelte. Ja, Ilse trug seinen Namen und war die Mutter seines kleinen Buben! Daß sie an diesem Tag in der Oper sang, bedeutete nichts Besonderes. Ilse war eingesprungen, weil die Sängerin der Titelpartie in letzter Minute durch Krankheit ausgefallen war und auch die zweite Besetzung nicht hatte singen können. Der Intendant hatte sich an Ilse erinnert und sie angerufen. Zuerst hatte sie nicht gewollt, aber es war dem verzweifelten Chef des Opernhauses am Ende doch gelungen, sie zu überreden. Die Aufführung an diesem Tag war wichtig, weil die Teilnehmer eines Kongresses von der Stadt eingeladen worden waren. Es wäre peinlich gewesen, das Programm ein paar Stunden vor Beginn der Aufführung ändern zu müssen. Nun, Ilse fühlte sich den ehemaligen Kollegen immer noch verbunden.
Diese beliebte Romanserie der großartigen Schriftstellerin Patricia Vandenberg überzeugt durch ihr klares Konzept und seine beiden Identifikationsfiguren: Denise von Schoenecker verwaltet das Erbe ihres Sohnes Nick, dem später einmal, das Kinderheim Sophienlust gehören wird. Etwas verloren stand die kleine Heidi unter den eifrig diskutierenden Schulkindern. Sie schaute hoch und versuchte sich vergeblich vorzustellen, um was es eigentlich ging. Für die großen Buben und Mädchen schien die Sache sehr wichtig zu sein, denn sie schrien lautstark durcheinander. Heidi hätte hinübergehen können, um mit Barri, dem gutmütigen Bernhardiner, zu spielen, der faul in der Sonne döste. Gleich neben ihm stand ihr Puppenwagen. Doch das kleine Mädchen, das noch nicht zur Schule ging, hatte seine Puppenkinder im Stich gelassen, um sich den älteren Kameraden anzuschließen. Und nun mußte es feststellen, daß es überhaupt nicht beachtet wurde. "Ich will auch mit", versuchte Heidi sich bemerkbar zu machen. Umsonst. Nick und Irmela, die beiden Ältesten in der Runde, erzählten gerade etwas von einem eigenen Stand, von einer Kasse und Einnahmen, die sie sich erhofften. "Die Klasse, die den höchsten Erlös hat, bekommt ein öffentliches Lob und einen Preis", erklärte Nick jetzt. "Das sind bestimmt die Kleinen. Ihnen kaufen die Leute viel lieber etwas ab, weil sie so unschuldig dreinschauen können." Irmela versuchte diesen Blick nachzuahmen, was aber absolut lächerlich wirkte. Denn Irmela besuchte bereits die Oberstufe des Gymnasiums und war schon fast eine junge Dame. "Es kommt ganz darauf an, was wir bieten", meinte Nick. "Wir müssen alte Sachen bringen, die sonst nirgends mehr aufzutreiben sind."
Diese beliebte Romanserie der großartigen Schriftstellerin Patricia Vandenberg überzeugt durch ihr klares Konzept und seine beiden Identifikationsfiguren: Denise von Schoenecker verwaltet das Erbe ihres Sohnes Nick, dem später einmal, das Kinderheim Sophienlust gehören wird. Frau Rennert nahm aus ihrer geräumigen Badetasche ein Paar Stricknadeln, ein rotes Wollknäuel sowie eine Strickanleitung für ein Kinderjäckchen und begann letztere aufmerksam zu studieren. Dabei wurde sie jedoch von einem unbezwinglichen Gähnreiz befallen. Sie ließ das Handarbeitsheft sinken, blinzelte kurz in die Sonne, lehnte den Kopf zurück und schloss die Augen. Es half alles nichts. Das üppige Mittagessen zog unweigerlich ein kurzes, bisweilen auch längeres Nickerchen nach sich. Und dabei hatte sie bis tief in den Morgen hinein geschlafen, was sonst nicht ihre Gewohnheit war. Ich bin faul. Statt viel zu schwimmen, spazieren zu gehen und für die Zwillinge Jacken zu stricken, schlafe ich, dachte Frau Rennert und rutschte tiefer in ihren Liegestuhl. Im nächsten Moment war sie auch schon eingeschlafen. Nicht einmal das Tuckern des Motorbootes, das in die kleine felsige Bucht einlief und dort anlegte, weckte sie. Das gelang erst einer hellen Kinderstimme, die unmittelbar neben ihrem rechten Ohr erklang. "Mutti! Tante Verena! Darf ich hier schwimmen? Hier gibt es keine Quallen. Ich sehe keine einzige!" "Pst, Sandra. Siehst du nicht, daß die Dame im Liegestuhl schläft?", rügte eine weiche Frauenstimme in gedämpftem Tonfall. "Entschuldigen Sie"
Diese beliebte Romanserie der großartigen Schriftstellerin Patricia Vandenberg überzeugt durch ihr klares Konzept und seine beiden Identifikationsfiguren: Denise von Schoenecker verwaltet das Erbe ihres Sohnes Nick, dem später einmal, das Kinderheim Sophienlust gehören wird. "Also, ich begreife diese jungen Frauen von heute nicht", sagte Gisela Neubrecht aufgebracht zu ihrer Nachbarin. "Sie setzen ein Kind nach dem anderen in die Welt und schieben es dann ins Kinderheim ab." "Ganz so schlimm, wie Sie es sehen, liebe Frau Neubrecht, ist es doch nicht", meinte Helga Schwaderer. "Erstens setzen die jungen Frauen von heute nicht ein Kind nach dem anderen in die Welt – eine Familie mit mehr als drei Kindern hat schon Seltenheitswert –, und zweitens blieb Frau Küster gar nichts anderes übrig, als Kerstin in ein Heim zu geben. Leicht hat sie sich das aber nicht gemacht, und soviel ich gehört habe, ist dieses Sophienlust ein ganz erstklassiges Kinderheim." "Nein, nein, Frau Schwaderer!" wehrte Gisela Neubrecht entschieden ab. "Kein Kinderheim, mag es auch noch so gut sein, kann das Elternhaus oder die Mutter ersetzen." Sie ergriff die Kaffeekanne, die vor den beiden auf dem Tisch stand. "Noch etwas Kaffee?" fragte sie freundlich. "Gern!" Helga Schwaderer hob ihre Kaffeetasse. Sie und Frau Neubrecht waren seit Jahren Nachbarinnen. Zweimal in der Woche trafen sie sich nachmittags zum Kaffeetrinken und Plaudern. Obwohl Gisela Neubrecht mit ihren über siebzig Jahren bedeutend älter war als sie selbst, unterhielt sie sich sehr gern mit ihr. "Danke", sagte sie und setzte ihre Tasse auf den Tisch zurück.
Diese beliebte Romanserie der großartigen Schriftstellerin Patricia Vandenberg überzeugt durch ihr klares Konzept und seine beiden Identifikationsfiguren: Denise von Schoenecker verwaltet das Erbe ihres Sohnes Nick, dem später einmal, das Kinderheim Sophienlust gehören wird. Camilla Mittenbauer starrte ihren Mann an, als würde sie ihn zum ersten Mal sehen. Dabei kannte sie ihn beinahe seit ihrer Geburt, was nun einunddreißig Jahre her war. Seine und ihre Eltern hatten in einem etwas düsteren und pompösen Stuttgarter Altbau Tür an Tür gewohnt, und ihre Kindheit war mit Wolfgangs Dasein untrennbar verknüpft gewesen. Ihre ersten Erinnerungen reichten bis zu dem Tag zurück, als Wolfgang ihren neuen leuchtendgrünen Sandeimer gegen die Raubgelüste eines anderen Jungen verteidigt hatte. Damals war sie selbst knapp zwei Jahre alt gewesen und Wolfgang fünf, der in ihren Augen damals ein ungeheuer mutiger und verlässlicher Held gewesen war. Später waren sie zwar nicht in dieselbe Klasse, aber in die gleiche Schule gegangen. Wolfgang hatte ihr bei den Hausaufgaben geholfen, denn sie war nur eine mittelmäßige Schülerin gewesen. Wolfgang hingegen hatte als Vorzugsschüler brilliert, sodass dem von seinen Eltern erwünschten Medizinstudium nichts im Wege gestanden hatte. Camilla hatte mit wenig Ehrgeiz, aber gutem Erfolg Gesang studiert. Zu ihrer eigenen Verwunderung hatte sie bald ein Engagement an der Oper erhalten. Ihr Freundeskreis hatte sich damit ständig vergrößert, denn sie war hübsch und besaß ein angenehmes Wesen. Doch niemand aus diesem großen Bekanntenkreis hatte ihr auch nur das geringste bedeutet. Für sie hatte immer nur Wolfgang existiert. Noch vor Beendigung seines Studiums hatte sie ihn geheiratet, dann war Sonja zur Welt gekommen. Camilla hatte sich eingebildet, nun vollkommen glücklich zu sein und dieses Glück bis an ihr Lebensende gepachtet zu haben. Acht Jahre lang hatte es auch den Anschein gehabt, als ob sie mit ihrem Optimismus recht behalten würde. Wolfgang hatte sich als Hals-, Nasen-, Ohrenarzt spezialisiert, und genau zum richtigen Zeitpunkt hatte ihn ein Großonkel väterlicherseits gebeten, seine Praxis zu übernehmen, da er sich hatte zurückziehen wollen. Die Praxis hatte sich in Wien befunden, aber Wolfgang hatte diese Chance nicht ausschlagen wollen. Ohne zu murren war Camilla ihm mit Sonja nach Wien gefolgt. Ihm zuliebe hätte sie ohne weiteres auf eine eigene Karriere verzichtet, aber davon hatte ihr Mann nichts hören wollen.
Diese beliebte Romanserie der großartigen Schriftstellerin Patricia Vandenberg überzeugt durch ihr klares Konzept und seine beiden Identifikationsfiguren: Denise von Schoenecker verwaltet das Erbe ihres Sohnes Nick, dem später einmal, das Kinderheim Sophienlust gehören wird. Draußen rann der Regen. Ab und zu schlug ein Zweig gegen das Fenster, denn die Windstöße, die sich in unregelmäßigen Abständen wiederholten, waren heftig. Oliver Holtau fand keinen Schlaf. Seit Wochen war das schon so. Tagsüber konnte er sich durch intensive Arbeit von seinem Schmerz ablenken, doch in den Nächten quälte ihn die Erinnerung an Christas grausame Krankheit – an ihren Tod. Sie war zu jung gewesen, um zu sterben, erst vierundzwanzig. Die Ärzte hatten gesagt, er müsse ihr das Ausruhen von ihren Schmerzen gönnen. Ihr Leiden sei unheilbar gewesen. Es habe keine Rettung für sie gegeben. Er aber sehnte sich nach seiner geliebten Frau. Auch Kathrin fragte immer wieder nach ihrer Mutti. Oliver schaltete die Lampe am Bett ein und stand auf. Die Uhr zeigte auf zwei. Im Bademantel ging Oliver ins Wohnzimmer und setzte sich an seinen Schreibtisch. Einer Eingebung dieser nächtlichen Stunde folgend, wollte er endlich Christas persönliche Papiere durchsehen, die in einer ledernen Mappe verschlossen waren. Bisher hatte er sich dazu nicht aufraffen können. Jetzt fühlte er plötzlich den Wunsch, die letzte Botschaft seiner Frau kennenzulernen, sofern sich in den Papieren eine solche finden sollte. Oliver nahm die Mappe aus der Schublade und öffnete das kleine Schloss. Den Schlüssel hatte Christa stets bei sich getragen. Nachdem er den Deckel der Mappe aufgeschlagen hatte, zögerte er.
Diese beliebte Romanserie der großartigen Schriftstellerin Patricia Vandenberg überzeugt durch ihr klares Konzept und seine beiden Identifikationsfiguren: Denise von Schoenecker verwaltet das Erbe ihres Sohnes Nick, dem später einmal, das Kinderheim Sophienlust gehören wird. "Wir haben uns wieder einmal verspätet", sagte Denise von Schoenecker. Geschickt lenkte sie das Auto über die schmale Landstraße. Der kleine, idyllische Ort Wildmoos lag bereits hinter ihnen. Die lustigen Wegweiser – es waren geschnitzte Kinder- und Tierfiguren – zeigten an, daß es nicht mehr weit bis zum Kinderheim Sophienlust war. "Du hast dich länger als vorgesehen auf dem Jugendamt aufgehalten", meinte der sechzehnjährige Junge, der neben Denise saß. "Ja, es gab einiges zu besprechen." "Das mußte auch einmal sein", sagte Nick altklug. Er wußte auch, wovon er sprach. Trotz seiner jungen Jahre interessierte er sich sehr für das Kinderheim Sophienlust, dessen Erbe und Besitzer er war. Er war sehr stolz auf das Kinderheim, das in seiner Art einmalig war. Obwohl er noch das Gymnasium besuchte, griff er schon oft persönlich ein, wenn es darum ging, einem Kind zu helfen. Denise von Schoenecker, eine noch sehr jugendlich aussehende, schöne Frau, lächelte. Ihr Lächeln verstärkte sich, als Nick, ihr Sohn, sagte: "Du bist die Seele und der gute Geist von Sophienlust." Nick schenkte seiner Mutter einen liebevollen Blick. Er verehrte sie von ganzem Herzen. Sie scheute nie eine Strapaze, wenn es darum ging, ein verlassenes Kind nach Sophienlust zu holen. Sie gewann auch stets das Vertrauen ihrer Schützlinge, aber nicht nur das.
Diese beliebte Romanserie der großartigen Schriftstellerin Patricia Vandenberg überzeugt durch ihr klares Konzept und seine beiden Identifikationsfiguren: Denise von Schoenecker verwaltet das Erbe ihres Sohnes Nick, dem später einmal, das Kinderheim Sophienlust gehören wird. "Ist es gestattet einzutreten?" fragte Wolfgang Dihlmann, als ihm auf sein Klingeln hin Cornelia Pasa, eine junge, blonde Frau von siebenundzwanzig Jahren, die Wohnungstür öffnete. Etwas ungeschickt hielt er einen Plastikeinkaufsbeutel und einen riesigen Blumenstrauß in der linken Hand. "Das muß ich mir erst noch überlegen", erwiderte Cornelia mit einem charmanten Lächeln. Sie trat beiseite, um Wolfgang vorbeizulassen. Wolfgang Dihlmann stellte seinen Plastikbeutel neben den Schuhschrank in der Diele, dann überreichte er Cornelia mit einer leichten Verbeugung die Blumen. "Danke, aber das wäre doch nicht nötig gewesen", sagte Cornelia. "Iris und Nelken, meine Lieblingsblumen!" Sie sog den Duft der Blüten ein. "Danke, Wolfgang, vielen herzlichen Dank!" Es war eine Ewigkeit her, seit ihr zum letzten Mal Blumen geschenkt worden waren. Tränen stiegen ihr in die Augen. Verlegen wandte sie für einen Augenblick den Kopf ab. Wolfgang Dihlmann sah sich in dem kleinen, nett eingerichteten Korridor um. Er kannte Cornelia jetzt knapp ein Jahr. Sie arbeitete in derselben Firma wie er. Seit einigen Monaten war er ziemlich eng mit ihr befreundet, und doch war es das erste Mal, daß er ihre Wohnung betrat. "Bitte, Wolfgang!"
Diese beliebte Romanserie der großartigen Schriftstellerin Patricia Vandenberg überzeugt durch ihr klares Konzept und seine beiden Identifikationsfiguren: Denise von Schoenecker verwaltet das Erbe ihres Sohnes Nick, dem später einmal, das Kinderheim Sophienlust gehören wird. Sascha von Schoenecker schlenderte durch das Kaufhaus in Maibach. Er hatte eben ein paar Kleinigkeiten in der Schreibwarenabteilung gekauft. Da er sonst nichts brauchte, schaute er sich Sportsachen an, die ihn interessierten, er hatte nämlich noch etwas Zeit unterzubringen. Gleich nach dem Mittagessen war Sascha mit Frau Rennert in die Kreisstadt gefahren. Die Heimleiterin hatte eine lange Liste von Besorgungen gehabt, und Sascha hatte sich als Chauffeur angeboten. Er hatte gern ausgeholfen, weil er gerade seine kurzen Pfingstferien zu Hause verbrachte. Für fünf Uhr nachmittags war er mit Frau Rennert in einer Konditorei verabredet. Der Wagen seiner Mutter, mit dem er und die Heimleiterin gekommen waren, parkte dort. Der lange Student seufzte ein bisschen. Man konnte in Maibach nicht viel anfangen. In Heidelberg, wo er studierte, gab es mehr Abwechslung als hier. Ungeduldig blickte er auf seine Uhr. Es war erst vier. Sascha ging in die Parfümerie-Abteilung im Erdgeschoss des Kaufhauses und erstand eine neue Zahnbürste für sich. Dann verließ er das Kaufhaus und ging ins Café, weil ihm nichts anderes mehr einfallen wollte. Er bestellte Kaffee und ein Stück Käsekuchen für sich. Bald darauf stellte er fest, dass der Kuchen bei Weitem nicht so gut schmeckte wie der aus Magdas Küche. Aber man konnte ihn essen. Nun entdeckte Sascha einen Stoß Illustrierte und begann gelangweilt darin zu blättern. Die kleine Konditorei war fast leer.
Diese beliebte Romanserie der großartigen Schriftstellerin Patricia Vandenberg überzeugt durch ihr klares Konzept und seine beiden Identifikationsfiguren: Denise von Schoenecker verwaltet das Erbe ihres Sohnes Nick, dem später einmal, das Kinderheim Sophienlust gehören wird. Mit offenen Augen lag die sechsjährige Judith Hofmann in ihrem Bett, die Hände hinter dem Kopf verschränkt. Ein glückliches Lächeln umspielte ihre Lippen. Sie war gern in Sophienlust, und trotzdem hatte sie sich auf diesen Tag seit über drei Wochen gefreut, auf den Tag, an dem sie und ihr dreijähriger Bruder Michael endlich nach Hause zurückkehren konnten. Judith richtete sich auf und stützte den Kopf in die rechte Hand. Sie blickte zum Bett ihres Brüderchens hinüber. Der kleine Michael schlief noch tief und fest. Die Bettdecke hatte er bis zur Kinnspitze gezogen. "Kleine Schlafmütze", murmelte Judith vor sich hin. Sie liebte ihren kleinen Bruder abgöttisch und war immer bestrebt, ihm beizustehen. Judith schwang die Beine über den Bettrand und stand auf. Ohne Hausschuhe anzuziehen, lief sie auf bloßen Füßen in ihrem langen Nachthemd zum Fenster und zog den Vorhang zurück. Draußen war schon heller Tag. Die beiden Hunde in Sophienlust, Bella und Anglos, balgten sich auf der Wiese. Leise seufzte Judith auf. So schön wie in Sophienlust war es vermutlich nirgendwo auf der Welt. Warum konnten sie mit ihren Eltern nicht in Sophienlust leben? Tante Isi würde bestimmt nichts dagegen haben. Ihr Papa könnte doch im Sophienluster Park ein Haus für sie bauen. Dann brauchte er auch nicht mehr in seinem Laden Schuhe zu verkaufen, sondern könnte mit Justus im Park und bei den Ponys arbeiten.
Ein satirisch angehauchter Liebesroman, wie ihn vermutlich nur das echte Leben schreiben kann. Hier dreht sich nichts um omnipotente Kerle mit Waschbrettbäuchen oder neureiche Püppchen in Designerfummeln. Menschen wie Du und Ich, zwischen Romance und Rosenkrieg, zwischen Herzklopfen und ausgewachsenem Kater. Mit einem Schuss schwarzen Humors nimmt Melina D`Angeli das typische Genre augenzwinkernd aufs Korn und lässt dabei kaum ein Klischee aus ...

Lektorat/Korrektorat: Michael Lohmann

!!! Achtung: "Küssen kann man nicht alleine" ist eine Fortsetzungsgeschichte in Episodenform !!!

Inhalt:

Schwangerschaft: Das Wunder neuen Lebens.

Ehrlich gesagt, hatte ich gehofft, dieses sagenhafte Wunder nur noch als Zaungast und nicht als direkt Beteiligte zu erleben. Schließlich habe ich schon genug Probleme damit, meiner Tochter – selbst noch mehr Kind als Frau – beim Mutterwerden zuzuschauen. Aber dann kommt es wieder, dieses Leben. Stellt einen auf unnachahmliche Weise ein weiteres Mal auf die Probe und schreit: Hey! Auch du hast noch nicht genug für den Fortbestand der menschlichen Rasse getan. Also, ran an die Buletten!

Und jetzt sitze ich hier, habe gerade mal die Hälfte der Schwangerschaft hinter mir und das Gefühl, als würde ich jeden Moment platzen. Wenn man ferner berücksichtigt, dass ich die meisten Entscheidungen aus dem Bauch heraus treffe, dann könnte man durchaus behaupten, dass dort momentan zwei Herzen schlagen. Zwei Herzen in einem Bauch. Okay – in einem großen Bauch, Platz genug sollte dort also sein. Aber, ob das funktionieren kann?

Melina D'Angeli: Küssen kann man nicht alleine ist mein erster Schritt auf eigenen Füßen. Zuvor ist Der Prinz auf dem Fahrrad erschienen, den ich – zusammen mit meinem lieben Freund und Kollegen Thomas Herzberg – veröffentlicht habe.

Meine Bücher beschäftigen sich übrigens mit ganz normalen Frauen, die – außerhalb von Model-Maßen, Silikon-Tuning oder Botox – mit dem Leben und seinen alltäglichen Herausforderungen zu kämpfen haben. In dieser Welt haben auch die wenigsten Männer einen Waschbrettbauch oder fahren Porsche ... ;)

Alle Bücher von Melina D'Angeli

Aus der Reihe Küssen kann man nicht alleine:

"Alles auf Anfang ..." (Teil 1) "Einer mit H.E.R.Z." (Teil 2) "Zwei Herzen in einem Bauch" (Teil 3) "Finale" (Teil 4)

Außerdem:

"Der Prinz auf dem Fahrrad" (Ein humorvoller Liebesroman) "Ein Hauch von Liebe" (Liebesroman)

Aktuelle Informationen, Newsletter-Service und Aktionen findet ihr (noch) auf der Homepage von Thomas Herzberg, der mich dort als Gast aufgenommen hat :)

Diese beliebte Romanserie der großartigen Schriftstellerin Patricia Vandenberg überzeugt durch ihr klares Konzept und seine beiden Identifikationsfiguren: Denise von Schoenecker verwaltet das Erbe ihres Sohnes Nick, dem später einmal, das Kinderheim Sophienlust gehören wird. "Jammerschade, dass du nicht mitgekommen bist", sagte Ferdinand Haberleitner bedauernd zu seiner Frau. "Die Aussicht war wunderbar. Man konnte bis tief ins Ennstal sehen. Der Aufstieg durch die Klamm war zwar etwas beschwerlich, aber die Mühe hat sich gelohnt. Ich bin beinahe geneigt, die Tour morgen zu wiederholen und euch beide mitzunehmen. Ich könnte Vanessa tragen. Die paar schwierigen Stellen werden wir schon irgendwie überwinden. Der Abstieg durch die Klamm dürfte weniger ratsam sein als der Höhenweg, den ich heute für den Rückweg gewählt hatte. Da gab es schon einige Passagen, bei denen mir einigermaßen schummrig zumute wurde. Der Weg war kaum handbreit. Links gab es nichts als Felsen, rechts hundert Meter tiefe Abgründe." "Na, wenn man so jung ist wie Sie, machen einem solche Wagnisse noch Spaß", meinte eine der beiden älteren Damen, die am Tisch des Ehepaares Haberleitner saßen. "Wir begnügen uns mit geruhsamen Spaziergängen durch den Wald. Nicht wahr, Gertrude?" Die andere Dame nickte zustimmend. Gisela Haberleitner, die sich im Gegensatz zu ihrem Mann meist schweigsam verhielt, sagte plötzlich: "Mir sind geruhsame Waldspaziergänge ebenfalls lieber. Ich denke nicht im Traum daran, morgen mit dir auf die Silberkarhütte zu gehen und Vanessa mitzuschleppen. Nach allem, was du uns eben erzählt hast, wäre das viel zu gefährlich."
Diese beliebte Romanserie der großartigen Schriftstellerin Patricia Vandenberg überzeugt durch ihr klares Konzept und seine beiden Identifikationsfiguren: Denise von Schoenecker verwaltet das Erbe ihres Sohnes Nick, dem später einmal, das Kinderheim Sophienlust gehören wird. "Henrik, kannst du nicht eine Minute still sitzen?" Es kam selten vor, daß Alexander von Schoenecker einmal die Geduld verlor. Diesmal war es sein neunjähriger Sohn, der ihn so weit gebracht hatte. Seit Beginn des Mittagessens rutschte Henrik auf der Sitzfläche seines Stuhls herum und scharrte mit den Füßen. "Immer auf die Kleinen", maulte Henrik. Er warf seiner Mutter einen um Beistand bittenden Blick zu, aber Denise dachte nicht daran, ihrem Mann in den Rücken zu fallen. "Das hat damit nicht das geringste zu tun, Henrik", sagte Denise streng. "Du bist alt genug, um dich bei Tisch gesittet zu benehmen. Wenn die kleine Heidi so herumwackelt, dann will ich nichts sagen, aber bei dir sollte man langsam erwarten können, daß du still sitzen kannst." "Wenn das Essen auch wieder so lange dauert", erwiderte Henrik aufsässig. "Ich wäre schon längst fertig, wenn ich allein essen würde, Nick..." "Möchtest du gern allein essen, Sohnemann?" fragte Alexander. "Wenn du es wünscht, so kannst du ab heute abend ganz allein auf deinem Zimmer essen. Allerdings kann ich mir vorstellen, daß du das sehr bald langweilig findest." "Henrik hat es heute ziemlich eilig", sprang nun der sechzehnjährige Dominik von Wellentin-Schoenecker seinem Bruder bei.
Diese beliebte Romanserie der großartigen Schriftstellerin Patricia Vandenberg überzeugt durch ihr klares Konzept und seine beiden Identifikationsfiguren: Denise von Schoenecker verwaltet das Erbe ihres Sohnes Nick, dem später einmal, das Kinderheim Sophienlust gehören wird. Der Mann richtete sich keuchend auf und fluchte wütend vor sich hin, denn dieser eine Ski versank immer tiefer in dem schweren Nassschnee. Nun waren schon über fünf Minuten vergangen, seit seine rechte Bindung aufgegangen war, und er hatte es noch immer nicht geschafft, den Ski wieder anzuschnallen. Durch eine kleine Unachtsamkeit war die Bindung aufgesprungen, der Ski hatte sich vom Schuh gelöst und war sofort im Schnee versunken. Inzwischen lag er noch viel tiefer vergraben im Schnee als zuvor. Otto Ecker war nahe daran, die Nerven zu verlieren. Die Dämmerung sank schon herab. In kurzer Zeit würde es stockfinster sein, und die verlassene Almhütte war noch ein gutes Stück entfernt von hier. Welch eine Ironie des Schicksals wäre es, wenn er sich tatsächlich im Dunkeln verirren und im Wald erfrieren würde. Nein, das durfte nicht geschehen. Schließlich war er ein geübter und erfahrener Skiläufer. Er durfte sich nur nicht aus der Ruhe bringen lassen. Otto Ecker nahm beide Stöcke in die linke Hand, rutschte mit dem linken Ski seitlich ab, legte sich in den Schnee und grub den zweiten Ski aus. Dann rutschte er weiter, bis er zu einigen dicht nebeneinanderstehenden Bäumen kam. Dort fand er Halt. Es gelang ihm, in den rechten Ski zu steigen, die Bindung klickte ein. Das war geschafft! Otto Ecker atmete auf. Er grinste hämisch. Jetzt würde nichts mehr den Erfolg seines bis ins Detail ausgetüftelten Planes vereiteln. Den Weg zur Hütte konnte er, solange es noch halbwegs hell war, nicht verfehlen.
Drei Klassiker von Hans Fallada in einem E-Book. Jeder stirbt für sich allein: Ein einzigartiges Panorama des Berliner Lebens in der Nazizeit: Hans Falladas eindrückliche und berührende Darstellung des Widerstands der kleinen Leute avanciert rund sechzig Jahre nach der Entstehung zum internationalen Publikumserfolg. Erst jetzt erscheint erstmals die ungekürzte Fassung nach dem bislang unveröffentlichten Originalmanuskript. Ein Berliner Ehepaar wagte einen aussichtslosen Widerstand gegen die Nazis und wurde 1943 hingerichtet. Von ihrem Schicksal erfuhr Hans Fallada aus einer Gestapo-Akte, die ihm durch den Dichter und späteren Kulturminister Johannes R. Becher in die Hände kam. Fieberhaft schrieb Fallada daraufhin im Herbst 1946 in weniger als vier Wochen seinen letzten Roman nieder und schuf ein Panorama des Lebens der „normalen“ Leute im Berlin der Nazizeit: Nachdem ihr Sohn in Hitlers Krieg gefallen ist, wollen Anna und Otto Quangel Zeichen des Widerstands setzen. Sie schreiben Botschaften auf Karten und verteilen sie in der Stadt. Die stillen, nüchternen Eheleute träumen von einem weitreichenden Erfolg und ahnen nicht, dass Kommissar Escherich ihnen längst auf der Spur ist. Diese Neuausgabe präsentiert Falladas letzten Roman erstmals in der ungekürzten Originalfassung und zeigt ihn rauer, intensiver, authentischer. Ergänzt wird der Text durch ein Nachwort, Glossar und Dokumente zum zeithistorischen Kontext. Kleiner Mann - was nun?: Der Weltbestseller erstmals so, wie Fallada ihn schrieb. Zu brisant, um so gedruckt zu werden: Von der Urfassung des Romans, der Hans Fallada am Vorabend der Machtergreifung der Nazis zum international gefeierten Erfolgsautor machte, wurde ein Viertel noch nie veröffentlicht. Der Verkäufer Johannes Pinneberg und seine Freundin Lämmchen erwarten ein Kind. Kurz entschlossen heiratet das Paar, auch wenn das Geld immer knapper wird. Trotz Weltwirtschaftskrise und erstarkender Nazis nimmt Lämmchen beherzt das Leben ihres verzweifelnden Mannes in die Hand. In dieser rekonstruierten Urfassung führt ihr gemeinsamer Weg noch tiefer ins zeitgenössische Berlin, ins Nachtleben und in die von den „Roaring Twenties“ geprägten Subkulturen. Die politischen Probleme der damaligen Zeit werden so plastisch wie in wenigen anderen Texten. Wolf unter Wölfen: Der große Epochenroman. Auf dem Höhepunkt der Inflation: Drei ehemalige Soldaten versuchen im hektischen Berlin und auf dem Rittergut Neulohe trotz rasender Geldentwertung ihr Schicksal in die Hand zu nehmen. – Hans Fallada hat den Roman über die Schrecken der Inflation geschrieben, eine epische Chronik jener dramatischen Zeit, in der viele ihr Glück suchten, aber nur wenige es fanden. »Eine raffinierte Reportage, bestechend in ihrer Schilderung menschlicher Abgründigkeiten.« Der Spiegel.
Diese beliebte Romanserie der großartigen Schriftstellerin Patricia Vandenberg überzeugt durch ihr klares Konzept und seine beiden Identifikationsfiguren: Denise von Schoenecker verwaltet das Erbe ihres Sohnes Nick, dem später einmal, das Kinderheim Sophienlust gehören wird. Johanna Willing öffnete nun schon zum fünften Mal das Säckchen, das man ihr in dem Handarbeitsgeschäft ausgehändigt hatte, betrachtete den groben Stramin und die dicke bunte Wolle und seufzte bedauernd. Sie brannte vor Ungeduld. Die fertig geknüpfte Kissenhülle stand bereits vor ihrem inneren Auge, aber sie wusste, dass sie sich zunächst würde damit begnügen müssen, das Muster vorzuzeichnen. Eine große Sonnenblume wollte sie knüpfen, innen braun, die Blütenblätter aus zweierlei Schattierungen von leuchtendem Gelb, der Hintergrund ein dunkles Grün. Ihre Kissenhülle würde mindestens ebenso schön werden wie die, die Karin geknüpft hatte, obwohl Karin in Handarbeiten zurzeit Klassenbeste war. Einige Mitschülerinnen munkelten, dass die eigentliche Urheberin der Prachtstücke, die Karin in der Handarbeitsstunde ablieferte, deren Mutter war, aber Johanna hielt diese Behauptungen für böswillige Verleumdungen. Die Kissenhülle hatte Karin jedenfalls selbst geknüpft. Johanna hatte ihr dabei zugesehen und sich die Technik erklären lassen. Es war mehr ein Sticken als ein Knüpfen, denn Karin verwendete eine große Sticknadel und einen langen Wollfaden. Bevor sie die Knoten schlang, legte sie den Faden über ein flaches Holzstäbchen, damit die Schlingen, die sie später aufschnitt, gleich groß wurden. Und nun hatte Johanna kein derartiges Holzstäbchen bekommen. In dem Handarbeitsgeschäft hatte man nur den Kopf geschüttelt, als sie diesen Wunsch geäußert hatte. Sie musste Karin also fragen, wo man solche Stäbchen bekam. Aber das konnte sie erst am nächsten Tag in der Schule tun, und sie hätte so gern sofort mit der Handarbeit begonnen. Sie war extra mit dem Bus von Bachenau in die Kreisstadt Maibach gefahren, um das Material zu besorgen, und jetzt musste sie mit der Arbeit bis morgen warten. Johanna sah aus dem Busfenster, ohne die Landschaft draußen wahrzunehmen. Ihre Gedanken waren bei dem fehlenden Hölzchen. Sie runzelte die Stirn. Im letzten Winter, als ihr diese lästige Halsentzündung zu schaffen gemacht hatte, war sie beim Arzt gewesen. Als er ihr in den Hals geschaut hatte, hatte er mit einem dieser Hölzchen ihre Zunge niedergehalten und das Hölzchen danach in den Abfalleimer geworfen.
Sommer, Sonne, Strandidylle? Von wegen! Drei spannende Kriminalfälle von Deutschlands Küsten. Der perfekte Sammelband für packende Urlaubstage! Spannung garantiert! "Ostseesühne" von Eva Almstädt: Im Feuerlöschteich auf einem Bauernhof entdeckt ein Postbote eine halb verweste männliche Leiche. Von den Bewohnern des Hofes, einem Ehepaar und seinem 16-jährigen als zurückgeblieben geltenden Sohn, fehlt jede Spur. Pia Korittki übernimmt die Ermittlungen - und findet heraus, dass vor Jahren ein merkwürdiges Gerücht im Dorf kursierte, dem jedoch nie jemand nachgegangen ist: Auf dem Hof soll damals ein Mädchen gefangen gehalten worden sein ... "Friesische Rache" von Wolf S. Dietrich: Sie suchen ihre Opfer unter Borkums Feriengästen. 25 Jahre bleiben ihre Taten ungesühnt. Dann jedoch erscheint eine Frau auf der Nordseeinsel, ein Opfer von damals, um sich an jenen Männern zu rächen, die ihr Leben zerstört haben. Ihr Feldzug mündet in einem bizarren Todesfall. Auf Betreiben eines einflussreichen Lokalpolitikers wird Hauptkommissarin Rieke Bernstein vom LKA zu dem Fall hinzugezogen. Bei ihren Ermittlungen gerät die Kommissarin schließlich selbst in das perfide Spiel von Opfer und Täter und muss um ihr Leben fürchten. "Küstenmorde" von Nina Ohlandt: Herbst auf der Nordseeinsel Amrum. In einer stürmischen Nacht stirbt ein alter Mann, kopfüber aufgehängt am Quermarkenfeuer, dem kleinen Inselleuchtturm. Auch seine Frau wird brutal ermordet aufgefunden. Die Ermittlungen übernimmt Hauptkommissar John Benthien von der Flensburger Kripo. Benthien hat in seiner Dienstzeit schon viele grausame Fälle bearbeitet, doch dieser übertrifft alle. Wer steckt hinter dem Doppelmord? War es ein Racheakt? Der Kommissar und sein Team tappen im Dunkeln - bis sie auf zwei Ereignisse stoßen, die weit in der Vergangenheit liegen.
Über 700 einfühlsam geschriebene Schicksalsromane mit Familienhintergrund sind alle noch einmal in Neubearbeitung erhältlich. Die Nachmittagsvorstellung des Maibacher Stadttheaters war bis zum letzten Platz ausverkauft, ein Umstand, der nicht häufig eintrat. "Puh, ist mir heiß!", stöhnte Heidi Holsten nach dem ersten Akt, als der Vorhang gefallen und der Applaus für die Darsteller verebbt war. "Zieh deine Strickjacke aus", riet Angelina Domin, die ihrer lustigen Sommersprossen wegen von allen Pünktchen gerufen wurde. Heidi entledigte sich des überflüssigen Kleidungsstückes, quengelte jedoch weiter: "Ich habe einen Riesendurst. Wann fahren wir nach Hause? Warum bleibt ihr alle sitzen? Das Theaterstück ist doch zu Ende." "Nein, Heidi, es ist nicht zu Ende", belehrte Irmela Groote das kleine Mädchen. "Wir haben erst den ersten Akt gesehen. Kennst du denn nicht das Märchen vom Schneewittchen? Du musst es kennen, Schwester Regine hat es dir schon oft vorgelesen." "Hm", brummte Heidi und gähnte herzhaft. "Wir haben bis jetzt nur gesehen, wie sich die böse Stiefmutter ärgerte, weil Schneewittchen soviel schöner ist als sie, wie sie dem Jäger den Auftrag gibt, Schneewittchen zu töten, und wie der Jäger Schneewittchen dann laufenlässt. Praktisch hat das Stück ja erst angefangen!" "Aber warum sind die anderen Leute alle fortgegangen?", fragte die Fünfjährige. "Ach, die sind wahrscheinlich in den Pausenraum gegangen, um zu rauchen oder etwas zu trinken", erwiderte Irmela. Trinken war für Heidi das Stichwort, prompt rief sie: "Ich möchte auch etwas trinken! Wo ist dieser Raum?"
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