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Die österreichische Nachkriegsliteratur von Ilse Aichinger bis Christoph Ransmayr in beispielhaften Interpretationen ihrer wichtigsten Werke. Nie wurde der Zusammenhang von österreichischer Identität und österreichischer Literatur so augenfällig wie nach 1945. Und niemand hat diesen Zusammenhang zwischen Literatur und den mentalitätsgeschichtlichen und politischen Rahmenbedingungen, unter denen sie entstanden ist, so deutlich herausgearbeitet wie Wendelin Schmidt-Dengler. Er hat mit "Bruchlinien" einen Begriff geprägt, der die österreichische Nachkriegsliteratur in ihren Entwicklungen und Verwerfungen auf den Punkt bringt. Und er hat ein Werk hinterlassen, das besser als jedes andere zeigt, wie lustvoll und lebendig sich über Literatur reden und nachdenken lässt: begeistert und begeisternd. Die Neuausgabe von "Bruchlinien" macht den Auftakt zu einer 2-bändigen Ausgabe von Wendelin Schmidt-Denglers legendären Vorlesungen zur österreichischen Literatur der Gegenwart. Die österreichische Gegenwartsliteratur von Christoph Ransmayr bis Robert Menasse in beispielhaften Interpretationen ihrer wichtigsten Werke. Wendelin Schmidt-Dengler hat mit "Bruchlinien" einen Begriff geprägt, der die österreichische Nachkriegsliteratur in ihren Entwicklungen und Verwerfungen auf den Punkt bringt. "Bruchlinien" heißt auch das Buch, in dem er seine legendären Vorlesungen zum Thema zusammengefasst hat und das längst ein Standardwerk ist. Es zeigt nicht zuletzt, wie lustvoll und lebendig sich über Literatur reden und nachdenken lässt: begeistert und begeisternd. In diesem Geist hat er bis zuletzt auch die Gegenwartsliteratur in Österreich beobachtet und begleitet, als Rezensent, aber vor allem auch in bisher unveröffentlichten Vorlesungen. Sie beleuchten in kritischer Distanz wie in teilnehmender Nähe die Entwicklungen der österreichischen Literatur im Zeitraum von 1990 bis 2008.
Examensarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,3, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, 103 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: In der Literatur- bzw. generell in der Medienlandschaft spricht man in den letzten zehn Jahren von einem regelgerechten „Erinnerungsboom“. Plötzlich sind auch Themen von Interesse, die zuvor weniger Berücksichtigung fanden, zumindest auf offizieller Ebene. Im Zusammenhang dieser Arbeit möchte ich von „blinden Flecken“ sprechen, von Leerstellen im Geschichtsbewusstsein, die nach und nach an die Oberfläche der Erinnerungskultur transformiert werden. Neben den Themenkomplexen „Flucht und Vertreibung der Deutschen während des "Zweiten Weltkrieges"“, „Bombardierung der deutschen Städte und das Leid der Zivilbevölkerung“ sowie die „Erfahrungen von Soldaten während der Kriegsgefangenschaft“ sind die „Rolle der Wehrmacht im Regime des Nationalsozialismus“ und die „Erfahrungen der Nachkriegsgeneration in der Zeit des "Wirtschaftswunders"“ zu den „blinden Flecken“ im Geschichtsbewusstsein zu rechnen, welche nun allmählich von der deutschen Erinnerungskultur entdeckt werden. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich aus literaturwissenschaftlicher Perspektive mit der (Re-)Konstruktion von Vergangenheit. Untersucht werden soll, wie in der aktuellen Literatur (der älteste der untersuchten Romane stammt von 1998) „blinde Flecken“ in der Vergangenheit der deutschen Geschichte dargestellt bzw. der Wahrnehmung zugeführt werden. Anhand der Romane „Am Beispiel meines Bruders“ von Uwe Timm, „Unscharfe Bilder“ von Ulla Hahn und „Der Verlorene“ von Hans-Ulrich Treichel werden unterschiedliche thematische Schwerpunkte der jüngsten deutschen Literatur beleuchtet, die die These vom „Paradigmenwechsel in der Erinnerungskultur der Bundesrepublik“ (aufgestellt vom Sozial- und Kulturwissenschaftler Harald Welzer) untermauern. Ob sie jedoch im Zusammenhang mit der Transformation der Täter- in eine Opfergesellschaft als Werke betrachtet werden können, welche diesen Prozess befördern, soll am Ende dieser Arbeit hinterfragt werden. Bevor die einzelnen Prosatexte analysiert werden und gezeigt wird, wie sie „blinde Flecken“ bzw. „Leerstellen im Geschichtsbewusstsein“ der Leser der Wahrnehmung zuführen bzw. füllen, ist es notwendig einige theoretische Grundlagen (Erinnerungskultur der Bundesrepublik nach 1945; „Globalisierung der NS-Vergangenheit“; Gedächtnistheorien; Verhältnis von Literatur, Gedächtnis und Geschichtsschreibung).
Studienarbeit aus dem Jahr 2011 im Fachbereich Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft, Note: 2,7, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Sprache: Deutsch, Abstract: Die Rezeption antiker Mythen erfreut sich bereits seit Jahrhunderten besonderer Beliebtheit. Schon in der Antike selbst wurden die meist mündlich tradierten Sa¬gen immer wieder neu erzählt und verändert. Auf Grund der Variationsvielfalt der mythischen Stoffe, ihrer Zeitlosigkeit und der Offenheit der Überlieferungen, ist ein breites Interpretationsspektrum gegeben. Diese Varianz hat im Besonderen Autoren der Moderne gereizt und somit zu immer wieder neuartigen Varianten des Mythos beigetragen. So auch der Medea-Mythos, der im Laufe der Literaturgeschichte bereits zahlrei¬che Bearbeitungen, Umdeutungen und Korrekturen erfahren musste. Über Jahr¬tausende beweist sich die Figur der Medea als höchst ambivalente Persönlichkeit. Ihre umstrittenen Taten und ihr charakterstarkes Wesen rücken sie in ein sehr viel¬schichtiges Licht. Tabuisierte und düstere Seiten von Liebe und Mütterlichkeit werden aufgeschlagen und erinnern an barbarische, unzivilisierte Zeiten, die mit dem Lauf der Jahrhunderte überwunden werden konnten. Positive und negative Eigenschaften sind in dieser Figur vereint und in zahlreichen literarischen Varia-tionen zugespitzt, oder auch abgeschwächt. Die vielfache Mörderin und rachsüch¬tig Liebende steht dabei im Gegensatz zur intellektuellen, erotischen, sowie selbstbewussten Frau und sorgender Mutter. Als tragische Heldin wird ihre gren¬zenlose Liebe, die sie anderen Individuen gegenüber empfindet zum Verhängnis und lässt sie in ihrer ambiguen Gestalt besonders interessant wirken. Die zahlrei¬chen Widersprüche, in der sich die Figur Medeas bewegt macht die Bearbeitung eines solchen Sujets besonders reizvoll. Die Tragik, die diesem mythischen Stoff inhärent ist, soll anhand zweier Beispiele analysiert werden. Zunächst soll die antike Vorlage des Medea-Stoffes, in Form von Euripides Tragödie „Medea“ auf ihre tragischen Komponenten untersucht und in einen direkten Vergleich zu Senecas Medea-Bearbeitung gestellt werden. Nach eingehender Analyse von Christa Wolfs Roman „Medea. Stimmen“, soll ein Vergleich der beiden tragischen Konzepte Unterschiede und Gemeinsamkeiten aufdecken und somit eine vielseitige Sicht auf den Mythos Medea ermöglichen.
Studienarbeit aus dem Jahr 2002 im Fachbereich Deutsch - Literatur, Werke, Note: 2,0, Universität Duisburg-Essen, 7 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Peter Härtling wurde am 13.11.1933 in Chemnitz geboren. Zunächst besuchte er die Schule in Olmütz, wo er während des Krieges aufwuchs. 1945 floh er mit seinen Eltern aus Böhmen nach Niederösterreich. Sein Vater war Rechtanwalt; er starb in sowjetischer Gefangenschaft. Ein Jahr später nahm sich seine Frau das Leben. Peter Härtling lebte fortan bei Verwandten. Er besuchte ein Gymnasium in Nürtingen. Dieses verließ er jedoch noch vor dem Abitur. Stattdessen arbeitete er von 1952-1955 bei schwäbischen Lokalzeitungen und später als Literaturredakteur bei der „Deutschen Zeitung“ in Köln und Stuttgart. Von 1962-1970 was Härtling Mitherausgeber der Zeitschrift „Der Monat“ in Westberlin. Anschließend arbeitete er bis 1973 als Geschäftsführer des S. Fischer Verlags in Frankfurt am Main. Seit 1974 arbeitete Härtling als freier Schriftsteller in Frankfurt am Main. Zunächst verfasste er eine Reihe von Lyrikbänden. Sein erster großer Erfolg war der Roman „Niembsch oder der Stillstand“(1964). Außerdem war er der Anfang einer Reihe von Portraits schwäbischer Dichter (z.B. E. Mörike). Außerdem machte Härtling es sich zur Aufgabe, fiktive Lebensgeschichten zu erzählen, wie z.B. „Eine Frau“ (1974) und „Das Familienfest“ (1969). Er schrieb aber auch autobiographisch fundierte Texte, in denen immer wieder der Zusammenhang zu Familie und Flucht deutlich wurde, wie beispielsweise in „Herzwand“ (1990). Peter Härtling machte sich aber auch als Kinderbuchautor einen Namen. Besonders in seinen Büchern „Das war der Hirbel“ und „Der Ausreißer“ wird eine klare sozialkritische Tendenz deutlich. Heute lebt Peter Härtling in Walldorf/ Hessen.
Studienarbeit aus dem Jahr 2014 im Fachbereich Germanistik - Linguistik, Note: 1,3, Universität Paderborn (für Germanistik und vergleichende Literaturwissenschaft), Veranstaltung: Schriftlich oder mündlich? – Kommunikation in den digitalen Medien, Sprache: Deutsch, Abstract: Dass die sprachliche Kommunikation in digitalen Medien mit ihrer einhergehenden Veränderung durchaus hohen Stellenwert bei den Germanisten und Sprachwissenschaftlern einnimmt, zeigt schon die Tatsache, dass eben diese seit nunmehr zwanzig Jahren immer wieder Tatbestand verschiedener Forschungs- und Untersuchungsansätze ist. Im Verlauf dieser Arbeit soll nun auf den verschiedenen Sprachgebrauch zweier unterschiedlicher Kommunikationsmittel näher eingegangen werden. Als Untersuchungsgegenstände liegen hierbei zum einen das Medium der E-Mail und zum anderen das verschiedener Messenger Programme zugrunde. Die Wahl der E-Mail ist damit zu begründen, dass diese seit nun mehr rund zwanzig Jahren einen stetigen Begleiter im Alltag und Arbeitsbereich einer großen Bevölkerungsanzahl darstellt und somit auch die Veränderung der Sprache in den digitalen Kommunikationsmitteln, quasi seit Beginn dieser, mit beeinflusst hat. Als Vergleichsobjekt zur E-Mail sollen in dieser Arbeit zwei verschiedene Messenger Programme untersucht und verglichen werden. Zum einen soll hierbei der Sprachgebrauch in dem Programm WhatsApp analysiert und zum anderen sollen Facebook Nachrichten genauer beleuchtet werden. Die Auswahl der Messenger Programme ist darauf zurückzuführen, dass diese sich erst seit wenigen Jahren zunehmender Beliebtheit erfreuen, verstärkt genutzt werden und gleichwohl ein eher jüngeres Kommunikationsmittel darstellen. Da die Kommunikation per Messenger Programm eher dem privaten Bereich zuzuordnen ist, sollen auch vornehmlich private E-Mails untersucht werden. Beide Kommunikationsformen sind graphisch realisiert und da der Fokus in dieser Arbeit auf der privaten Konversation zwischen Gesprächsparteien liegen soll, kann auch davon ausgegangen werden, dass sowohl die E-Mail als auch die Messenger Programme eine Tendenz zur konzeptionellen Mündlichkeit aufweisen.
Studienarbeit aus dem Jahr 2013 im Fachbereich Germanistik - Linguistik, Note: 1,0, Johannes Gutenberg-Universität Mainz (Deutsche Philologie), Sprache: Deutsch, Abstract: Seit Mitte der neunziger Jahre hat das Internet als Informations- und Kommunikationsmittel einen enormen Zuwachs erfahren. Heutzutage ist jedem Nutzer der elektronische Austausch von Informationen und Nachrichten möglich. Seit der Etablierung des Smartphones ist dieser Informations- und Nachrichtenaustausch nicht einmal mehr an den Computer gebunden. Das Smartphone wird immer mehr zu einer multifunktionalen Kommunikationszentrale, die es dem Verbraucher ermöglicht, unabhängig vom Ort jederzeit Daten zu erhalten. So lösen die angebotenen Internetdienste wie Chats, Diskussionsforen oder E-Mails klassische Mitteilungsträger wie den Brief nahezu gänzlich ab. Die Entstehung und Nutzung der, durch das Smartphone eröffneten, neuen Kommunikationsformen, führen zu einem neuen Forschungsfeld für die Sprachwissenschaft. Gerade der Chat stellt ein notwendiges Verständigungsmittel für den Mitteilungsaustausch dar. Als die Service-Leistungen der Smartphones, die heute zur Selbstverständlichkeit geworden sind, 2002 noch vage Visionen waren, prognostizierte Freyermuth, dass das Internet zu einem ‚Evernet‘ werden würde und die permanente Vernetzung und die ‚Immer-an-Kommunikation‘ zum Regelfall. Diese Prognose ist zur heutigen Realität geworden. Insbesondere für Jugendliche ist die Nutzung von Chats und Instant-Messengern nicht mehr wegzudenken. Eine besonders tragende Rolle spielt dabei die Applikation ‚WhatsApp‘ (Eine Form des Chats für Smartphones). Binnen vier Jahren hat WhatsApp rund 450 Millionen aktive Nutzer gewonnen, Tendenz stark steigend. Der WhatsApp Gründer Jan Koum berichtet davon, dass täglich fast eine Millionen Nutzer hinzukommen. Durch derartige Zahlen wird deutlich: Ein Großteil der Kommunikation findet heute über das Internet statt. Das Schreiben hat durch die Medien einen neuen Status bekommen. Dies hat, wie sich bereits vermuten lässt, auch Auswirkungen auf unseren Schreibstil. Es wurde bereits hinreichend festgestellt, dass sich in den computerbasierten Kommunikationsformen des Internets tatsächlich ein neuer Schreibstil etabliert hat, der viele Elemente beinhaltet, die als ‚konzeptionell Mündlich‘ einzuordnen wären.
Studienarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,3, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Veranstaltung: Wissenschafts- und Literaturgeschichte der Atombombe, 10 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: „Die Reportage und ihr Produzent, der Reporter, sind landläufig die Begriffe, die am ehesten mit Journalismus in Verbindung gebracht werden.“ Der heute unbekannte Korrespondent der New York Times, William L. Laurence, der am 9. August 1945 Zeuge der Zerstörung Nagasakis wurde, hat den ersten Bericht über den zweiten Atombombenabwurf der Geschichte geschrieben. Jedoch zeigt sein Bericht wenig Recherche und ist der betroffenen Zivilbevölkerung gegenüber völlig gefühllos. Das Ergebnis ist eine schlechte Berichterstattung des Ereignisses. Laurence verschenkte so den Ruhm einer Pionierarbeit. Kritiker sagen seine Engstirnigkeit sei nicht zu entschuldigen, Laurence ziehe den Ruf des Reporters in den Dreck. John Hersey dagegen, der erst im Nachhinein mit einigem Abstand zu seinem Augenzeugenbericht über die Opfer der ersten Atombombe in Hiroshima schrieb, ist dem amerikanischem Publikum ein geläufiger Name. Er setzt mit seiner Reportage „Hiroshima, 6.August 1945, 8 Uhr 15“, einer Reihe von personell verknüpften Augenzeugenberichten, den Markstein, der eigentlich Laurence hätte gehören müssen. Nüchtern und doch einfühlsam berichtete Hersey von den Gefühlen, dem Leid und den Gedanken sechs Betroffener. Er wählt hierfür die Form der journalistischen Reportage, die 1946 in dem Magazin „The New Yorker“ gedruckt wurde und auf großes Interesse stieß. In folgender Arbeit wird aufgezeigt, inwiefern „Hiroshima“ als Reportage gilt. Über die Begriffsbestimmung und den geschichtlichen Hintergrund, nähert sich dieser Aufsatz der Praxis des Reportageschreibens. Dabei werden sowohl Funktion und Anforderung an die Reportage, als auch mögliche Themenfelder und Vorraussetzungen besprochen. Zum Schluss grenzt diese Arbeit die Elemente einer spannenden Reportage ein. All diese Punkte sollen direkt am Beispiel von „Hiroshima“ aufgezeigt werden und mit Exempeln aus dem Text belegt werden.
Studienarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Germanistik - Linguistik, Note: 2,3, Georg-August-Universität Göttingen (Seminar für deutsche Philologie), Veranstaltung: Sprache und Sexualität, 5 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Bereits seit einiger Zeit ist in zahlreichen Magazinen wie der „Coupé“, „Praline“, „Wochen- end“ oder selbst der „Bild-Zeitung“ der Begriff Sexualität kein Tabuthema mehr, über welches aufgrund der Gefahr von Anstößigkeiten nicht geschrieben werden darf. Fernsehen, Buchautoren, ja selbst der Hörfunk stehen dem bis vor kurzer Zeit noch brisanten Thema, welches höchstens in privater, stiller Umgebung hinter den eigenen vier Wänden angesprochen wurde, mittlerweile offen und aufgeschlossen gegenüber. Vielfach wurde dies von Sprachwissenschaftlern erkannt und zum Anlass genommen, ihre Forschungen auch auf dieses Gebiet auszuweiten und zu konzentrieren. Im heutigen Informationszeitalter ist es daher unabdingbar, den Forscherdrang überdies auf neuartige Kommunikationsmöglichkeiten zu lenken. Eine wohl unbestreitbar revolutionäre Entwicklung stellt hierbei das Internet mit seinen zahlreichen Kommunikationsplattformen dar. Besonders hervorzuheben sind dabei die verschiedenartigen Chats, mit denen das Internet dem Nutzer aufwartet. Der Begriff „chat“ ist dem Englischen entlehnt und steht für „plaudern“ bzw. „schwatzen“. Früher geschah dies über den so genannten IRC (internet relay chat), welcher den Usern (Nutzern) jedoch ein umfangreiches Wissen über notwendige Befehlseingaben abverlangte und den Einsatz einer chatspezifischen Software (Telnet) forderte. Mit der Entwicklung neuartiger Webchats wurde dieser Nachteil beseitigt: Die User surfen über das Internet eine zentrale Chatseite an, bei der sie sich anmelden und unter fiktiven Namen einer Art Konferenzschaltung beitreten, deren einzelne Chaträume (Channel) meist durch ein zentrales Oberthema vorab charakterisiert sind. So finden sich bestimmte Themenchannel wie z.B. Jugendchannel im Sinne von „Teen-Spirit“ oder „Schueler“ und Channel für fremdsprachige Chatter wie „Europa“ oder „Bizim-Kanal“ wieder. Für diese Arbeit soll der Blick einzig und allein auf den erotischen Channeln liegen. Hierbei stellt der Webchat „Chatcity“ eine überaus geeignete Kommunikationsplattform dar, da er alle möglichen Unterhaltungsthemen in einem Chat vereinigt und somit ein breites Userspektrum bietet, an dem Untersuchungen bequem vorgenommen werden können. Zentrales Untersuchungsthema sollen dabei die Möglichkeiten sein, die sich den Usern für eine erotische bzw. sexual-verbale Kommunikation bieten; aber auch Schwierigkeiten der Onlinekommunikation sollen gleichfalls erörtert und vorgestellt werden.
Studienarbeit aus dem Jahr 2015 im Fachbereich Germanistik - Linguistik, Note: 1,3, Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen, Sprache: Deutsch, Abstract: Mit der vorliegenden Hausarbeit soll untersucht werden, ob es sich bei dem von Sascha Lobo geprägten Begriff „Latenznazi“ um ein neues Schlagwort handelt. Hierzu wird der Begriff zunächst anhand von Definitionen von Schlagwörtern analysiert. Nach einem ersten Zwischenfazit werden anschließend verschiedene Merkmale und Analysekategorien speziell nach Schröter näher betrachtet und diese mit dem Latenznazi in Beziehung gesetzt. Zum Schluss soll eine abschließende Einschätzung über die Eignung als Schlagwort erfolgen. Am 17.12.2014 wurde der Artikel „Die Mensch-Maschine: Nichts sehen, nichts hören, viel sagen“ bei Spiegel Online veröffentlicht. Bei dem Autor handelt es sich um den Blogger und Kolumnisten Sascha Lobo. Der Artikel ist eine Reaktion auf eine anhaltende Bewegung des Vereins „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida). Es herrscht allgemeine Unstimmigkeit darüber, wer diese Menschen sind, die bei Demonstrationen von Pegida mitlaufen. Außenstehenden fällt ihre Einordnung in die Gesellschaft schwer. In seinem Artikel versucht Lobo, die Anhänger von Pegida zu bestimmen. So spricht er von einem neuen „Bürgertypus“, der die Bühne betritt: der „Latenznazi“. Hierbei handle es sich um Leute, „die rechtsextreme Positionen vertreten, ohne zu wissen oder wissen zu wollen, dass sie rechtsextrem sind.“ Von den Anhängern gehen xenophobe Signale aus, ohne dass sie sich das eingestehen müssen. So befürworte man beispielsweise das Asylrecht, doch sei gleichzeitig gegen Asylanten.
Studienarbeit aus dem Jahr 2004 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,3, FernUniversität Hagen (Institut für Neuere Deutsche Literatur), Veranstaltung: Fiktion, Mimesis, Mythos, Poesie. Grundbegriffe und Grundfragen der Literaturwissenschaft, 6 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Thema dieser Hausarbeit ist die Frage, ob es ein universelles Muster für den Weg des Protagonisten gibt, nach dem gelungene Geschichten funktionieren. Dabei werde ich mich an Christopher Vogelers Buch “Die Odyssee des Drehbuchschreibens”, das diese These vertritt, halten und sie an Hand von zwei Werken überprüfen. Vogeler geht davon aus, dieses universelle Muster gefunden zu haben, das sich daraus ergibt, dass der gelungene Held einer Geschichte sowohl in den überlieferten Mythen als auch in modernen Geschichten immer dieselben Entwicklungsschritte durchmachen muss. Da dieses Muster sich auch in der realen Welt wiederhole, gelinge so auch eine stärkere Identifikation mit dem Helden. Vogeler stützt sich bei seiner These auf den Mythenforscher Joseph Campbell, der die großen Religionen, Märchen, Mythen und Bräuche auf ihre Gemeinsamkeiten hin untersucht hat. Wenn Vogeler Recht hat, muss seine Theorie sich auch auf die großen Werke der Literatur beziehen lassen können, deshalb soll seine These auch an einem Klassiker der Dramenliteratur, Schillers “Wilhelm Tell“, überprüft werden. Gleichzeitig werde ich “Sling Blade” von Billy Bob Thornton, ein modernes Drehbuch, auf Vogelers These hin untersuchen, um den Vergleich abzurunden. Beide Beispiele behandeln das Motiv des Tyrannenmordes. Auch die Verschiedenheit der Gattungen ist nur vordergründig, wenn man dem Lesen den Vorrang vor der Inszenierung gibt. Zunächst gehe ich deshalb in einem Exkurs über die Verwandtschaft von Drehbuch und Drama sowie gesondert auf die Poetik ein, da sich seine Anforderungen an die Tragödie zum größten Teil auch auf Drehbücher übertragen lassen. Daraufhin interpretiere ich die einzelnen Szenen der beiden Werke im Hinblick auf die Übereinstimmung mit den jeweiligen Etappen der Reise des Helden nach Vogeler. Dabei geht es nicht um eine vollständige Interpretation, sondern darum, herauszufinden, inwieweit Vogelers Theorie auf zwei scheinbar völlig weit auseinanderliegende Werke zutrifft. Dabei werde ich mich auf das “Zweite(s) Buch: Die Etappen der Reise” konzentrieren und untersuchen, inwieweit Karl Childers und Wilhelm Tell den “Weg des Helden“ vollziehen.
Facharbeit (Schule) aus dem Jahr 2012 im Fachbereich Deutsch - Erörterungen und Aufsätze, Note: 2, , Sprache: Deutsch, Abstract: 1. Einleitung Ich habe mich für die Geschichte des doppelten Lottchens von Erich Kästner entschieden, da ich bereits als Kind Kästners Romane wie: Emil und die Detektive, Pünktchen und Anton oder Das doppelte Lottchen sehr gemocht und geradezu verschlungen habe. Besonders an dieser Geschichte gefällt mir heute, dass Erich Kästner mit den damaligen Konventionen gebrochen hat und einen für die damalige Zeit untraditionellen Familienroman geschrieben hat. In dieser Arbeit möchte ich das Buch Das doppelte Lottchen von 1949 mit dem Film Charlie & Louise von 1994 vergleichen. Ich habe mich für die Film-Adaption von 1994 entschieden, da sich in den knapp 50 Jahren von 1949 bis 1994 eine immenser gesellschaftlicher Umbruch vollzogen hat, speziell hinsichtlich des Familienbildes und der Rolle der Frau innerhalb der Familie. So ergibt sich die Leitfrage dieser Arbeit: „Inwiefern unterscheidet sich die Darstellung der Familie im Film von der Darstellung der Familie in Erich Kästners Roman?“ Zunächst werde ich kurz den Inhalt von Buch und Film wiedergeben, woraufhin ich im Hauptteil meiner Arbeit Buch und Film miteinander vergleichen und die Unterschiede in der Darstellung der Familien herausarbeiten werde. Besonderes Augenmerk bei diesem Vergleich werde ich auf den Wandel der Familienbilder in den 50er bis 90er Jahren legen und mögliche Ursachen und Hintergründe für eine abweichende Darstellung aufweisen.
Inhaltsangabe:Einleitung: »Nach zehn mageren Jahren geht es jetzt endlich los mit den mobilen Services«, sagte die Leiterin des Arbeitskreises M-Commerce im Verband der deutschen Internetwirtschaft, im April 2007. Diese Einschätzung scheint sich laut aktuellen Studien zu bestätigen. Damit entstehen nicht nur für Mobilfunkanbieter und Endgeräte-Hersteller neue Möglichkeiten. Auch Anbieter von Inhalten wie zum Beispiel Verlage haben nun die Chance neue Herausforderungen anzunehmen. Sie können sich mit mobilen Angeboten auf einem neuen Markt positionieren beziehungsweise ihre bestehende Marktpräsenz um eine mobile Komponente erweitern. Die neue Technologie, die den Anbietern nun erlaubt ihre Inhalte auf eine neue Art weiter zu verwerten und ihre Kunden – zumindest theoretisch – an jedem beliebigen Ort zu erreichen, ist aufgrund mehrerer Entwicklungen möglich geworden: So wurde der Mobilfunk in mehreren Generationen bis zum aktuellen UMTS immer weiter verbessert und leistungsstärker. Daneben entstanden zunehmend neue Funktionen wie Bluetooth oder MMS, die in die mobilen Telefone integriert wurden. Die Integration bisher getrennter Geräte wie MP3-Player oder Kamera machen das Mobiltelefon zunehmend zu einem Universal-Gerät. Dies alles hatte zur Folge, dass das Mobiltelefon zum ständigen Begleiter wurde. Diese Entwicklung sollte nicht vergessen werden, denn erst dadurch ist eine ständige Erreichbarkeit sowie ein permanenter Zugriff auf mobile Leistungen möglich. Aufgabe der vorliegenden Arbeit ist es, die Grundlagen des »Mobile Commerce« darzustellen und damit speziell für Inhalte-Anbieter wie Verlage einen Überblick in das Thema bieten. Dazu werden zunächst die Merkmale des Mobile Commerce aufgeführt. Durch die anschließende Kategorisierung der Anwendungsbereiche wird ein Überblick über die Möglichkeiten für mobile Angebote, die der Mobile Commerce enthält, geboten. Ein Blick auf die Entwicklung des technischen Fortschritts sowie eine Analyse der bisherigen Marktentwicklung zeigen, warum gerade jetzt der Mobile Commerce ein wichtiges Thema zu werden verspricht. Mit der Vorstellung unterschiedlicher mobiler Bezahlverfahren sowie verschiedener Erlösmodelle wird auch die wirtschaftliche Perspektive des Mobile Commerce abgedeckt und Inhalte-Anbietern Anhaltspunkte zur Entwicklung einer Strategie gegeben. Ein abschließender Blick auf das Thema Sicherheit runden das Grundlagenwissen [...]
Studienarbeit aus dem Jahr 2004 im Fachbereich Germanistik - Linguistik, Note: 1,7, Philipps-Universität Marburg (Germanistik), Veranstaltung: Prosodie des Deutschen, Sprache: Deutsch, Abstract: In ihrer Arbeit „Deutsche Wortprosodie: Abschwächungs- und Tilgungsvorgänge“ von 1997 stellt Sylvia C. Löhken ein umfassendes Modell vor, welches anhand einer eigenen Weiterentwicklung der Optimalitätstheorie versucht, Lautwandelphänomene in den Sprachstufen des Deutschen zu erfassen. Neben der Akzentverschiebung im Althochdeutschen und Vokalabschwächungen in den Stufen des Althochdeutschen und Mittelhochdeutschen behandelt die Autorin Phänomene der Vokaltilgung im Übergang vom Mittelhochdeutschen zum Neuhochdeutschen. Diese Arbeit greift die Ergebnisse ihres constraintbasierten Ansatzes auf, um sich dem Phänomen der Varianz auf der Sprachstufe des aktuellen Umgangsdeutsches bzw. seiner „regionalen“ Sonderformen innerhalb der Neuen Medien – insbesondere innerhalb des Internets und vergleichbarer digitaler Dienste (Email, SMS, LARP) – zu beschäftigen, insoweit sie Tilgungen des Schwa-Lautes betreffen. Es stehen diejenigen „optionalen“ Schwa-Tilgungen im Zentrum des Interesses, welche eine Verkürzung des Stammorphems mit sich bringen; außerdem auch diejenigen innerhalb der ersten Person Indikativ von Verben. Gerade das zuletzt angesprochene Phänomen spielt auch eine entscheidende Rolle in den üblich gewordenen „Comicwörtern wie *freu*, *grins*, *schmoll*“, welche im Deutschen auf den Gebrauch durch Erika Fuchs in den Mickey-Mouse-Heften zurückgeführt werden
Magisterarbeit aus dem Jahr 2005 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 2,15, Ludwig-Maximilians-Universität München, Sprache: Deutsch, Abstract: Lothar-Günther Buchheims Das Boot, 1973 erschienen, ist zunächst als Roman gekennzeichnet, d. h. ein Kernbereich, in den das Buch einzuordnen und in dem es zu behandeln ist, ist die Kriegsprosa nach 1945, und zwar in der Hauptsache die deutsche Kriegsprosa nach 1945. Einen weiteren Bereich der Literatur, in den Das Boot aufgrund seiner speziellen Thematik fällt, stellt die sog. ‚U-Boot-Literatur’ dar. Die Bandbreite ist enorm. Sie reicht von historiographischen und technisch-wissenschaftlichen Arbeiten (maritimer Fachliteratur) bis zu populärwissenschaftlichen Büchern und erstreckt sich bis in die ‚Niederungen’ der sog. ‚Landserhefte’. Die Bedeutung von Buchheims Boot für diesen Literaturbereich wird ein wesentlicher Aspekt dieser Arbeit sein. Zunächst soll in einem knappen Exkurs die Frage geklärt werden, ob Das Boot als erster Teil einer angeblichen Trilogie, gewissermaßen isoliert von den anderen beiden Teilen, untersucht werden kann. Dann soll kurz auf die grundsätzlichen Probleme bei der Kategorisierung in Kriegsliteratur bzw. Anti-Kriegsliteratur eingegangen werden. In einem nächsten Schritt wird Das Boot dann mit der Kriegsprosa nach 1945 in Zusammenhang gebracht. Dazu sollen Motive, Hauptströmungen und Kontinuitäten innerhalb dieses thematischen Teilbereichs herausgestellt und der Roman auf Entsprechungen bzw. Divergenzen untersucht werden. In diesem Rahmen wird auch auf die wesentlichen Unterschiede der west- und ostdeutschen Kriegsprosa in dieser durch den Systemgegensatz, den ‚Kalten Krieg’, geprägten Ära eingegangen werden. Außerdem sollen die Hauptkritikpunkte, mit denen sich Das Boot immer wieder konfrontiert sieht, erörtert werden. Ein weiteres Kapitel wird sich mit der Gattungsfrage des Romans beschäftigen, die bislang in der Forschung noch nicht hinreichend beantwortet wurde. Der Fokus wird sich dabei auf dokumentarische Literatur im weiteren und den ‚Dokumentarroman’ im engeren Sinne richten. Der letzte Abschnitt beschäftigt sich dann mit der Stellung, die Das Boot innerhalb der U-Boot-Literatur einnimmt. Dabei soll neben der heftigen Debatte, die der Roman auslöste, auch beleuchtet werden, inwieweit das Werk Buchheims im Schatten seines Autors bzw. dessen Ruf steht.
Studienarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,3, Justus-Liebig-Universität Gießen, Veranstaltung: Intermedialität, 10 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Im Jahre 1985 erschien der Roman „Das Parfum“ von Patrick Süskind. Von der Presse hoch gelobt, war er jahrelang auf Bestsellerlisten (nicht nur in Deutschland) zu finden. Er wurde in 46 Sprachen übersetzt und mit über 15 Millionen Exemplaren verkauft. Solch ein erfolgreiches Buch schrie förmlich danach verfilmt zu werden. Doch eigentlich entspricht Grenouille so gar nicht dem typischen Kinohelden. Süskind wehrte sich lange Zeit sein Drehbuch frei zu geben. Ridley Scott, Tim Burton, Steven Spielberg zeigten neben Bernd Eichinger Interesse an der Verfilmung. Allerdings hoffte der Autor, Gerüchten zufolge darauf, dass Stanley Kubrick seinen Roman verfilmen würde. 2001 erhält Eichinger endlich die Rechte an „Das Parfum“. Es heißt sie haben ihn 10 Millionen Euro gekostet. Aufgrund der Beliebtheit des Romans, wurde die Verfilmung des Stoffes ungeduldig erwartet. Ich werde nun im Folgenden die Romanvorlage in einigen Punkten mit der Verfilmung vergleichen und auf Schwierigkeiten bei der Umsetzung des Buches eingehen (Darstellung der Gerüche, des Protagonisten usw.). Des Weiteren möchte ich mich mit einigen Filmrezensionen beschäftigen, um am Ende ein eigenes Resümee bezüglich der filmischen Welt des Grenouille aus den gewonnen Erkenntnissen ziehen zu können.
Studienarbeit aus dem Jahr 2015 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,7, , Sprache: Deutsch, Abstract: In der vorliegenden Arbeit soll der von Astrid Lindgren verfasste Roman „Die Brüder Löwenherz“, anhand diverser Kennzeichen nach Michael Titzmann, dahingehend analysiert werden, inwiefern es sich bei der Geschichte um eine Initiationsgeschichte im Sinne der Definition handelt. Der Strukturalist und Wissenschaftler Michael Titzmann bildete dazu eine Definition heraus, die auf der Theorie von van Genneps basiert. In Hinblick auf Erzähltexte der Goethezeit und unter Einbezug Genneps Theorien etabliert Michael Titzmann den Begriff „Initiationsgeschichte“. Dabei hat Titzmann „Erzählmuster vorgeschlagen, die strukturell einer Initiation gleichen.“ Damit der Prozess der Initiation in Anlehnung an Titzmann als erfolgreich gilt, müssen drei Schritte im Roman stattfinden. Die erste Phase zeichnet sich durch eine Ablösung von einem sozialen Ausgangssystems aus. Ein soziales Ausgangssystem im Roman kann beispielsweise die Herkunftsfamilie darstellen. Im zweiten Schritt findet die Phase des Experimentierens statt, wobei hier „der Initiand jedoch der Gefahr des Scheiterns ausgesetzt“ ist und der Initiand gleichzeitig entweder eine Selbstfindung oder einen Selbstverlust erlebt. Der Endzustand und somit die letzte Phase in einer Initiationsgeschichte bildet die soziale Reintegration, nachdem sich der Initiand „kurzzeitig in einen außersozialen Zustand“ begeben hat.
Studienarbeit aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Deutsch - Literatur, Werke, Note: 2,3, Universität Kassel, Veranstaltung: Historische Imagination und Geschichtsdidaktik, Sprache: Deutsch, Abstract: Die Kinder- und Jugendliteratur zur Epoche des Nationalsozialismus hat ein immenses Ausmaß angenommen und wird in der Schule oft zur Gestaltung einer Unterrichtseinheit genutzt. Vor allem wird dort auf den Jugendroman Damals war es Friedrich von Hans Peter Richter zurückgegriffen, der schon als Klassiker für den Geschichtsunterricht angesehen werden kann. Doch wird ein genauerer Blick auf diesen Jugendroman geworfen, so wird schnell ersichtlich, dass auch dieser Mängel vorzuweisen hat. Diese Defizite beziehen sich nicht nur auf kleinere Aspekte, wie beispielsweise eine tadelnswerte Identifikationsmöglichkeit für beide Geschlechter, sondern interessanterweise auf die Darstellung der Juden, die einen zentralen Aspekt für die Thematisierung des Nationalsozialismus darstellt. Der Auslöser dieser Arbeit war vor allem die Kritik von Wermke , der u.a. den Umgang mit antisemitischen Stereotypen in dem Roman thematisiert. Dies wurde allerdings nur kurz angeschnitten und auf eine Beschreibung von Stereotypen oder einer Illustration der Judendarstellung im Drittem Reich wurde gänzlich verzichtet. Diese Gesichtspunkte sollen in dieser Arbeit weiter ausgebaut werden. So sollte vorab die Frage geklärt werden, was überhaupt ein Vorurteil und Stereotyp ist und welche Gefahren diese mit sich bringen. Daraufhin sollte die Frage thematisiert werden, ob die Darstellungen der Juden bzw. des Stereotyps Jude in der NS-Propaganda Parallelen mit der in Damals war Friedrich vorweisen. Ebenfalls sollte der Frage nachgegangen werden, wie sich diese Mängel des Romans im Schulunterricht beheben lassen können. [...] Neben diesen genannten Aspekten, stechen vor allem die Aussagen des Lehrer Neudorfs – er ist kein Sympathisant der NSDAP – hervor. [...] Die Erzählung wird von Neudorf fortgesetzt und er erklärt den Schülern, dass die Juden geldgierig sein müssen, denn im Laufe ihrer Geschichte wurden sie auf fürchterlichste Weise beraubt und enteignet, so dass ihnen bewusst wurde, „[...] dass Geld das einzige Mittel ist, mit dem sie sich notfalls Leben und Unversehrtheit erkaufen können.“ Durch diese Textpassage vermittelt Richter eine weitere negative Eigenschaft und zwar Geldgier.
Zwischenprüfungsarbeit aus dem Jahr 2003 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,3, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Veranstaltung: Literatur zwischen den Weltkriegen, 9 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: „Um meine Geschichte zu erzählen, muss ich weit vorn anfangen. Ich müsste, wäre es möglich, noch viel weiter zurückgehen, bis in die allerersten Jahre meiner Kindheit und noch über sie hinaus in die Ferne meiner Herkunft zurück.“ Diesem Zitat liegt der tiefe Sinn des Romans zugrunde. Der Autor gibt dem Leser den ersten Einblick in die Geschichte der Hauptfigur des Textes, indem er den Rezipienten in die Chronologie seines eigenen Lebens involviert. Darüber hinaus verweist er auf die Einflüsse, die sowohl auf ihn als auch auf seinen Ahnen gewirkt haben. Bei der Interpretation des vorliegenden Textes und zeitgleicher Auseinandersetzung mit Hesses Biographie wird deutlich, dass viele Parallelen zwischen der Romanfigur Emil Sinclair und dem Autor existieren. Hesse versteht es, einen literarischen Text derart in autobiographischer Form darzustellen, dass der Leser den Eindruck bekommen kann, es handele sich selbst um eine Autobiographie. Eben diese Relationen zwischen Leben des Autors und seinem Werk „Demian“ werden in dieser Arbeit erörtert. Beginnend mit dem Übergang von Kindheit zu Jugend stellt Hesse eine Person dar, die in einem Zwiespalt zwischen innerer und äußerer Welt befindet. Die Geschichte von Emil Sinclair ist ein intimer literarischer Text, dessen Intention es ist, auf autobiographischer Ebene Hesses Kindheitsgefühle zum Ausdruck zu bringen. Die autobiografische Natur des Werkes beweist uns der Autor, indem er schreibt: „Wir können einander verstehen; aber deuten kann jeder nur sich selbst.“ Mit „Demian“ wendet sich Hesse seiner Kindheit zu, manifestiert in der Jugend der Romanfigur Emil Sinclair. Die in diesem Zusammenhang dargestellten Personen gehören ausschließlich zur inneren Welt der Hauptfigur. Als primäre Hauptfigur der äußeren Welt wird Pistorius dargestellt, der wiederum, die Biographie Hesses berücksichtigend, mit einer Person aus Hesses Leben zu vergleichen ist, nämlich Hesses Psychotherapeut Dr.Lang. „Alle anderen Figuren des Romans sind im Sinne von Jung nur Archetypen“, Symbole, die uns helfen, das Gesamte zu verstehen.
Studienarbeit aus dem Jahr 2010 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 2,3, Ruhr-Universität Bochum (Germanistisches Institut), Veranstaltung: Das Titanic-Archiv, Sprache: Deutsch, Abstract: Sie galt als unsinkbar und doch ist das für unmöglich gehaltene geschehen. Am 15. April 1912 ist die Titanic nach einer Kollision mit einem Eisberg, circa 30 Seemeilen von Neufundland entfernt, gesunken. 1517 Menschen sollen bei einem der größten Seefahrtkatastrophen aller Zeiten ihr Leben gelassen haben. Auch fast 99 Jahre später sorgt das Titanic-Unglück immer mal wieder für Gesprächsstoff. Oft wurde sich in all’ den Jahren diesem Thema angenommen. Die Titanic ist zu einem Medienmythos geworden. Es wurde viel über sie geschrieben und zahlreiche Filme wurden gedreht. Die bekannteste Verfilmung ist wohl die von Regisseur James Cameron aus dem Jahre 1997, die nicht nur elf Oscars einheimste, sondern auch der jüngeren Generation das Unglück ins Bewusstsein rief. Die vorliegende Seminararbeit wird sich mit der Frage der Schuld beschäftigen. Wer oder was ist für den Zusammenstoß mit dem Eisberg und die hohe Opferzahl verantwortlich? Etwa die Reederei White Star Line, weil sie, wie vermutet wird, einen neuen Rekord auf der Strecke zwischen Southampton und New York aufstellen wollte? Oder vielleicht der Kapitän Smith, weil er in der Notsituation falsch handelte? Waren vielleicht zu wenig Rettungsboote an Bord? Wenn ja, warum? Die Frage der Schuld nahm auch in den zeitgenössischen Presseberichten eine nicht unbedeutende Stellung ein. In der vorliegenden Arbeit werden Presseberichte der beiden österreichischen Zeitungen “Neue Freie Presse” und “Prager Tagblatt” untersucht. Die Leitfrage lautet: Wie versuchen die jeweiligen Medien die Frage der Schuld zu klären? Untersucht werden die Berichte zwischen dem 15. April 1912 und dem 22. April 1912, also direkt die Woche nach dem Unglück. Eine ausgedehnte Untersuchung des Unglücks hat zu diesem Zeitpunkt noch nicht stattgefunden, so dass schon jetzt gesagt werden kann, dass keine Aussage über den wahren Schuldigen gemacht werden kann. Vielmehr setzt die Seminararbeit einen Schwerpunkt auf die Frage wie mit der Frage der Schuld umgegangen wird. Was werden für Erklärungen gesucht und wie plausibel sind diese? Auf welche Quellen stützen sich die Journalisten? Die Arbeit beginnt mit einer genauen Vorstellung der beiden untersuchten Tageszeitungen. Es folgt eine Einteilung in drei Kategorien in die man die Frage der Schuld einteilen könnte. In einem nächsten Kapitel werden die beiden Zeitungen auf diese Kategorien hin untersucht. Ein Fazit fasst die gewonnen Ergebnisse zusammen.
Studienarbeit aus dem Jahr 2004 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 2,0, Freie Universität Berlin (Germanistische Linguistik), Veranstaltung: HS 16761, Sprache: Deutsch, Abstract: Gliederung: 1 Einleitung 1.1 Vorstellung der Autorin Elfriede Jelinek 1.2 Inhaltsangabe 2 Formanalyse 2.1 Erzähler (Stimme) 2.2 Modus: Distanz vs. Fokalisierung (Perspektive) 2.3 Erzählzeit und erzählte Zeit 2.4 Wortspiele und Rhetorik, Musikalität in der Erzählung 3 Sprache, Macht, Gewalt 3.1 Fazit Und um ein Gefühl für den Schreibstil der Arbeit zu bekommen hier eine kurze Sequenz: "„Erikas Eitelkeit macht der Mutter zu schaffen und bohrt ihr Dornen ins Auge. Diese Eitelkeit ist das einzige...was Erika noch aufgeben muss, ist die Eitelkeit.“ Handelt es sich hierbei um interne Fokalisierung, die im inneren Monolog restlos verwirklicht ist, oder um wortgetreue Redewiedergabe durch die Erzählinstanz? Beim Inneren Monolog verschwindet die außenstehende Erzählinstanz. Die Figur, deren „Selbstgespräch“ wir lesen, wird zur einzigen Figur, die wir noch wahrnehmen. Dafür spricht vor allem die verwendete Alltagssprache in der fraglichen Sequenz, der deutliche Perspektivwechsel in dem Einschub, der suggeriert, es handle sich um einen aufgeteilten Gedankengang und die Tatsache, dass der Text im Präsens geschrieben ist. Aber bei genauerem Hinsehen fallen zwei Aspekte auf, die einen Inneren Monolog unwahrscheinlicher werden lassen: das unpersönliche Pronomen „man“ gleich am Anfang, und das Fehlen einer inquit-Formel in Gestalt eines verbum credendi. Dass wir der Sprachverwendung Jelineks und ihrer Erzählinstanzen nicht blind vertrauen dürfen, lernen wir bereits in den ersten Absätzen. Ihre Sprache strotzt nur so vor Überraschungsmomenten.
Studienarbeit aus dem Jahr 2002 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 2 +, Universität Hamburg (-), Veranstaltung: Seminar II: Franz Kafka, Sprache: Deutsch, Abstract: Die Geschichte von Josefine und dem Mäusevolk In Kafkas Erzählung „Josefine, die Sängerin oder das Volk der Mäuse“ wird dem Leser durch eine anonyme Maus von der einzigartigen und rätselhaften Stellung der Sängerin Josefine im Volk der Mäuse berichtet. Die Erzählermaus, selber Teil des Volkes und zugleich kritisch distanziert, macht die Haltungen von Volk und Sängerin einsichtig. Obwohl das Volk in dem von ihr angepriesenen Gesang lediglich ein schwaches, übliches Pfeifen zu vernehmen meint, wird es von seiner Macht fortgerissen, hält Josefine in Ehren und erträgt geduldig ihre Künstlerallüren. Dies wirft sowohl beim Erzähler als auch beim Leser die Frage nach der tieferen Wirkung ihrer Auftritte auf. Die Nachgiebigkeit des Volkes hört allerdings da auf, wo es sich den Forderungen der Sängerin nach Arbeitsbefreiung versagt. Hier liegt der Wendepunkt der Geschichte: Josefines Illusion über ihren Gesang auf der einen und die Realität des Mäusevolkes auf der anderen Seite sind dermaßen inkongruent, dass es zu keiner Lösung kommt und es mit Josefine zuende gehen muss. In der Ahnung, dass ihre Kunst vom Volk nicht verstanden wird, strebt sie umso mehr nach gesteigerter Anerkennung. Um sich nicht selbst untreu zu werden, muss sie mit ihrer Forderung “stehen oder fallen“(212). In narzisstischer Selbstüberschätzung vermeint sie, der desillusionierenden Zurückweisung durch die auch für sie wirksamen Gesetze sowie dem Abbruch ihrer Glaubwürdigkeit entgehen zu können: Sie verschwindet...
Studienarbeit aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Deutsch - Literatur, Werke, Humboldt-Universität zu Berlin (Institut für deutsche Literatur), Sprache: Deutsch, Abstract: Erich Kästner ist einer der bekanntesten deutschen Schriftsteller, sowohl in Deutschland als auch im Ausland. Verse von ihm wie beispielsweise „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“ sind quasi sprichwörtlich geworden, zu Jahres- und Todestagen finden sich in allen großen Zeitungen Nachrufe und Kommentare zu seinem Werk. Kästner ist einer der „großen“ Kinderbuchautoren, die Verkaufszahlen seiner Romane für Kinder übersteigen die Verkaufszahlen seiner anderen Werke bei weitem. Darüber hinaus ist bezeichnend, dass seine Kinderromane im Gegensatz zu seiner Literatur, die dezidiert Erwachsenen zugesprochen wird, vielfach übersetzt worden sind. Dennoch scheint Kästner heute immer mehr zu verschwinden. Als das ZDF im November 2003 die „100 größten Deutschen“ in der Sendereihe „Unsere Besten“ suchte, landetet Kästner erst auf Platz 111. Als im Rahmen der gleichen Sendereihe im Oktober 2004 die „100 Lieblingsbücher der Deutschen“ gesucht worden sind, tauchten zwar viele Kinderbücher – von Joanne K. Rowlings „Harry Potter“ über Michael Endes „Momo“ bis hin zu Astrid Lindgrens „Pippi Langstrumpf“-, nicht jedoch Kästner auf. Im Rahmen dieser Hausarbeit möchte ich nicht klären, wie es um Kästners Stand als heutiger Bestseller-Autor bestellt ist, sondern mich speziell einem seiner Romane für Kinder, dem „doppelten Lottchen“ (DL) widmen. Bewusst sind auch die Vorformen des Romans vernachlässigt worden, da mein Hauptaugenmerk auf der Begründung des Erfolges des erschienen Romans liegt. Es ist nicht das Ziel, den Roman zu analysieren, sondern ich möchte „Das doppelte Lottchen“ in den Kontext des Seminars einordnen. Dazu möchte ich zunächst die Frage klären, ob man bei dem DL überhaupt von einem Erfolgsmodell sprechen kann und wenn dem so ist, worin dieser mögliche Erfolg begründet liegt. Hierbei werde ich versuchen, auch dauerhafte und für heute gültige Erfolgsfaktoren zu finden.
Studienarbeit aus dem Jahr 2005 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 2,0, Universität Rostock, 5 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Das Symbol ist ein Sinnbild - ein Bild, das für einen Sinn steht. Das Unsichtbare und Unsagbare des Sinnes bekommt einen Ausdruck im Bild. H ans Egli. Dieses Zitat macht deutlich, wie schwierig es ist, ein Symbol zu definieren. Bei jedem Versuch merkt man, dass mit dem Begriff ‚Symbol’ eigentlich fast alles gemeint sein kann. In bestimmten Zusammenhängen hat fast jedes ‚Ding’ einen Symbolwert, der sich aber mit dem Zusammenhang auch ändern kann. Trotzdem ist der Sinn eines Symbols nicht beliebig, denn sie sind meist allgemeingültig und werden überall auf der Welt verstanden. Bei einem Symbol geht es also darum, dass eine bestimmte Botschaft vermittelt werden soll, die sich jeder entschlüsseln kann, ohne dass der Sender seine Absichten lange erklären muss. Oftmals ist das durch die richtige Verwendung eines Symbols nicht notwendig und vor allen Dingen kann man manchmal in einem Bild viel besser ausdrücken, was man meint. Frei nach dem Sprichwort: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Hier erkennt man auch deutlich die Ökonomieansprüche eines Symbols. Der Mensch kürzt und verkürzt wo er kann und gerade bei Symbolen handelt es sich um Abkürzungen eines ansonsten komplexen Sachverhalts. Oftmals kann ein Symbol mehrere Intensionen haben und die Aufgabe des Empfängers des Symbols ist es dann, den richtigen Sinn aus dem Zusammenhang herauszufiltern. Dabei ist es natürlich notwendig die verschiedenen Bedeutungen der einzelnen Symbole zu kennen. Was nicht bekannt ist, kann auch nicht gedeutet werden. Es gibt aber auch keine objektive oder einzig richtige Deutung, vielmehr hängt es davon ab, wie der Einzelne das Symbol wahrnimmt und interpretiert. Gerade in der Literatur spielen Symbole eine große Rolle, da meistens für ein breites Publikum geschrieben wird und man sich bestimmter Bilder bedienen muss, die eine breite Masse auch versteht. Dass auch Storm sich bevorzugt Bildern mit hohem symbolischen Charakter widmete, macht folgendes Zitat deutlich: „Yet few interpretations of Storm’s Novellen could pass muster without reference to his use of symbols, for in the overwhelming preponderance of his fiction symbolism plays a central role”. (Artiss 1978, 15) [...]
Studienarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,0, Westfälische Wilhelms-Universität Münster (Germanistisches Institut: Abteilung Neuere deutsche Literatur), Veranstaltung: Günter Grass. Ausgewählte Romane, 8 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: So alt wie Die Blechtrommel ist die Debatte um die literaturhistoriographische Einordnung des Romandebüts von Günter Grass aus dem Jahr 1959. In Deutschland ein Skandalerfolg erlangte Die Blechtrommel auch in den USA Berühmtheit und stellte für den jungen Autor den internationalen Durchbruch dar. In Folge der rasch erworbenen Meriten des epischen Erstlingswerkes erschienen in Deutschland zahlreiche Artikel, Aufsätze und Dissertationen zur Blechtrommel. Darüber hinaus betraf die Thematik des Romans direkt den Prozeß der kulturellen Selbstverständigung und Identitätsfindung der jungen Bundesrepublik. Unter dem pragmatistisch – restaurativen Geist der Adenauer – Ära und der Betriebsamkeit der Wirtschaftswunderzeit schwelte der Konflikt der unzureichend aufgearbeiteten NS – Vergangenheit. Die Identitätssuche der Bundesrepublik war von schweren sozialpsychologischen Verwerfungen begleitet. Wenn Identität der Kontinuität bedarf, so war eine unkorrumpierte Traditionslinie kaum auszumachen. Auch konnte im Zeichen der militärischen Niederlage des Deutschen Reiches und der anschließend oberflächlich und auf Geheiß der Siegermächte durchgeführten Entnazifizierungsmaßnahmen kein identitätsstiftender Gründungsmythos der jungen Republik gesehen werden. In dieser ambivalenten kulturhistorischen Situation formierte sich im September 1947 um den Publizisten Hans Werner Richter die Gruppe 47. Dieser lose Verband von Schriftstellern, dem später Günter Grass beitrat, hatte es sich zur Aufgabe gemacht, die neue Literaturszene der Bundesrepublik zu formieren und sich im literarischen Bereich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Die Politisierung der Literatur – die Diskussion über Verantwortungen und Möglichkeiten im Bereich ästhetischer Kunst – drehte sich wesentlich um die Bereiche persönlicher oder kollektiver Schuld vor einem historischen Horizont, dem selbst jede teleologische Heilserwartung abzusprechen war. Die Historismusdebatte zog den wissenschaftlichen und kulturellen Geschichtsbegriff selbst in den Blickpunkt der Kritik. Der Gang der Geschichte und das persönliche Schicksal des Menschen schienen von nicht kontrollierbaren und irrationalen Faktoren abhängig. Kontinuität war nur noch als Verhängnis sichtbar. Die epische Dichtkunst hatte so das Verhältnis von individueller Lebenssphäre und der kollektiven Historie, vor dem Hintergrund einer Auseinandersetzung mit der konkreten katastrophischen Vergangenheit, ästhetisch zu bestimmen.
Studienarbeit aus dem Jahr 2012 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,3, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, Veranstaltung: Literatur und Terror, Sprache: Deutsch, Abstract: In der vorliegenden Hausarbeit werden relativ unbekannte, fiktionale Romane auf die Figur der Ulrike Meinhof untersucht und die Interpretation der Journalistin und RAF-Terroristin analysiert. Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit Ulrike Meinhof, einstmals anerkannte Journalistin der linksintellektuellen Szene und späteres Führungsmitglied der „Roten Armee Fraktion“. Es wird untersucht, welche Interpretation ihrer Persönlichkeit die aktuelle Literatur vornimmt. Dabei ist zu beachten, dass das Gros der Autoren, die in den letzten vierzig Jahren über sie schrieben, die „wahre“ Ulrike Meinhof nicht kannten und somit durch das medial vermittelte Bild ihrer Person geleitet wurden. Die Geschichte der ersten Generation der RAF, die in diesem Falle von Bedeutung ist, wird als bekannt vorausgesetzt und somit recht detailfrei wiedergegeben. Auch die persönliche Biographie von Frau Meinhof nimmt einen vergleichsweise knappen Raum ein. Es wird versucht, eine möglichst neutrale Darstellung zu skizzieren, die weder durch die Hysterie der 1970er Jahre geprägten dezidiert negativen noch von Sympathisanten getätigten positiven Einschätzungen folgt. Aufgrund der Fülle an Literatur und Filmen über die RAF und mehr oder minder vergleichbare Organisationen und Gruppierungen, gehe ich nur auf ausgewählte Werke ein. Auffallend ist, dass Ulrike Meinhof verhältnismäßig wenig in fiktionaler Literatur erwähnt wird. Viele Romane, die sich auf die Rote Armee Fraktion beziehen, thematisieren entweder fiktive Figuren oder nicht selten die Liebesgeschichte zwischen Andreas Baader und Gudrun Ensslin, die aufgrund ihres „Bonnie und Clyde“-Charakters mehr Stoff liefert, obgleich Ulrike Meinhof das politische Aushängeschild der Roten Armee Fraktion war. Im Theater ist es genau umgekehrt. Ich werde Stücke vergleichen, in denen Ulrike Meinhof als absolute Hauptfigur herausragt. Am Abschluss steht eine Analyse dieser fiktionalen Texte. Wie wird sie heutzutage, mehrere Jahrzehnte nach ihrem Tod und fast 15 Jahre nach der offiziellen Selbstauflösung der Roten Armee Fraktion durch die dritte Generation dargestellt? Findet durch den zeitlichen Abstand eine Heroisierung oder doch eher eine Diffamierung ihrer statt? Wird die politische Motivation beachtet oder liegt der Fokus auf den terroristischen Akten? Diese und weitere Fragen sollen im Fazit beantwortet werden. u.a.: Erin Cosgrove, Dea Loher,Dagmar Leupold
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