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Excerpt from England und die Transvaal-Bahn: Ein Völkerrechtliches Gutachten

Zwischen der englischen Regierung und der Transvaal Eisenbahngesellschaft (im Folgenden abgekürzt: T. E.) finden zur Zeit völkerrechtliche Erwägungen und Verhandlungen statt, die ihren Grund in den Kriegsereignissen des vergangenen J abres haben. Da die T. E. Hauptsächlich auf holländischem und deutschem Capital begründet ist, sind die Regierungen des Königreiches der Niederlande und des Deutschen Reiches an der Feststellung derjenigen Gesichtspunkte, welche bei jenen Verhandlungen nach Völkerrecht entscheidend sind, in jedem Falle interessirt, weil daraus sich eventuell staatsrechtliche Schlussfolgerungen ergeben. Oh die englischen Maassnahmen im gegenwärtigen Stadium der transvaal-krisis bereits nach den völkerrechtlichen Gesichtspunkten der definitiven debellatio oder nach denjenigen der gewissermaassen provisorischen occupatio zu benrtheilen sind, ist fiir den Kernpunkt der schwebenden Streitfrage irrelevant, da für diese die Rechte des Occupanten und des Debellanten im Wesentlichen die gleichen sind (vgl. 1nten S. Die nachfolgende Darlegung verfolgt lediglich den Zweck, ohne jede politische Parteinahme aus den thatsäch lichen Ereignissen die Gesichtspunkte herausznschälen, welche fiir die Entscheidung nach Recht und Gerechtigkeit maass gehend sein müssen; diese Gesichßpunkte allein können für die Kaiserlich deutsche und die Königlich niederländische Regierung Grund zur Intervention in dem Rechtsstreite bieten.

Eine eingehende Verhandlung uber die Sache fand bereits am 11. October 1900 statt vor einer nach der Besetzung der transvaal-hauptstadt durch die Englander niedergesetzten und mit den weitreichendsten Vollmachten ausgestatteten Un ter suchungs-commission in Pretoria. Die englische Presse brachte zwar ausführliche Mittheilungen über diese Verband lungen; ein amtlicher Bericht aber liegt nicht vor, kann somit auch nicht zur Grundlage der nachfolgenden völkerrechtlichen Erörterung gemacht werden. Der Antrag des als Zeugen vor dieser Commission vernommenen Directors der T. E., ihm wenigstens eine amtliche Abschrift seines eigenen Verneh mungsprotokolles zu gewähren, wurde unbegreiflicher Weise abgelehnt.l) Die Vernehmung des Directors fand statt, nach dem die Bureaus der Gesellschaft sammt allem Urkunden ma.terial von den Engländern beschlagnahmt worden waren, so dass der Zeuge nur auf sein Gedächtniss angewiesen war; dem Angebot genauerer Feststellung der Thatsachen aus den Papieren der Gesellschaft wurde keine weitere Folge gegeben.

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