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Studienarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,0, Universität Potsdam, Sprache: Deutsch, Abstract: Kaum jemand hat so hautnah über die Auswirkungen des nationalsozialistischen Terrors geschrieben wie der jüdische Romanist Victor Klemperer. Klemperer war kein klassischer Held des Widerstands, der durch besonderen Witz, Charme oder Mut überlebt hat. Er war ein Mensch, der unter Ängsten litt, manchmal ungerecht war, sich irrte, aber eben auch durchhielt bis zum Letzten, weil er sich durch Nichts und Niemanden davon abbringen ließ, Zeugnis abzulegen. Zeitlebens führte er Tagebuch und notierte akribisch alles, was sich in seinem Leben zutrug. So schildert der in Dresden lebende Klemperer, wie sich der gewöhnliche Faschismus nach und nach in den Alltag einnistet. Im Aufbau-Verlag erscheinen 1995 jene Tagebücher, die Victor Klemperer zwischen 1933 und 1945 geschrieben hatte. Binnen kurzer Zeit avancieren die beiden Bände mit dem Titel "Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten" zum Bestseller und werden vier Jahre später für das Fernsehen verfilmt (1999, ARD). Seither ist der Name Victor Klemperer in Deutschland ein fester Begriff. Auch sein Buch LTI - Notizbuch eines Philologen, eine Sprachanalyse des Dritten Reichs, die auf den Aufzeichnungen der Tagebücher basiert, wurde ein Kultbuch. In seinem Werk LTI, das eine profunde Kritik an der Sprache des Dritten Reichs liefert, verbindet Klemperer in seiner Darstellung sowohl wissenschaftliche Analysen sprachkritischer Betrachtungen als auch biographische Elemente miteinander. Diese eher ungewöhnliche Konzeption präsentiert die LTI anschaulich und verständlich, ohne sich dabei im Rahmen einer rein wissenschaftlichen Abhandlung auf einen tendenziell elitären Leserkreis zu konzentrieren. Vielleicht ist dies auch ein Grund, warum sich Klemperers LTI einer solchen Beliebtheit erfreut. Im Folgenden soll darauf eingegangen werden, was Klemperer dazu bewegte das Buch LTI zu schreiben und wie seine Entstehungsgeschichte aussah, warum er es LTI nannte und vor allem, was man bzw. Klemperer unter dem LTI-Begriff versteht. Eine Analyse unter dem Gesichtspunkt des LTI-Begriffes, worauf im weiteren Verlauf immer wieder Bezug genommen wird, ist im Anhang zu finden. Dabei wurde der LTI-Begriff sowohl im engeren als auch im weiteren Sinn verstanden und unterteilt, die Charakteristika der LTI herausgearbeitet und ein Versuch eines Lexikons unternommen, welches sich wiederum in Wortarten und bestimmte Einzelmerkmale unterteilt.
Studienarbeit aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 2,0, Justus-Liebig-Universität Gießen (Sprache Literatur Kultur - Germanistik), Veranstaltung: Paul Celan, Sprache: Deutsch, Abstract: Die Niemandsrose ist der vierte von acht Bänden und seine Fertigstellung dauerte vier Jahre. Das Gedicht „Die Silbe Schmerz“, welches ich in dieser Arbeit analysieren werde, befindet sich ziemlich am Ende des Gedichtszyklus. Dieser Gedichtband nimmt eine besondere Stellung innerhalb des Gesamtwerkes ein, denn er stellt den Höhe- und Wendepunkt Celanscher Dichtung dar: Die Gedichte entstanden zwischen 1959 und 1963. Eine Lebensphase Celans, die durch zunehmende psychische Instabilität gezeichnet war. Einerseits sah er sich durch antisemitische Literaturkritiker bedroht, fühlte sich wegen seiner jüdischen Herkunft diskriminiert und fürchtete ein Wiederaufleben des Antisemitismus in Deutschland. Andererseits stürzte ihn die sogenannte „Goll-Affäre“ in tiefe Depressionen. Claire Goll bezichtigte Celan im Jahre 1960, er habe von ihrem Mann Ivan Goll abgekupfert. Für Celan begann hiermit eine persönliche sowie dichterische Neuorientierung. Im Zentrum standen jetzt vor allem die Beschäftigung mit russischer Literatur (besonders zwischen den Jahren 1960 und 1961) und dem Judentum. In keinem andern Zyklus tauchen so häufig jüdische Begrifflichkeiten, Mythen und derartiges auf. Er widmete den Zyklus dem russischen Lyriker Ossip Mandelstam. Dieser stellt einen besonderen Bezugspunkt Celans dar, da Mandelstam ebenfalls jüdischer Abstammung und verfolgter Dichter war. Viele Gedichte haben biografischen Hintergrund und wurden zu bestimmten Ereignissen verfasst. Einige der letzten Gedichte des Bandes beziehen sich zum Beispiel auf einen Aufenthalt in der Bretagne. Es handelte sich dabei damals um einen für Celan sehr schwierigen Lebensabschnitt, da er oben genannte Rückschläge zu verkraften hatte und sich im Zuge dessen zum ersten Mal in klinische Behandlung begeben musste. Sein psychisch instabiler Zusstand verschlechtert sich auch in den darauffolgenden Jahren immer mehr und er verfällt in tiefe Depressionen. Gebeutelt vom schicksalhaften Leben flüchtet er sich immer wieder in sein dichterisches Schaffen. [...]
Studienarbeit aus dem Jahr 2010 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,3, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (Deutsches Seminar), Veranstaltung: Hauptseminar "Heinrich von Kleist", Sprache: Deutsch, Abstract: Zu Beginn der Novelle trifft der Leser auf eine im Einklang lebende Familie, bald muss er jedoch feststellen, dass diese Einheit -einer Fassade gleich- so schnell zerstört wie aufgebaut werden kann. Der zweifelhafte und unbeständige Charakter der dargestellten Familie, der sich nach der Aufnahme des kleinen Nicolo immer deutlicher manifestiert, führt letztendlich zu einer versuchten Vergewaltigung und einer brutalen Mordszenerie. Der Rezipient gewinnt beim unkritischen Lesen schnell den Eindruck, dass Kleists Findling die Geschichte eines jungen Mannes namens Nicolo erzählt, dessen Charakter sich im Handlungsverlauf als durch und durch boshaft entpuppt. Damit wäre auch die Frage nach der Schuldigkeit an der Gewaltentwicklung eindeutig geklärt: Nicolo, das Findelkind, dankt seinen Adoptiveltern die freundliche Aufnahme in den Kreis der Familie mit Hass und Gewalt. Diese negative und einseitige Einschätzung des Protagonisten ergibt sich vor allem aus den zahlreichen Bewertungen des Erzählers, die der Leser schnell geneigt ist zu übernehmen. Bis in die 1970er Jahre wurde in der Forschung die Ansicht vertreten, dass Nicolo das absolut Böse verkörpere. Erst in den 80er Jahren wurde diese Auffassung hinterfragt und Nicolo wurde vom Status des ewigen Sündenbocks befreit. Jürgen Schröder diskutiert in seinem Aufsatz Kleists Novelle Der Findling. Ein Plädoyer für Nicolo die Frage, ob eine klare Schuldzuweisung überhaupt von Kleist intendiert war. Insbesondere unter dem Gesichtspunkt, dass die Mehrdeutigkeit ein typisches Merkmal für den kleistschen Stil ist, erhält die Anzweiflung der Hauptschuldigkeit Nicolos erst recht eine Berechtigung. Ist es überhaupt möglich, eine spezifische Quelle, z.B. ein bestimmtes Ereignis, für das gewaltvolle Ende auszumachen oder liegt die Triebfeder für den Gewaltakt vielleicht in der vielschichtigen Figurenkonstellation und in der allmählichen Verkettung diverser „Vorfälle“ ? In vorliegender Arbeit soll herausgearbeitet werden, in welchem Verhältnis die Familienmitglieder zueinander stehen und inwiefern diese Konstellation den Nährboden für die grauenvolle Entwicklung darstellt. Dabei wird die Sonderrolle Nicolos von zentralem Interesse sein, der als Letzter in den Kreis der Familie aufgenommen wird und damit die Künstlichkeit derselben komplettiert.
Studienarbeit aus dem Jahr 2003 im Fachbereich Germanistik - Literaturgeschichte, Epochen, Note: 1,3, Friedrich-Schiller-Universität Jena (Neuere deutsche Literatur), Veranstaltung: Einführung in die Dramenanalyse, 24 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Es soll geklärt werden, wie Claire Zachanassian im Rahmen des Stückes dargestellt wird und welche Rolle ihr darin zukommt. Dabei soll folgendermaßen vorgegangen werden: Da die Entstehungszeit relevant für das Textverständnis ist, erfolgt zuerst ein kurzer Überblick zu Genese und Rezeption des gesamten Stückes. Danach kann sich der Figur formal genähert und die Mittel der Personendarstellung geklärt werden. In diesen Kontext gehört, auf das Groteske als Stilmittel der Figurencharakterisierung einzugehen. Dies wird in einem gesonderten Kapitel geschehen. Ein Fazit darüber, in welchem Maße die eingangs gestellten Fragen nach dem Formalen und dem Grotesken der alten Dame beantwortet werden konnten und welche Sichtweisen ausgeklammert werden mussten, soll die Arbeit zusammenfassend abschließen. Zur Auswahl des Themas haben den Verfasser drei Gründe bewogen. Zum einen das Interesse an der Dramentheorie des Schweizer Autors, zum anderen das Anliegen, den Begriff 'grotesk' näher zu untersuchen und letztendlich, eine weibliche Dramengestalt zu fokussieren, da im Rahmen des Seminars der Hauptakzent auf die Rolle der Frau im Drama gelegt wurde. Als "formale Mittelpunktsfigur des Dramas" [Müller, Rolf: Komödie im Atomzeitalter. Gestaltung und Funktion des Komischen bei Friedrich Dürrenmatt. Frankfurt / Main, Bern, New York, Paris: Lang 1988. S.96.] wird sie beschrieben und als "groteske Zentralfigur des Stückes" [Ebd.]: Claire Zachanassian aus Friedrich Dürrenmatts tragischer Komödie "Der Besuch der alten Dame" [Dürrenmatt, Friedrich: Der Besuch der alten Dame. Eine tragische Komödie. In: Friedrich Dürrenmatt: Gesammelte Werke in sieben Bänden. Band 1: Stücke. Zürich: Diogenes 1991a. S.571-696.]. Andere, wie zum Beispiel Elisabeth Brock- Sulzer meinen, "Claire Zachanassian ist der Katalysator dieses Dramas - kaum mehr." [Brock-Sulzer, Elisabeth: Friedrich Dürrenmatt. Stationen seines Lebens. Mit Fotos, Zeichnungen, Faksimiles. Zürich: Diogenes 1986. S.80.] Diese gegensätzlichen Aussagen sollen der vorliegenden Hausarbeit als Ansätze dienen.
Studienarbeit aus dem Jahr 2014 im Fachbereich Germanistik - Linguistik, Note: 1,3, Universität Paderborn (für Germanistik und vergleichende Literaturwissenschaft), Veranstaltung: Schriftlich oder mündlich? – Kommunikation in den digitalen Medien, Sprache: Deutsch, Abstract: Dass die sprachliche Kommunikation in digitalen Medien mit ihrer einhergehenden Veränderung durchaus hohen Stellenwert bei den Germanisten und Sprachwissenschaftlern einnimmt, zeigt schon die Tatsache, dass eben diese seit nunmehr zwanzig Jahren immer wieder Tatbestand verschiedener Forschungs- und Untersuchungsansätze ist. Im Verlauf dieser Arbeit soll nun auf den verschiedenen Sprachgebrauch zweier unterschiedlicher Kommunikationsmittel näher eingegangen werden. Als Untersuchungsgegenstände liegen hierbei zum einen das Medium der E-Mail und zum anderen das verschiedener Messenger Programme zugrunde. Die Wahl der E-Mail ist damit zu begründen, dass diese seit nun mehr rund zwanzig Jahren einen stetigen Begleiter im Alltag und Arbeitsbereich einer großen Bevölkerungsanzahl darstellt und somit auch die Veränderung der Sprache in den digitalen Kommunikationsmitteln, quasi seit Beginn dieser, mit beeinflusst hat. Als Vergleichsobjekt zur E-Mail sollen in dieser Arbeit zwei verschiedene Messenger Programme untersucht und verglichen werden. Zum einen soll hierbei der Sprachgebrauch in dem Programm WhatsApp analysiert und zum anderen sollen Facebook Nachrichten genauer beleuchtet werden. Die Auswahl der Messenger Programme ist darauf zurückzuführen, dass diese sich erst seit wenigen Jahren zunehmender Beliebtheit erfreuen, verstärkt genutzt werden und gleichwohl ein eher jüngeres Kommunikationsmittel darstellen. Da die Kommunikation per Messenger Programm eher dem privaten Bereich zuzuordnen ist, sollen auch vornehmlich private E-Mails untersucht werden. Beide Kommunikationsformen sind graphisch realisiert und da der Fokus in dieser Arbeit auf der privaten Konversation zwischen Gesprächsparteien liegen soll, kann auch davon ausgegangen werden, dass sowohl die E-Mail als auch die Messenger Programme eine Tendenz zur konzeptionellen Mündlichkeit aufweisen.
Studienarbeit aus dem Jahr 2004 im Fachbereich Didaktik - Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft, Note: 1,0, Universität Erfurt (Erziehungswissenschaftliches Institut), Veranstaltung: Kinderliteratur und Neue Medien, Sprache: Deutsch, Abstract: Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit Astrid Lindgrens Kinderbuch Ronja Räubertochter und dessen Umsetzung in verschiedenen Medien, nämlich Film, Hörspiel und Computerspiel. Zuerst werden das Buch und einige Gedanken zur Analyse vorgestellt und in den folgenden Kapiteln werden die verschiedenen Adaptionen behandelt. Ronja Räubertochter kann man durchaus als einen Klassiker der Kinderliteratur bezeichnen. Obwohl das Buch erst vor gut zwanzig Jahren geschrieben wurde, kann man aufgrund der zeitlosen und in der menschlichen Gesellschaft stets aktuellen Thematik von Freundschaft, Liebe zur Natur, Verantwortungsbewußtsein und daraus resultierender Ablehnung von Gewalt, davon ausgehen, dass das Buch seine Brisanz behält. Für Kinder im Grundschulalter ist diese Geschichte sicherlich von besonderem Interesse. Wie aus einer Studie des Institutes für Grundschulpädagogik und Kindheitsforschung der Universität Erfurt hervorgeht, bevorzugen Kinder im Grundschulalter Literatur, in denen Abenteuer erzählt werden und die phantastische Elemente enthält (also Märchen, Sagen und Phantasiegeschichten).1 Abenteuer und Märchenhaftes kommen in Ronja Räubertochter auf nahezu jeder Seite vor. Man kann also davon ausgehen, dass dieses Buch eine gute Möglichkeit bietet, Lesemotivation bei Grundschulkindern zu fördern, da es all das beinhaltet, was Kinder fesselt, träumen läßt und emotional bewegt. 1 vgl. Richter 2002
Studienarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,0, Friedrich-Schiller-Universität Jena (Institut für Literaturwissenschaft), Veranstaltung: Kafkas Romane, Sprache: Deutsch, Abstract: Ein rätselhaftes Gericht macht einem rätselhaften Prokuristen angesichts dessen rätselhafter Schuld einen rätselhaften Prozess, und niemand wundert sich – ‚absurd’, möchte man meinen, korrigiert sich und bringt es auf den Terminus ‚grotesk’, auch nicht, vielleicht ‚auf groteske Weise absurd’, besser, wenngleich nicht treffend. Man merkt, welchem Bedürfnis der Neologismus ‚kafkaesk’ gerecht wird – dieser Terminus vermag nämlich, einen beklemmenden, geheimnisvollen und die Logik der Alltagswelt transzendierenden Sachverhalt zu titulieren, ohne das diesem Sachverhalt Eigentümliche und das für Kafkas Erzählungen typisch Rätselhafte durch althergebrachte Begrifflichkeiten zu verschleiern. Doch wieso gibt Kafka des Rätsels Lösung so ungern preis, wieso lässt Kafka seine Rezipienten stets so hilflos zurück, ja wieso schreibt Kafka so kafkaesk? Einen möglichen Erklärungsansatz liefert der Verweis auf den für Kafka vielleicht erkenntnistheoretisch notwendigen erzähltechnischen Perspektivenmonismus, welcher den Schritt aus einem bewusstseinsimmanenten Standpunkt in den Raum einer objektiven Realität – für Erzähler, Figur und Rezipienten gleichermaßen – schlichtweg verweigert. Durch Friedrich Beißner wurde Kafkas Œuvre erstmals in extenso erzähltheoretisch durchleuchtet – Beißner gab entscheidende und folgenreiche Aufschlüsse über Kafkas spezifische Erzähltechnik, welche man fortan mit dem von Beißner etablierten Begriff der Einsinnigkeit zu fassen versuchte. Was diese Einsinnigkeit zu bedeuten hat und ob das einsinnige Erzählen von Kafka tatsächlich derart rigoros, wie von Beißner behauptet, beibehalten wird, soll exemplarisch am Roman Der Proceß untersucht werden. Genettes verdienstvolle Theorie der Erzählung soll das dafür notwendige Instrumentarium bieten. Die Frage des ersten Teils dieser Untersuchung lautet demgemäß: ‚Ob und inwiefern lässt sich die für Kafkas Werk von Beißner propagierte spezifische Einsinnigkeit des Erzählens am Roman Der Proceß anhand Genettes Erzähltheorie nachweisen?’ Darauf basierend soll die Frage nach der Funktion dieses Erzählens gestellt werden. ‚Inwiefern lässt sich Kafkas Erzähltechnik als Indikator für ein erkenntnistheoretisches Problemfeld oder auch als Symptom für ein geschichts- oder gesellschaftsspezifisches Krankheitsbild verstehen?’, lautet die Fragestellung für den zweiten Teil dieser Untersuchung.
Studienarbeit aus dem Jahr 2003 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,8, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, 10 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Der einstige Titel des Gedichtes „Einem, der vor der Tür stand“, nämlich „Que sont mes amis devenus?“ 5 scheint einen Hinweis auf einen Freund, womöglich auf einen falschen, vielleicht auch auf eine reale Person zu geben. Es könnte auch der Schluss gezogen werden, dass es sich bei dieser getilgten Überschrift um einen Versuch handelt, die Interpreten davon abzuhalten, den vor der Tür stehenden als Golem zu identifizieren. Ob nun bloße Irreführung oder eine Gleichsetzung mit einer existierenden Person das Motiv war, geht aus dem Inhalt nicht hervor, der einstige Titel erscheint nicht im Druck der „Niemandsrose“ und Celans Gedichte werden folglich nach ihrer ersten Zeile benannt, da jegliche bezeichnenden Überschriften fehlen. Es liegt auch nahe, bei den falschen Freunden eine Parallele zur „Goll-Affäre“ zu ziehen, welche etwa ein Jahrzehnt vor der Publikation der „Niemandsrose“ durch eine Plagiat-Anschuldigung begann. In Paris lernte Paul Celan den Leukämiepatienten und Lyriker Yvan Goll kennen und übersetzte auf dessen Wunsch einige seiner Gedichtszyklen aus dem Französischen ins Deutsche. Drei Jahre nach dem Ableben von Yvan Goll wurde Celan durch die erste private Beschuldigung von Claire Goll bezichtigt, die letzten entstandenen Verse ihres Ehemannes für den Band „Mohn und Gedächtnis“ verwendet zu haben. Paul Celan war zutiefst erschüttert, versuchte stets die Anschuldigungen von sich zu weisen, vermutete eine antisemitische Kampagne hinter den Plagiatsvorwürfen und wurde zusehends misstrauischer. Bis zu seinem Tod versuchte Celan seine poetische Integrität zu verteidigen und chiffrierte in seinen Gedichten die Erschütterung über diesen Rufmordversuch. Die Übersetzung der einstigen Überschrift, folglich: „Was sind meine Freunde geworden?“ ließe nun den Schluss zu, in die Richtung zu interpretieren, dass ein einstiger Freund, namentlich die Witwe Goll, zu einem Feind geworden war. [...]
Studienarbeit aus dem Jahr 2005 im Fachbereich Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik, Note: Sehr gut, Universität Wien, 5 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Der Erec, ein höfischer Roman von 10135 Versen, entstand etwa um 1180/85 und wurde – trotz seines hohen Bekanntheitsgrades nach seiner Entstehung – nur in einer einzigen, annähernd vollständigen Hs. (im sog. Ambraser Heldenbuch, A) überliefert (der Iwein in fast 20!). Die Hs. stammt aus der Sammlung des Erzherzogs Ferdinand von Tirol (1529 – 1595) und wurde in der Klosterbibliothek auf Schloss Ambras bei Innsbruck gefunden. Heute wird die Sammelhandschrift in der österreichischen Nationalbibliothek in Wien aufbewahrt (Wien, Cod. Vind., Ser. nova 2663). Das Ambraser Heldenbuch wurde zwischen 1504 und 1515 von Hans Ried, Zöllner am Eisack bei Bozen, in einem bairischen frühneuhochdeutschen Schreibdialekt der Innsbrucker Kanzleien für Kaiser Maximilian I. angefertigt. Darin sind 25 verschiedene Texte zur mhd. Epik aus dem 12. und 13. Jahrhundert enthalten, 15 davon werden als Unikate angesehen, da sie ausschließlich im Ambraser Heldenbuch überliefert wurden. Die Ambraser Hs. enthält bedeutende, literarhistorische Werke; unter ihnen Heldenepen (z.B. Nibelungenlied, Biterolf, Wolfdietrich, Kudrun), sowie weitere höfische Epen und Verserzählungen (z.B. Hartmanns Iwein und Erec, Strickers Frauenlob und Wernhers Meier Helmbrecht, und Wolframs Titurel). Daneben sind noch drei (mit dem neuen Zwettler-Bruchstück vier) Fragmente aus dem 13. und 14. Jahrhundert überliefert: K, V und W. Außerdem sind noch weitere zwei Hs. urkundlich bezeugt, jedoch nicht überliefert. Die Vermutung, dass mehrere Textzeugen verloren gegangen sind, ist kaum von der Hand zu weisen.
Studienarbeit aus dem Jahr 2013 im Fachbereich Germanistik - Linguistik, Note: 1,0, Johannes Gutenberg-Universität Mainz (Deutsche Philologie), Sprache: Deutsch, Abstract: Seit Mitte der neunziger Jahre hat das Internet als Informations- und Kommunikationsmittel einen enormen Zuwachs erfahren. Heutzutage ist jedem Nutzer der elektronische Austausch von Informationen und Nachrichten möglich. Seit der Etablierung des Smartphones ist dieser Informations- und Nachrichtenaustausch nicht einmal mehr an den Computer gebunden. Das Smartphone wird immer mehr zu einer multifunktionalen Kommunikationszentrale, die es dem Verbraucher ermöglicht, unabhängig vom Ort jederzeit Daten zu erhalten. So lösen die angebotenen Internetdienste wie Chats, Diskussionsforen oder E-Mails klassische Mitteilungsträger wie den Brief nahezu gänzlich ab. Die Entstehung und Nutzung der, durch das Smartphone eröffneten, neuen Kommunikationsformen, führen zu einem neuen Forschungsfeld für die Sprachwissenschaft. Gerade der Chat stellt ein notwendiges Verständigungsmittel für den Mitteilungsaustausch dar. Als die Service-Leistungen der Smartphones, die heute zur Selbstverständlichkeit geworden sind, 2002 noch vage Visionen waren, prognostizierte Freyermuth, dass das Internet zu einem ‚Evernet‘ werden würde und die permanente Vernetzung und die ‚Immer-an-Kommunikation‘ zum Regelfall. Diese Prognose ist zur heutigen Realität geworden. Insbesondere für Jugendliche ist die Nutzung von Chats und Instant-Messengern nicht mehr wegzudenken. Eine besonders tragende Rolle spielt dabei die Applikation ‚WhatsApp‘ (Eine Form des Chats für Smartphones). Binnen vier Jahren hat WhatsApp rund 450 Millionen aktive Nutzer gewonnen, Tendenz stark steigend. Der WhatsApp Gründer Jan Koum berichtet davon, dass täglich fast eine Millionen Nutzer hinzukommen. Durch derartige Zahlen wird deutlich: Ein Großteil der Kommunikation findet heute über das Internet statt. Das Schreiben hat durch die Medien einen neuen Status bekommen. Dies hat, wie sich bereits vermuten lässt, auch Auswirkungen auf unseren Schreibstil. Es wurde bereits hinreichend festgestellt, dass sich in den computerbasierten Kommunikationsformen des Internets tatsächlich ein neuer Schreibstil etabliert hat, der viele Elemente beinhaltet, die als ‚konzeptionell Mündlich‘ einzuordnen wären.
Studienarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Didaktik - Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft, Note: 2,0, Universität Vechta; früher Hochschule Vechta, 5 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Die Erzählung Astrid Lindgrens ́Pippi Langstrumpf ́ ist 1945 in schwedischer und 1949 in deutscher Sprache erschienen. 1950 folgte ́Pippi geht an Bord ́ und 1951 ́Pippi in Taka- Tuka-Land ́. Pippi Langstrumpf wurde in mehr als 30 Sprachen übersetzt1 und ist „eines der berühmtesten Kinderbücher der Welt.“2 Die drei ́Pippi Langstrumpf ́-Bände „haben sich [...] zu einem Klassiker der Kinder- und Jugendliteratur des 20. Jahrhunderts entwickelt. Sie gehören sowohl zu den Longsellern als auch zu den Bestsellern und sind nach wie vor äußerst beliebt bei den jungen Leserinnen und Lesern.“3 Astrid Lindgren rückt eine Kinderfigur in den Mittelpunkt des Buches, die den Mut hat, ihr Leben eigenständig zu steuern. Sie stellt eine Person mit ungewöhnlichen Eigenschaften dar und tut das, wovon Kinder nur träumen. Die Autorin vermischt in den Erzählungen eine kindliche Fantasiewelt mit realistischem Hintergrund. Anliegen dieser Arbeit ist es, das Besondere des Buches herauszustellen und zu zeigen, dass es eines der beliebtesten Kinderbücher der Welt ist. Dabei wird auf die unterschiedlichen Charaktere der drei Hauptpersonen eingegangen, das Fantastische und Außergewöhnliche bei Pippi Langstrumpf verdeutlicht und eine didaktische Untersuchung durchgeführt.
Studienarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,3, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Veranstaltung: Wissenschafts- und Literaturgeschichte der Atombombe, 10 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: „Die Reportage und ihr Produzent, der Reporter, sind landläufig die Begriffe, die am ehesten mit Journalismus in Verbindung gebracht werden.“ Der heute unbekannte Korrespondent der New York Times, William L. Laurence, der am 9. August 1945 Zeuge der Zerstörung Nagasakis wurde, hat den ersten Bericht über den zweiten Atombombenabwurf der Geschichte geschrieben. Jedoch zeigt sein Bericht wenig Recherche und ist der betroffenen Zivilbevölkerung gegenüber völlig gefühllos. Das Ergebnis ist eine schlechte Berichterstattung des Ereignisses. Laurence verschenkte so den Ruhm einer Pionierarbeit. Kritiker sagen seine Engstirnigkeit sei nicht zu entschuldigen, Laurence ziehe den Ruf des Reporters in den Dreck. John Hersey dagegen, der erst im Nachhinein mit einigem Abstand zu seinem Augenzeugenbericht über die Opfer der ersten Atombombe in Hiroshima schrieb, ist dem amerikanischem Publikum ein geläufiger Name. Er setzt mit seiner Reportage „Hiroshima, 6.August 1945, 8 Uhr 15“, einer Reihe von personell verknüpften Augenzeugenberichten, den Markstein, der eigentlich Laurence hätte gehören müssen. Nüchtern und doch einfühlsam berichtete Hersey von den Gefühlen, dem Leid und den Gedanken sechs Betroffener. Er wählt hierfür die Form der journalistischen Reportage, die 1946 in dem Magazin „The New Yorker“ gedruckt wurde und auf großes Interesse stieß. In folgender Arbeit wird aufgezeigt, inwiefern „Hiroshima“ als Reportage gilt. Über die Begriffsbestimmung und den geschichtlichen Hintergrund, nähert sich dieser Aufsatz der Praxis des Reportageschreibens. Dabei werden sowohl Funktion und Anforderung an die Reportage, als auch mögliche Themenfelder und Vorraussetzungen besprochen. Zum Schluss grenzt diese Arbeit die Elemente einer spannenden Reportage ein. All diese Punkte sollen direkt am Beispiel von „Hiroshima“ aufgezeigt werden und mit Exempeln aus dem Text belegt werden.
Studienarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Germanistik - Linguistik, Note: 2,3, Georg-August-Universität Göttingen (Seminar für deutsche Philologie), Veranstaltung: Sprache und Sexualität, 5 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Bereits seit einiger Zeit ist in zahlreichen Magazinen wie der „Coupé“, „Praline“, „Wochen- end“ oder selbst der „Bild-Zeitung“ der Begriff Sexualität kein Tabuthema mehr, über welches aufgrund der Gefahr von Anstößigkeiten nicht geschrieben werden darf. Fernsehen, Buchautoren, ja selbst der Hörfunk stehen dem bis vor kurzer Zeit noch brisanten Thema, welches höchstens in privater, stiller Umgebung hinter den eigenen vier Wänden angesprochen wurde, mittlerweile offen und aufgeschlossen gegenüber. Vielfach wurde dies von Sprachwissenschaftlern erkannt und zum Anlass genommen, ihre Forschungen auch auf dieses Gebiet auszuweiten und zu konzentrieren. Im heutigen Informationszeitalter ist es daher unabdingbar, den Forscherdrang überdies auf neuartige Kommunikationsmöglichkeiten zu lenken. Eine wohl unbestreitbar revolutionäre Entwicklung stellt hierbei das Internet mit seinen zahlreichen Kommunikationsplattformen dar. Besonders hervorzuheben sind dabei die verschiedenartigen Chats, mit denen das Internet dem Nutzer aufwartet. Der Begriff „chat“ ist dem Englischen entlehnt und steht für „plaudern“ bzw. „schwatzen“. Früher geschah dies über den so genannten IRC (internet relay chat), welcher den Usern (Nutzern) jedoch ein umfangreiches Wissen über notwendige Befehlseingaben abverlangte und den Einsatz einer chatspezifischen Software (Telnet) forderte. Mit der Entwicklung neuartiger Webchats wurde dieser Nachteil beseitigt: Die User surfen über das Internet eine zentrale Chatseite an, bei der sie sich anmelden und unter fiktiven Namen einer Art Konferenzschaltung beitreten, deren einzelne Chaträume (Channel) meist durch ein zentrales Oberthema vorab charakterisiert sind. So finden sich bestimmte Themenchannel wie z.B. Jugendchannel im Sinne von „Teen-Spirit“ oder „Schueler“ und Channel für fremdsprachige Chatter wie „Europa“ oder „Bizim-Kanal“ wieder. Für diese Arbeit soll der Blick einzig und allein auf den erotischen Channeln liegen. Hierbei stellt der Webchat „Chatcity“ eine überaus geeignete Kommunikationsplattform dar, da er alle möglichen Unterhaltungsthemen in einem Chat vereinigt und somit ein breites Userspektrum bietet, an dem Untersuchungen bequem vorgenommen werden können. Zentrales Untersuchungsthema sollen dabei die Möglichkeiten sein, die sich den Usern für eine erotische bzw. sexual-verbale Kommunikation bieten; aber auch Schwierigkeiten der Onlinekommunikation sollen gleichfalls erörtert und vorgestellt werden.
Studienarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Didaktik - Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft, Note: 1, Justus-Liebig-Universität Gießen (Institut für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur), Veranstaltung: Leselunst und Evolution, 6 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit dem aktuellsten Roman des Bestsellerautors Ken Follett, „Eisfieber“. Die englische Originalausgabe trägt den Titel „Whiteout“ und ist im Jahr 2004 erschienen. Die deutsche Ausgabe wurde von Till R. Lohmeyer und Christel Rost aus dem britischen Englisch übersetzt und wird seit September 2005 durch den Gustav Lübbe Verlag publiziert. Der Roman umfasst 461 Seiten, welcher sich in drei Teile („Heiligabend“, „Erster Weihnachtsfeiertag“, „Zweiter Weihnachtsfeiertag“) plus Epilog („Erster Weihnachtsfeiertag ein Jahr später“) untergliedern lässt. Teil Eins umfasst 20 Kapitel, Teil Zwei 31. Der „Zweite Weihnachtsfeiertag“ besteht lediglich aus einem Kapitel. Die einzelnen Abschnitte sind nach der jeweiligen Uhrzeit benannt. Daraus ergibt sich eine Kongruenz aus Erzählzeit und Erzählter Zeit. Der Originaltitel „Whiteout“ wurde unglücklich mit „Eisfieber“ übersetzt. „Mit dem englischen Begriff White-Out bezeichnet man in der Meteorologie die extreme Helligkeit, die bei dünner Bewölkung und einer Neuschneeauflage (z.B. im Hochgebirge oder auch in den Polregionen) zu beobachten ist. Die Ursache für die extreme Helligkeit liegt in der starken diffusen Reflexion des Sonnenlichts an den Schneekristallen und der Bewölkung. Der Begriff White-Out bezieht sich dabei speziell darauf, dass durch die extreme diffuse Reflexion jegliche Konturen der Landschaft verloren gehen können, was eine völlige Orientierungslosigkeit zur Folge haben kann.“(http://www.top-wetter.de/lexikon/w/whiteout.htm) Dieser Prozess spielt in Folletts Roman eine zentrale Rolle: er ist dafür verantwortlich, dass sich der Handlungsverlauf zuspitzt und sich zum Klimax steigert. Die deutsche Übersetzung lässt keinen direkten Zusammenhang von Titel und Handlung zu. [...] Der Roman soll aus literaturwissenschaftlicher Sicht analysiert werden. Das Augenmerk soll dabei besonders auf die Techniken der Spannungserzeugung, die Bestimmung des Erzählers sowie die Figurenkonzeption gelegt werden, um herauszufinden, welche Faktoren Leselust erzeugen und einen Roman damit zum Bestseller machen.
Studienarbeit aus dem Jahr 2016 im Fachbereich Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft, Note: 1,3, Freie Universität Berlin (Institut für Deutsche und Niederländische Philologie), Veranstaltung: Kurze Prosa im Deutschunterricht, Sprache: Deutsch, Abstract: Assassin’s Creed ist ein von Ubisoft entwickeltes Computerspiel, das namensgebend für eine ganze Computerspielreihe und die dazugehörigen Adaptionen in anderen Medien geworden ist. 2007 wurde Assassin’s Creed für Windows, Xbox 360 und Playstation 3 erstmals veröffentlicht. Mittlerweile sind insgesamt neun Hauptspiele, verschiedene Spin-Offs, Comics und Bücher mit Bezug zur Reihe erschienen. Assassin’s Creed zeichnet sich durch einige charakteristische Spielelemente aus. So werden in entsprechenden Tests die interaktive, lebendig wirkende Spielwelt, die ansprechende Grafik, die Fähigkeiten der Hauptfigur sowie die überzeugende Handlung betont. Innerhalb des Spiels lassen sich sowohl eher spiel- als auch eher filmbetonte Sequenzen unterscheiden, die durch die Rahmenhandlung in eine kausale Reihenfolge gebracht werden. Auf diese narrativen Elemente legt die vorliegende Arbeit ihr Hauptaugenmerk, indem sie die den ersten Teil der Assassin’s Creed-Reihe narratologisch analysiert. Da die Übertragung erzähltheoretischer Kategorien auf Computerspiele teilweise kritisiert wird, andererseits aber auch kein allgemein anerkanntes medienspezifisches Modell zur Computerspielnarratologie vorliegt, können methodische Überlegungen nicht ausgespart werden. Daher werden am Anfang des zweiten Abschnitts Einwände gegen eine Anwendung erzähltheoretischer Kategorien dargestellt und erläutert, wieso aus Sicht des Verfassers stattdessen eine Analyse mithilfe von filmnarratologischen Kategorien geboten ist. Auf Grundlage der Erkenntnisse der im zweiten Abschnitt durchgeführten Analyse soll in der Schlussbetrachtung abschließend auch auf mögliche Implikationen hinsichtlich der Integration von Assassin’s Creed und vergleichbaren Computerspielen in den schulischen Deutschunterricht eingegangen werden.
Studienarbeit aus dem Jahr 2004 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,3, FernUniversität Hagen (Institut für Neuere Deutsche Literatur), Veranstaltung: Fiktion, Mimesis, Mythos, Poesie. Grundbegriffe und Grundfragen der Literaturwissenschaft, 6 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Thema dieser Hausarbeit ist die Frage, ob es ein universelles Muster für den Weg des Protagonisten gibt, nach dem gelungene Geschichten funktionieren. Dabei werde ich mich an Christopher Vogelers Buch “Die Odyssee des Drehbuchschreibens”, das diese These vertritt, halten und sie an Hand von zwei Werken überprüfen. Vogeler geht davon aus, dieses universelle Muster gefunden zu haben, das sich daraus ergibt, dass der gelungene Held einer Geschichte sowohl in den überlieferten Mythen als auch in modernen Geschichten immer dieselben Entwicklungsschritte durchmachen muss. Da dieses Muster sich auch in der realen Welt wiederhole, gelinge so auch eine stärkere Identifikation mit dem Helden. Vogeler stützt sich bei seiner These auf den Mythenforscher Joseph Campbell, der die großen Religionen, Märchen, Mythen und Bräuche auf ihre Gemeinsamkeiten hin untersucht hat. Wenn Vogeler Recht hat, muss seine Theorie sich auch auf die großen Werke der Literatur beziehen lassen können, deshalb soll seine These auch an einem Klassiker der Dramenliteratur, Schillers “Wilhelm Tell“, überprüft werden. Gleichzeitig werde ich “Sling Blade” von Billy Bob Thornton, ein modernes Drehbuch, auf Vogelers These hin untersuchen, um den Vergleich abzurunden. Beide Beispiele behandeln das Motiv des Tyrannenmordes. Auch die Verschiedenheit der Gattungen ist nur vordergründig, wenn man dem Lesen den Vorrang vor der Inszenierung gibt. Zunächst gehe ich deshalb in einem Exkurs über die Verwandtschaft von Drehbuch und Drama sowie gesondert auf die Poetik ein, da sich seine Anforderungen an die Tragödie zum größten Teil auch auf Drehbücher übertragen lassen. Daraufhin interpretiere ich die einzelnen Szenen der beiden Werke im Hinblick auf die Übereinstimmung mit den jeweiligen Etappen der Reise des Helden nach Vogeler. Dabei geht es nicht um eine vollständige Interpretation, sondern darum, herauszufinden, inwieweit Vogelers Theorie auf zwei scheinbar völlig weit auseinanderliegende Werke zutrifft. Dabei werde ich mich auf das “Zweite(s) Buch: Die Etappen der Reise” konzentrieren und untersuchen, inwieweit Karl Childers und Wilhelm Tell den “Weg des Helden“ vollziehen.
Facharbeit (Schule) aus dem Jahr 2012 im Fachbereich Didaktik - Deutsch - Erörterungen und Aufsätze, Note: 2, , Sprache: Deutsch, Abstract: 1. Einleitung Ich habe mich für die Geschichte des doppelten Lottchens von Erich Kästner entschieden, da ich bereits als Kind Kästners Romane wie: Emil und die Detektive, Pünktchen und Anton oder Das doppelte Lottchen sehr gemocht und geradezu verschlungen habe. Besonders an dieser Geschichte gefällt mir heute, dass Erich Kästner mit den damaligen Konventionen gebrochen hat und einen für die damalige Zeit untraditionellen Familienroman geschrieben hat. In dieser Arbeit möchte ich das Buch Das doppelte Lottchen von 1949 mit dem Film Charlie & Louise von 1994 vergleichen. Ich habe mich für die Film-Adaption von 1994 entschieden, da sich in den knapp 50 Jahren von 1949 bis 1994 eine immenser gesellschaftlicher Umbruch vollzogen hat, speziell hinsichtlich des Familienbildes und der Rolle der Frau innerhalb der Familie. So ergibt sich die Leitfrage dieser Arbeit: „Inwiefern unterscheidet sich die Darstellung der Familie im Film von der Darstellung der Familie in Erich Kästners Roman?“ Zunächst werde ich kurz den Inhalt von Buch und Film wiedergeben, woraufhin ich im Hauptteil meiner Arbeit Buch und Film miteinander vergleichen und die Unterschiede in der Darstellung der Familien herausarbeiten werde. Besonderes Augenmerk bei diesem Vergleich werde ich auf den Wandel der Familienbilder in den 50er bis 90er Jahren legen und mögliche Ursachen und Hintergründe für eine abweichende Darstellung aufweisen.
Unterrichtsentwurf aus dem Jahr 1994 im Fachbereich Didaktik - Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft, , Sprache: Deutsch, Abstract: Nachdem Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre antifaschistische und pazifistische Sozialbewegungen deutlich das öffentliche Leben in der Bundesrepublik Deutschland mitbestimmten und das Anliegen dieser Bewegungen in weiten Teilen der Bevölkerung positiv aufgenommen wurde, zeigt sich heute, da die damals befürchteten Gefahren reale Gestalt angenommen haben - sei es in Form von Brandschätzen auf Häuser und Wohnungen ausländischer Mitbewohner, wohlverpackter antisemitischer Propaganda oder gestiefelter Aufmärsche von Neonazis und Skin-Heads in Straßenräumen und Fußballstadien - eine große und weitgehende Apathie und Hilflosigkeit gegenüber solchen Ausschreitungen. Die Teile der Jugend, die gegen diese Erscheinungen protestieren, fühlen sich intellektuell , moralisch und sozial allein gelassen. Mit dem folgenden Unterrichtsentwurf soll bewusst wertend Stellung bezogen werden, nämlich für einen aufklärerischen, an humanistischen Zielen orientierten Deutschunterricht, der nicht nur auf kognitive Wissensvermittlung abzielt, sondern auch die Gefühlswelt einbezieht, um zu einer abgerundeten sozialen, moralischen und ästhetischen Urteilsbildung zu gelangen. Dafür wurde exemplarisch der antifaschistische Roman von Stefan Heym „Der Fall Glasenapp“, der 1942 erstmals unter dem Titel „Hostages“ (deutsch: „Geiseln“) in den USA erschien, dort zum Bestseller und auch verfilmt wurde, ausgesucht. (1) Der Roman soll im Unterricht ganzheitlich behandelt werden, d.h. er wird unter historischen, biografischen, literaturwissenschaftlich-stilistischen und zeitgenössisch-rezeptionswirksamen Aspekten untersucht und als Ausgangspunkt für Übungen zur schriftlichen Textinterpretation sowie zu eigener Textproduktion benutzt.
Studienarbeit aus dem Jahr 2004 im Fachbereich Germanistik - Linguistik, Note: 1,7, Philipps-Universität Marburg (Germanistik), Veranstaltung: Prosodie des Deutschen, Sprache: Deutsch, Abstract: In ihrer Arbeit „Deutsche Wortprosodie: Abschwächungs- und Tilgungsvorgänge“ von 1997 stellt Sylvia C. Löhken ein umfassendes Modell vor, welches anhand einer eigenen Weiterentwicklung der Optimalitätstheorie versucht, Lautwandelphänomene in den Sprachstufen des Deutschen zu erfassen. Neben der Akzentverschiebung im Althochdeutschen und Vokalabschwächungen in den Stufen des Althochdeutschen und Mittelhochdeutschen behandelt die Autorin Phänomene der Vokaltilgung im Übergang vom Mittelhochdeutschen zum Neuhochdeutschen. Diese Arbeit greift die Ergebnisse ihres constraintbasierten Ansatzes auf, um sich dem Phänomen der Varianz auf der Sprachstufe des aktuellen Umgangsdeutsches bzw. seiner „regionalen“ Sonderformen innerhalb der Neuen Medien – insbesondere innerhalb des Internets und vergleichbarer digitaler Dienste (Email, SMS, LARP) – zu beschäftigen, insoweit sie Tilgungen des Schwa-Lautes betreffen. Es stehen diejenigen „optionalen“ Schwa-Tilgungen im Zentrum des Interesses, welche eine Verkürzung des Stammorphems mit sich bringen; außerdem auch diejenigen innerhalb der ersten Person Indikativ von Verben. Gerade das zuletzt angesprochene Phänomen spielt auch eine entscheidende Rolle in den üblich gewordenen „Comicwörtern wie *freu*, *grins*, *schmoll*“, welche im Deutschen auf den Gebrauch durch Erika Fuchs in den Mickey-Mouse-Heften zurückgeführt werden
Magisterarbeit aus dem Jahr 2005 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 2,15, Ludwig-Maximilians-Universität München, Sprache: Deutsch, Abstract: Lothar-Günther Buchheims Das Boot, 1973 erschienen, ist zunächst als Roman gekennzeichnet, d. h. ein Kernbereich, in den das Buch einzuordnen und in dem es zu behandeln ist, ist die Kriegsprosa nach 1945, und zwar in der Hauptsache die deutsche Kriegsprosa nach 1945. Einen weiteren Bereich der Literatur, in den Das Boot aufgrund seiner speziellen Thematik fällt, stellt die sog. ‚U-Boot-Literatur’ dar. Die Bandbreite ist enorm. Sie reicht von historiographischen und technisch-wissenschaftlichen Arbeiten (maritimer Fachliteratur) bis zu populärwissenschaftlichen Büchern und erstreckt sich bis in die ‚Niederungen’ der sog. ‚Landserhefte’. Die Bedeutung von Buchheims Boot für diesen Literaturbereich wird ein wesentlicher Aspekt dieser Arbeit sein. Zunächst soll in einem knappen Exkurs die Frage geklärt werden, ob Das Boot als erster Teil einer angeblichen Trilogie, gewissermaßen isoliert von den anderen beiden Teilen, untersucht werden kann. Dann soll kurz auf die grundsätzlichen Probleme bei der Kategorisierung in Kriegsliteratur bzw. Anti-Kriegsliteratur eingegangen werden. In einem nächsten Schritt wird Das Boot dann mit der Kriegsprosa nach 1945 in Zusammenhang gebracht. Dazu sollen Motive, Hauptströmungen und Kontinuitäten innerhalb dieses thematischen Teilbereichs herausgestellt und der Roman auf Entsprechungen bzw. Divergenzen untersucht werden. In diesem Rahmen wird auch auf die wesentlichen Unterschiede der west- und ostdeutschen Kriegsprosa in dieser durch den Systemgegensatz, den ‚Kalten Krieg’, geprägten Ära eingegangen werden. Außerdem sollen die Hauptkritikpunkte, mit denen sich Das Boot immer wieder konfrontiert sieht, erörtert werden. Ein weiteres Kapitel wird sich mit der Gattungsfrage des Romans beschäftigen, die bislang in der Forschung noch nicht hinreichend beantwortet wurde. Der Fokus wird sich dabei auf dokumentarische Literatur im weiteren und den ‚Dokumentarroman’ im engeren Sinne richten. Der letzte Abschnitt beschäftigt sich dann mit der Stellung, die Das Boot innerhalb der U-Boot-Literatur einnimmt. Dabei soll neben der heftigen Debatte, die der Roman auslöste, auch beleuchtet werden, inwieweit das Werk Buchheims im Schatten seines Autors bzw. dessen Ruf steht.
Studienarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,3, Justus-Liebig-Universität Gießen, Veranstaltung: Intermedialität, 10 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Im Jahre 1985 erschien der Roman „Das Parfum“ von Patrick Süskind. Von der Presse hoch gelobt, war er jahrelang auf Bestsellerlisten (nicht nur in Deutschland) zu finden. Er wurde in 46 Sprachen übersetzt und mit über 15 Millionen Exemplaren verkauft. Solch ein erfolgreiches Buch schrie förmlich danach verfilmt zu werden. Doch eigentlich entspricht Grenouille so gar nicht dem typischen Kinohelden. Süskind wehrte sich lange Zeit sein Drehbuch frei zu geben. Ridley Scott, Tim Burton, Steven Spielberg zeigten neben Bernd Eichinger Interesse an der Verfilmung. Allerdings hoffte der Autor, Gerüchten zufolge darauf, dass Stanley Kubrick seinen Roman verfilmen würde. 2001 erhält Eichinger endlich die Rechte an „Das Parfum“. Es heißt sie haben ihn 10 Millionen Euro gekostet. Aufgrund der Beliebtheit des Romans, wurde die Verfilmung des Stoffes ungeduldig erwartet. Ich werde nun im Folgenden die Romanvorlage in einigen Punkten mit der Verfilmung vergleichen und auf Schwierigkeiten bei der Umsetzung des Buches eingehen (Darstellung der Gerüche, des Protagonisten usw.). Des Weiteren möchte ich mich mit einigen Filmrezensionen beschäftigen, um am Ende ein eigenes Resümee bezüglich der filmischen Welt des Grenouille aus den gewonnen Erkenntnissen ziehen zu können.
Studienarbeit aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Didaktik - Deutsch - Literatur, Werke, Note: 2,3, Universität Kassel, Veranstaltung: Historische Imagination und Geschichtsdidaktik, Sprache: Deutsch, Abstract: Die Kinder- und Jugendliteratur zur Epoche des Nationalsozialismus hat ein immenses Ausmaß angenommen und wird in der Schule oft zur Gestaltung einer Unterrichtseinheit genutzt. Vor allem wird dort auf den Jugendroman Damals war es Friedrich von Hans Peter Richter zurückgegriffen, der schon als Klassiker für den Geschichtsunterricht angesehen werden kann. Doch wird ein genauerer Blick auf diesen Jugendroman geworfen, so wird schnell ersichtlich, dass auch dieser Mängel vorzuweisen hat. Diese Defizite beziehen sich nicht nur auf kleinere Aspekte, wie beispielsweise eine tadelnswerte Identifikationsmöglichkeit für beide Geschlechter, sondern interessanterweise auf die Darstellung der Juden, die einen zentralen Aspekt für die Thematisierung des Nationalsozialismus darstellt. Der Auslöser dieser Arbeit war vor allem die Kritik von Wermke , der u.a. den Umgang mit antisemitischen Stereotypen in dem Roman thematisiert. Dies wurde allerdings nur kurz angeschnitten und auf eine Beschreibung von Stereotypen oder einer Illustration der Judendarstellung im Drittem Reich wurde gänzlich verzichtet. Diese Gesichtspunkte sollen in dieser Arbeit weiter ausgebaut werden. So sollte vorab die Frage geklärt werden, was überhaupt ein Vorurteil und Stereotyp ist und welche Gefahren diese mit sich bringen. Daraufhin sollte die Frage thematisiert werden, ob die Darstellungen der Juden bzw. des Stereotyps Jude in der NS-Propaganda Parallelen mit der in Damals war Friedrich vorweisen. Ebenfalls sollte der Frage nachgegangen werden, wie sich diese Mängel des Romans im Schulunterricht beheben lassen können. [...] Neben diesen genannten Aspekten, stechen vor allem die Aussagen des Lehrer Neudorfs – er ist kein Sympathisant der NSDAP – hervor. [...] Die Erzählung wird von Neudorf fortgesetzt und er erklärt den Schülern, dass die Juden geldgierig sein müssen, denn im Laufe ihrer Geschichte wurden sie auf fürchterlichste Weise beraubt und enteignet, so dass ihnen bewusst wurde, „[...] dass Geld das einzige Mittel ist, mit dem sie sich notfalls Leben und Unversehrtheit erkaufen können.“ Durch diese Textpassage vermittelt Richter eine weitere negative Eigenschaft und zwar Geldgier.
Zwischenprüfungsarbeit aus dem Jahr 2003 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,3, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Veranstaltung: Literatur zwischen den Weltkriegen, 9 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: „Um meine Geschichte zu erzählen, muss ich weit vorn anfangen. Ich müsste, wäre es möglich, noch viel weiter zurückgehen, bis in die allerersten Jahre meiner Kindheit und noch über sie hinaus in die Ferne meiner Herkunft zurück.“ Diesem Zitat liegt der tiefe Sinn des Romans zugrunde. Der Autor gibt dem Leser den ersten Einblick in die Geschichte der Hauptfigur des Textes, indem er den Rezipienten in die Chronologie seines eigenen Lebens involviert. Darüber hinaus verweist er auf die Einflüsse, die sowohl auf ihn als auch auf seinen Ahnen gewirkt haben. Bei der Interpretation des vorliegenden Textes und zeitgleicher Auseinandersetzung mit Hesses Biographie wird deutlich, dass viele Parallelen zwischen der Romanfigur Emil Sinclair und dem Autor existieren. Hesse versteht es, einen literarischen Text derart in autobiographischer Form darzustellen, dass der Leser den Eindruck bekommen kann, es handele sich selbst um eine Autobiographie. Eben diese Relationen zwischen Leben des Autors und seinem Werk „Demian“ werden in dieser Arbeit erörtert. Beginnend mit dem Übergang von Kindheit zu Jugend stellt Hesse eine Person dar, die in einem Zwiespalt zwischen innerer und äußerer Welt befindet. Die Geschichte von Emil Sinclair ist ein intimer literarischer Text, dessen Intention es ist, auf autobiographischer Ebene Hesses Kindheitsgefühle zum Ausdruck zu bringen. Die autobiografische Natur des Werkes beweist uns der Autor, indem er schreibt: „Wir können einander verstehen; aber deuten kann jeder nur sich selbst.“ Mit „Demian“ wendet sich Hesse seiner Kindheit zu, manifestiert in der Jugend der Romanfigur Emil Sinclair. Die in diesem Zusammenhang dargestellten Personen gehören ausschließlich zur inneren Welt der Hauptfigur. Als primäre Hauptfigur der äußeren Welt wird Pistorius dargestellt, der wiederum, die Biographie Hesses berücksichtigend, mit einer Person aus Hesses Leben zu vergleichen ist, nämlich Hesses Psychotherapeut Dr.Lang. „Alle anderen Figuren des Romans sind im Sinne von Jung nur Archetypen“, Symbole, die uns helfen, das Gesamte zu verstehen.
Studienarbeit aus dem Jahr 2010 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 2,3, Ruhr-Universität Bochum (Germanistisches Institut), Veranstaltung: Das Titanic-Archiv, Sprache: Deutsch, Abstract: Sie galt als unsinkbar und doch ist das für unmöglich gehaltene geschehen. Am 15. April 1912 ist die Titanic nach einer Kollision mit einem Eisberg, circa 30 Seemeilen von Neufundland entfernt, gesunken. 1517 Menschen sollen bei einem der größten Seefahrtkatastrophen aller Zeiten ihr Leben gelassen haben. Auch fast 99 Jahre später sorgt das Titanic-Unglück immer mal wieder für Gesprächsstoff. Oft wurde sich in all’ den Jahren diesem Thema angenommen. Die Titanic ist zu einem Medienmythos geworden. Es wurde viel über sie geschrieben und zahlreiche Filme wurden gedreht. Die bekannteste Verfilmung ist wohl die von Regisseur James Cameron aus dem Jahre 1997, die nicht nur elf Oscars einheimste, sondern auch der jüngeren Generation das Unglück ins Bewusstsein rief. Die vorliegende Seminararbeit wird sich mit der Frage der Schuld beschäftigen. Wer oder was ist für den Zusammenstoß mit dem Eisberg und die hohe Opferzahl verantwortlich? Etwa die Reederei White Star Line, weil sie, wie vermutet wird, einen neuen Rekord auf der Strecke zwischen Southampton und New York aufstellen wollte? Oder vielleicht der Kapitän Smith, weil er in der Notsituation falsch handelte? Waren vielleicht zu wenig Rettungsboote an Bord? Wenn ja, warum? Die Frage der Schuld nahm auch in den zeitgenössischen Presseberichten eine nicht unbedeutende Stellung ein. In der vorliegenden Arbeit werden Presseberichte der beiden österreichischen Zeitungen “Neue Freie Presse” und “Prager Tagblatt” untersucht. Die Leitfrage lautet: Wie versuchen die jeweiligen Medien die Frage der Schuld zu klären? Untersucht werden die Berichte zwischen dem 15. April 1912 und dem 22. April 1912, also direkt die Woche nach dem Unglück. Eine ausgedehnte Untersuchung des Unglücks hat zu diesem Zeitpunkt noch nicht stattgefunden, so dass schon jetzt gesagt werden kann, dass keine Aussage über den wahren Schuldigen gemacht werden kann. Vielmehr setzt die Seminararbeit einen Schwerpunkt auf die Frage wie mit der Frage der Schuld umgegangen wird. Was werden für Erklärungen gesucht und wie plausibel sind diese? Auf welche Quellen stützen sich die Journalisten? Die Arbeit beginnt mit einer genauen Vorstellung der beiden untersuchten Tageszeitungen. Es folgt eine Einteilung in drei Kategorien in die man die Frage der Schuld einteilen könnte. In einem nächsten Kapitel werden die beiden Zeitungen auf diese Kategorien hin untersucht. Ein Fazit fasst die gewonnen Ergebnisse zusammen.
Studienarbeit aus dem Jahr 2015 im Fachbereich Germanistik - Linguistik, Note: 1,3, Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen, Sprache: Deutsch, Abstract: Mit der vorliegenden Hausarbeit soll untersucht werden, ob es sich bei dem von Sascha Lobo geprägten Begriff „Latenznazi“ um ein neues Schlagwort handelt. Hierzu wird der Begriff zunächst anhand von Definitionen von Schlagwörtern analysiert. Nach einem ersten Zwischenfazit werden anschließend verschiedene Merkmale und Analysekategorien speziell nach Schröter näher betrachtet und diese mit dem Latenznazi in Beziehung gesetzt. Zum Schluss soll eine abschließende Einschätzung über die Eignung als Schlagwort erfolgen. Am 17.12.2014 wurde der Artikel „Die Mensch-Maschine: Nichts sehen, nichts hören, viel sagen“ bei Spiegel Online veröffentlicht. Bei dem Autor handelt es sich um den Blogger und Kolumnisten Sascha Lobo. Der Artikel ist eine Reaktion auf eine anhaltende Bewegung des Vereins „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida). Es herrscht allgemeine Unstimmigkeit darüber, wer diese Menschen sind, die bei Demonstrationen von Pegida mitlaufen. Außenstehenden fällt ihre Einordnung in die Gesellschaft schwer. In seinem Artikel versucht Lobo, die Anhänger von Pegida zu bestimmen. So spricht er von einem neuen „Bürgertypus“, der die Bühne betritt: der „Latenznazi“. Hierbei handle es sich um Leute, „die rechtsextreme Positionen vertreten, ohne zu wissen oder wissen zu wollen, dass sie rechtsextrem sind.“ Von den Anhängern gehen xenophobe Signale aus, ohne dass sie sich das eingestehen müssen. So befürworte man beispielsweise das Asylrecht, doch sei gleichzeitig gegen Asylanten.
Studienarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,0, Universität Leipzig (Institut für Germanistik), Veranstaltung: Der „Glasperlenspieler“ – Hermann Hesses Leben und Werk, 12 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Bei kaum einem Autor lassen sich so eindeutig autobiografische Züge in den Werken finden wie bei Hermann Hesse. Ob „Siddharta“, „Kurgast“ oder „Klingsors letzter Sommer“ – Hesses Selbstdarstellung in seinen Werken ist deutlich erkennbar. Herausstechend werden die Ähnlichkeiten zu Hesses eigenem Leben jedoch im „Steppenwolf“, in welchem eine Zeit aufgegriffen wird, in der Hermann Hesse einen neuen Weg suchte, nachdem er einmal in der Hingabe in der Kunst und ein anderes Mal in der Hingabe im Leben an Grenzen gestoßen oder gescheitert war. „Mein Beruf, meine Reisen und Studien, meine Ehe, alles das hatte seine Werte und seine Freuden, und war doch alles schon beschattet und nur halb wirklich, erfüllte mich nicht ganz, ließ viel Leere, schmeckte oft fad und verlogen.“ (Vorwort zum Steppenwolf, in: Hermann Hesse – Sämtliche Werke (Bd. 4), Volker Michels (Hrsg.), Frankfurt am Main 2001, S. 208) Begierig nach dem Tod dürstete Hermann Hesse nach dem Leben. So antithetisch wie sein Innerstes waren auch sein Leben und sein Werk „Steppenwolf“. Im Folgenden werde ich einige Daten, Fakten oder Ideen herausgreifen und erörtern, welche die biografischen Parallelen zwischen Hermann Hesse und Harry Haller, der Hauptfigur des „Steppenwolf“ und dem Steppenwolf selbst, deutlich machen. Nicht nur die sich natürlich nicht zufällig gleichenden Initialen der beiden regen an, diesen Vergleich vorzunehmen, sondern auch die zahlreichen und offensichtlichen Bezüge der beiden Steppenwölfe untereinander. Nachfolgend gestalte ich also den Versuch, Hermann Hesse im „Steppenwolf“ eindeutig in der Person des Harry Haller zu finden. Für dieses Vorhaben ist es nötig, eine oberflächige Interpretation des „Steppenwolf“ zu geben, die ich im Verlauf der Arbeit immer wieder einfließen lasse.
Magisterarbeit aus dem Jahr 1999 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 2,6, Bergische Universität Wuppertal (Fachbereich Sprach- und Literaturwissenschaften), Sprache: Deutsch, Abstract: Diese Arbeit bietet einen umfassenden Einblick in die veröffentlichten Bücher des Autors Ingo Schulze geben, das heißt, sowohl der Erzählband „33 Augenblicke des Glücks“ als auch der Roman „Simple Storys“ sind Gegenstand dieser Untersuchung. In den Blickwinkel gerückt werden dabei die verschiedenen Verfahrensweisen des Autors hinsichtlich des Redesubjekts, der verschiedenen Erzähltechniken, des Stils und das Spezielle an seiner Art der Geschehensvermittlung. Dabei wird - was für eine wissenschaftliche Arbeit dieser Art unüblich ist – der Inhalt beider Werke wiedergegeben, da es sich zum einen um einen jungen, der Literaturwissenschaft noch eher unbekannten Autor handelt, zum anderen dadurch auch ein direkter Vergleich der beiden Bücher möglich wird. Zum besseren Verständnis und zur Einordnung in bezug auf das Redesubjekt und andere strukturtypologische Fragen wurden Fachtermini aus dem Werk „Erzählliteratur“ von Professor Dietrich Weber verwendet. Auch eigene Anmerkungen des Autors, die er gegenüber der Verfasserin dieser Arbeit in mehreren persönlichen Gesprächen gemacht hat, wurden an den entsprechenden Stellen verarbeitet. Die Person Ingo Schulze wird bei diesen Einblicken in sein Werk natürlich mitberücksichtigt, da die Biographie und persönliche Anekdoten unerläßlich sind für die weitere Zielsetzung dieser Arbeit, die aufzeigen soll, inwieweit der Autor Reales literarisch verarbeitet und in fiktives Geschehen umgewandelt hat. Diese zweite Blickrichtung schließt sich an ein 1997 gehaltenes Seminar von Professor Dietrich Weber mit dem Titel „Fiktion und Dokumentation in der Erzählliteratur“ an, in welchem man sich, ausgehend von den Thesen Bernd W. Seilers in seinem Buch „Die leidigen Tatsachen“, mit der wahrscheinlichen Darstellung von Wirklichkeit beschäftigte. Die Arbeit untersucht demnach zugleich, inwieweit der Autor sich in bezug auf Zeit, Raum, Personen, Markenartikel und Gegenstände an die Realität gehalten hat. Zusätzliche Elemente aus dem Bereich des Nichtfiktionalen werden gesondert dargestellt. Außerdem wird aufgezeigt, inwieweit sich die beiden Bücher ähneln, ob sich eine Entwicklung vom ersten zum zweiten Werk abzeichnet, und inwiefern in diesen ersten beiden Publikationen bereits das Signifikante der literarischen Arbeit Ingo Schulzes auszumachen ist.
Magisterarbeit aus dem Jahr 2013 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,7, Ludwig-Maximilians-Universität München (Germanistik), Sprache: Deutsch, Abstract: Die frühen Werke Wolfgang Koeppens ("Tauben im Gras" 1951) und Martin Walsers ("Ehen in Philippsburg" 1957) stehen in der Tradition bundesdeutscher gesellschaftskritisch-realistischer Romanliteratur. Während Walser in seinem Werk weitgehend die traditionelle Romanform pflegt, knüpft Koeppen mit seinen Tauben im Gras an die literarische Moderne und damit an Autoren wie Döblin, Joyce oder Dos Passos an. Die beiden ausgewählten literarischen Texte mit ihren fiktiven Geschichten spüren als Zeitdokumente die gesellschaftliche Wirklichkeit der Bundesrepublik in den 1950er Jahren auf, das heißt, die entsprechenden Texte können als „Erkenntnisquelle gesellschaftlicher Wirklichkeit“ verstanden werden. Ziel dieser Magisterarbeit ist es, anhand einer genauen Textanalyse herauszuarbeiten, wie die bundesrepublikanische Gesellschaft der 1950er Jahre in den entsprechenden Werken dargestellt wird. Wirkmächtige Phänomene der Nachkriegszeit wie beispielsweise der drohende Ost-West-Konflikt oder das sogenannte ‚Wirtschaftswunder’ müssen dabei hintergründig mitgelesen werden, denn es sind jene spezifisch deutschen Verhältnisse der Nachkriegszeit, die die Existenzweise, das Denken und Handeln der jeweiligen Romanfiguren beeinflussen. Durch das Heranziehen dieser beiden Romane als Textgrundlage ist es möglich, wesentliche zeittypische Akzente herauszustellen. Hierbei gilt es zu zeigen, auf welche Fehlentwicklungen und die daraus resultierenden Folgen die Schriftsteller bei ihrer Darstellung der bundesdeutschen Gegenwart kritisch aufmerksam machen. Die Arbeit geht von der soziologischen Grundannahme aus, dass ein wechselseitiger Zusammenhang von Struktur und Handlung bzw. ein Zusammenhang von sozialen Verhältnissen und Individuum besteht (Mikro-Makro-Dualismus). Demzufolge soll aufgezeigt werden, wie die instabilen Verhältnisse der Nachkriegszeit auf das Individuum einwirken. Unter dieser Voraussetzung ist es von besonderem Interesse der Frage nachzugehen, inwieweit und mit welchen Folgen die Autoren trotz unterschiedlicher Akzente gerade die zwischenmenschlichen Beziehungen zum Kristallisationsort dieser instabilen Zeit machen.
Studienarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,0, Otto-Friedrich-Universität Bamberg, 14 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Abstract Diese Arbeit entstand aus dem Zweifel an den Thesen Wendy Wagners, dass Büchner kein Atheist gewesen sei, sich deshalb nicht mit seiner Figur des Payne in Dantons Tod identifiziert habe und im Hessischen Landboten deshalb Bibelsprache verwendete, weil sie seiner tiefsten Überzeugung als Protestant entsprachen. Um die Behauptungen Wagners zu widerlegen, werden die Entstehungsbedingungen des Hessischen Landboten untersucht. Dabei kommt der Autor zu dem Ergebnis, dass Büchner sich in der Flugschrift der Sprache der Bibel bediente, weil er diese als mächtigstes Argument betrachtete, um die Bevölkerung zur Revolution zu bewegen. Anschließend wird das so genannte Philosophengespräch in Dantons Tod auf seine dramaturgische Notwendigkeit hin untersucht und die dort getroffenen Aussagen mit Büchners eigenen Gedanken, die in seinen persönlichen Dokumenten überliefert sind, verglichen. So ergibt sich das Bild, dass Büchner diese Szene als Forum für seine eigenen weltanschaulichen Thesen nutzte. Zuletzt wird dargelegt, dass in den im Philosophengespräch geäußerten Ansichten einiges von dem Gedankengut enthalten ist, das später von Feuerbach und Marx geäußert wurde, zwei der wichtigsten Atheisten der Philosophiegeschichte. So kommt der Autor zu dem Ergebnis, dass Religion für Büchner nicht als Glaube interessant gewesen ist, sondern zum einen als ideologisches Moment, welches in der politischen Auseinandersetzung sein Gewicht hat, zum andern als argumentativer Bezugspunkt der Dichotomie von Materialismus und Idealismus. Wenn es auch stimmt, dass Büchner sich an keiner Stelle persönlich zum Atheismus bekannt hat, muss festgehalten werden, dass Büchner den christlichen Gott jedenfalls immer radikal angezweifelt hat. Glebke hat ganz richtig festgestellt, dass vielen Interpretationen gemeinsam war, dass die Verfasser Büchner jeweils ihre eigene Weltanschauung unterstellten und versuchten, sie im Werk nachzuweisen, bevor sich ein komplexeres, von parteiischen Standpunkten gelöstes Büchner-Bild durchsetzen konnte. Die Thesen Wagners sind zu einseitig aus der Perspektive, dass Büchner gläubiger Protestant war. Um nachzuweisen, dass darin keine Sicherheit bestehen kann, wird in dieser Arbeit der Gegenstandpunkt eingenommen.
Studienarbeit aus dem Jahr 2001 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 2,3, Universität Augsburg (Universität - Lehrstuhl für Europäische Kulturgeschichte), Veranstaltung: Proseminar: Von Fräulein Scudèrie bis Commissario Brunetti - Sozialgeschichtliche Narrationen im Kriminalroman, Sprache: Deutsch, Abstract: Eine Dokumentation über die Krimiserie "Polizeiruf 110" im ZDF brachte mich auf die Idee zu dieser Hausarbeit. Wäre es nicht interessant, nachdem wir im Kurs verschiedene Genres und die Geschichte der Kriminalliteratur angesprochen haben, einen Blick speziell auf die eigene, die deutsch- deutsche Geschichte zu werfen? Mein Gedanke war, jeweils zwei Romane aus Westdeutschland und der DDR zu lesen und miteinander zu vergleichen. Sehr bald musste ich jedoch erkennen, dass dies so für mich nicht durchführbar war. Stellte sich die Suche nach noch erhältlichen Romanen aus der DDR schon als kompliziert heraus, war das Finden von westdeutschen Krimis aus der entsprechenden Zeit für mich praktisch unmöglich. Ich fand zwar einige passende Romane, die auch über Antiquariate erhältlich waren, versuchte ich jedoch etwas über den Autor herauszufinden, stellte sich heraus, dass die Bücher meistens die einzigen Publikationen (was Kriminalromane anging) von den Autoren waren, und zudem noch sehr unbekannt. Diese Tatsache führte mich zu der Überlegung, ob ein Vergleich dieser Bücher überhaupt sinnvoll wäre. Die DDR Romane stammten zwar alle von anerkannten und beliebten Autoren und haben deshalb meiner Meinung nach eine gewisse Aussagekraft über die "typische" Kriminalliteratur in der DDR, ob die von mir ausfindig gemachten westdeutschen Romane jedoch auch repräsentativ für die entsprechende westdeutsche Literatur waren, konnte ich nicht wissen. Aus diesen Gründen habe ich mich dazu entschlossen, mein Thema etwas umzuformen. Ich besorgte mir insgesamt fünf Krimis aus der DDR und untersuchte sie unter bestimmten Aspekte auf die Frage hin, ob es Gemeinsamkeiten zwischen ihnen gibt, oder nicht. Diese werde ich zunächst im Allgemeinen Teil in Bezug auf das Opfer, den Täter, die Verdächtigen, die Ermittler und die Gesellschaft darlegen. Im zweiten Teil meiner Hausarbeit werde ich speziell auf ein Buch eingehen und die vorher genannten Aspekte an ihm verdeutlichen.
Die Untersuchung gründet sich auf einen flexiblen Begriff der Parodie als intertextuelle und metaliterarische Schreibweise, deren Ursprünge von der Parodietheorie der Gegenwart über den russischen Formalismus bis zur Literaturtheorie der Frühromantik und deren Kenntnisnahme durch Goethe zurückverfolgt werden. Entgegen der einschränkenden Assoziation der Parodie mit der Satire wird die Anwendbarkeit des Begriffs auf Goethes subtilen Roman aus der Affinität der Parodie zum Begriff der romantischen Ironie deduziert. Die Textanalyse geht von der auffallenden Metatextualität der Namengebung aus, um deren parodistische Machart aus den Belegen einer bisher nicht ausgewerteten, weil nicht namentlich ausgetragenen Fehde zwischen dem zum Katholizismus bekehrten Wortführer der Jenaer Romantik Friedrich Schlegel und dem Weimarer Klassiker abzuleiten. Obwohl die unmittelbare Provokation in den Schriften des Konversionsjahres lag - F. Schlegels Abhandlung "Über die Sprache und Weisheit der Inder" und seine Rezensionen für die "Heidelberger Jahrbücher" -, hatte der Romantiker bekannterweise den Kampf gegen den Klassizismus auf kunsttheoretischem Feld bereits in seinen Pariser "Gemäldebeschreibungen" eröffnet. Die versteckte Art der Schlegelschen Polemik bestimmte die verrätselte Art der Goetheschen Replik. Gezeigt wird, wie raffiniert sein parodistischer Roman sämtliche sprach- und kunsttheoretischen Verbote und Gebote des Gegners buchstäblich zu erfüllen und gleichzeitg ironisch umzuwandeln vermochte. Anhand dieses intertextuellen Vorgehens kann nicht nur die Schreibweise der "Wahlverwandtschaften" präzis beschrieben werden, sondern Goethes rätselhafter Roman läßt sich auch erstmalig in seine literaturhistorischen Zusammenhänge konkret einordnen.
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