Komponenten der Tauschkonzeption innerhalb des aristotelischen Systems von Ökonomik, Chrematistik und Gerechtigkeit

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Studienarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Philosophie - Philosophie der Antike, Note: sehr gut, Universität Zürich (Philosophisches Seminar), Veranstaltung: Geld und Wert oder System und Lebenswelt, Sprache: Deutsch, Abstract: Athens Reichtum im 4. Jahrhundert v. Chr. beruhte in erster Linie auf dem Handel. Die aristotelische Konzeption einer geschlossenen Hauswirtschaft war deshalb bereits zur Zeit ihrer Entstehung antiquiert und konservativ; sie trug den tatsächlich bestehenden Verhältnissen nicht mehr genügend Rechnung. Zum anderen behandelt Aristoteles die politische Ökonomie als Staatswirtschaft lediglich am Rande, denn die Polis tritt in seiner Staatslehre nicht direkt als Wirtschaftssubjekt auf, obwohl sie der monetären Hilfsquellen des Oikos bedarf, um die Staatsgeschäfte aufrechtzuerhalten. Damit ist eine von der Ökonomik als Hausverwaltungslehre ausgehende Tausch- und Handelskonzeption integraler Bestandteil des aristotelischen Wirtschaftsverständnisses, wie es die Nikomachischen Ethik und die Politik systematisiert, und das sich als praktische Philosophie entlang menschlicher Interessen letztlich in einer ethischen Theorie des Tauschs manifestiert. Die Konzeption des Gütererwerbs bildet einen grundlegenden Komplex innerhalb des aristotelischen Wirtschaftssystems. Sie umfasst neben den verschiedenen Tauschformen auch die Frage nach der Möglichkeit der Vergleichbarkeit von Tauschgütern und die der gerechten Verteilung von öffentlichen und privaten Gütern sowie des gerechten Tauschs. In thematischer Ordnung unterscheidet das aristotelische Wirtschaftssystem folgende Komponenten: (1) Ökonomik: Tausch als natürliche Erwerbskunst; (2) Chrematistik: Tausch als widernatürliche Erwerbskunst; (3) Kommensurabilität: Vergleichbarkeit von Tauschgütern; (4) Verteil- und Tauschgerechtigkeit; Das erste Kapitel analysiert die Vorbedingungen einer natürlichen Erwerbskunst, das zweite geht über in die widernatürliche Erwerbskunst und beschreibt die Problematik des Warenhandels und des Zinswesens sowie die aristotelischen Kritik, dass damit das Ziel des guten Lebens verfehlt und das Prinzip des rechten Masses verletzt wird. Das dritte Kapitel befasst sich mit dem Problem der Vergleichbarkeit von auf dem Markt zu tauschenden Gütern, wobei Aristoteles sowohl dem Geld wie auch dem Bedarf als Moment möglicher Kommensurabilität diesbezügliche Unangemessenheit attestiert. Das vierte Kapitel schliesst mit der Frage nach einer ökonomischen Gerechtigkeit bei Güterverteilung und -tausch und versucht, sie im Rahmen der Partikulargerechtigkeit zu beantworten. Es entschlüsselt die distributive Gerechtigkeit der gerechten Güterverteilung und die kommutative Gerechtigkeit als Tauschgerechtigkeit.
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Additional Information

Publisher
GRIN Verlag
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Published on
Oct 8, 2009
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Pages
46
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ISBN
9783640441457
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Language
German
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Genres
Philosophy / History & Surveys / Ancient & Classical
Philosophy / History & Surveys / General
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Studienarbeit aus dem Jahr 2002 im Fachbereich Jura - Europarecht, Völkerrecht, Internationales Privatrecht, Note: gut, Universität Zürich (Institut für Völkerrecht und ausländisches Verfassungsrecht), Veranstaltung: Europa: Direkte Demokratie und Föderalismus, Sprache: Deutsch, Abstract: Über die letzten 700 Jahre betrachtet sind Visionäre einer europäischen Rechtsgemeinschaft ausgesprochen zahlreich hervorgetreten. Und ebenso facettenreich sind die unterschiedlichen Konzepte jener Persönlichkeiten, die sich der Idee eines gemeinschaftlichen, friedlichen Europa verschrieben haben. Angefangen mit der Vision des Scholastikers Pierre Dubois im 14. Jahrhundert für einen dauerhaften Frieden in Europa über die grossen Philosophen der Aufklärung wie Rousseau und Kant mit ihren Vorstellungen eines ewigen Friedens und den Bemühungen um ein unionistisches oder paneuropäisches Konstrukt von Aristide Brand und Graf Coudenhove-Kalergi in den Zwischenkriegsjahren um 1930, steht am vorläufigen Ende der visionären Europaidee die Zürcher Rede von Sir Winston Churchill für das friedliche Miteinander der Staaten auf dem europäischen Festland. Die hier vorliegende historische Darstellung des europäischen Einheitsgedankens beschreibt die visionären Utopien eines friedvoll geeinten Europa bis hin zur Vorstellung einer dem Ideal der USA angenäherten Supranationalität der „Vereinigten Staaten von Europa“. Die Analyse zu den Anstössen für die Gestaltung einer europäischen Zukunft gliedert sich in drei thematische Blöcke: Ein erster Teil beschreibt die Ursprünge der europäischen Idee und ihren allgemeinen ideengeschichtlichen Verlauf anhand zentraler Visionäre aus Religion, Geisteswissenschaft und Jurisprudenz. Beginnend mit der ersten Tendenz eines gesamteuro-päischen Konzepts um ca. 500 n. Chr. wird der Verlauf der visionären Rechtsgemeinschaft epochenübergreifend bis in die Neuzeit geknüpft. Den Abschluss bildet die Idee von einem neuen, auf den Trümmern des Zweiten Weltkriegs aufbauenden gemeinschaftlichen Europagedankens, dessen Ausgang sich in der Vision Churchills wieder findet, das europäische Festland des Friedens willen zu einen. Das Hauptaugenmerk des zweiten thematischen Blocks gilt der Zürich-Rede von 1946, deren Kernaussagen in den Kontext seiner Fulton-Rede aus dem gleichen Jahr gestellt werden und Konditionalitäten wie Reaktionen auf die Anstösse zu Churchills Europaidee beleuchtet. Der dritte Themenblock befasst sich abschliessend – als Fazit – mit den Auswirkungen von Churchills Reden und beschreibt den gemeinsamen Weg bis hin zur Gründung des Europarates.
Studienarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich Politik - Internationale Politik - Thema: Int. Organisationen u. Verbände, Note: gut - sehr gut, Universität Zürich (Philosophisches Seminar), Veranstaltung: Toleranz und Pluralismus, Sprache: Deutsch, Abstract: Das Konzept der Toleranz ist politisch und ideengeschichtlich von ausserordentlicher Bedeutsamkeit für die Genese der liberalen Demokratie. Der ihr zugrunde liegende Toleranzbegriff ist überaus konfliktbehaftet, da er eine Haltung einfordert, die erst in Konfliktsituationen zum Tragen kommt. Toleranz versucht dabei, ausgleichend und unparteilich zu wirken; sie ist gesellschaftlich und konfessionell, aber auch ethisch und politisch, situationsgebunden und dadurch konkret. Nicht nur ethisch-praktisch, sondern auch wissenschaftstheoretisch ist der Terminus konfliktbehaftet: Das Toleranzprinzip ist infolge seiner differenten Verwendungsweisen und Bewertungen, die unterschiedliche Toleranzkonzeptionen hervorbringen, selbst Gegenstand begriffsimmanenter Konflikte geworden. Die Mitgliedstaaten der UNESCO verabschiedeten an ihrer 28. Generalkonferenz 1995 zu Paris die 'Erklärung von Prinzipien der Toleranz'. Sie ist bis dato die einzige internationale Deklaration, die den Begriff der Toleranz exklusiv als Gegenstand ausweist und sich aufgrund ihres Stellenwerts ideal für eine völkerrechtlich-philosophische Begriffsanalyse anbietet. Im Rahmen der hier vorliegenden Untersuchung wird die Struktur der globalen Toleranz, wie sie die Erklärung, eingebettet in die einschlägigen internationalen Menschenrechtsschriften, zeichnet, sichtbar gemacht, um die Frage zu beantworten, wie die Deklaration sie expliziert und konzipiert. Auf die Begriffsklärung folgt die Prüfung der Prinzipientauglichkeit, um auf der normativen Seite trotz ihrer Konfliktlastigkeit und inneren Zerrissenheit Toleranz als ein adäquates Mittel der Konfliktbewältigung auszuweisen. Ziel ist es, diesem Bedürfnis nach begrifflicher Klärung und normativem Verständnis nachzukommen und der UNESCO-Toleranzdekaration einen klaren konzeptionellen Rahmen zu verleihen.
Studienarbeit aus dem Jahr 2005 im Fachbereich Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache), Note: gut - sehr gut, Universität Zürich (Philosophisches Seminar), Veranstaltung: Kant - Kritik der Urteilskraft, Sprache: Deutsch, Abstract: Die kantische Freiheitslehre als Bindeglied zwischen theoretischer und praktischer Philosophie bildet sowohl den Grundbegriff der erkenntnistheoretischen Philosophie als auch die Grundlage der Moralphilosophie, indem sie zum einen Vernunftbegriff und damit Idee, zum anderen die Bedingung der Möglichkeit von Zurechenbarkeit von Handlungen darstellt. Die Zentralität des Zusammenhangs der in der Ersten Kritik vollzogenen Analyse der kosmologischen und anthropologischen Freiheit zeigt sich denn auch als unabdingbar für das Verständnis der gesamten Transzendentalphilosophie. Darum bilden die in der transzendentalen Dialektik offengelegten Trugschlüsse der Vernunft durch die Logik des Scheins das Hauptmotiv für die durch die Auflösung der Antinomien mögliche Erkenntnisfähigkeit. Die Antithetik diagnostiziert die kosmologische Antinomie anhand einer Äquivokation im Weltbegriff, wodurch mathematische und dynamische Widerspruchsformen zutage treten. Die Freiheitsantinomie konterpositioniert dabei die Kausalität im Kosmos als exklusiv naturdeterminiert oder aber als frei, wobei die Vernunft sie als schlechthin erstes Glied in der Reihe der Erscheinungen oder als die unendliche Reihe versteht. Thesis und Antithesis widersprechen sich nun prima vista in kontradiktorischer Form, doch beruhen sie jeweils auf einer unstatthaften Bedingung, Thesis und Antithesis bildeten eine erschöpfende Alternative. Der transzendentale Idealismus entlarvt hingegen die vermeintliche Kontradiktion als nur dialektische Opposition. Der Rahmen der hier vorliegenden Arbeit bildet die Thematik der kantischen Freiheitslehre in der Ersten Kritik. Dabei hat sie das Ziel, die Kantische Argumentation der Freiheitsantinomie und die des Auflösungsverfahrens textanalytisch zu untersuchen und kritisch zu bewerten. Es stellt sich hierbei die Frage, inwieweit die von Kant durchgeführte Analyse hinsichtlich der gesamten Freiheitsproblematik in der Kritik schlüssig und einheitlich vollzogen ist. Thematisch betrachtet beinhaltet die Arbeit die Kontrapositionen der Thesis und Antithesis der Freiheitsantinomie, ihre Beweisstruktur und die in der Kritik durchgeführte Auflösung der Antinomie. Der Kern der Argumentation bildet demgemäss auf der einen Seite die Bedingung der Möglichkeit einer Kausalität aus Freiheit ausser- und innerhalb einer Ereignisreihe im Antinomiekapitel, auf der anderen Seite die dadurch mögliche transzendentale Freiheit im Sinne von Spontanwirkung und Willkür im Auflösungskapitel. [...]
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