Die Literaturen des Baltikums: Ihre Entstehung und Entwicklung

Springer-Verlag
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Die vorliegende Abhandlung ist aus einem Vortrag iiber das Thema Die Ent stehung der baltischen Literaturen und ihre Entwicklung im Spannungsfeld zwischen heimischer Folklore und europaischer Literatur entstanden, den ich am 20. Miirz 1985 auf der 292. Sitzung der Klasse fUr Geisteswissenschaften der Rheinisch Westfalischen Akademie der Wissenschaften gehalten habe. Wahrend der Aus arbeitung des Manuskripts fUr die Drucklegung kam mir in zunehmendem MaBe zum BewuBtsein, daB eine befriedigende Behandlung des Themas eine Vertiefung in Fragen aus manchen Bereichen erforderte, die in dem Vortrag nur angeschnit ten werden konnten. Insbesondere die fUr die Entstehung und Entwicklung der Literaturen des Baltikums, von denen nur die estnische, lettische und litauische behandelt werden, so wichtige vorbereitende Phase, die Herausbildung eines Schrifttums seit der Mitte des 16. Jahrhunderts, muBte wenigstens in groben U mrissen skizziert werden. Auch die Behandlung der Under des Baltikums in der deutschen, polnischen und russischen wissenschaftlichen und schonen Literatur und die deutsch-und polnischsprachige Literatur im Baltikum sowie die Griin dung von wissenschaftlichen und literarischen Gesellschaften, die Entstehung eines einheimischen Zeitschriftenwesens vor dem Hintergrund des in OstpreuBen und im Baltikum reich entfalteten deutschsprachigen und die im Baltikum betrie benen Forschungen zur einheimischen Volksdichtung schienen mir einer aus fiihrlicheren Darstellung zu bediirfen, um den Entstehungs-und Entwicklungs prozeB der Literaturen des Baltikums besser verstandlich zu machen. Seine Ein bettung in solche Zusammenhange laBt gleichzeitig auch ein Stiick europaischer Kulturgeschichte von der Mitte des 16. bis zum Ende des 19 . Jahrhunderts lebendig werden.
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Additional Information

Publisher
Springer-Verlag
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Published on
Mar 9, 2013
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Pages
357
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ISBN
9783322837134
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Best For
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Language
German
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Genres
Foreign Language Study / Slavic Languages (Other)
Language Arts & Disciplines / General
Language Arts & Disciplines / Linguistics / General
Literary Criticism / Comparative Literature
Literary Criticism / General
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Abner aus Burgos, der nach seiner Konversion den Namen Alfonso annahm und nach dem Ort, wo er seine letzten Lebensjahre verbrachte, Maestre Alfonso de Valladolid genannt wurde, war, nach dem Urteil Fritz Baers, des wohl besten Kenners des mittelalterlichen spanischen Judentums, neben Ramon Martf, dem Verfasser der Pugio Fidei, der bedeutendste und einflußreichste antijüdische Pole miker in Spanien: "Keiner seiner Nachfolger hat nach ihm einen neuen Gedanken zutage gefördert. Ein nicht geringer direkter oder indirekter Einfluß wird Abner auch in der Geschichte der jüdischen· Häretiker zukommen, denen Abner seIher zweifellos zuzurechnen ist. "1 Der gleiche Autor bezeichnet ihn später als "the best known apostate ever to arise in medieval Jewry". 2 Schon aus diesem Grunde erscheint eine Edition seiner in spanischer Übersetzung erhaltenen Werke wün schenswert. Diese sind aber nicht nur wegen ihres Inhalts von Interesse, sondern auch wegen ihrer Bedeutung für die Geschichte der spanischen Sprache. Es sind nämlich die bei weitem ältesten Texte, in denen. theologische und philosophische Probleme in der Volkssprache abgehandelt werden. Zahlreiche Wörter, vor allem philosophische Termini, sind bisher nicht belegt oder können, zum Teil um 3 mehrere Jahrhunderte, vordatiert werden. Über das Leben Abnersl Alfonsos besitzen wir nur wenige gesicherte Angaben. Im Sommer des Jahres 1295 wurde die kastilische Judenschaft durch Wunder zeichen und die messianischen Prophezeiungen zweier Juden aus Avila und Ay ll6n beunruhigt.
Unter den alttiirkischen Volkern Zentralasiens waren es die Uiguren, die als erste ganz und gar zu einer seBhaften Lebensweise iibergingen, als sie nach der Zerschlagung ihres machtigen Steppenreiches auf dem Territorium der Mongolei durch die Kirgisen yom Jahre 840 an neue Siedlungsriiume in der Turfan-Oase 1 und im Gansu-Korridor einnahmen. Hier und in den anderen Oasen des Tarim Beckens bestanden schon seit den Jahrhunderten vor der Zeitrechnung kleinere Staaten, die iiberwiegend von indoeuropaischen Volkern wie den Tocharern, den Saken oder den Sogdern bewohnt waren. Wo immer Staaten im Tarim-Gebiet ent standen, waren sie um die Oasen zentriert, wo die Bevolkerung im allgemeinen Land-und Gartenwirtschaft betrieb, fUr die dec Bau und die Instandhaltung von Bewasserungsanlagen die wesendichste Voraussetzung des Bestehens waren. Jede Vernachlassigung der Anlagen zog zwangslaufig die Austrocknung und Zersta rung des Kulturlandes nach sich. Neben der sicher erst seit der Mitte des 6. Jahr hunderts unserer Zeitrechnung nachweisbaren Tiirkisierung, als deren letzte Stufe das massenhafte Vordringen der uigurischen Stamme anzusehen ist, wurde die Ent wicklung der Tarim-Staaten oft in entscheidendem MaBe yom jeweiligen Grad der chinesischen Machtentfaltung in diesen von den Chinesen als{raquo} Westlande" betrach teten Gebieten bestimmt. 2- In kultureller Hinsicht beeinfluBten die Nachbarregionen (Mittelasien, Nord indien, Nordchina, Tibet) sowie durchziehende Volker die Tarim-Staaten unter schiedlich in den verschiedenen Zeiten. Pragend wurde fUr das Tarim-Gebiet der 1 A. v. Gabain, Das Leben im uigurischen KOnigreich von Qoco (850-1250), Wiesbaden 1973, S. 118ff. Zu den Volkerbewegungen nach dem Zusammenbruch des Uigurischen Steppenreiches vgl.
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