Die Fenster der Monade: Gottfried Wilhem Leibniz' Theater der Natur und Kunst, Ausgabe 2

Walter de Gruyter
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Das Buch steht im Zusammenhang des Versuches, die zentrale Rolle der Bilder für die Ausbildung der modernen Philosophie am Beispiel bedeutender Gestalten des siebzehnten Jahrhunderts zu rekonstruieren. Das Projekt begann mit der Erschließung der Staatstheorie aus der Bildpolitik des "Leviathan" von Thomas Hobbes. Mit Gottfried Wilhelm Leibniz' Ideen, ein Theater der Natur und Kunst sowie einen Atlas der Einbildungskraft zu errichten, folgt nun die Rekonstruktion eines Projektes, das für das Verständnis seiner Philosophie von tiefgreifender Bedeutung sein könnte. Obwohl Leibniz diese Idee so hartnäckig und ausdauernd wie kaum ein anderes Unternehmen betrieben hat, ist sie in der Forschung bislang so gut wie unbekannt geblieben. Für diesen Umstand war die zersplitterte und unvollständige Überlieferung von Leibniz' Schriften ebenso verantwortlich wie ein mächtiger Strang der Philosophiegeschichte, der die Welt des Haptischen und Visuellen immer dann favorisiert, wenn sie transzendiert wird. Die jüngsten Bände der Akademie-Ausgabe bieten jedoch erstmals die Möglichkeit, Leibniz' Wertschätzung der tastenden und zeichnenden Hand und des neugierigen und geschulten Auges im Zusammenhang zu verfolgen. Seine schier unbegreiflich vielfältigen Denkbewegungen und Aktivitäten erhalten mit dem Projekt des Theaters der Natur und Kunst daher nicht nur eine Ergänzung, sondern einen neuen Rahmen. Leibniz' Faible für das Theatrum Naturae et Artis könnte das Gesamtbild seiner Philosophie verwandeln, weil es die Kluft zwischen Kalkül und Anschauung wie auch zwischen der "Fensterlosigkeit" der Monade und der körperlichen Form ihrer Perzeptionsweisen zugleich vertieft und überbrückt.
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Additional Information

Publisher
Walter de Gruyter
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Published on
Jan 1, 2008
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Pages
280
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ISBN
9783050061160
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Best For
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Language
German
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Genres
Art / General
Philosophy / History & Surveys / Modern
Philosophy / History & Surveys / Renaissance
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Jens-Philipp Gründler
Studienarbeit aus dem Jahr 2004 im Fachbereich Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts / Gegenwart, Note: keine, Westfälische Wilhelms-Universität Münster (Philosophisches Seminar), Veranstaltung: Richard Rorty – Politik und Pragmatismus, 5 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: In seinem autobiografischen Essay „Wilde Orchideen und Trotzki“ aus dem Jahre 2000 skizziert der amerikanische Philosoph Richard Rorty den Weg seiner denkerischen Entwicklung vom infantilen Trotzkisten über die Platonliebe des Pubertierenden hin zum unorthodoxen Pragmatismus, in dessen Rahmen er heute für ein praxisorientiertes und säkulares Denken eintritt, welches in philosophischer Hinsicht den Objektivismus oder einen Glauben an nicht-weltliche Autoritäten rundweg ablehnt, und sich politisch der, mit dem deutschen Begriff der Sozialdemokratie zu charakterisierenden, Tradition Deweys verpflichtet sieht. Als vorrangigen Grund für die essayistische Retrospektive seines intellektuellen Werdegangs, welche en Gros an die eigenhändig gezogene Lebens- und Werksbilanz Friedrich Nietzsches im „Ecce Homo“ erinnert, gibt Rorty eingangs die Notwendigkeit einer politisch-philosophischen Rechtfertigung und einer damit einhergehenden Erklärung seiner Position an, die, vom intellektuellen Standpunkt her, „von der Rechten und Linken gleich weit entfernt“ sei. Während die konservative Kritik in bezug auf Rortys philosophische Argumente mit Ismen wie „Relativismus“, „Irrationalismus“ und „Dekonstruktivismus“ operiert, seiner „zynischen und nihilistischen Anschauung“ eine Untauglichkeit für die öffentliche demokratische Sprache attestiert und diese im Kampf gegen die Feinde der Demokratie für undienlich hält, so ist auch die Linke vom „Vokabular des Ironikers“ abgestoßen. Rorty, der sich zur solidarischen Initiative und zur Aktionsgebundenheit einer (von ihm) so genannten, bis in die 1960er Jahre existenten, „politischen Linken“ in der Nachfolge Whitmans und Deweys bekennt, subsumiert seine postmodernen sowie –marxistischen Kritiker unter dem Oberbegriff der „kulturellen Linken“ und etikettiert sie vorwurfsvoll mit den Siegeln „kontemplativ“ und „untätig“. Linke Gegner, wie Richard Bernstein, ordnen Rorty – entgegen seinem Selbstverständnis - dem Postmodernismus ironischerweise zu, werfen ihm den „Liberalismus eines kalten Kriegers“ vor, wohingegen Rorty selbst eben jenen vagen Terminus verwendet, um unter anderen den Politdenker und Linguisten Noam Chomsky zu brandmarken, der Amerika von einer faschistischen und korrupten Elite regiert sieht.
Horst Bredekamp
Wissenschaftliche Bilder prägen die Ergebnisse und Einsichten, welche sie darstellen, immer auch konstruktiv. Die Wiedergabe einer Beobachtung mittels Bildern mag noch so mechanisch oder überindividuell in ihrer Erscheinung anmuten, immer zeigen sich in ihr auch Stile einer Zeit, eines Geräts, eines Denkens, eines Forscherkollektivs. Naturwissenschaftler, Mediziner und Techniker lassen ein spezifisches Wissen und Können in ihre Bilder einfließen, das auf Wirkung von Bildern und Erkenntnis durch sie, auf Evidenz angelegt ist und auf der originären Logik der bildlichen Form gründet. Das Buch zeigt einerseits, inwiefern kunsthistorische Methoden und Begriffe für eine Betrachtung wissenschaftlicher Bildwelten fruchtbar gemacht werden können. Andererseits werden die kunsthistorischen Ansätze anhand von Leitbegriffen und Methoden der aktuellen Wissenschaftsforschung überprüft und ergänzt. In der vielstimmigen Debatte der letzten Jahre um epistemische Bilder sucht der Band Begriffe zu entwickeln, die nicht theoretisch deduziert, sondern am Material der Bilder selbst entwickelt sind. Hierdurch erweist sich, wie unterschiedlich die Leistungsmerkmale von Bildern in den jeweiligen Zeiten, Disziplinen und Funktionen sind und welche vielfältigen Möglichkeiten sie liefern, Erkenntnisse, Beobachtungen oder Theorien sowohl zu erzeugen wie auch evident zu machen. Hierzu vereint der Band themenübergreifende Artikel, Begriffsbestimmungen und stichprobenartige Fallstudien zu einem Handbuch. Die Fallstudien zu fünfhundert Jahren Bildgeschichte in den Wissenschaften reichen von Sammlungszeichnungen des 16. Jahrhunderts über Darstellungen von Musikautomaten und frühe Röntgenbilder bis zur Nanomikroskopie und den Interfaces von Computern. Verfasst von der Forschergruppe "Das Technische Bild" der Humboldt-Universität zu Berlin, stellt der Band zugleich auch die Ergebnisse der im Jahr 2000 gegründeten Abteilung in gebündelter Form vor.
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