Die Anomietheorie von Èmile Durkheim und Robert Merton

GRIN Verlag
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Studienarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft, Note: 2, Frankfurt University of Applied Sciences, ehem. Fachhochschule Frankfurt am Main, Sprache: Deutsch, Abstract: Abweichendes Verhalten wird auch als Devianz bezeichnet. Die Literatur liefert eine Fülle von Definitionen abweichenden Verhaltens die je nach Interessensschwerpunkten der Forscher unterschiedlich sind. Eine der gängigsten und einfachsten Definitionen stellt die juristische Definition, die von den Soziologen Sutherland und Cressey eingeführt wurde, dar. Demnach ist abweichendes Verhalten ein Verhalten, welches gegen die im Strafgesetz festgesetzten Normen verstößt. Diese Definition hat sich auch für soziologische Untersuchungen als sinnvoll erwiesen, da sich die meisten Untersuchungen abweichenden Verhaltens auf Kriminalität beziehen. Der Soziologe Durkheim, auf den ich im Laufe meiner Arbeit expliziter eingehen werde, bezeichnet abweichendes Verhalten als eine „ Verletzung von Kollektivgefühlen“. Abweichendes Verhalten ist zentral definiert eine Verhaltensweise, die gegen die in der Gesellschaft vorhandenen Regeln und Normen verstößt. Abweichendes Verhalten tritt überall dort auf, wo Regeln und Normen existieren. Es gibt keine Gesellschaft, die von abweichendem Verhalten befreit ist. Soziologen haben sich vor allem mit Abweichung von gesellschaftlichen Normen und Werten beschäftigt. In erster Linie gelten Kriminalität, Prostitution, illegaler Drogenkonsum sowie Suizid als abweichendes Verhalten. Abweichendes Verhalten kann aber zum Beispiel auch der Betrug bei der Einkommensteuererklärung oder die Missachtung von Verkehrsordnungen darstellen.
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Additional Information

Publisher
GRIN Verlag
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Published on
Jul 27, 2009
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Pages
20
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ISBN
9783640383870
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Language
German
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Genres
Social Science / General
Social Science / Research
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Content Protection
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Studienarbeit aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft, Note: 14, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, Veranstaltung: Schulpraktische Studien, Sprache: Deutsch, Abstract: In der nachfolgenden Seminarabschlussarbeit zum forschungsbezogenen Typ der Schulpraktischen Studien, werden zwei Sequenzen aus meinem während meines Praktikums verfassten Transkript, analysiert. Die Analyse orientiert sich hierbei an den Vorgaben zum sequenzanalytischen Vorgehen der Objektiven Hermeneutik nach Ulrich Oevermann. Zentral für die objektive Hermeneutik ist, den objektiven bzw. den latenten Sinn eines Geschehens zu entschlüsseln. Im ersten Schritt muss hierzu zwischen einem latenten bzw. objektiven Sinn und dem subjektiv-intentionalen Sinn unterschieden werden und die Differenz dieser beiden Ebenen dargestellt werden. In einem weiteren Schritt eröffnet sich auf der Ebene der Textinterpretation eine zweite Ebene, die die Fallstruktur betrifft. Durch wiederholte Äußerungen auf der objektiven Sinnebene festigen sich Interpretationen, die wiederum ein Instrumentarium schaffen, welches uns ermöglicht, bei der Interpretation unseres Textes über die Ebene der intendierten Selbstdarstellung hinauszugehen und zur Analyse der latenten Sinnstrukturen zu gelangen. An diese Ebene schließt sich nun die Rekonstruktion der Genese der Fallstruktur an. Um diesen Grundgedanken der Objektiven Hermeneutik zu entsprechen, vollzieht sich die Analyse meiner Sequenzen sequenziell. Ich taste mich demzufolge Schritt für Schritt an möglichst viele Interpretationen, um die unterschiedlichsten Lesarten bilden zu können. Dabei beachte ich jedoch die „Sparsamkeitsregel“, die besagt, dass man sich nur auf die Lesarten beschränkt, die ohne größere Zusatzannahmen mit dem Text kompatibel sind. Auch das Prinzip der „Wörtlichkeit der Interpretation“ findet in meiner Analyse Beachtung. Ich werde nur solche Interpretationen anführen, die am Text selbst nachzuweisen sind. Zudem werde ich die ausgewählten Textausschnitte vollständig interpretieren (Prinzip der Totalität). Ich werde mich weiterhin bemühen, die einzelnen Sequenzen zunächst kontextfrei zu interpretieren und sie anschließend in den jeweiligen Kontext des Geschehens einordnen. Die Arbeit gliedert sich insgesamt in vier Abschnitte. Im ersten Abschnitt werde ich den Ablauf der Stunde erläutern, um einen kleinen Einblick in das Geschehen zu geben. Im zweiten Abschnitt werde ich meine leitende Fragestellung vorstellen, bevor ich dann im dritten Abschnitt zur Analyse der einzelnen Abschnitte gelange. Im letzten Teil meiner Arbeit werde ich die Fallstrukturhypothese mit Rückblick auf die gesamte Stunde vorstellen.
Studienarbeit aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen, Note: 1,7, FernUniversität Hagen (Institut für Soziologie), Sprache: Deutsch, Abstract: Emile Durkheim gilt als Wegbereiter der Anomietheorie. Er betrachtete die „gesellschaftliche Arbeitsteilung“ und die Entwicklung der Selbstmordrate in seiner Zeit des Frühindustrialismus und beschrieb in diesem Zusammenhang krankhafte gesellschaftliche Störungen, die er als „anomische“ Zustände bezeichnete. Auch Robert K. Merton erforschte Problemstellungen gesellschaftlicher Entwicklungen „seiner“ amerikanischen Gesellschaft des 20. Jahrhunderts unter anomietheoretischen Betrachtungen, mit einem besonderen Blick auf „abweichendes Verhalten“. Entwickelte damit Merton die „Anomietheorie Durkheims“ fort? Dieser Frage wird im Rahmen der Hausarbeit nachgegangen. Die leitenden Fragestellungen lassen sich wie folgt zusammenfassen: Welches theoretische Verständnis verbindet Durkheim mit dem Begriff der „Anomie“? In wieweit geht Merton mit seinem Verständnis über Durkheim hinaus? Im Wege einer Literaturauswertung werden beide Verständnisse zunächst getrennt dargelegt und dann mit Blick auf zentrale Kategorien wie zum Beispiel „Bedürfnisse und Ziele“, „Mittel und Wege“ und „Normen“ miteinander verglichen. Dabei zeigt sich unter anderem, dass bei beiden Soziologen Probleme aus der Diskrepanz zwischen Zielen und Mitteln entstehen. Betrachtungsunterschiede bestehen insofern, als Durkheim die Entstehung von Bedürfnissen bzw. die Schieflage in der Mittelverteilung in der Natur erblickt (insofern anlagebedingt), während nach Merton die Gesellschaft diese Ungleichverteilungen und Problemstellungen erzeugt. Merton betont die Bedeutung der Kultur. Beide betrachten die normativen Bewertungen als eine sich verändernde Größe. Nach Durkheim kann bzw. muss das Verständnis des normativ Erlaubten neu gelernt werden, wenn sich das Verhältnis aus Mitteln und Bedürfnissen plötzlich drastisch ändert (infolge der wirtschaftlichen Entwicklung), bei Merton kann es in Abhängigkeit von anderen Merkmalen zu einem Zusammenbruch der Normen kommen.
Studienarbeit aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Germanistik - Didaktik, Note: 14, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, Sprache: Deutsch, Abstract: 1. Einleitung In meiner Seminarabschlussarbeit zum Thema „Schriftspracherwerb“ geht es um die Lernstandsdiagnostik einer Schülerin, die sich zum Zeitpunkt der Befragung am Ende der dritten Klasse befindet. Die Arbeit gliedert sich in mehrere Teile. Im ersten Teil der Arbeit geht es mir darum, zunächst eine Definition zum Begriff „Schriftspracherwerb“ vorzunehmen, da mir zu Beginn meiner Arbeit noch nicht klar war, was der Unterschied zwischen der im Alltag häufig verwendeten Bezeichnung des Lese- und Schreibunterrichtes und dem Begriff Schriftspracherwerb ist. Danach werde ich die grundsätzlichen Voraussetzungen für den Schriftspracherwerb aufstellen. Als angehende Lehrkraft war es mir hierbei wichtig, dass ich nicht nur die Voraussetzungen der Schüler beleuchte, sondern auch Bezug auf die Voraussetzungen der schulischen Lehr- und Lernbedingungen nehme. Im Anschluss werde ich auf das von Uta Frith bekannte Entwicklungsmodell für den Schriftspracherwerb eingehen. Nachdem ich nun einen kurzen Abriss zur Theorie des Schriftspracherwerbes vorgenommen habe, komme ich im dritten Kapitel meiner Arbeit zu den Testverfahren die ich für die Lernstandsdiagnose angewandt habe. Hierbei werde ich einen kurzen Überblick über die von Peter May erstellten Testverfahren (Hamburger Schreib- und Leseprobe) geben. Im vierten Kapitel möchte ich zunächst eine kurze Beschreibung meines befragten Kindes vornehmen, bevor ich dann zur der Auswertung und Interpretation der aus den Testverfahren gewonnenen Ergebnisse komme. Im letzten Teil meiner Arbeit geht es mir dann um die Vorstellung von gezielten Förderungsmaßnahmen, die auf die individuellen Leistungsfähigkeiten meines Kindes abgestimmt sind.
Studienarbeit aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft, Note: 14, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, Veranstaltung: Schulpraktische Studien, Sprache: Deutsch, Abstract: In der nachfolgenden Seminarabschlussarbeit zum forschungsbezogenen Typ der Schulpraktischen Studien, werden zwei Sequenzen aus meinem während meines Praktikums verfassten Transkript, analysiert. Die Analyse orientiert sich hierbei an den Vorgaben zum sequenzanalytischen Vorgehen der Objektiven Hermeneutik nach Ulrich Oevermann. Zentral für die objektive Hermeneutik ist, den objektiven bzw. den latenten Sinn eines Geschehens zu entschlüsseln. Im ersten Schritt muss hierzu zwischen einem latenten bzw. objektiven Sinn und dem subjektiv-intentionalen Sinn unterschieden werden und die Differenz dieser beiden Ebenen dargestellt werden. In einem weiteren Schritt eröffnet sich auf der Ebene der Textinterpretation eine zweite Ebene, die die Fallstruktur betrifft. Durch wiederholte Äußerungen auf der objektiven Sinnebene festigen sich Interpretationen, die wiederum ein Instrumentarium schaffen, welches uns ermöglicht, bei der Interpretation unseres Textes über die Ebene der intendierten Selbstdarstellung hinauszugehen und zur Analyse der latenten Sinnstrukturen zu gelangen. An diese Ebene schließt sich nun die Rekonstruktion der Genese der Fallstruktur an. Um diesen Grundgedanken der Objektiven Hermeneutik zu entsprechen, vollzieht sich die Analyse meiner Sequenzen sequenziell. Ich taste mich demzufolge Schritt für Schritt an möglichst viele Interpretationen, um die unterschiedlichsten Lesarten bilden zu können. Dabei beachte ich jedoch die „Sparsamkeitsregel“, die besagt, dass man sich nur auf die Lesarten beschränkt, die ohne größere Zusatzannahmen mit dem Text kompatibel sind. Auch das Prinzip der „Wörtlichkeit der Interpretation“ findet in meiner Analyse Beachtung. Ich werde nur solche Interpretationen anführen, die am Text selbst nachzuweisen sind. Zudem werde ich die ausgewählten Textausschnitte vollständig interpretieren (Prinzip der Totalität). Ich werde mich weiterhin bemühen, die einzelnen Sequenzen zunächst kontextfrei zu interpretieren und sie anschließend in den jeweiligen Kontext des Geschehens einordnen. Die Arbeit gliedert sich insgesamt in vier Abschnitte. Im ersten Abschnitt werde ich den Ablauf der Stunde erläutern, um einen kleinen Einblick in das Geschehen zu geben. Im zweiten Abschnitt werde ich meine leitende Fragestellung vorstellen, bevor ich dann im dritten Abschnitt zur Analyse der einzelnen Abschnitte gelange. Im letzten Teil meiner Arbeit werde ich die Fallstrukturhypothese mit Rückblick auf die gesamte Stunde vorstellen.
Studienarbeit aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 11, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main (Institut für Deutsche Sprache und Literatur II), Veranstaltung: Einführung in die Neuere deutsche Literatur, Sprache: Deutsch, Abstract: Die Erzählung „Alles“ von Ingeborg Bachmann ist eine der sieben Geschichten aus dem Zyklus „Das dreißigste Jahr“ zwischen 1956 und 1957. Irmela von der Lühe zitiert in ihrem Aufsatz „Abschied vom Utopia der Sprache“, Worte von Ingeborg Bachmann, die sie während einer Vorlesung äußerte. Darin bringt sie ihren „Sprachtraum“ sowie die Gefangenschaft der Menschheit in der Welt der „schlechten Sprache“ zum Ausdruck. Von solch einem Sprachtraum und einem sprachlichen Neubeginn handelt auch der retrospektive Erzählerbericht des Ich-Erzählers in der Erzählung von Ingeborg Bachmann. Im Zentrum dieser Erzählung steht die Geburt und das Aufwachsen eines Lebewesens, das entgegen den Erwartungen des Vaters, die gleiche Richtung einschlägt wie alle anderen Menschen dieser „schlechten Welt“. Erst nach seinem Tode beginnt der Vater seinen Jungen zu akzeptieren. Im Folgenden soll der Frage nachgegangen werden, ob die Autorin Ingeborg Bachmann durch diese Erzählung ihren Wunsch vom „Utopia der Sprache“, den sie 1960 in einer ihrer Vorlesungen äußerte , tatsächlich verabschiedet. Anhand des Beitrages von Irmela von der Lühe soll diese Frage im Fazit dieser Ausarbeitung diskutiert werden. Zunächst wird jedoch eine Analyse der Erzählung unter erzähltextanalytischen Gesichtspunkten durchgeführt. Der Erzähltext wird dabei nach dem Aufbau, der Zeit, dem Modus und der Stimme hin untersucht. Hierbei werden die Untersuchungskriterien nach der Literatur von Martinez, Matias/ Scheffel, Michael: „Einführung in die Erzähltheorie“, angewandt.
Studienarbeit aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Germanistik - Didaktik, Note: 14, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, Sprache: Deutsch, Abstract: 1. Einleitung In meiner Seminarabschlussarbeit zum Thema „Schriftspracherwerb“ geht es um die Lernstandsdiagnostik einer Schülerin, die sich zum Zeitpunkt der Befragung am Ende der dritten Klasse befindet. Die Arbeit gliedert sich in mehrere Teile. Im ersten Teil der Arbeit geht es mir darum, zunächst eine Definition zum Begriff „Schriftspracherwerb“ vorzunehmen, da mir zu Beginn meiner Arbeit noch nicht klar war, was der Unterschied zwischen der im Alltag häufig verwendeten Bezeichnung des Lese- und Schreibunterrichtes und dem Begriff Schriftspracherwerb ist. Danach werde ich die grundsätzlichen Voraussetzungen für den Schriftspracherwerb aufstellen. Als angehende Lehrkraft war es mir hierbei wichtig, dass ich nicht nur die Voraussetzungen der Schüler beleuchte, sondern auch Bezug auf die Voraussetzungen der schulischen Lehr- und Lernbedingungen nehme. Im Anschluss werde ich auf das von Uta Frith bekannte Entwicklungsmodell für den Schriftspracherwerb eingehen. Nachdem ich nun einen kurzen Abriss zur Theorie des Schriftspracherwerbes vorgenommen habe, komme ich im dritten Kapitel meiner Arbeit zu den Testverfahren die ich für die Lernstandsdiagnose angewandt habe. Hierbei werde ich einen kurzen Überblick über die von Peter May erstellten Testverfahren (Hamburger Schreib- und Leseprobe) geben. Im vierten Kapitel möchte ich zunächst eine kurze Beschreibung meines befragten Kindes vornehmen, bevor ich dann zur der Auswertung und Interpretation der aus den Testverfahren gewonnenen Ergebnisse komme. Im letzten Teil meiner Arbeit geht es mir dann um die Vorstellung von gezielten Förderungsmaßnahmen, die auf die individuellen Leistungsfähigkeiten meines Kindes abgestimmt sind.
Examensarbeit aus dem Jahr 2010 im Fachbereich Mathematik - Didaktik, Note: 1,0, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, Sprache: Deutsch, Abstract: Wie in vielen anderen europäischen Ländern ist der Mathematikunterricht in Deutschland so aufgebaut, dass Algebra erst nach langjähriger Ausbildung der arithmetischen Fähigkeiten in Jahrgangsstufe sieben, beziehungsweise aufgrund der Verkürzung der gymnasialen Schulzeit auf acht Jahre am Gymnasium , in Klasse sechs eingeführt wird. Diese Tatsache begründet sich unter anderem dadurch, dass sich aus historischer Sicht die Algebra aus der Arithmetik heraus entwickelt hat und das Kind, in Anlehnung an die Stufentheorie des Entwicklungspsychologen Jean Piaget, erst mit einem Alter von 12 Jahren in das Stadium der formalen Operation übergeht, in der es die Fähigkeit erwirbt, algebraisch zu denken (vgl. GERHARD 2008, 113). Seit mehreren Jahren, nicht zuletzt durch die Ergebnisse internationaler Vergleichstests wie PISA, wird in Fachkreisen unter dem Begriff „Early Algebra“ diskutiert, ob die Einführung erster Ansätze von Algebra in der Grundschule für die Ausbildung der algebraischen Fähigkeiten in der Sekundarstufe förderlich sein könnte (vgl. HRZÁN; SEFIEN 2009, 16ff.). Hintergrund ist die Tatsache, dass Schülerinnen und Schüler bei der späten Einführung der Algebra in der Sekundarstufe, deutliche Probleme mit dieser Disziplin haben. LINCHEVSKI und HERSCOVICS (1996) beschreiben den Übergang der Arithmetik zur Algebra als „cognitive gap“ (vgl. SPECHT 2009, 20ff.). Während sich die Arithmetik den Schülern auf natürliche Weise erschließt, muss sich die Algebra erst zum konkreten Unterrichtsgegenstand etablieren, um von den Schülern verstanden zu werden. Dieses „cognitive gap“ widerspricht aber nicht grundsätzlich einer früheren Einführung der Algebra, wie es nach der Stufentheorie von PIAGET der Fall ist. GERHARD (2008) stellt in diesem Zusammenhang die These auf, dass der Erwerb von algebraischen Kenntnissen nicht unbedingt abhängig vom Alter, sondern primär von der Art und Weise, wie Algebra von der entsprechenden Lehrkraft vermittelt wird, sei (vgl. GERHARD 2008, 118). Dies untermauerte auch der russische Didaktiker DAVYDOV durch seine aufschlussreichen Experimente in den Jahren 1964 bis 1967. Er bewies, dass der Einsatz von Variablen viel früher erfolgen kann, nämlich bereits im Grundschulalter. Seine Untersuchungen zeigen, dass dies bis zu einem gewissen Grad sogar noch vor dem Rechnen mit Zahlen möglich ist (vgl. MALLE 1993, 158).
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