Erinnerung und Erfahrung, Teil 95: Gedanken zur Lektüre

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Das E-Book enthält Erinnerungen, Rezensionen und Gedanken zur Lektüre. Der Verfasser Karl Schön, geboren 1935, war fast 40 Jahre als Diplom-Verwaltungswirt bei einer Bundesbehörde tätig. Viele Jahre war er freier Mitarbeiter von Zeitschriften und Zeitungen. Von 1977 bis 1987 gab er die Literaturzeitschrift "HORIZONTE" heraus. Schön lebt in einer Kleinstadt in Süddeutschland.

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Additional Information

Publisher
BookRix
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Published on
Jan 2, 2017
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Pages
10
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ISBN
9783739691688
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Language
German
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Genres
Biography & Autobiography / General
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Content Protection
This content is DRM protected.
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Karl Schön
Wie in einem Märchenreich liegen die drei Dornburger Schlösser, auf einem mächtigen Kalksteinfelsen zusammengedrängt, an den Steinblock wie Vogelnester geklebt. Die Schlösser mit unterschiedlicher Architektur, nämlich späte Gotik, Renaissance und Rokoko, ergänzen sich, wie ein neuerer Dichter schrieb, "in Form und Ansehen auf eine wunderbare Weise. Sie nehmen die Höhenlinie des Felsens auf, die den Bauwerken jene schwebende Leichtigkeit gibt" (Hanns Cibulka, Dornburger Blätter). Das älteste und trutzigste Schloss, das am nördlichen Ende steht, ist in seinen Grundmauern über ein Jahrtausend alt, denn die mittelalterlichen Mauern wurden zu Beginn des 16. Jahrhunderts auf den Trümmern einer alten Burg errichtet; es stellt einen Gemengebau mit romanischen und spätgotischen Bestandteilen, eine unregelmäßige Dreiflügelanlage mit eingebautem Hauptturm dar. Das anmutige braune Rokokoschlösschen, maßgeblich geprägt von der Baukunst des Weimarer Baumeisters G. H. Krone, war von Herzog Ernst August, dem Großvater von Goethes Freund und Gönner Karl August, zwischen 1736 und 1747 erbaut worden, und das südlich gelegene dritte Schloss, das sogenannte Goethe-Schloss, ist ein schlichter Renaissancebau aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Über dem Türbalken ließ Wolfgang Zetzsching im Jahre 1608 ein lateinische Distichon einmeißeln, das Goethe wie folgt frei übersetzte: "Freudig trete herein und froh entferne dich wieder; ziehst du als Wanderer vorbei, segne die Pfade dir Gott!" Mehr als zwanzig mal hat sich Goethe im Laufe seines Lebens in Dornburg aufgehalten. Goethes letzter Aufenthalt vom 7. Juli bis 12. September 1828 ist der längste. Der zweigeschossige sogenannte Gutsherrenbau mit dem Renaissance-Giebel beherbergt die Goethe-Gedenkstätten in drei Zimmern, wo persönliche Einrichtungsgegenstände aufbewahrt werden. In diesem Renaissance-Schloss dient Goethe die sogenannte "Bergstube" im ersten Stock für die 66 Tage seines Aufenthalts als Arbeits- und Schlafzimmer. Die dürftige schlichte Ausstattung der Bergstube erinnert an die spartanische Schmucklosigkeit in seinem Arbeits- und Schlafgemach in Weimar. Am Eckfenster, aus dem er so gern ins Tal hinunter schaut, steht die Inschrift: "1828. Vom 7. Juli bis 12. September weilte hier Goethe." In den parkartigen Gärten und auf den Terrassen der Hänge blühen im Sommer Tausende von Rosen. Goethe hielt sich vom 7. Juli bis 10. September 1828 in Dornburg auf; die in dieser Zeit geschriebenen Briefe enthalten bedeutende Erkenntnisse und Bekenntnissse.
Karl Schön
Die drei ersten Bücher der neuen Schriftenreihe SAMMLUNG PROFILE des Bouvier Verlages, herausgegeben von Rudolf Wolff, geben Auskunft über Leben und Werk dreier Schriftsteller: es handelt sich um Erich Kästner, den meistgelesenen Schriftsteller der Weimarer Republik, Reiner Kunze, den Georg-Büchner-Preisträger 1977, und Hans Fallada, der auch 36 Jahr nach seinem Tod noch nicht ausreichend gewürdigt wird. Erich Kästner (23.2.1899-29.7.1974) studierte Philosophie in Berlin, Rostock und Leipzig; ab 1927 wurde er als freier Schriftsteller mit zeitkritischen Gedichtbänden ("Herz auf Taille", 1928; und "Lärm im Spiegel" (1929) bekannt. Zahlreiche politisch-satirische Gedichte und Kabarettexte folgten. Er war ein Virtuose der Gebrauchslyrik, ein Satiriker, ein "Pathetiker der Entzauberung". Außer humorvollen Romanen wie "Drei Männer im Schnee" (1934) und "Der kleine Grenzverkehr" (1949) schrieb er kritische Satiren auf das Spießertum, den Militarismus und Faschismus. 1933 wurden seine Bücher verboten und verbrannt. Berühmt wurde er mit seinen lustigen und spannenden Kinderromanen "Emil und die Detektive" (1929), "Pünktchen und Anton" (1931), "Das fliegende Klassenzimmer" (1933) und "Das doppelte Lottchen" (1949). Die beiden letztgenannten Roman wurden verfilmt und waren sehr erfolgreich. Reiner Kunze (geb. 16.8.1933) studierte in Leipzig Philosophie und Publizistik (1951-55). Bis 1959 war er wissenschaftlicher Assistent an der Uni Leipzig. Wegen politische Angriffe muss er seine Stellung aufgeben; Nach der Zerschlagung des "Prager Frühlings". 1968 kam es zum Bruch mit der DDR-Kulturbürokratie. 1977 zog Kunze in den Westen. 1976 war von ihm ein schmales, doch ungemein gewichtiges Buch erschienen: "Die wunderbaren Jahre" mit Erzählungen Notaten, fast dokumentarischen Berichten. Mit großer Überzeugungskraft wird die "lebensbedrohliche Gewalt des Lebens im realen Sozialismus" beschrieben. K. wurde aus dem Schriftstellerverband der DDR ausgeschlossen. 1977 wurde ihm der Georg-Büchner-Preis verliehen. K. verfasste Kurzromane und Kinderbücher, Lyrik und Essays, viele Nachdichtungen und Übersetzungen (Bühnenstücke und Hörspiele) aus dem Tschechischen. Hans Fallada (21.7.1893-5.2.1947) war ein deutscher Romanschriftsteller, ein Vertreter der Milieudichtung. Wegen des von ihm verschuldeten Todes eines Mitschülers wurde er vom Gymnasium verwiesen. Er war als Gutseleve und landwirtschaftlicher Inspektor beschäftigt; später war er Lokalreporter, Verlagsdirektor und freier Schriftsteller.Sein größter Erfolg wurde sein Roman "Kleiner Mann, was nun?" (1932). Dieser Roman wurde in 20 Sprachen übersetzt, zweimal verfilmt und 1972 für das Theater bearbeitet. Seine Erlebnisse beschrieb er 1942 in "Damals, bei uns daheim" (Erinnerungen) und 1946 in "Erinnerungen(1933 bis 1944)".
Karl Schön
Nicolas Thomas Bernhard (9.2.1931 - 12.2.1989) war ein österreichischer Schriftsteller. Nach einer schweren Kindheit und Jugend wurde er im Frühjahr 1949 schwer lungenkrank. Bis 1951 wurde er in der Lungenheilstätte Grafenhof behandelt, so er erste dichterische Versuche unternahm. Ab 1951 besuchte er die Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien, später in Salzburg. Während es Studiums bis 1957 war er u.a. als Gerichtsreporter und als Buch- und Theaterkritiker für das Demokratische Volksblatt tätig. Ab 1957 freier Schriftsteller. In seiner Lyrik und seinen späteren Theaterstücken herrschen die Themen Tod, Krankheit, Einsamkeit, menschliche Kälte und Trostlosigkeit vor. Anerkennung findet B. erst mit seinen Romane Frost und Verstörung. Auch seine Erzählungen Amras (1964), Ungemach (1968), Der Kulturkritiker (1974) kreisen immer um Krankheit und Verfall. "Seine Prosa ist charakterisiert durch stete Selbstreflexion bis hin zur Verachtung und Aggressivität gegen die Umwelt." (Knaurs Lexikon der Weltliteratur). Die Österreich-Kritik, die auch von anderen Autoren nach Heimito von Doderers Tod laut wurde, artikulierte B. am schärfsten. Er behauptete sogar die "Kontinuität eines nationalsozialistisch-katholischen Sumpfes" (Das Reclam-Buch der deutschen Literatur, S. 484). In seinem umfangreichsten Prosawerk "Auslöschung. Ein Zerfall", das sind "monologische Auseinandersetzungen mit einer als chaotisch empfundenen Welt", herrschen Krankheit, Verfall, Tod im Allgemeinen vor. Zum zentrale Thema werden die "österreichischen Verhältnisse und die deutsch-österreichische Kulturtradition im Besonderen." (Das Reclam-Buch der deutschen Literatur, S. 485). B. verfügte testamentarisch ein Verbot der Aufführung bzw. Drucklegung seiner Werke in Österreich. Nur auf Umwegen konnten die rechtlichen Auswirkungen der Verbote ausgehebelt werden. 1970 erhielt Bernhard den Georg-Büchner-Preis; seit den 1980er Jahren wird er international zu den bedeutendsten österreichischen und deutschsprachigen Autoren gerechnet. Sein nationaler und internationaler Nachruhm ist ungebrochen. Der Suhrkamp Verlag hat dem immensen literarischennn Werk, das B. den Todeskrankheiten (einem schweren Lungenleiden, Morbus Boeck und dilativer Cardiomyopathie) abgerungen hat, in einer 22-bändigen Ausgabe ein Denkmal gesetzt.
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