Petrus in Rom

Untersuchungen zur antiken Literatur und Geschichte

Book 96
Walter de Gruyter
1
Free sample

Ausgangspunkt dieses Bandes ist ein Exkurs im Bellum Iudaicum des hier dem Ambrosius zugeschriebenen sog. Hegesippus über den Wettstreit des Petrus mit Simon Magus in Rom und die sich daran anschließende Christenverfolgung Neros, in der die Apostel Petrus und Paulus das Martyrium erleiden. Die Frage nach den Quellen dieser Episode und deren Historizität führt zu einer Überprüfung der „Schlüsselbeweise“ für einen Aufenthalt des Petrus in Rom und der sonstigen literarischen Zeugnisse vom Neuen Testament bis in die Spätantike. Im Vordergrund stehen die apokryphen Apostelakten, der 1. Clemensbrief, Iustinus Martyr, Dionysios von Korinth, Polykarp von Smyrna und die Antihäretiker Hegesippus und Irenäus von Lyon. Die vermeintlich echten Briefe des Ignatius von Antiochien werden in den Rahmen christlicher und heidnischer Pseudepigrapha der Zweiten Sophistik eingeordnet, ihre Entstehungszeit auf das Jahrzehnt 170-180 festgelegt. Ein breites Kapitel ist philologischen Untersuchungen zur Datierung des 1. Clemensbriefes und der Spätschriften des Neuen Testamentes gewidmet. Am Ende steht eine kritische Edition (mit Übersetzung) der Martyrien des Petrus und des Paulus unter Berücksichtigung einer hier erstmalig eingeführten griechischen Handschrift, die ein bisher nicht bekanntes Selbstporträt des Paulus enthält.
Read more

About the author

Otto Zwierlein, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.

Read more
5.0
1 total
Loading...

Additional Information

Publisher
Walter de Gruyter
Read more
Published on
Sep 4, 2009
Read more
Pages
489
Read more
ISBN
9783110217315
Read more
Read more
Best For
Read more
Language
German
Read more
Genres
History / Ancient / General
Literary Criticism / Ancient & Classical
Religion / Biblical Biography / New Testament
Religion / Christianity / History
Read more
Content Protection
This content is DRM protected.
Read more

Reading information

Smartphones and Tablets

Install the Google Play Books app for Android and iPad/iPhone. It syncs automatically with your account and allows you to read online or offline wherever you are.

Laptops and Computers

You can read books purchased on Google Play using your computer's web browser.

eReaders and other devices

To read on e-ink devices like the Sony eReader or Barnes & Noble Nook, you'll need to download a file and transfer it to your device. Please follow the detailed Help center instructions to transfer the files to supported eReaders.
Das zwischen 161 und 168 n. Chr. in Smyrna entstandene Martyrium Polycarpi, der erste Martyriumsbericht des frühen Christentums, fand Eingang in Eusebs Kirchengeschichte und wurde um 400 zusammen mit dem Pioniusmartyrium (ca. 250-260) in das von Ps.-Pionius redigierte Corpus Polycarpianum aufgenommen. Vor allem über das Polykarpmartyrium herrscht ein jahrhundertealter Streit. Die einen halten den Text für einen unmittelbaren Augenzeugenbericht, andere für eine nach der Passio Christi stilisierte Erbauungsschrift aus der 2. Hälfte des 3. Jh.s; wieder andere rechnen mit einem authentischen Kern, um den sich im Laufe der Überlieferung verschiedene Redaktionsschichten gelegt haben, die mit unseren Mitteln nicht mehr abzutragen seien. Eben dies ist in den hier vorgelegten kritischen Editionen erstmals gelungen: Vornehmlich durch Einbeziehung altarmenischer Übersetzungen wurden aus den Griechischtexten doppelter Länge die ursprünglichen Kurzfassungen wiedergewonnen. Den Abschluß des ersten Bandes bildet die erste kritische Edition (mit deutscher Übersetzung) der spätlateinischen Passio Pionii (um 450).

Band 2 legt das Fundament für die kritischen Editionen des ersten Bandes. Der Versuch, das kirchenhistorisch zentrale Datum des Polykarpmartyriums zu bestimmen und die Frage nach der Echtheit der Ignatius-Partien in Polykarps Philipperbrief zu klären, macht eine Überprüfung der Textgeschichte beider Martyrien unausweichlich. Es erweisen sich alle kalendarischen Angaben der griechischen Handschriften und die dort mitgeteilten Namen des Asiarchen und Prokonsuls als interpoliert. Durch Vergleich der griechischen, lateinischen, altarmenischen, koptischen und altslavischen Versionen (ggf. einschließlich derer Eusebs) gelingt es, die Interpolationsschichten der Langfassungen beider Martyrien abzutragen und erstmals die ursprünglichen Kurzfassungen wiederzugewinnen. Beide Martyrien waren Bestandteile des von Ps.-Pionius um 400 redigierten Corpus Polycarpianum, ebenso Polykarps Philipperbrief mit der eingeschwärzten Verankerung der Ignatiusbriefe und dem umstrittenen Handlungsrahmen. Auch dieser kann dem Redaktor Ps.-Pionius zugeschrieben werden, der wahrscheinlich um 390/393 dem Ignatiusenkomion des Chrysostomus (nach 386, vor 392) die Acta Ignatii Antiochena mit eingelassenem Römerbrief des ‘Ignatius’ hatte folgen lassen. Die verschiedenen Textschichten spiegeln christliche Verhaltensnormen in Zeiten der Verfolgung (auch im Verhältnis zu den Juden) und beleuchten die Entwicklung von Begriffen wie „großer Sabbat“, „Martyrium“, „katholische Kirche“.

Das zwischen 161 und 168 n. Chr. in Smyrna entstandene Martyrium Polycarpi, der erste Martyriumsbericht des frühen Christentums, fand Eingang in Eusebs Kirchengeschichte und wurde um 400 zusammen mit dem Pioniusmartyrium (ca. 250-260) in das von Ps.-Pionius redigierte Corpus Polycarpianum aufgenommen. Vor allem über das Polykarpmartyrium herrscht ein jahrhundertealter Streit. Die einen halten den Text für einen unmittelbaren Augenzeugenbericht, andere für eine nach der Passio Christi stilisierte Erbauungsschrift aus der 2. Hälfte des 3. Jh.s; wieder andere rechnen mit einem authentischen Kern, um den sich im Laufe der Überlieferung verschiedene Redaktionsschichten gelegt haben, die mit unseren Mitteln nicht mehr abzutragen seien. Eben dies ist in den hier vorgelegten kritischen Editionen erstmals gelungen: Vornehmlich durch Einbeziehung altarmenischer Übersetzungen wurden aus den Griechischtexten doppelter Länge die ursprünglichen Kurzfassungen wiedergewonnen. Den Abschluß des ersten Bandes bildet die erste kritische Edition (mit deutscher Übersetzung) der spätlateinischen Passio Pionii (um 450).

Band 2 legt das Fundament für die kritischen Editionen des ersten Bandes. Der Versuch, das kirchenhistorisch zentrale Datum des Polykarpmartyriums zu bestimmen und die Frage nach der Echtheit der Ignatius-Partien in Polykarps Philipperbrief zu klären, macht eine Überprüfung der Textgeschichte beider Martyrien unausweichlich. Es erweisen sich alle kalendarischen Angaben der griechischen Handschriften und die dort mitgeteilten Namen des Asiarchen und Prokonsuls als interpoliert. Durch Vergleich der griechischen, lateinischen, altarmenischen, koptischen und altslavischen Versionen (ggf. einschließlich derer Eusebs) gelingt es, die Interpolationsschichten der Langfassungen beider Martyrien abzutragen und erstmals die ursprünglichen Kurzfassungen wiederzugewinnen. Beide Martyrien waren Bestandteile des von Ps.-Pionius um 400 redigierten Corpus Polycarpianum, ebenso Polykarps Philipperbrief mit der eingeschwärzten Verankerung der Ignatiusbriefe und dem umstrittenen Handlungsrahmen. Auch dieser kann dem Redaktor Ps.-Pionius zugeschrieben werden, der wahrscheinlich um 390/393 dem Ignatiusenkomion des Chrysostomus (nach 386, vor 392) die Acta Ignatii Antiochena mit eingelassenem Römerbrief des ‘Ignatius’ hatte folgen lassen. Die verschiedenen Textschichten spiegeln christliche Verhaltensnormen in Zeiten der Verfolgung (auch im Verhältnis zu den Juden) und beleuchten die Entwicklung von Begriffen wie „großer Sabbat“, „Martyrium“, „katholische Kirche“.

©2018 GoogleSite Terms of ServicePrivacyDevelopersArtistsAbout Google|Location: United StatesLanguage: English (United States)
By purchasing this item, you are transacting with Google Payments and agreeing to the Google Payments Terms of Service and Privacy Notice.