Das mädchen von Treppi ; und, Marion

H. Holt

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Publisher
H. Holt
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Published on
Dec 31, 1894
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Pages
88
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Language
German
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Paul Heyse
*** Neue Deutsche Rechtschreibung ***

Paul Johann Ludwig von Heyse (15.03.1830–02.04.1914) war ein deutscher Schriftsteller, Dramatiker und Übersetzer. Neben vielen Gedichten schuf er rund 180 Novellen, acht Romane und 68 Dramen. Heyse ist bekannt für die „Breite seiner Produktion“. Der einflussreiche Münchner „Dichterfürst“ unterhielt zahlreiche – nicht nur literarische – Freundschaften und war auch als Gastgeber über die Grenzen seiner Münchner Heimat hinaus berühmt.

1890 glaubte Theodor Fontane, dass Heyse seiner Ära den Namen „geben würde und ein Heysesches Zeitalter“ dem Goethes folgen würde. Als erster deutscher Belletristikautor erhielt Heyse 1910 den Nobelpreis für Literatur.

Am Nachmittage dieses letzten April, der zugleich ein Sonntag war, verließ ein deutscher Poet – sein Name tut nichts zur Sache – das Haus, in dem er sehr wider seine Neigung durch den Sturm war gefangen gehalten worden. Tagelang hatte er vom Fenster aus über das Meer gestarrt, den Mantel um die Knie geschlagen, denn der Steinboden seines Zimmers hauchte eine empfindliche Kälte aus, den Hut auf dem Kopf, ein Glas Wein nach dem anderen hinabschlürfend, ohne ein Wärmegefühl in sich erwecken zu können. Der kleine Büchervorrat, der ihn auf der Reise begleitete, war in Neapel zurückgeblieben, und im Hause seines Wirts war außer dem Kalender und einem Messbuch kein gedrucktes Blatt aufzutreiben. Wie oft hatte er sich vermessen, dass ihn in der Einsamkeit Langeweile nie anwandeln solle. Aber so viel und sehnsüchtig er die Muse zur Gesellschaft heranflehte, der Wind verschlang seinen Ruf, und die Kälte ließ endlich keinen anderen Gedanken in ihm aufkommen als den Wunsch, die Sonne wiederzusehen.

Null Papier Verlag
www.null-papier.de
Paul Heyse
Ein Meisterwerk des Literaturnobelpreisträgers Paul Heyse in neu bearbeiteter Fassung.

Andrea Delfin kommt nach Venedig. Mit sich führt er drei Dolche, jeder trägt die Inschrift: »Tod allen Inquisitoren« eingraviert. Die Inquisitoren sind im alten Venedig die Vollzugsbeamten der Mächtigen, sie sind Ankläger, Richter und Vollstrecker in einem. Ihre Herrschaft ist berüchtigt.

Andrea Delfin will den Tod der Schwester und des Bruders rächen.

Der Text ist eine spannende Schilderung der Herrschaftsverhältnisse, unter denen Bespitzelung, Verrat aber auch blankes Denunziantentum und politische Ränke und Meuchelmorde an der Tagesordnung waren. Eine schreckliche Zeit, in der nur Adlige und der Klerus frei waren, alle anderen Menschen mussten damit rechnen jeden Augenblick unter behördlicher Willkür für ewig weggesperrt oder gelyncht zu werden; ein falscher Verdacht, eine getuschelte Bemerkung – ob wahr oder nicht – waren genug.

»Den Schafen aber ist es gleich, Herr Delfin, ob sie geschlachtet oder vom Wolf gefressen werden ...«

Mein Bruder wurde nach Venedig gerufen, sich zu verantworten. Als er kam, wurde er unter die Bleidächer geführt, und viele Wochen lang suchte man bald durch Drohungen, bald durch verlockende Anerbietungen ihn zu Geständnissen zu bewegen. Jenen einen Schritt brauchte er nicht zu beschönigen; er war gesetzlich. Anderes hatte er nicht zu gestehen, da wir nichts gegen den Staat unternommen hatten. So musste man ihn endlich entlassen. Aber man dachte nicht daran, ihn zu begnadigen.

Ich selbst hatte ihn schriftlich gebeten, nicht sogleich abzureisen, um nicht neuen Verdacht zu erwecken. Wir wollten ihn lieber einige Monate länger entbehren. Als er endlich kam, sollten wir ihn nach wenigen Tagen für immer missen. Er erlag einem langsam wirkenden Gift, das man ihm in einem der glänzenden Häuser, die er besuchte, unter die Speisen gemischt hatte.

Noch war der Stein über seinem Grabe nicht aufgerichtet, als der Gouverneur der Provinz meiner Schwester seine Hand antrug. Sie wies sie mit Entrüstung zurück; in ihrem Schmerz entfuhren ihr Worte, die ihren Nachhall im Saal des Inquisitionstribunals finden sollten.

Null Papier Verlag
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Paul Heyse
*** Neue Deutsche Rechtschreibung ***

Paul Johann Ludwig von Heyse (15.03.1830–02.04.1914) war ein deutscher Schriftsteller, Dramatiker und Übersetzer. Neben vielen Gedichten schuf er rund 180 Novellen, acht Romane und 68 Dramen. Heyse ist bekannt für die „Breite seiner Produktion“. Der einflussreiche Münchner „Dichterfürst“ unterhielt zahlreiche – nicht nur literarische – Freundschaften und war auch als Gastgeber über die Grenzen seiner Münchner Heimat hinaus berühmt.

1890 glaubte Theodor Fontane, dass Heyse seiner Ära den Namen „geben würde und ein Heysesches Zeitalter“ dem Goethes folgen würde. Als erster deutscher Belletristikautor erhielt Heyse 1910 den Nobelpreis für Literatur.

Am Nachmittage dieses letzten April, der zugleich ein Sonntag war, verließ ein deutscher Poet – sein Name tut nichts zur Sache – das Haus, in dem er sehr wider seine Neigung durch den Sturm war gefangen gehalten worden. Tagelang hatte er vom Fenster aus über das Meer gestarrt, den Mantel um die Knie geschlagen, denn der Steinboden seines Zimmers hauchte eine empfindliche Kälte aus, den Hut auf dem Kopf, ein Glas Wein nach dem anderen hinabschlürfend, ohne ein Wärmegefühl in sich erwecken zu können. Der kleine Büchervorrat, der ihn auf der Reise begleitete, war in Neapel zurückgeblieben, und im Hause seines Wirts war außer dem Kalender und einem Messbuch kein gedrucktes Blatt aufzutreiben. Wie oft hatte er sich vermessen, dass ihn in der Einsamkeit Langeweile nie anwandeln solle. Aber so viel und sehnsüchtig er die Muse zur Gesellschaft heranflehte, der Wind verschlang seinen Ruf, und die Kälte ließ endlich keinen anderen Gedanken in ihm aufkommen als den Wunsch, die Sonne wiederzusehen.

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