L'Arrabbiata

Ginn
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Publisher
Ginn
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Published on
Dec 31, 1911
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Pages
82
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Language
German
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Ein Meisterwerk des Literaturnobelpreisträgers Paul Heyse in neu bearbeiteter Fassung.

Andrea Delfin kommt nach Venedig. Mit sich führt er drei Dolche, jeder trägt die Inschrift: »Tod allen Inquisitoren« eingraviert. Die Inquisitoren sind im alten Venedig die Vollzugsbeamten der Mächtigen, sie sind Ankläger, Richter und Vollstrecker in einem. Ihre Herrschaft ist berüchtigt.

Andrea Delfin will den Tod der Schwester und des Bruders rächen.

Der Text ist eine spannende Schilderung der Herrschaftsverhältnisse, unter denen Bespitzelung, Verrat aber auch blankes Denunziantentum und politische Ränke und Meuchelmorde an der Tagesordnung waren. Eine schreckliche Zeit, in der nur Adlige und der Klerus frei waren, alle anderen Menschen mussten damit rechnen jeden Augenblick unter behördlicher Willkür für ewig weggesperrt oder gelyncht zu werden; ein falscher Verdacht, eine getuschelte Bemerkung – ob wahr oder nicht – waren genug.

»Den Schafen aber ist es gleich, Herr Delfin, ob sie geschlachtet oder vom Wolf gefressen werden ...«

Mein Bruder wurde nach Venedig gerufen, sich zu verantworten. Als er kam, wurde er unter die Bleidächer geführt, und viele Wochen lang suchte man bald durch Drohungen, bald durch verlockende Anerbietungen ihn zu Geständnissen zu bewegen. Jenen einen Schritt brauchte er nicht zu beschönigen; er war gesetzlich. Anderes hatte er nicht zu gestehen, da wir nichts gegen den Staat unternommen hatten. So musste man ihn endlich entlassen. Aber man dachte nicht daran, ihn zu begnadigen.

Ich selbst hatte ihn schriftlich gebeten, nicht sogleich abzureisen, um nicht neuen Verdacht zu erwecken. Wir wollten ihn lieber einige Monate länger entbehren. Als er endlich kam, sollten wir ihn nach wenigen Tagen für immer missen. Er erlag einem langsam wirkenden Gift, das man ihm in einem der glänzenden Häuser, die er besuchte, unter die Speisen gemischt hatte.

Noch war der Stein über seinem Grabe nicht aufgerichtet, als der Gouverneur der Provinz meiner Schwester seine Hand antrug. Sie wies sie mit Entrüstung zurück; in ihrem Schmerz entfuhren ihr Worte, die ihren Nachhall im Saal des Inquisitionstribunals finden sollten.

Null Papier Verlag
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*** Neue Deutsche Rechtschreibung ***

Paul Johann Ludwig von Heyse (15.03.1830–02.04.1914) war ein deutscher Schriftsteller, Dramatiker und Übersetzer. Neben vielen Gedichten schuf er rund 180 Novellen, acht Romane und 68 Dramen. Heyse ist bekannt für die „Breite seiner Produktion“. Der einflussreiche Münchner „Dichterfürst“ unterhielt zahlreiche – nicht nur literarische – Freundschaften und war auch als Gastgeber über die Grenzen seiner Münchner Heimat hinaus berühmt.

1890 glaubte Theodor Fontane, dass Heyse seiner Ära den Namen „geben würde und ein Heysesches Zeitalter“ dem Goethes folgen würde. Als erster deutscher Belletristikautor erhielt Heyse 1910 den Nobelpreis für Literatur.

Auf all das erwiderte er nicht mehr, als schon die Erminia mir gesagt hatte: Ihr seid nicht klug, Fra Angelico, – und fuhr dabei fort, die kleinen Schrauben und Stifte an seinem Gewehr zu putzen, und den blauen Rauch seiner Cigarre durch den blonden Schnurrbart qualmen zu lassen. Ich verließ ihn endlich, mehr noch über Seine tückische Kaltblütigkeit, als über die Sache selbst erbost, und sah ihn vor dem andern Mittag nicht wieder. Da kam er in mein Zimmer, einen Brief in der Hand, der, wie er sagte, seine schleunige Abreise nötig mache; ich möchte ihm, da die Post heute nicht mehr ging, mein Wägelchen leihen. Nichts tat ich lieber als das, ließ mir auch nicht merken, dass ich an den Brief nicht sonderlich glaubte, sondern bildete mir vielmehr was darauf ein, dass ich durch meine Beredsamkeit ihn dahin gebracht hätte, uns zu verlassen und die unselige Liebesgeschichte noch bei Zeiten abzuschneiden. Also gab ich ihm meinen Burschen mit, da ich selbst keine Zeit hatte, ihn nach Rom zu kutschieren, und wir schieden als die besten Freunde.

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