Die Militarisierung der Bevölkerung im Kaiserreich

GRIN Verlag
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Studienarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Geschichte Europa - Deutschland - 1848, Kaiserreich, Imperialismus, Note: 1,8, , 17 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Einleitung „Mein liebster treuer Freund, Ja! Jetzt geht’s aufs Ganze. Schade, dass es so spät kam – gut, dass es nicht später gekommen ist.(1)“ Schrieb Feldmarschall von der Goltz kurz nach dem Kriegsausbruch an einen Kameraden. Wie auch schon Heinrich Mann in seinem Werk „Der Untertan“ (1918) kritisiert, wurde vor allem in der Zeit Wilhelm II. die freiheitlich-demokratischen Prinzipien aufgrund von Weltmachtsbestrebungen und Militarismus missachtet. Offensichtlich bestand nach dem ersten Weltkrieg ein enormer Bedarf an Aufklä-rung in Bezug auf die Rolle des Militärs innerhalb der Gesellschaft, was die Verkaufszah-len von „Der Untertan“ - 100 000 Exemplare in den ersten sechs Wochen – belegen(2). Mit seiner Einstellung war von der Goltz nicht allein. Viele Mitglieder des Offizierkorps teilten seine Meinung, hatten sie doch die lange Zeit des Zuwartens auf den Krieg gehasst. Hinter dieser Einstellung stand das tiefgreifende Welterklärungsmodell des Sozialdarwinismus. Es basiert auf der Überzeugung, dass sich jedes Volk in einem ständigen „Kampf ums Dasein“ befindet und nur das stärkste überleben könne(3). Der Schweizer Historiker Burckhardt verstand den Krieg als eine „Völkercrisis“, als ein „notwendiges Moment höherer Entwicklung“ und das Volk lerne „seine volle Nationalkraft nur im Kriege [...] kennen“(4). Der Krieg wurde demnach als „biologische Notwendigkeit“ gesehen, der „biologisch gerecht entscheidet“(5), wie Friedrich von Bernhardi emphatisch feststellte. [...] _______ (1) Zitiert nach: Wette, Wolfram (Hg): Schule der Gewalt. Militarismus in Deutschland 1871 bis 1945, (Berlin 2005), Seite 53 (2) Ulrich, Bernd/ Jakob Vogel / Benjamin Ziemann (Hg): Untertan in Uniform. Militär und Militarismus im Kaiserreich 1871 – 1914. Quellen und Dokumente (Frankfurt am Main 2001), Seite 9 - 10 (3) Wette, Schule der Gewalt, Seite 56 (4) Jansen, Christian (Hg): Der Bürger als Soldat. Die Militarisierung europäischer Gesellschaften im langen 19. Jahrhundert: ein internationaler Vergleich, Frieden und Krieg, Beiträge zur historischen Friedensforschung, Band 3 (Essen 2004), Seite 26 (5) Zitiert nach: De Jong, Albert/ Müller-Lehning, Arthur: Die soziale Revolution und die antimilitaristische Taktik, o.O. 1987, Seite 53 in: Wette, Schule der Gewalt, Seite 53
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Additional Information

Publisher
GRIN Verlag
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Published on
May 18, 2007
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Pages
26
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ISBN
9783638685948
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Language
German
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Genres
History / Europe / Germany
History / General
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Content Protection
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Friedrich Schiller
Dieses eBook: "Geschichte des dreißigjährigen Kriegs (Vollständige Ausgabe)" ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Friedrich Schiller (1759-11805) war ein deutscher Dichter, Philosoph und Historiker. Er gilt als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Dramatiker und Lyriker. Schiller gehört mit Wieland, Goethe und Herder zum Viergestirn der Weimarer Klassik. Schillers Beschäftigung mit Geschichte ist von der Aneignung und Weiterentwicklung des Spektrums der universalhistorischen Ideen der Aufklärung gekennzeichnet. Die Ästhetisierung der Geschichte als Wissenschaft, die anthropologische Wende und die Hervorhebung des Menschen als Objekt der Geschichte, die Begründung der erzieherischen Funktion der Geschichte sowie die Proklamation der Methode der historischen Analogie dienten als Schlüsselelemente nicht nur für die weitere Entwicklung des historischen Denkens von Schiller in sein historisches Werk ''Geschichte des dreißigjährigen Krieges'', sondern auch für die Entstehung seines klassischen Geschichtsdramas. Der Dreißigjährige Krieg von 1618 bis 1648 war ein Konflikt um die Hegemonie im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation und in Europa und zugleich ein Religionskrieg. In ihm entluden sich auf europäischer Ebene der habsburgisch-französische Gegensatz und auf Reichsebene derjenige zwischen Kaiser und Katholischer Liga einerseits und Protestantischer Union andererseits. Gemeinsam mit ihren jeweiligen Verbündeten im Reich trugen die habsburgischen Mächte Österreich und Spanien ihre dynastischen Interessenkonflikte mit Frankreich, den Niederlanden, Dänemark und Schweden aus. Infolgedessen verbanden sich eine Reihe weiterer Konflikte mit dem Dreißigjährigen Krieg: der Achtzigjährige Krieg (1568–1648) zwischen den Niederlanden und Spanien, der Französisch-Spanische Krieg (1635–1659) und der Torstenssonkrieg (1643–1645) zwischen Schweden und Dänemark.
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