Aton - Vater Sonn: Fantastische Taggeschichten

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Einst am Ende einer Nacht fand ein Penner den jungen Mann auf einer Bank im Park - mit weit geöffneten Augen, die spiegelten noch immer das Licht der Vollen Mondin, doch niemals mehr hinein in seine Seele, denn er war tot. Für den Penner aber gab es einen Morgen und einen neuen Tag. Jetzt war er es, der die fantastischen Dinge sah, ihnen lauschte und in ihnen aufging, die da geschehen im Sonnenschein, in den Wüsten aus Beton, in Gärten und auf Wiesen, in tiefsten Wäldern, auf Bergen, auf Inseln im Meer und in Wüsten, wo fern die alten Götter träumen.Die Texte

Die 184 Kürzestgeschichten und Gedichte sind thematisch folgenden Kapiteln zugeordnet: Der Penner im Park schläft andernorts, Einklang, Sonn über Beton, In Gärten und auf Wiesen, Der Penner im Park erinnert sich, Wald und Berg und Wand, Der Penner im Park schaut dich an, Inseln in See und Meer, Der Penner im Park nennt seinen Namen, Wüstenfeuer, Der Penner im Park verwandelt sich, Träumende Götter, Ausklang, Der Penner im Park erwacht.

Das Aaah und Oooh

Du drehst deinen Kopf im roten Licht des Abendsonns, immer weiter und weiter, langsam zunächst.

Du schaust hinab im Drehen, siehst dort unten auf der Bank deinen kopflosen Körper sitzen. Und nun - mein Gott! - schreit dein Mund aus einem immer schneller rotierenden Kopf so was wie: »Aaah!«

Und ich, der ich dich treffen wollte, und auch du - ja dich, liebe(r) LeserIn, meine ich - wir beide sehen den blutenden, zuckenden Körper noch nicht. Denn noch immer schauen wir mit offenen Mündern empor zu dem dort oben im roten Licht rotierenden Kopf: »Oooh!«

Einer schreit

Er schrie am Morgen dieses herrlichen Tages. Sonn strahlte vom blauen Himmel.

Alle Menschen dort unten in der Stadt lachten, wie es ihm schien.

Warum schreie ich?, dachte etwas in ihm unaufhörlich!

Er wusste es nicht. Er hörte auf zu denken. Doch er schrie noch immer weiter.

Zeit verging. Es wurde Mittag. Er schrie.

Zeit verging. Es wurde Abend. Er schrie.

Und es wurde Nacht. Sonn ging unter. Er schrie nicht mehr, er schrie nie mehr. Denn die Kreaturen der Nacht kamen und holten ihn und aßen ihn auf. Ruhe ist!

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Additional Information

Publisher
BookRix
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Published on
Apr 26, 2017
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Pages
150
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ISBN
9783743808782
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Language
German
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Genres
Fiction / Horror
Fiction / Short Stories (single author)
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Content Protection
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Rainar Nitzsche
Rahmen

Ein junger Mann träumt nachts auf einer Bank im Park von seltsamen Dingen, die hier und dort und überall geschehen. Die Volle Mondin ruft ihn ohn Unterlass. Wird er ihr folgen, wird sie ihn kriegen? Das ist die Rahmenhandlung mit Namen "Stadt": Tausend Tränen / träumt der Träumer / Tausend Tränen / in die Nacht.

Die Texte

Sie sind thematisch in 8 Kapiteln angeordnet: Träume, Trommeltanz, Ruf, Kinder der Nacht, Frau, Mondin, Wahnsinn, Nacht. Ein Beispiel für einen kurzen Text: Der Wurm.

Du schreist.

Dein Bauch zerreißt.

Es wiegt sich der Wurm.

Von irgendwo ein sanftes Lied.

Noch lebst du.

Du schaust ihn staunend an.

Du fühlst seinen Körper erschlaffen, erschlaffen.

Du schaust, dich wiegend, hinab auf den Menschen.

Denn du bist ein sehender Wurm.

Du nimmst sein letztes Blut zu dir.

In dir eine ferne Stimme, eine Frage: »Ich lebe?«

Dann ein Schrei: »Dort, dort, mein Körper!«

Der Körper des Menschen zerfällt zu Staub.

Du richtest dich auf, du schwebst hinaus.

Das Zimmer ist leer.

Wesen

Dämonen, Elfen, ES, Fledermäuse, Katzen, Krähen, Palolowürmer, Teddybär, Werwölfe und Wölfe.

Zitate und Inspirationen

Mit Zitaten von Bassui, H. P. Lovecraft, Friedrich Nietzsche, Edgar Allan Poe und C. H. Spiess und mit den Mondgöttern der unterschiedlichsten Kulturen, die mal weiblich, männlich oder beides waren. Inspirationen von "Die Erben des Fluchs" und "Moonwalker" mit Michael Jackson.

Rezension

"Ein Mann sitzt auf einer Bank im nachtdunklen Park und dichtet dunkle Lyrik, inspiriert von der Mondin, dem magischen Trabanten, ältester Gottheit des Menschen. Rainar Nitzsche wechselt wie ein (Nacht)Falter die Blickwinkel, schöpft er eben doch aus der Mythologie, hört den dumpfen Trommelklang afrikanischer Nächte, schweift er unverhofft ab zu unheimlichen Schattenwesen, läßt Werwölfe heulen, schreckt auch vor Splattermovies nicht zurück - immer wieder unterbrochen vom sinnenden Mann auf der Parkbank, der der Rote Faden dieses kleine Lyrik-Bändchens, das man nicht in einem Zug herunterlesen kann, will man es verinnerlichen. Ein Geheimtip!" ALIEN CONTACT

Rainar Nitzsche
Und jetzt, wo du dies liest, was hörst du da, während du dich erinnerst an Menschen, Dinge und Geschehnisse, die nur du kennst, du allein?
"Nachhause", weint deine Seele. "Nachhause ins Sternenmeer. Dorthin!"
"Nachhause hinauf zu den Sternen?", fragt lächelnd der Astronom. "Da sind wir doch schon immer - mitten drin - seit Anbeginn!Die Texte

246 Texte, Kürzestgeschichten und Lyrik über den Blick ins All, die Reise zu den Sternen, Ewigkeit und Gott, auch inspiriert von SF-Romanen, Horrortexten, Fantasy, Autoren wie H. P. Lovecraft und Tolkien sowie Wesen wie die Hobbits und E. T. Einige kurze Textbeispiele:

Die andere Brandung

Eine andere Brandung, aber kein Meer. Wellen sind da im Zentrum deiner Stirn.

Du schließt die Augen. Wellen aus Licht durchbrausen das Schwarz dieser Nacht in dir.

Und erst das Rauschen in deinen Ohren! Es ist ein ständiges An- und Abschwellen und Anschwellen und ... aus Wellen, aus Rauschen bricht hervor ein Ton, wird klar, wird Klang, ein Lied.

Du öffnest deine Au... Die Schwärze bleibt. Da sind keine Augen mehr! Denn Leere tasten deine Finger in keinem Gesicht.

Und wäre da jemand, der sähe dir zu, er sähe dich zerfallen und zerfließen. Und sein Mund stammelte etwas, das Erzählungen über Buddhas Erleuchtung gleicht:

»Keine Augen - kein Sehen, kein Gesicht - kein Laut, kein Kopf - kein Hören, keine Hände - kein Tasten, keine Beine - kein Rumpf. Nichts ist geblieben. Nichts bleibt!

Dann schlösse er die Augen vielleicht und hörte - ganz wie du zuvor - nun auch die andere Brandung, aber kein Meer ...

Du aber schwebst als Welle aus Licht und Klang durch Schwärze. Andere Wellen treiben vor dir, hinter dir, über dir, unter dir und jenseits dahin. Jede ein Klang, ein Licht - winziger Teil der großen Symphonie, die irgendwer irgendwo irgendwie spielt.

Versenkung

Welch Entzücken! Die summende Sommerwiese und er im Lotos-Si... Oh nein. Dafür war er viel zu steif.

Also noch einmal: welch ein Entzücken! Die summende Sommerwiese und er kniend zwischen duftenden Blüten.

Und auch der Schatten konnte ihn nicht dem Entzücken entrücken.

So fiel sein Kopf lächelnd, durch einen Schlag des schwarzen Schwertes vom Rumpf getrennt, ins Gras.

Lächelnd sah er hinab, sah unter sich immer kleiner werden seinen zweigeteilten Körper und daneben den schwarzen grinsenden Schatten.

Lächelnd fuhr er empor zu den Sternen.

Eine Feldmaus, eine kleine braune Maus leckte auf sein Blut. Und auch die Wurzeln der Blumen und Gräser saugten es ein. Andere Wesen fraßen noch an seinem Körper. Auch der Schatten war längst gegangen.

Stern ruft Seele

Bei Nacht erwacht bist du

und schaust empor in Schwärze.

Ein Funken Licht sich bricht in deinen Augen,

fällt nieder tief dir in dein Herz.

Und deine Seele

schwebt davon in schwarzes Meer.

Rainar Nitzsche
Magisch-lyrische Fantastik

Kürzestgeschichten und Gedichte. Nachttexte - Horror, Fantastisches und Liebe. Sie kehrt zurück zu dir, die niemals verschwunden war: die Mondin. Und so viele Dinge geschehen in der Nacht unter ihrem Licht, die dort oben steht, und alles »sieht«. Wo? Bei dir zu Hause, in manch einer Stube, unten auf den Straßen der Stadt und draußen auf den Wiesen, die da führen weit hinaus in Liebes-Herzens-Schmerzen! Wölfe heulen, Fledermäuse flattern unter ihrem Licht, und Meere von Blut, Tod und Wandel zwischen Mensch und Vampir, Dämon und Tier.

Kapitel

Noch immer ruft die Mondin. Einklang. Ein junger Mann auf einer Bank. Zimmer unter dem Dach 1. Drinnen bei dir. Zimmer unter dem Dach 2. Andere Räume und Stuben. Zimmer unter dem Dach 3. Unten auf der Straße. Zimmer unter dem Dach 4. Wogendes Wiesenwassermeer. Zimmer unter dem Dach 5. Diese ewige Liebe. Zimmer unter dem Dach 6. Noch immer im Park? Zimmer unter dem Dach 7. Ausklang. Nachwort.

Leseproben - Kurztexte

Stille

Und du drehst dich im Kreis

Singst du?

Ist ein Schreien

in den Seelen der Menschen

Die Wände

deines Zimmers

bersten

Und noch immer drehst du dich im Kreis

noch immer zerfallen

die Häuser der Stadt zu Staub

»Wer bin ich?«

flüstert eine Stimme in dir

Aber dort draußen

erlischt das Leben

in sternenloser Nacht

Stille

Taucht ein

Taucht ein

mein Herz

in ein Meer

von Blut

Ich höre die Schreie nicht mehr.

Denn auch ich bin einer von ihnen. Denn auch ich schreie meinen Schmerz hinaus in die Weite dieses Roten Meeres.

Eben noch zuckten unsere Körper, tanzten wir alle im Hagel der Geschosse.

Und nun ... schauen wir träumend hinab auf blutende Herzen.

Du

»Du!«, sang seine Seele und zitterte, bebte und lachte, sprang und sang: »Du!«

Doch sie hörte ihn nicht. Denn ihr Herz war aus Stein, denn ihr Herz war zu schwarzem Eis gefroren.

»DU!!!«, schrie noch immer sein vergehendes Ich.

Denn es ging auf in ihr, die ewig war.

Denn es ging auf in ihr sein Körper, den ihre Beine umschlangen, den ihr Mund biss, den ihr Geschlecht verschlang.

Wir!, dachte sie weinend, als er gänzlich in ihr war.

Jetzt pulste ihr Herz vor Leben.

Brennend

Brennend

stieg

mein Herz

empor

So sah ich

sein Leuchten

in tiefer Nacht

erwacht

Voll Staunen

fiel

mein Haupt

in Leere

Rainar Nitzsche
Und weiter geht unsere Reise durch fantastische Nachtwelten. Wandelten wir in den Geschichten der ersten beiden Bänden der Mondintrilogie (Ruf der Mondin, Im Licht der Vollen Mondin) noch halbwegs auf festem Boden, so heben wir nun gänzlich ab in die Traumgefilde von Märchen und Anderswelten. Ja, dorthin träumen wir uns, nach irgendwo und irgendwann. Und kehren nie mehr zurück?Die Texte

Die 186 Kürzestgeschichten und Gedichte sind thematisch folgenden Kapiteln zugeordnet: Die dritte Mondin, Prolog im Park, Innenraum 1, Noch Mensch? - Noch Mensch!, Innenraum 2, Irgendanderswo (Mit allen Beinen fest auf dem Boden, Wasser ist unser Leben, In die Lüfte, Feuer und Flamme sein, Von Göttern, Engeln und Dämonen), Traumprogramm, Innenraum 3, Keine Mondin, Wie alles begann, Nachwort.

Amok

Rasend durchrennst du die Nacht, Raketenleuchten in deinen Augen.

RAUS! RAUS!, schrie es in dir.

Diesem Ruf konntest du einfach nicht widerstehen.

»He du! Hast’s aber eilig!«, lallt irgendwer an einer Ecke.

Nur kurz zuckt deine Hand im Lauf. Etwas blitzt im bunten Silvesterreigen. Schon weit, weit hinter dir sinkt röchelnd irgendwer zu Boden. Grau strömt sein Blut aus zerfetztem Hals.

Du aber rennst noch immer durch deine Mutter Nacht. Und nichts hält dich auf in deinem Lauf. So viele begegnen dir. Und alle lässt du sterbend zurück.

Wie seltsam, du wirst nicht müde! Oder ist alles nur ein Traum, Rollenspiel, Simulation?, fragst du dich einen winzigen Augenblick lang. Liege ich irgendwo in einem Labor oder einfach nur zuhause, mit dem »Stecker« im Kopf, und tue, was »Amok« befiehlt?

Hummelflug

Ich fliege!, denkst du. Ich fliege singend aus eigener Kraft, mit meinen Flügeln fliege ich empor.

Und du hast Glück. Oder ist es dein lautes Summen? Denn niemand von den Menschen dieser kleinen Stadt und auch nicht die schnappenden Kiefer des Schäferhundes dort auf der Terrasse noch ein Vogel aus leuchtendem Himmel hält dich brummende, summende Hummel auf, die du durch das offenstehende Fenster die kleine Wohnung verlässt und nun aufsteigst ins Blau, ins Licht des Frühlingstages.

Ich fliege!

Staunen. Das ist Leben, das ist Lust, das ist Himmel und Erde. Jetzt bin ich Frau und eins, zurückgekehrt. Und diese Farben, diese Bilder, dieser Klang, dieser Duft, die ... Da hört das Sprechen und Denken der Menschenseele im Hummelkörper auf.

Sie aber fliegt weiter, erinnert sich nicht, denn Hummel ist Hummel ist Hummel.

Rainar Nitzsche
Rahmen

Ein junger Mann träumt nachts auf einer Bank im Park von seltsamen Dingen, die hier und dort und überall geschehen. Die Volle Mondin ruft ihn ohn Unterlass. Wird er ihr folgen, wird sie ihn kriegen? Das ist die Rahmenhandlung mit Namen "Stadt": Tausend Tränen / träumt der Träumer / Tausend Tränen / in die Nacht.

Die Texte

Sie sind thematisch in 8 Kapiteln angeordnet: Träume, Trommeltanz, Ruf, Kinder der Nacht, Frau, Mondin, Wahnsinn, Nacht. Ein Beispiel für einen kurzen Text: Der Wurm.

Du schreist.

Dein Bauch zerreißt.

Es wiegt sich der Wurm.

Von irgendwo ein sanftes Lied.

Noch lebst du.

Du schaust ihn staunend an.

Du fühlst seinen Körper erschlaffen, erschlaffen.

Du schaust, dich wiegend, hinab auf den Menschen.

Denn du bist ein sehender Wurm.

Du nimmst sein letztes Blut zu dir.

In dir eine ferne Stimme, eine Frage: »Ich lebe?«

Dann ein Schrei: »Dort, dort, mein Körper!«

Der Körper des Menschen zerfällt zu Staub.

Du richtest dich auf, du schwebst hinaus.

Das Zimmer ist leer.

Wesen

Dämonen, Elfen, ES, Fledermäuse, Katzen, Krähen, Palolowürmer, Teddybär, Werwölfe und Wölfe.

Zitate und Inspirationen

Mit Zitaten von Bassui, H. P. Lovecraft, Friedrich Nietzsche, Edgar Allan Poe und C. H. Spiess und mit den Mondgöttern der unterschiedlichsten Kulturen, die mal weiblich, männlich oder beides waren. Inspirationen von "Die Erben des Fluchs" und "Moonwalker" mit Michael Jackson.

Rezension

"Ein Mann sitzt auf einer Bank im nachtdunklen Park und dichtet dunkle Lyrik, inspiriert von der Mondin, dem magischen Trabanten, ältester Gottheit des Menschen. Rainar Nitzsche wechselt wie ein (Nacht)Falter die Blickwinkel, schöpft er eben doch aus der Mythologie, hört den dumpfen Trommelklang afrikanischer Nächte, schweift er unverhofft ab zu unheimlichen Schattenwesen, läßt Werwölfe heulen, schreckt auch vor Splattermovies nicht zurück - immer wieder unterbrochen vom sinnenden Mann auf der Parkbank, der der Rote Faden dieses kleine Lyrik-Bändchens, das man nicht in einem Zug herunterlesen kann, will man es verinnerlichen. Ein Geheimtip!" ALIEN CONTACT

Rainar Nitzsche
Und weiter geht unsere Reise durch fantastische Nachtwelten. Wandelten wir in den Geschichten der ersten beiden Bänden der Mondintrilogie (Ruf der Mondin, Im Licht der Vollen Mondin) noch halbwegs auf festem Boden, so heben wir nun gänzlich ab in die Traumgefilde von Märchen und Anderswelten. Ja, dorthin träumen wir uns, nach irgendwo und irgendwann. Und kehren nie mehr zurück?Die Texte

Die 186 Kürzestgeschichten und Gedichte sind thematisch folgenden Kapiteln zugeordnet: Die dritte Mondin, Prolog im Park, Innenraum 1, Noch Mensch? - Noch Mensch!, Innenraum 2, Irgendanderswo (Mit allen Beinen fest auf dem Boden, Wasser ist unser Leben, In die Lüfte, Feuer und Flamme sein, Von Göttern, Engeln und Dämonen), Traumprogramm, Innenraum 3, Keine Mondin, Wie alles begann, Nachwort.

Amok

Rasend durchrennst du die Nacht, Raketenleuchten in deinen Augen.

RAUS! RAUS!, schrie es in dir.

Diesem Ruf konntest du einfach nicht widerstehen.

»He du! Hast’s aber eilig!«, lallt irgendwer an einer Ecke.

Nur kurz zuckt deine Hand im Lauf. Etwas blitzt im bunten Silvesterreigen. Schon weit, weit hinter dir sinkt röchelnd irgendwer zu Boden. Grau strömt sein Blut aus zerfetztem Hals.

Du aber rennst noch immer durch deine Mutter Nacht. Und nichts hält dich auf in deinem Lauf. So viele begegnen dir. Und alle lässt du sterbend zurück.

Wie seltsam, du wirst nicht müde! Oder ist alles nur ein Traum, Rollenspiel, Simulation?, fragst du dich einen winzigen Augenblick lang. Liege ich irgendwo in einem Labor oder einfach nur zuhause, mit dem »Stecker« im Kopf, und tue, was »Amok« befiehlt?

Hummelflug

Ich fliege!, denkst du. Ich fliege singend aus eigener Kraft, mit meinen Flügeln fliege ich empor.

Und du hast Glück. Oder ist es dein lautes Summen? Denn niemand von den Menschen dieser kleinen Stadt und auch nicht die schnappenden Kiefer des Schäferhundes dort auf der Terrasse noch ein Vogel aus leuchtendem Himmel hält dich brummende, summende Hummel auf, die du durch das offenstehende Fenster die kleine Wohnung verlässt und nun aufsteigst ins Blau, ins Licht des Frühlingstages.

Ich fliege!

Staunen. Das ist Leben, das ist Lust, das ist Himmel und Erde. Jetzt bin ich Frau und eins, zurückgekehrt. Und diese Farben, diese Bilder, dieser Klang, dieser Duft, die ... Da hört das Sprechen und Denken der Menschenseele im Hummelkörper auf.

Sie aber fliegt weiter, erinnert sich nicht, denn Hummel ist Hummel ist Hummel.

Rainar Nitzsche
Magisch-lyrische Fantastik

Kürzestgeschichten und Gedichte. Nachttexte - Horror, Fantastisches und Liebe. Sie kehrt zurück zu dir, die niemals verschwunden war: die Mondin. Und so viele Dinge geschehen in der Nacht unter ihrem Licht, die dort oben steht, und alles »sieht«. Wo? Bei dir zu Hause, in manch einer Stube, unten auf den Straßen der Stadt und draußen auf den Wiesen, die da führen weit hinaus in Liebes-Herzens-Schmerzen! Wölfe heulen, Fledermäuse flattern unter ihrem Licht, und Meere von Blut, Tod und Wandel zwischen Mensch und Vampir, Dämon und Tier.

Kapitel

Noch immer ruft die Mondin. Einklang. Ein junger Mann auf einer Bank. Zimmer unter dem Dach 1. Drinnen bei dir. Zimmer unter dem Dach 2. Andere Räume und Stuben. Zimmer unter dem Dach 3. Unten auf der Straße. Zimmer unter dem Dach 4. Wogendes Wiesenwassermeer. Zimmer unter dem Dach 5. Diese ewige Liebe. Zimmer unter dem Dach 6. Noch immer im Park? Zimmer unter dem Dach 7. Ausklang. Nachwort.

Leseproben - Kurztexte

Stille

Und du drehst dich im Kreis

Singst du?

Ist ein Schreien

in den Seelen der Menschen

Die Wände

deines Zimmers

bersten

Und noch immer drehst du dich im Kreis

noch immer zerfallen

die Häuser der Stadt zu Staub

»Wer bin ich?«

flüstert eine Stimme in dir

Aber dort draußen

erlischt das Leben

in sternenloser Nacht

Stille

Taucht ein

Taucht ein

mein Herz

in ein Meer

von Blut

Ich höre die Schreie nicht mehr.

Denn auch ich bin einer von ihnen. Denn auch ich schreie meinen Schmerz hinaus in die Weite dieses Roten Meeres.

Eben noch zuckten unsere Körper, tanzten wir alle im Hagel der Geschosse.

Und nun ... schauen wir träumend hinab auf blutende Herzen.

Du

»Du!«, sang seine Seele und zitterte, bebte und lachte, sprang und sang: »Du!«

Doch sie hörte ihn nicht. Denn ihr Herz war aus Stein, denn ihr Herz war zu schwarzem Eis gefroren.

»DU!!!«, schrie noch immer sein vergehendes Ich.

Denn es ging auf in ihr, die ewig war.

Denn es ging auf in ihr sein Körper, den ihre Beine umschlangen, den ihr Mund biss, den ihr Geschlecht verschlang.

Wir!, dachte sie weinend, als er gänzlich in ihr war.

Jetzt pulste ihr Herz vor Leben.

Brennend

Brennend

stieg

mein Herz

empor

So sah ich

sein Leuchten

in tiefer Nacht

erwacht

Voll Staunen

fiel

mein Haupt

in Leere

Rainar Nitzsche
Und jetzt, wo du dies liest, was hörst du da, während du dich erinnerst an Menschen, Dinge und Geschehnisse, die nur du kennst, du allein?
"Nachhause", weint deine Seele. "Nachhause ins Sternenmeer. Dorthin!"
"Nachhause hinauf zu den Sternen?", fragt lächelnd der Astronom. "Da sind wir doch schon immer - mitten drin - seit Anbeginn!Die Texte

246 Texte, Kürzestgeschichten und Lyrik über den Blick ins All, die Reise zu den Sternen, Ewigkeit und Gott, auch inspiriert von SF-Romanen, Horrortexten, Fantasy, Autoren wie H. P. Lovecraft und Tolkien sowie Wesen wie die Hobbits und E. T. Einige kurze Textbeispiele:

Die andere Brandung

Eine andere Brandung, aber kein Meer. Wellen sind da im Zentrum deiner Stirn.

Du schließt die Augen. Wellen aus Licht durchbrausen das Schwarz dieser Nacht in dir.

Und erst das Rauschen in deinen Ohren! Es ist ein ständiges An- und Abschwellen und Anschwellen und ... aus Wellen, aus Rauschen bricht hervor ein Ton, wird klar, wird Klang, ein Lied.

Du öffnest deine Au... Die Schwärze bleibt. Da sind keine Augen mehr! Denn Leere tasten deine Finger in keinem Gesicht.

Und wäre da jemand, der sähe dir zu, er sähe dich zerfallen und zerfließen. Und sein Mund stammelte etwas, das Erzählungen über Buddhas Erleuchtung gleicht:

»Keine Augen - kein Sehen, kein Gesicht - kein Laut, kein Kopf - kein Hören, keine Hände - kein Tasten, keine Beine - kein Rumpf. Nichts ist geblieben. Nichts bleibt!

Dann schlösse er die Augen vielleicht und hörte - ganz wie du zuvor - nun auch die andere Brandung, aber kein Meer ...

Du aber schwebst als Welle aus Licht und Klang durch Schwärze. Andere Wellen treiben vor dir, hinter dir, über dir, unter dir und jenseits dahin. Jede ein Klang, ein Licht - winziger Teil der großen Symphonie, die irgendwer irgendwo irgendwie spielt.

Versenkung

Welch Entzücken! Die summende Sommerwiese und er im Lotos-Si... Oh nein. Dafür war er viel zu steif.

Also noch einmal: welch ein Entzücken! Die summende Sommerwiese und er kniend zwischen duftenden Blüten.

Und auch der Schatten konnte ihn nicht dem Entzücken entrücken.

So fiel sein Kopf lächelnd, durch einen Schlag des schwarzen Schwertes vom Rumpf getrennt, ins Gras.

Lächelnd sah er hinab, sah unter sich immer kleiner werden seinen zweigeteilten Körper und daneben den schwarzen grinsenden Schatten.

Lächelnd fuhr er empor zu den Sternen.

Eine Feldmaus, eine kleine braune Maus leckte auf sein Blut. Und auch die Wurzeln der Blumen und Gräser saugten es ein. Andere Wesen fraßen noch an seinem Körper. Auch der Schatten war längst gegangen.

Stern ruft Seele

Bei Nacht erwacht bist du

und schaust empor in Schwärze.

Ein Funken Licht sich bricht in deinen Augen,

fällt nieder tief dir in dein Herz.

Und deine Seele

schwebt davon in schwarzes Meer.

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