Rudolf Naujoks „Lehmland“ ist ein vergessenes Meisterwerk der deutschsprachigen Literatur, geschrieben von einem Augenzeugen des Grenzlands, das einst Polen und Deutschland verband. Ein Roman über das Europa, das wir verloren haben und das wir noch immer suchen.
Rudolf Naujok, 1903 in Memel geboren (heute: Klaipeda), 1969 in Camberg im Taunus gestorben, gehört zu den bemerkenswertesten Stimmen der ostpreußischen Literatur. Mit „Lehmland“ erscheint – nach „Brücke am Kanal“ – ein zweites Werk aus seinem Nachlass, verfasst 1965.
Nach der Vertreibung aus dem Memelland und Ostpreußen fand Rudolf Naujok seine Familie Ende 1945 in Niedersachsen wieder. In Stelle bei Hamburg leitete er für kurze Zeit eine Volksschule, bis er Anfang 1949 in Camberg im Taunus heimisch wurde. In dem Taunusstädtchen begann seine langjährige Tätigkeit als Klassen- und Fachlehrer. Neben seinem Lehrberuf veröffentlichte er Romane, Erzählungen und Bildbände – ein Werk, das nach seinem Tod 1969 weitgehend in Vergessenheit geriet und nun neu entdeckt wird.
Herwarth Naujok ist der jüngste Sohn von Rudolf, geboren 1940, ebenfalls in Memel. Im Testament seiner Eltern wurde ihm die Verwaltung und Vertretung von Rudolf Naujoks literarischen Rechten übertragen. „Lehmland“ ist nach „Brücke am Kanal“ die zweite Publikation seines Vaters, die er aus dem Nachlass herausgibt. Es erschien erstmals 1980 als Taschenbuch unter dem Titel „Vincenz und Jadwiga“ im Camberger Verlag Ulrich Lange.
Jürgen Siebert ist ein führender Experte auf den Gebieten visuelle Kommunikation, Typografie und Marketingstrategie. Nach seinem Physik-Studium in Frankfurt am Main arbeitete er zunächst als Wissenschaftsjournalist (FAZ, Robert-Bosch-Stiftung) und technischer Redakteur. Im Herbst 1986 war er Mitbegründer der Design-Zeitschrift PAGE in Hamburg, die er bis 1991 als Chefredakteur leitete. Im Frühjahr 1991 wechselte er zu FontShop nach Berlin, wo er in den folgenden Jahren am Aufbau der FontFont-Bibliothek, des FontBooks, der Publikation FUSE, der TYPO-Konferenz, des Fontblogs und anderer Kommunikations- und Marketingprojekte beteiligt war. Nachdem FontShop 2014 von Monotype übernommen wurde, leitete Siebert als Director Marketing die Unternehmenskommunikation in der DACH-Region. Er startete die Konferenzreihe Brand Days und Brand Talks, die er kuratierte und moderierte.