Staatsaufbau und Herrschaftsstruktur Napoleon Bonapartes während der Konsulatszeit (1799-1804) - Eine Form der zivilen Diktatur?

GRIN Verlag
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Bachelorarbeit aus dem Jahr 2010 im Fachbereich Geschichte Europa - and. Länder - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung, Note: 1,0, Universität Mannheim (Historisches Institut), Sprache: Deutsch, Abstract: Zeitzeugen wie Historikern ist es gleichermaßen nicht leicht gefallen, die Person und damit die Herrschaft Napoleon Bonapartes zu charakterisieren. Kaum eine Herrschaftsform der Weltgeschichte war so voller Widersprüche wie die, die im Laufe des 19. Jahrhunderts als „Bonapartismus“ bekannt werden sollte. Es war und ist schwer zu beurteilen, ob der napoleonische Staat bloß eine Unterbrechung der demokratisch-parlamentarischen Entwicklung Frankreichs, die autoritärste Form des aufgeklärten Absolutismus in der Tradition des 18. Jahrhunderts oder gar eine vormoderne Militärdiktatur gewesen ist. Gerade aufgrund der Erfahrungen mit dem militärischen Totalitarismus Deutschlands, Italiens, Japans und der Sowjetunion im 20. Jahrhundert wurde die Herrschaft Napoleons als deren direkter Vorläufer und „Wegweiser“ gesehen und bezeichnet. Andererseits galt Napoleons Herrschaft als Wiedergeburt des antiken Cäsarismus, als eine Form der „römischen Diktatur“, als ein „Kompromiss zwischen den Notwendigkeiten einer Wohlfahrtsregierung, die sich im Kampf mit ganz Europa befindet und den aus der Revolutionszeit überkommenen Empfindlichkeiten gegenüber der monarchischen Gewalt.“ Inzwischen hat sich trotz aller Begriffsvielfalt der moderne Begriff der „Diktatur“ für Napoleons Herrschaft weitgehend durchgesetzt. Dennoch herrscht unter den Forschern noch kein Konsens darüber, welche Art der Diktatur Napoleons Herrschaft war. Momentan konkurrieren besonders zwei Begriffe miteinander. Der Begriff der „Militärdiktatur“ geht von einer Dominanz der Uniformen in der napoleonischen Herrschaftsstruktur aus. Die größte Konkurrenz dieser Definition geht in der aktuellen Forschung vom Begriff der „zivilen Diktatur“ aus, einer neutraleren Version des romantisierenden Begriffs der „römischen Diktatur“ bzw. „Wohlfahrtsdiktatur“. Diese Bezeichnung wendet sich v.a. gegen die Behauptung, dass Napoleon seine Macht und Legitimität hauptsächlich der Armee verdankte und Frankreich nur als permanenter Sieger auf dem Schlachtfeld regieren konnte. Sie glaubt an die Dominanz von Legitimations- und Herrschaftsformen wie dem Plebiszit, dem „Appell an das Volk“ und die umfassende napoleonische Bürokratie, durch die Ruhe und Ordnung mit dem Namen Napoleons dauerhaft verknüpft wurde. Die nach wie vor anhaltende und ungelöste Debatte über eine geeignete Definition der napoleonischen Herrschaftsstruktur ist die Motivation für die vorliegende Arbeit.
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Additional Information

Publisher
GRIN Verlag
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Published on
Dec 17, 2010
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Pages
73
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ISBN
9783640780105
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Best For
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Language
German
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Genres
History / Europe / General
History / Modern / 16th Century
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Tim Altpeter
Studienarbeit aus dem Jahr 2012 im Fachbereich Geschichte Europa - and. Länder - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung, Note: 1,3, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (Historisches Seminar), Sprache: Deutsch, Abstract: Für jeden ist Napoleon Bonaparte zuerst ein Kriegsherr, ein Eroberer der Europa beherrschte. Genauso bekannt ist der Gesetzgeber Napoleon, der Urheber zahlreicher Modernisierungen in der französischen Verwaltung, der Gesetzgebung und der Wirtschaft. Aber Napoleon Bonaparte war auch der Initiator der Rückkehr zum religiösen Frieden in Frankreich und der Gründer eines neuen Verhältnisses zwischen den europäischen Gesellschaften und der Religion. Denn die Französische Revolution hatte mit der Monarchie ebenso wie mit der Religion gebrochen. Der Bruch mit der Religion entwickelte sich aber seit 1790 zu einer Wunde in der französischen Gesellschaft, die nie richtig zu heilen begann und deren Behandlung immer dringender wurde. Denn nach Jahren des revolutionären Chaos, der „Dechristianisierung“ und des moralischen Durcheinanders blieb den gläubigen Franzosen nur noch die Religion als sittlicher Halt. Seit Jahrhunderten waren die katholische Kirche und die französische Monarchie untrennbar miteinander verbunden und legitimierten sich gegenseitig. So berief sich gerade der Royalismus in Frankreich stark auf den Katholizismus, um die Wiederherstellung der Dynastie der Bourbonen zu legitimieren und Unterstützung in der breiten Masse der Bevölkerung zu gewinnen. Damit hatten die Royalisten auch Erfolg. Der Erste Konsul Bonaparte erkannte nach dem Staatsstreich des 18. Brumaire (9./10. November 1799), dass die Lösung der religiösen Frage ein, wenn nicht das entscheidende Mittel zur Befriedigung Frankreichs und Assimilierung der neuen eroberten Territorien war. Vielmehr würde bei einer Wiederherstellung des religiösen Kultes die göttliche Legitimation der Bourbonen automatisch auf ihn übergehen müssen. Ein riesiger Schritt auf dem Weg zur Gründung einer eigenen Dynastie und ein vorzüglicher „Hebel zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung“. Die folgende Studie möchte zeigen, wie Napoleon Bonaparte den Glauben in Frankreich restaurierte und inwiefern er ihn für seine Zwecke instrumentalisierte.
Tanja Fittkau
„... denke Dir einmal einen Raum von ungefähr 11 Schritt Länge 9 Schritt Breite, 8 Fuß hoch, an beiden Seiten mit den Schlafstellen oder Coyen versehn, von denen immer 2 von Brettern genagel übereinander sind, (...) wo in jeder Coye 10 Mann liegen, 5 oben und 5 unten, denke Dir nun diesen Raum zwischen den Reihen Coyen in der Breite von Schritten, in dessen Mitte aber noch die Kisten und Koffer der Auswanderer aufgestapelt sind, die aber auch noch an den Coyen entlang stehen, und Du wirst einsehen dass gerade noch soviel Platz ist dass man mit einiger Vorsicht rund um die Kisten ein Mann hoch gehen kann! – Denke Dir nun in diesem Raum bei schlechter Witterung 100 und ungefähr 10 bis 15 Auswanderer eingeschlossen, denke Dir ihre Ausdünstung das Lachen Toben, Uebergeben, Lamentiren, Kinderschreien etc., etc., und Du wirst dann ein ziemlich treues Bild dieses Raumes haben!“Rund sieben Millionen Menschen wagten zwischen 1818 und 1914 von Bremerhaven aus den Weg nach Amerika – in die neue Welt –, mehr als 90% gingen in die USA. Hinter dieser Zahl verbergen sich Schicksale und Geschichten, die sich am authentischsten anhand der Beschreibungen der Auswanderer selbst nachzeichnen lassen. Tanja Fittkau rekonstruiert in ihrer vorliegenden Studie mit Hilfe von bisher weitgehend unveröffentlichten Briefen, Tagebüchern, Reiseberichten und Prozessakten die Bedingungen an Bord der Auswandererschiffe im 19. Jahrhundert. Krankheiten, mangelhafte Verpflegung und Hygiene, die unterschiedliche Unterbringung von 'Zwischendecklern' und 'Kajütspassagieren', gewalttätige Seeleute und Zwistigkeiten unter den auf engstem Raum zusammengepferchten Reisenden – all das waren heute kaum vorstellbare Gefahren und Strapazen, die die Auswanderer auf ihrer oft wochenlangen Überfahrt zu überstehen hatten. Tanja Fittkau leistet im wahrsten Sinne des Wortes Pionierarbeit, denn die lange Zeit, die die Auswanderer an Bord der Schiffe verbracht haben, ist bislang weitgehend unerforscht.
Tim Altpeter
Studienarbeit aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Geschichte - Asien, Note: 1,0, Universität Mannheim (Slawistisches Seminar), Sprache: Deutsch, Abstract: Im Kriegswinter 1941 vollzogen sich in Europa und im Pazifik zwei einschneidende Ereignisse, die dem Zweiten Weltkrieg eine entscheidende Wendung geben sollten: Die erfolgreiche Verteidigung Moskaus vor den deutschen Truppen und der Überraschungsangriff der Japaner auf Pearl Harbour am 7.12.1941. Zahllose historische Forschungswerke haben sich mit dem Grund für die deutsche Niederlage 1941 bzw. der japanischen Aggression gegen die USA befasst. Meiner Meinung nach wurde dabei der wichtigsten Ursache der beiden Ereignisse keine angemessene Bedeutung beigemessen: Den sowjetisch-japanischen Beziehungen. Der seit 1894/95 bzw. 1904/05 andauernde Interessenskonflikt in Ostasien schien eine friedliche Koexistenz der beiden Staaten im Zweiten Weltkrieg unmöglich zu machen. Die beiderseitigen Erfolge vor Moskau bzw. in Pearl Harbour, gefolgt von den massiven Kriegshandlungen in Osteuropa bzw. dem Südpazifik, bekundeten jedoch einen Wandel in den sowjetisch-japanischen Beziehungen: Eine Art erfolgreicher Umorientierung und Konzentration in vollständig andere Konfliktherde der Welt. Wie kam es zu der Verständigung beider Staaten auf diplomatischer Ebene und was war die Ausgangssituation der 30er Jahre? Worin lag die Begründung für den erstaunlichen Neutralitätspakt vom 13.4.1941, der an Sensation dem deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt kaum nachstand und was waren seine Folgen? Wie konnte aus der „seltsamen Neutralität“ schließlich ein sowjetischer Überfall auf Japan im August 1945 werden und daraus der Kalte Krieg in Fernost erwachen? Auf all diese Fragen möchte die vorliegende Arbeit eine kurze und präzise Antwort geben und dafür die sowjetisch-japanischen Beziehungen zwischen 1904-1945 genauer analysieren.
Bernhard Fischer
Diplomarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Geschichte Europa - and. Länder - Neueste Geschichte, Europäische Einigung, Note: 1,0, Universität der Bundeswehr München, Neubiberg, 51 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Am 26. Januar 2006 fand der offizielle Start des vom amerikanischen Starregisseurs Steven Spielberg gedrehten Kinofilms „München“ statt. In seinem Film erzählte Spielberg die Geschichte der Ereignisse nach der Olympia-Geiselnahme durch die palästinensische Terrorgruppe "Schwarzer September" von 1972. Durch dessen Film inspiriert und aus der Notwendigkeit ein passendes Thema für meine Diplomarbeit zu finden entschied ich mich, über die Ereignisse des Olympiaattentates zu recherchieren. Das Ergebnis der Literaturrecherche diesbezüglich war überraschend. Anstatt mit einer Anzahl von Büchern sprichwörtlich erschlagen zu werden, gab es lediglich drei Bücher, die sich tatsächlich mit der Thematik auseinandersetzten. Das erste, welches bereits im Jahre 1973 in französischer und zwei Jahre später in englischer Sprache erschien, war das Buch von Groussard Serge „The blood of Israel“. Hierin wurden in romanhafter Erzählweise die Ereignisse wiedergegeben, so wie sie sich zugetragen haben könnten. Quellenangaben oder Originaldokumente standen dem Autor nicht zur Verfügung. Bis 1999 gab es bezüglich des Attentats keine neuen Forschungsergebnisse, wie dies die promovierte Historikerin Angelika Fox bei ihren Recherchen zu einer Olympia-Dokumentation feststellen musste. So tauchten bis dato immer neue Varianten und Berichte auf, in denen der Ablauf und die Geschehnisse falsch wiedergegeben wurden. Zurückzuführen ist dies unter anderem auf den zum Teil oberflächlichen und plakativen Journalismus, der es mit der Wahrheit nicht so genau nahm. Aber die Ereignisse ließen sich nur schwer rekonstruieren, solange die wichtigsten Polizeiakten weiterhin unter Verschluss lagen. Vereinzelte Zeitzeugenberichte beteiligter Personen, die sich nach Jahren zu den Vorkommnissen vor der Öffentlichkeit dazu äußerten, waren und sind problematisch, da diese immer nur einen subjektiven Teil der Geschehnisse wiedergeben konnten. Dies wird dadurch verstärkt, dass Augenzeugenberichte oft den Nachteil haben, besonders wenn das Erlebte vor längerer Zeit in extremen Situationen stattfand, die Sachverhalte unbewusst falsch dargestellt und wiedergegeben werden.
Tim Altpeter
Studienarbeit aus dem Jahr 2012 im Fachbereich Geschichte Europa - and. Länder - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung, Note: 1,0, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (Historisches Institut), Veranstaltung: Hauptseminar: Napoleonische Herrschaft und Modernisierung in Frankreich und Deutschland, Sprache: Deutsch, Abstract: Nur wenige historische Polizeigruppen haben ein derart reges Interesse der Geschichtswissenschaft geweckt wie die Polizei Napoleons I. Die meisten Historiker sind sich darüber einig, dass das napoleonische Empire zur Geburtsstunde der modernen Polizei wurde. Allzu sehr wird aber in den Analysen der napoleonischen Polizei das Gewicht auf die Handlungen und Verdienste Napoleons und Fouchés für diesen Umstand gelegt. Obwohl in nahezu allen Analysen des napoleonischen Staats seine Bürokratie und Effizienz mit Blick auf die Finanz- und Verwaltungsreformen gepriesen werden, verschwinden gleichzeitig die bürokratischen Strukturen der Polizei vollkommen hinter dem „Mythos Fouché“ oder werden nur stark verkürzt wiedergegeben. Zugegebenermaßen kommt man bei einer Analyse der napoleonischen Polizei nicht an den Persönlichkeiten Napoleons und Fouchés vorbei, doch der Komplexität des napoleonischen „Sicherheitsstaates“ wird man mit der Ausarbeitung einer simplen Biographie Fouchés sicherlich nicht gerecht. Daniel Halévy kann – so sehr er offensichtlich die Bedeutung der Polizeistrukturen für das Regime Napoleons erkennt – auch nicht Recht gegeben werden, wenn er die Missachtung der Organisation der Polizei durch die Geschichtswissenschaft mit der schlechten Quellenlage entschuldigt. Historiker wie Jean Tulard und Ernest d’Hauterive haben in ihren hervorragenden Werken zur napoleonischen Polizei bewiesen, wie viel Quellenmaterial in den französischen Archiven wirklich erhalten blieb. Abgesehen von der latenten „Personifizierung“ der Polizei in der Gestalt Fouchés, haftet der napoleonischen Polizei hartnäckig das „Prestige“ an, allwissend und allmächtig gewesen zu sein. Dahingehend werden von den Historikern besonders häufig die geniale Aufarbeitung und Aufdeckung der verschiedensten Verschwörungen genannt, ohne dabei kritisch zu reflektieren, wie genau die Polizei diese Fälle löste. Doch war die napoleonische Polizei wirklich allmächtig? Verdiente sie ihr „Prestige“ und war sie dadurch systemrelevant? Aufgrund der genannten Gefahren zur Fehlperzeption der napoleonischen Polizei und der aufgeworfenen Fragen will die vorliegende Arbeit mithilfe der aktuellen Forschungsliteratur einen näheren Blick auf ihre Organisation, Aufgaben und Wirkungen im napoleonischen Staat werfen. Die Analyse der Organisation und Kompetenzen soll der massiven bürokratischen Struktur hinter den Personen Napoleons und Fouchés gerecht werden.
Tim Altpeter
Studienarbeit aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Philosophie - Philosophie des 17. und 18. Jahrhunderts, Note: 1,0, Universität Mannheim (Philosophisches Seminar), Veranstaltung: HS Toleranz und Gewissensfreiheit in der deutschen Aufklärung, Sprache: Deutsch, Abstract: Heute wird das 18. Jahrhundert in der Forschung meistens, wenn nicht als das „Jahrhundert der Toleranz“, so als Zeitalter in dem die Forderung nach Toleranz eine primäre Rolle spielte, definiert. Gerade in den bi- oder mehrkonfessionellen Staaten, wie Österreich musste die Forderung nach religiöser Toleranz eine entscheidende Rolle für das Staatsverständnis und Überleben der Dynastie spielen. Denn der Westfälische Friede von 1648 und die damit verbundene gegenseitige Anerkennung von katholischem-tridentinischen und reformierten Glauben, brachte für die Kronländer des Hauses Habsburg keine religiöse Entspannung. In den habsburgischen Erblanden existierten weiterhin, starke religiöse Minderheiten, die im gesellschaftlichen Leben stark benachteiligt waren, wie den Juden in Österreich, den Lutheranern und Kalvinisten in Böhmen und Ungarn, sowie den orthodoxen Christen in Siebenbürgen und im Banat. Der Vielvölkerstaat war Mitte des 18. Jahrhunderts ein durch die katholische Barockfrömmigkeit im aufklärerisch-innovativen Sinne erstarrtes Gebilde, das zugleich, durch die schlechte außen- und innenpolitische Lage mit starken politischen und religiösen Zerreißkräften konfrontiert wurde. Denn zusammengehalten wurde dieses Riesenreich allein durch die Personalunion der habsburgischen Dynastie, die über Jahrhunderte hinweg den Schutz des Katholizismus zu ihrem politischen Programm machte, und der wirtschaftlichen Pulsader des Landes: die Donau. Der gegenreformatorisch-tridentinische Katholizismus mit seinen machtvollen Institutionen wie dem Jesuitenorden war der wesentliche Garant zur Gewährleistung der gesellschaftlichen Wohlfahrt, Sittenlehre und Bildung. Doch zugleich waren die ausgedehnten Besitzungen der Kirchenorden, der Hochstifte und Bruderschaften, ein wirtschaftlicher und politischer Hemmfaktor, für den im 17. und 18. Jahrhundert, in Europa zunehmenden Staatsbildungsprozess und der damit einhergehenden Säkularisierung und Effizienzsteigerung. Es ist also nicht von der Hand zu weisen, dass es für das Haus Habsburg überlebenswichtig war, die religiösen und damit politischen Probleme durch eine neuartige Toleranzpolitik zu lösen. In dieser Arbeit wird zu zeigen sein, wodurch in Österreich zwischen 1765 und 1790 eine, in dieser Form und Radikalität noch nie dagewesene, Toleranzpolitik nötig und möglich wurde und was ihre primären Ziele sein sollte.
Tim Altpeter
Studienarbeit aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Politik - Politische Systeme - Historisches, Note: 1,0, Universität Mannheim (Lehrstuhl für Politische Wissenschaft II), Sprache: Deutsch, Abstract: Nach wie vor ist der Neorealismus eine der populärsten strukturellen Theorien zur Erklärung von internationaler Politik und Krieg. Seit dem ersten Erscheinen der Theorie in den 1940er Jahren wurde der Realismus kontinuierlich verbessert und ausgefeilt. Heute sehen wir im Neorealismus eine Theorie, die den Anspruch erhebt, aufgrund grundlegender Kernannahmen (Anarchie, Staat als einheitlicher rationaler Akteur, Sicherheitsstreben/-Dilemma, Streben nach Macht/Hegemonie, Informationsmangel, Bildung von Allianzen) und deren Dauerhaftigkeit, Staatsverhalten im Konfliktfall erklären und vorhersagen zu können. Aufgrund der Behauptung, dass diese Kernannahmen ein dauerhafter Zustand und verantwortlich für das Staatsverhalten sind, liegt dem Neorealismus eine gewisse Zeitlosigkeit und „Oberflächigkeit“ zugrunde. Das bedeutet, dass es im Neorealismus nicht darum geht, Kriege aus epochalen und individuellen, eben historischen Gegebenheiten und Details zu erklären, sondern aus strukturellen, de facto „natürlich bedingten“ Gegebenheiten. Demzufolge entstehen Kriege gemäß dem Prinzip, dass Staaten sich in einer bestimmten Situation gar nicht anders verhalten können. Das Internationale System erlaubt schlicht kein anderes Verhalten. Neorealisten begründen und demonstrieren diese Zeitlosigkeit gerne anhand historischer Beispiele. Sie zeigen, dass Großmächte, die sich durch ihr Streben nach Macht und Sicherheit zum Hegemon im System ausbildeten, notwendig am „balancing“ anderer Staaten, d.h. am System und damit immer auf dieselbe Weise scheiterten. Historiker müssen hier den Einwand einbringen, dass Geschichte dadurch einen zyklischen Charakter erhält. Geschichte wirkt dadurch so „vereinfacht“, als ob sie sich mit dem Aufstieg und Fall der Großmächte stets wiederholen würde und bloß die Akteure ausgetauscht werden. Geschichte jedoch – und genau das will die Geschichtswissenschaft demonstrieren – ist kein zyklischer Prozess. Obwohl es phänotypische Ähnlichkeiten in der Weltgeschichte bestimmt gibt, so ist es doch unser Ziel, aufzuzeigen, dass jede Aktion, jeder Konflikt und damit jeder Krieg einzigartig in seiner Entstehung ist. Wenn im Folgenden also versuchen möchte, den Neorealismus genauer auf seinen Wahrheitsgehalt anhand konkreter Beispiele zu analysieren, so tue ich das nicht nur mit dem typischen Ruf der Historiker nach mehr Detailtreue, sondern gerade weil ich glaube, grundlegende Schwachstellen in einigen Kernannahmen des Neorealismus entdeckt zu haben.
Tim Altpeter
Studienarbeit aus dem Jahr 2010 im Fachbereich Geschichte Europa - and. Länder - Zeitalter Weltkriege, Note: 1,0, Universität Mannheim (Historisches Institut), Sprache: Deutsch, Abstract: Der Griechisch-Türkische Krieg, der im Rahmen des Türkischen Unabhängigkeitskrieges vom Mai 1919 bis zum Oktober 1922 in Anatolien wütete, veränderte die Situation in der Türkei nach dem Ende des Ersten Weltkriegs grundlegend. Erstaunlich für die Entstehung und den Verlauf des Krieges war, dass die siegreichen Großmächte ihm, der den Großteil der alliierten Nachkriegsplanung für den Nahen Osten vernichtete, fast tatenlos zugesehen hatten. Die militärische Situation während des Krieges und die geringe Zahl der Kriegsteilnehmer deckten sich allerdings keineswegs mit der regen diplomatischen Aktivität. Denn dem Krieg gingen zahlreiche Konferenzen und diplomatische Spitzentreffen in Paris, London und anderen Großstädten Europas voran und begleiteten ihn. Die Großmächte schienen durch diesen „Zirkus“ also doch eine gewisse Rolle in der Entstehung und im Verlauf des Krieges gespielt zu haben. Die Frage die diese Arbeit beschäftigt ist, welche? Das herauszufinden soll Aufgabe dieser Untersuchung sein und es soll gezeigt werden, dass der Griechisch-Türkische Krieg vom ersten Schuss an nicht zwischenstaatlichen, sondern internationalem Charakters war. Gleichzeitig soll bewiesen werden, dass nicht allein die Handlungen der Regierungen und Generalstäbe in Athen und Ankara für die Entstehung und den Ausgang des Krieges verantwortlich waren, sondern im besonderen Maße die Entscheidungen Londons, Paris, Roms und Washingtons. Zu diesem Zweck müssen die diplomatischen Positionen der Großmächte zu den Regierungen in Athen und Ankara einzeln betrachtet werden. Der analytische Blick darf sich dabei aber nicht allein auf die westlichen Großmächte beschränken, sondern muss sich vielmehr um die erstarkende Sowjetunion erweitern, denn sie musste als territorialer Nachbar der Türkei und ideologischer Feind des Westens eine Schlüsselrolle einnehmen.
Tim Altpeter
Studienarbeit aus dem Jahr 2012 im Fachbereich Geschichte Europa - and. Länder - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung, Note: 1,3, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (Historisches Seminar), Sprache: Deutsch, Abstract: Für jeden ist Napoleon Bonaparte zuerst ein Kriegsherr, ein Eroberer der Europa beherrschte. Genauso bekannt ist der Gesetzgeber Napoleon, der Urheber zahlreicher Modernisierungen in der französischen Verwaltung, der Gesetzgebung und der Wirtschaft. Aber Napoleon Bonaparte war auch der Initiator der Rückkehr zum religiösen Frieden in Frankreich und der Gründer eines neuen Verhältnisses zwischen den europäischen Gesellschaften und der Religion. Denn die Französische Revolution hatte mit der Monarchie ebenso wie mit der Religion gebrochen. Der Bruch mit der Religion entwickelte sich aber seit 1790 zu einer Wunde in der französischen Gesellschaft, die nie richtig zu heilen begann und deren Behandlung immer dringender wurde. Denn nach Jahren des revolutionären Chaos, der „Dechristianisierung“ und des moralischen Durcheinanders blieb den gläubigen Franzosen nur noch die Religion als sittlicher Halt. Seit Jahrhunderten waren die katholische Kirche und die französische Monarchie untrennbar miteinander verbunden und legitimierten sich gegenseitig. So berief sich gerade der Royalismus in Frankreich stark auf den Katholizismus, um die Wiederherstellung der Dynastie der Bourbonen zu legitimieren und Unterstützung in der breiten Masse der Bevölkerung zu gewinnen. Damit hatten die Royalisten auch Erfolg. Der Erste Konsul Bonaparte erkannte nach dem Staatsstreich des 18. Brumaire (9./10. November 1799), dass die Lösung der religiösen Frage ein, wenn nicht das entscheidende Mittel zur Befriedigung Frankreichs und Assimilierung der neuen eroberten Territorien war. Vielmehr würde bei einer Wiederherstellung des religiösen Kultes die göttliche Legitimation der Bourbonen automatisch auf ihn übergehen müssen. Ein riesiger Schritt auf dem Weg zur Gründung einer eigenen Dynastie und ein vorzüglicher „Hebel zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung“. Die folgende Studie möchte zeigen, wie Napoleon Bonaparte den Glauben in Frankreich restaurierte und inwiefern er ihn für seine Zwecke instrumentalisierte.
Tim Altpeter
Studienarbeit aus dem Jahr 2012 im Fachbereich Geschichte Europa - and. Länder - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung, Note: 1,0, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (Historisches Institut), Veranstaltung: Hauptseminar: Napoleonische Herrschaft und Modernisierung in Frankreich und Deutschland, Sprache: Deutsch, Abstract: Nur wenige historische Polizeigruppen haben ein derart reges Interesse der Geschichtswissenschaft geweckt wie die Polizei Napoleons I. Die meisten Historiker sind sich darüber einig, dass das napoleonische Empire zur Geburtsstunde der modernen Polizei wurde. Allzu sehr wird aber in den Analysen der napoleonischen Polizei das Gewicht auf die Handlungen und Verdienste Napoleons und Fouchés für diesen Umstand gelegt. Obwohl in nahezu allen Analysen des napoleonischen Staats seine Bürokratie und Effizienz mit Blick auf die Finanz- und Verwaltungsreformen gepriesen werden, verschwinden gleichzeitig die bürokratischen Strukturen der Polizei vollkommen hinter dem „Mythos Fouché“ oder werden nur stark verkürzt wiedergegeben. Zugegebenermaßen kommt man bei einer Analyse der napoleonischen Polizei nicht an den Persönlichkeiten Napoleons und Fouchés vorbei, doch der Komplexität des napoleonischen „Sicherheitsstaates“ wird man mit der Ausarbeitung einer simplen Biographie Fouchés sicherlich nicht gerecht. Daniel Halévy kann – so sehr er offensichtlich die Bedeutung der Polizeistrukturen für das Regime Napoleons erkennt – auch nicht Recht gegeben werden, wenn er die Missachtung der Organisation der Polizei durch die Geschichtswissenschaft mit der schlechten Quellenlage entschuldigt. Historiker wie Jean Tulard und Ernest d’Hauterive haben in ihren hervorragenden Werken zur napoleonischen Polizei bewiesen, wie viel Quellenmaterial in den französischen Archiven wirklich erhalten blieb. Abgesehen von der latenten „Personifizierung“ der Polizei in der Gestalt Fouchés, haftet der napoleonischen Polizei hartnäckig das „Prestige“ an, allwissend und allmächtig gewesen zu sein. Dahingehend werden von den Historikern besonders häufig die geniale Aufarbeitung und Aufdeckung der verschiedensten Verschwörungen genannt, ohne dabei kritisch zu reflektieren, wie genau die Polizei diese Fälle löste. Doch war die napoleonische Polizei wirklich allmächtig? Verdiente sie ihr „Prestige“ und war sie dadurch systemrelevant? Aufgrund der genannten Gefahren zur Fehlperzeption der napoleonischen Polizei und der aufgeworfenen Fragen will die vorliegende Arbeit mithilfe der aktuellen Forschungsliteratur einen näheren Blick auf ihre Organisation, Aufgaben und Wirkungen im napoleonischen Staat werfen. Die Analyse der Organisation und Kompetenzen soll der massiven bürokratischen Struktur hinter den Personen Napoleons und Fouchés gerecht werden.
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