Jugend zwischen Moderne und Postmoderne

Springer-Verlag
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Publisher
Springer-Verlag
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Published on
Apr 17, 2013
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Pages
256
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ISBN
9783322972026
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Best For
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Language
German
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Genres
Social Science / General
Social Science / Sociology / General
Social Science / Sociology / Marriage & Family
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Studienarbeit aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter, Note: 1,0, Fachhochschule Erfurt (Fachbereich Sozialwesen), Veranstaltung: Geschlechterverhältnisse (gender studies) im Kulturenvergleich, 10 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Prostitution wird seit ewigen Zeiten als das „älteste Gewerbe der Zeit“ bezeichnet. Durch jede Form von gesellschaftlichem Zusammenlebens zog sich das Phänomen „käufliche Liebe“. Auch im durchgeplanten System der ehemaligen DDR gab es Bedarf an weiblichen Prostituierten. In der Nachkriegszeit nicht vordergründig moralisch behandelt, änderten sich für sie die Umstände grundlegend mit der Einführung des neuen Strafgesetzbuches 1968 in DDR. Fortan galten die Freudenmädchen strafrechtlich als arbeitsscheu und gingen ihrer eigentlichen Bestimmung - arbeitstätig und Mutter zu sein - nicht nach. Auch das Strafmaß erhöhte sich enorm, womit sich der Staat erhoffte, Prostitution allmählich aus dem Bild der Öffentlichkeit entrücken zu können. Die Erwartung, das Phänomen der »leichten Mädchen« würde in der DDR bald aussterben1, wurde jedoch nicht erfüllt. Zwar reduzierte sich die Medienberichterstattung auf ein Minimum, jedoch gingen die meisten Prostituierten ihrer Tätigkeit in einem heimlicheren Rahmen weiterhin nach. Mit Beginn der 70er Jahre wurden dann zunehmend junge Frauen vom „Ministerium für Staatssicherheit“ (MfS) angeworben. Ihre Aufgabe: Intimbeziehungen zu Personen aus dem „Nichtsozialistischen Ausland“ herzustellen und damit in Kenntnis wichtiger Informationen und intimer Details zu gelangen. Bis zum Ende der DDR entwickelte sich die Prostitution weiter und es etablierten sich „Hochburgen“ wie Leipzig, Rostock oder Ost-Berlin. Die Arbeit beleuchtet die Entwicklung der DDR-Prostitution und den problematischen Umstand, dass sie in der DDR 1968 zwar strafrechtlich verboten, dennoch über die gesamte Existenz der Deutschen Demokratischen Republik hinweg vom „Ministerium für Sicherheit“ als Mittel der Spionage eingesetzt wurde. Auf theoretischer Grundlage August Bebels basierend, soll auch die Stellung der Prostitution in der sozialistischen Gesellschaft zur Antwortfindung einbezogen werden.
1m Mittelpunkt der bier vorliegenden Arbeit steht die empirische Analyse ei nes Forschungsfeldes, das in der Jugendforschung der achtziger Jahre, die sich vornehmlich mit expressiven Jugendkulturen oder Problemen des Uber ganges zwischen Schule und Beruf beschaftigte, bislang nicht untersucht wor den ist. Es geht urn eine informelle, mannIiche Jugendclique, die in einem so zialen Brennpunkt ihren Lebensort hat. Gezeichnet wird ein urnfassendes und differenziertes Bild der aIltiiglichen LebensiiuBerrungen der Jugendlichen in diesem Viertel. Nach einer priizisen Beschreibung der Infrastruktur des Stadtteils und einer faIlorientierten Darstellung der materiellen und psycho sozialen Familiensituation der Jugendlichen wird die jugendliche Clique in ib ren Alltagshandlungen, internen Beziehungen, riiumlichen und symbolischen Aneignungsprozessen, in ihrem Sill und ihren Formen, mit gesellschaftlichen Regeln und Normen urnzugehen, sowie in ihrem Verhalten in institutionali sierten Handlungsriiumen vorgestellt. FUr die Jugendlichen der Clique ist die KreiselstraBe die zentrale riiumli che Lebenswelt, mehr als nur nur die Gegen-bzw. Ersatzwelt zur oft desola ten Familiensituation. Gesellschaftstheoretisch gesehen ist sie auch der Ort, der ihnen angesichts der Enttraditionalisierung und Pluralisierung lebens weltlicher Milieus Geborgenheit und Orientierung fur ihr Bediirfnis nach Durch-und Uberschaubarkeit bietet. Die Konzentration auf diesen Ort be grenzt jedoch gleichzeitig ihre Vorstellungen von Zeit, Kultur, Raurn und Ge sellschaft. Vorgeschaltet sind dieser etbnographischen Studie ausfiihrliche "Theoreti sche Vergewisserungen", die die Bezugspunkte und den Hintergrund fUr die analytischen Einschiitzungen des empirischen Materials abgeben.
Die hier vorgelegte Untersuchung iiber LebensHiufe marginalisierter Jugendli cher wurde im Rahmen eines Forschungs-und Weiterbildungsprojektes an der Johann-Wolfgang Goetbe-Universitlit in FrankfurtlMain von den Autoren durch gefiihrt. Renate Dichmann und Martin Ehlert haben an den g~meinsamen Inter pretationssitzungen des Projektes teilgenommen. Ihnen verdanken wir wertvolle Anregungen. Finanziell unterstiitzt wurde das Projekt vom EG-Sozialfonds und der Stiftung "Hilfe zur Selbsthilfe" der Deutschen Bank. Dank schulden wir in erster Linie den von uns befragten Jugendlichen, die bereit waren, uns, zum Teil sehr pers6nliche, biographische Erlebnisse und Erfahrungen zu erzlihlen. Wert volle Hinweise fUr unsere Forschungsarbeit verdanken wir auch Ulrich Oever mann. In den Fallanalyseseminaren der von uns durchgefiihrten Weiterbildung konnten wir auch von den beruflichen Erfahrungen der Kursteilnehmer, die mit arbeitslosen und marginalisierten Jugendlichen arbeiteten, profitieren. Einleitung A'IIo Combe 1m Gegensatz zu manchen euphorischen Aonahmen im Rahmen des sogenann ten Individualisierungs-Theorems treten bei der hermeneutischen Fallrekon struktion scheitemder Bildungs- und AusbildungsverHiufe Jugendlicher zu nlichst die Zwlinge hervor, die modemen gesellschaftlichen Rationalisierungs formen - bis in die inneren Entfaltungsgesetzlichkeiten jugendlicher Praxen hinein - innewohnen. Die Frage nach resistenten Verarbeitungsformen bedarf einer differenzierten und - wie wir meinen - fallspezifischen Rekonstruktion und Diskussion. Wir werden auf diese Thesen noch zuriickkommen. Diese Untersuchung ist Teil des von der EG finanzierten Forschungs-und Weiterbildungsprojekts "Berufliche Bildung und Berufsberatung"*, das wir yom 01. 12. 1987 bis zum 30. 11. 1990 durchftihrten.
Der vorliegende Band "Pädagogische Generationsbeziehungen - Jugendliche im Spannungsfeld von Familie und Schule" geht auf eine Tagung zurück, die vom "Zentrum für Schulforschung und Fragen der Lehrerbildung" der "Martin-Luther-Universität Halle Wittenberg" am 12. und 13. Juli 2000 in der Leucorea (Lutherstadt Wittenberg) durchgeführt wurde. Das Ziel der Tagung war es, die ,neue' Fülle an Thesen und Beiträgen zur Generations thematik aus verschiedenen Disziplinen zu sichten, im direkten Diskurs zu bündeln und dabei systematisch auf das Spannungsfeld von Familie und Schule zu beziehen. Dabei ging es auch um eine kritische Prüfung der teil weise sehr weitreichenden Thesen zum Wandel in den Verhältnissen und Beziehungen zwischen den Generationen. Gefragt wurde etwa, welche Ver änderungen lassen sich in der Familie und den Eltern-Kind-Beziehungen feststellen und welche Konsequenzen resultieren daraus für die Schule; bzw. umgekehrt, welche Veränderungen lassen sich für die Schule und die Lehrer Schüler-Beziehungen sichern und welche Konsequenzen ergeben sich daraus rur die Familie. Im Verlauf der Tagung wurde zunehmend deutlich, dass zwischen der Vielfalt und Reichweite der Thesen zum Wandel der Generati onsbeziehungen und konkreten empirischen Studien ein Missverhältnis zu verzeichnen ist. Eine Diskussion der Aussagen und Generationsansätze ging deshalb mit einer kritischen Einschätzung von Forschungslücken und -konzepten einher. Die folgenden Beiträge des Bandes entsprechen im Wesentlichen den gehaltenen Vorträgen der Tagung und deren Reihenfolge spiegelt die Struk tur der thematischen Auseinandersetzung in Wittenberg wider. In einem ersten Block kommen Vertreter verschiedener theoretischer bzw.
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