Entstehung und Entwicklung des Rechtsextremismus in der Bundesrepublik: Zur Tradition einer besonderen politischen Kultur, Band 1

Springer-Verlag
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Im Mai 1985 jährt sich zum vierzigsten Male die militärische Zerschlagung des nationalsozialistischen Herrschaftssystems durch die Anti-Hitler-Koalition. 1989 blickt die Bundesrepublik auf die gleiche Zeitspanne ihrer demokratisch-rechts staatlichen Existenz zurück. In gewisser Hinsicht trug ihre Geschichte von Anfang an Projektcharakter: Ökonomisch war die Wiederaufbauphase durch die Westinte gration und die Einbindung der Bundesrepublik in den kapitalistischen Weltmarkt gekennzeichnet. Politisch ist das Projekt "Demokratisierung" noch immer Tagesauf gabe geblieben. Die schrittweise Anpassung an anglo-amerikanische demokratie theoretische Konzepte unter den anfänglichen Bedingungen alliierter Okkupation, Entnazifizierungspraxis und "re-education"--Bemühungen schufen ein rechtsstaat lieh-parlamentarisch-demokratisches Institutionengefüge und einen funktions fähigen Modus der politischen Konfliktregelung, der weitgehend akzeptiert und stabilisiert ist. Im Rückblick auf das fortwährende "Projekt Demokratie" läßt sich konstatieren, daß die Existenz der demokratischen politischen Ordnung in diesem Zeitraum nie ernstlich in Gefahr war, die Bundesrepublik andererseits von extremen politischen und ökonomischen Belastungsproben verschont blieb. Dennoch fehlt ihr ein wich tiger Faktor demokratischer Stabilität: Tradition. Während die westlichen Vorbilder über jahrhundertelange, in revolutionären Prozessen durchgesetzte bürgerlich-demo kratische Traditionen verfügen, fehlt dieses Moment in der Bundesrepublik. Mit diesem historischen Defizit der Legitimation politischer Herrschaft erklärt sich u. E.
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Additional Information

Publisher
Springer-Verlag
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Published on
Mar 8, 2013
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Pages
502
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ISBN
9783322997098
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Best For
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Language
German
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Genres
Political Science / General
Political Science / History & Theory
Science / General
Social Science / Sociology / General
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Der vorliegende Versuch war ursprünglich Teil einer nicht zur Veröffentlichung bestimmten Festschrift aus Anlaß des 65. Ge burtstages meines verehrten Lehrers, des Göttinger Ordinarius für Philosophie Josef König, am 24. Februar 1958. Der Aufsatz er schien dann in zwei Teilen in den Heften 2 und 3 des 10. Jahrgan ges der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie. Dem Westdeutschen Verlag bin ich für die Bereitschaft zu Dank verpflichtet, einen unveränderten Abdruck dieser Fassung nun mehr gesondert herauszubringen. Thema und Absicht der Überlegungen zur Gestalt des homo sociologicus ist die Suche nach einer Elementarkategorie für die eigenständig soziologische Analyse der Probleme des sozialen HandeIns. Wenn Durkheims »soziale Tatsachen« mehr sind als eine Fiktion, dann muß es möglich sein, diese mit der ganzen Strenge erfahrungswissenschaftlicher Methodik zu beschreiben und in bestimmten Problemzusammenhängen zu erklären. Für solche Beschreibung und Erklärung nun ist nach der These des folgenden Essays die Kategorie der sozialen Rolle zentral. Diese Kategorie ist in jüngerer Zeit insbesondere in der englischen Eth nologie und amerikanischen Soziologie entwickelt worden: inso fern erfullt mein Essay für einen kleinen Bereich den in Deutsch land noch immer dringlichen Auftrag der Rezeption. Der Begriff der Rolle läßt indes in seiner gegenwärtig international akzeptier ten Ausprägung noch manche Frage offen; insofern liegt meine Absicht in seiner Verfeinerung und Weiterführung.
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