Crimetime - Mord im Finanzamt

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Das panische Kreischen von Geraldine Meierlich verklang ungehört in den langen Fluren der Finanzdirektion der beschaulichen Stadt Emmenburgstedt. Geraldine gehört zu den Beamtinnen, die eine Stechuhr als Segen empfanden und die Gleitzeitregeln der Behörde sehr weit auslegte, vor allem nach vorn. Meist schob sie ihre Personalchipkarte schon vor sechs Uhr ins Lesegerät und öffnete in allen Gemeinschaftsräumen die Fenster weit, an denen sie auf dem Weg in ihr Büro vorbei kam. Sie genoss es, im Dämmerlicht der Notbeleuchtung durch das totenstille Finanzamt zu gehen und den verstaubten Akten und Ansichten einiger Kollegen, mit einer ausgiebigen Frischluftzufuhr den Kampf anzusagen. Und wenn sie ehrlich war, genoss sie es auch, dass sich viele der Kollegen erbosten, dass es zog oder kalt war, wenn sie mehr als eine Stunde nach Geraldine den Dienst antraten. Auch an diesem Morgen, der in Sekundenschnelle aus der morgendlichen Routine eine Ausnahmesituation machte, ließ sie die grellen Neonlampen noch ausgeschaltet. Aus diesem Grunde sah sie ihren toten Kollegen auch nicht, der zwischen dem Fenster und der Sitzgruppe im Pausenraum am Boden lag. Versehentlich trat sie ihm auf die sonderbar weit vom Körper entfernt liegende rechte Hand und entschuldigte sich aus reiner Gewohnheit, bis ihr die Tragweite des Umstands mit brutaler Klarheit durch die Hirnwindungen kroch und ihr das eingangs erwähnte Kreischen entlockte. Das Ermittlerteam Emmenburgstedts um Bernhard Speck-Faltberg hat keinerlei Anhaltspunkte, warum Mirko Mertens tot im Finanzamt liegt, Kerkhoffs Recherchen bringen ein erstes Licht ins Dunkel und der schweigsame Richard Nitz kombiniert blitzschnell und offenbart unglaubliche Zusammenhänge aus Vergangenheit und Gegenwart.
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Über den Autor

Ohne mich zu fragen, ob ich überhaupt am Leben teilnehmen will, wurde ich im Februar 1969 im beschaulichen Mecklenburg-Vorpommern geboren. Als jüngstes von zehn Geschwistern war ich vermutlich nicht geplant. Und so richtig außergewöhnlich ist die Geburt eines Kindes ja auch nicht mehr, wenn es schon neun vorher gab. Jedenfalls fühlte ich mich früh nicht zugehörig. Um ehrlich zu sein, ich denke – und vielleicht hoffe ich es sogar ein wenig, dass ich als Baby vertauscht wurde. Ich war so komplett anders als meine Geschwister, dass entweder der Genpool neu gemischt worden war oder aber... Die Optik sagt allerdings, dass zumindest meine Mutter, meine Mutter war und die Ähnlichkeit zu meiner ältesten Schwester ist so stark, dass ich heute schon weiß, wie ich in 20 Jahren aussehen werde.

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