Vierundzwanzig Stunden aus dem Leben einer Frau

Strelbytskyy Multimedia Publishing

Narrated by Marco Neumann

2 hr 27 min
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Vierundzwanzig Stunden aus dem Leben einer Frau ist eine Novelle von Stefan Zweig aus dem Jahr 1927.

Der Erzähler wohnt in einer kleinen Pension an der Riviera in der Nähe von Monte Carlo. Einem Gast, Vater von zwei halbwüchsigen Töchtern, brennt die Frau mit einem jungen Mann durch. Die unerhörte Begebenheit wird unter den Gästen der Pension kontrovers diskutiert. Mrs C., eine bejahrte schottische Dame, kommt mit dem Erzähler ins Gespräch, sie vertraut ihm und erzählt ihm unter vier Augen eine ungewöhnliche und unvergessliche Begebenheit ihres Lebens... 

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Additional Information

Publisher
Strelbytskyy Multimedia Publishing
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Published on
Oct 16, 2019
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Duration
2h 27m 1s
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Language
German
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Genres
Fiction / Classics
Fiction / Literary
Fiction / Short Stories (single author)
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In der Strafkolonie ist eine Erzählung von Franz Kafka, die im Oktober 1914 entstand und 1919 veröffentlicht wurde. Einem Forschungsreisenden wird das Rechtssystem einer Strafkolonie vorgeführt. Es besteht darin, dass jeder Angeklagte nach Festlegung des Urteils, das nicht angezweifelt werden kann, von einem Apparat in minutiösem Ablauf stundenlang gefoltert und dann getötet wird. Was er zu beherzigen habe, wird ihm in den Leib eingeschrieben. Der bei einer Vorführung anwesende Forschungsreisende verlässt nach dem unerwarteten Ausgang der Exekution umgehend die Insel.

Die Erzählung entstand im Oktober 1914 während eines Arbeitsurlaubs, als Kafka eigentlich an dem Roman Der Process arbeiten wollte. Im November 1916 las sie Kafka in München im Rahmen einer literarischen Vortragsreihe vor kleinem Publikum, auch Rainer Maria Rilke war anwesend. Der Legende nach fielen angesichts der vorgetragenen Grausamkeiten mehrere Zuhörerinnen in Ohnmacht. Die Resonanz war allgemein negativ. Ein Zeitungskritiker nannte Kafka einen Lüstling des Entsetzens.

Kafka plante ursprünglich eine Veröffentlichung der Strafkolonie zusammen mit Das Urteil und Die Verwandlung unter dem Titel Strafen. Sein Verlag hielt jedoch eine solche Thematik für unverkäuflich. Durch verschiedene Verzögerungen aufgrund der Skepsis seines Verlages erfolgte die Veröffentlichung als Einzelerzählung bei dem Verleger Kurt Wolff erst 1919. In einem Brief vom 11. Oktober 1918 schrieb Kurt Wolff an Kafka „...diese Dichtung, die ich ganz außerordentlich liebe, wenn sich meine Liebe auch mit einem gewissen Grauen und Entsetzen über die schreckhafte Intensität des furchtbaren Stoffes mischt...

Zu Lebzeiten veröffentlicht Franz Kafka: Betrachtung, Ein Damenbrevier, Gespräch mit dem Beter, Gespräch mit dem Betrunkenen, Die Aeroplane in Brescia, Richard und Samuel, Großer Lärm, Betrachtung, Das Urteil, Der Heizer, Die Verwandlung, Vor dem Gesetz.

Das Gesamtwerk zeichnet sich durch eine hohe Dichte an Novellen (Brief einer Unbekannten, Vierundzwanzig Stunden aus dem Leben einer Frau, Schachnovelle) aus. Reduzierte man das Werk Zweigs auf die vier dominierendsten Charakteristika, so beschriebe man es vermutlich mit den Begriffen Tragik, Drama, Melancholie und Resignation. Nahezu alle Werke Zweigs enden in tragischer Resignation; der Protagonist wird durch sowohl äußere als auch innere Umstände am Erlangen seines Glücks, welches unmittelbar erreichbar scheint, gehindert, was damit um so tragischer wirkt. 

Deutlich wird hier der Einfluss Sigmund Freuds erkennbar. Diese Novelle, wie auch alle anderen Novellen Zweigs, weist Goethes Unerhörte Begebenheit auf, ein (nach dem Meister) gattungsspezifisches Kennzeichen der Novelle. In der Schachnovelle, Zweigs wohl bekanntestem Buch, kämpft die bürgerliche Humanität gegen die Brutalität einer entfremdeten Welt an. Ein kühl kalkulierender, roboterhafter Schachweltmeister, getrieben von ordinärer Habgier, spielt gegen einen Mann, der von den Nationalsozialisten in Isolationshaft gefangengehalten wurde. Zum einen wird hier der Mensch an sich mit einem unmenschlichen System (Faschismus) konfrontiert, zum anderen beschreibt Zweig das Leiden des Gefangenen ohne Möglichkeit eines Kontaktes zur Außenwelt.

Trotz dieses eingehenden Plädoyers für das Menschliche ordnet Zweig sein Werk, wie auch sein Leben selbst, einem Pazifismus unter, der soweit geht, dem Schriftsteller jegliche politische Rolle abzusprechen.

Das Gesamtwerk zeichnet sich durch eine hohe Dichte an Novellen (Brief einer Unbekannten, Vierundzwanzig Stunden aus dem Leben einer Frau, Schachnovelle) aus. Reduzierte man das Werk Zweigs auf die vier dominierendsten Charakteristika, so beschriebe man es vermutlich mit den Begriffen Tragik, Drama, Melancholie und Resignation. Nahezu alle Werke Zweigs enden in tragischer Resignation; der Protagonist wird durch sowohl äußere als auch innere Umstände am Erlangen seines Glücks, welches unmittelbar erreichbar scheint, gehindert, was damit um so tragischer wirkt. 

Deutlich wird hier der Einfluss Sigmund Freuds erkennbar. Diese Novelle, wie auch alle anderen Novellen Zweigs, weist Goethes Unerhörte Begebenheit auf, ein (nach dem Meister) gattungsspezifisches Kennzeichen der Novelle. In der Schachnovelle, Zweigs wohl bekanntestem Buch, kämpft die bürgerliche Humanität gegen die Brutalität einer entfremdeten Welt an. Ein kühl kalkulierender, roboterhafter Schachweltmeister, getrieben von ordinärer Habgier, spielt gegen einen Mann, der von den Nationalsozialisten in Isolationshaft gefangengehalten wurde. Zum einen wird hier der Mensch an sich mit einem unmenschlichen System (Faschismus) konfrontiert, zum anderen beschreibt Zweig das Leiden des Gefangenen ohne Möglichkeit eines Kontaktes zur Außenwelt.

Trotz dieses eingehenden Plädoyers für das Menschliche ordnet Zweig sein Werk, wie auch sein Leben selbst, einem Pazifismus unter, der soweit geht, dem Schriftsteller jegliche politische Rolle abzusprechen.

Das Verschwinden eines weiblichen Gastes in einer kleinen Pension an der Riviera sorgt für große Aufregung. Was ist passiert? War es ein Unglück? Gar eine Entführung? Nun gut, wie man es nimmt Madame Henriette ist mit einem jungen, äußerst charmanten Franzosen, ja einem Beau, den sie erst am Vortag kennengelernt hat, durchgebrannt und geflohen. Kaum zu glauben und kaum vorstellbar! Der Ich-Erzähler muss in einem eindringlichen, gar leidenschaftlichem Plädoyer und Appell an die Hotelgäste das Unverständnis für den mutigen und gewagten Schritt der Mutter und Ehefrau bekämpfen und um Verständnis für die Tat werben, die einzig und allein ihrem Herzen und ihren Gefühlen folgte. Die nun hitzig auftretende Diskussion, die entbrennt, kann nur durch das beherzte Einschreiten der vornehmen Dame Mrs. C. wieder beruhigt werden. Was jedoch niemand ahnt: Auch in ihrem Leben gab es einst einen jungen, leidenschaftlichen und beherzten Mann, der ihr alles von den Augen ablas. So beginnt sie zu erzählen: Stunden aus dem Leben einer Frau, die alles grundlegend veränderten, sodass am Ende nichts mehr war wie vorher. Eine wunderbar geschriebene Novelle für alle, die eine spannende Liebesgeschichte mit Parallelen in der Vergangenheit zu schätzen wissen. Stefan Zweig (1881-1942), in Wien geborener Autor, lebte von 1919 bis 1935 in Salzburg, zog danach nach Großbritannien und emigrierte 1940 nach Brasilien. Neben seinem epischen Werk gelangte er durch seine historischen Miniaturen ("Sternstunden der Menschheit") und biographischen Arbeiten zu Berühmtheit.
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