Der Majoristische Streit (1552–1570)

Vandenhoeck & Ruprecht
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Im Majoristischen Streit (1552-1570) ging es um den Stellenwert ethischen Handelns im Leben eines Christen. Georg Major vertrat im Rückgriff auf Aussagen seines Lehrers Philipp Melanchthon die These, dass gute Werke zur Seligkeit nötig seien und niemand ohne gute Werke selig werden könne. Weil er befürchtete, diese zumindest höchst missverständlich formulierte These könne die zentrale reformatorische Erkenntnis von der Rechtfertigung des Gottlosen allein aus Gnade um Christi willen verdunkeln, setzte Nikolaus von Amsdorf die überspitzt formulierte These dagegen, gute Werke seien zur Erlangung der Seligkeit schädlich. Major wiederum beharrte in seinem „Sermon von S. Pauli und aller gottfürchtigen Menschen Bekehrung zu Gott“, der umfänglichsten Schrift zum Thema, auf seiner These und betonte, die reformatorische Rechtfertigungslehre dürfe nicht zu moralischer Indifferenz führen. In der Diskussion dieser Problematik ergaben sich unerwartete Frontstellungen, so dass sich etwa Matthias Flacius Illyricus und der Gothaer Superintendent Justus Menius als Gegner wiederfanden. Die Eisenacher Synode von 1556 schien vorübergehend eine Einigung zwischen Menius und Amsdorf herbeizuführen, letzterer distanzierte sich aber bald wieder von den Beschlüssen, und auch das Altenburger Religionsgespräch von 1568/69 drei Jahre nach dem Tod von Majors einstigem Hauptkontrahenten Amsdorf konnte die Streitigkeiten nicht dauerhaft beilegen. Sie fanden schließlich ihren Niederschlag in Art. IV der Formula Concor­diae.
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About the author

Prof. Dr. phil. theol. habil. Irene Dingel ist Direktorin des Leibniz-Instituts für Europäische Geschichte, Abteilung für Abendländische Religionsgeschichte, Mainz.

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Publisher
Vandenhoeck & Ruprecht
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Published on
Dec 10, 2014
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Pages
621
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ISBN
9783647560168
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Language
German
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Genres
Religion / Christianity / General
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Die Bekenntnisschriften der Evangelisch-Lutherischen Kirche orientieren sich an dem Konkordienbuch von 1580, das die innerprotestantischen Lehrkontroversen der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts befrieden und die Evangelischen – auch auf europäischer Ebene – erneut unter einem gemeinsamen Lehrbestand und Bekenntnis einen wollte. Dazu diente zum einen die durch die Konkordienformel vorgenommene Klärung der theologischen Fragen in Interpretation der Confessio Augustana, zum anderen die Zusammenstellung von Bekenntnissen und theologischen Schriften, die überwiegend aus der Feder Martin Luthers stammten. Dieses „Corpus Doctrinae“ bestand aus den drei altkirchlichen Bekenntnissen, der Confessio Augustana invariata und ihrer Apologie, den Schmalkaldischen Artikeln mit dem Tractatus de primatu et potestate papae, dem Kleinen und Großen Katechismus Luthers, der Konkordienformel und einer Vorrede. Diese Vorrede erläuterte die Entstehungsbedingungen und versuchte letzte Einwände auszuräumen. Sie und damit das gesamte Konkordienwerk wurde von zahlreichen – jedoch nicht von allen – Fürsten und Ständen, unter ihnen die Kurfürsten von Sachsen, Brandenburg und Pfalz, unterschrieben. Das Konkordienbuch wurde am 25. Juni 1580, dem 50. Jahrestag der Übergabe der Confessio Augustana auf dem Augsburger Reichstag von 1530, veröffentlicht und in den Territorien der Unterzeichner eingeführt. Bis heute gilt es in der Form der Bekenntnisschriften der Evangelisch-Lutherischen Kirche als theologisch maßgebliches Referenzwerk des Luthertums in der Welt.
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