Fräulein Bandit: Eine Krimikomödie aus dem Budapest der 1930er-Jahre

Null Papier
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Die Wiederentdeckung eines vergessenen Erfolgsromans: In »Fräulein Bandit« – seinerzeit auch ins Englische übersetzt – erzählt der österreichisch-jüdische Regisseur und Schriftsteller Joseph Delmont eine wortwitzige Krimi-Komödie aus dem Budapest der frühen 1930er Jahre, die schließlich über Paris bis nach Biarritz, San Sebastián und Madrid führt.

Ilona Veres ist 22 Jahre alt und stammt aus einer ehemals wohlhabenden Beamten-Familie. Während ihre Mutter nach dem Tod des Vaters krampfhaft versucht, an dem gehobenen Lebensstil der Familie festzuhalten, strebt Ilona nach Unabhängigkeit. Anstatt wie üblich auf den passenden Heiratskandidaten zu warten, nimmt sie heimlich Flugstunden und lässt sich zur Pilotin ausbilden. Als das Geld der Familie immer knapper wird, nimmt Ilona eine mysteriöse Stelle bei der Baronin von Mindszenty an: Sie soll sich ihre dunklen Haare blond färben und als Mannequin exklusive Damenkreationen vorführen – sowohl im Salon der Baronin, als auch auf Pferderennplätzen sowie bei Regatten, Autorennen und sonstigen Sportveranstaltungen der höheren Gesellschaft. Dabei besteht die Baronin auf absoluter Diskretion: Ilona darf mit niemanden über ihre Arbeit sprechen, keinerlei Fragen beantworten und muss alle männlichen Annäherungsversuche strikt abweisen. Dann schafft die Baronin für ihr Modehaus sogar ein eigenes Flugzeug an, mit dem Ilona über Wien, Graz, Innsbruck, München, Berlin, Basel, Bukarest und Belgrad Werbeprospekte vom Himmel abwerfen soll. Nach und nach wird Ilona zur Ermittlerin in eigener Sache und findet mit Hilfe ihres schlagfertigen Bruders Árpád – einem 17jährigen Studenten mit Vorliebe für Verkleidungsaktionen a la »Charleys Tante« – heraus, welche Rolle ihr die Baronin tatsächlich zugeteilt hat.

"»Jede Auseinandersetzung, liebe Mama, hat immer denselben Refrain. Wenn Papa noch lebte, wäre er ganz bestimmt damit einverstanden gewesen, dass ich mir auf anständige Weise mein Brot verdiene, und auch für Árpád wäre es von Vorteil, wenn er anstatt der aussichtslosen Universitätsstudien irgendeinen praktischen Beruf ergriffe.«

Frau Hofrat Veres schüttelte den Kopf, zog die Schultern hoch, sah empört zu ihrer Tochter hinüber und schimpfte weiter: »Eine geborene Kedvesváry muss solch missratene Tochter haben. Unverständlich ist mir, wo du, die Nachkommin des berühmten Geschlechts der …«

»Weiß ich, weiß ich bereits auswendig, Mama: die Enkelin der Kedvesvárys, deren Geschlecht bis auf König Matthias zurückgeht, die unter Maria Theresia und dann unter Kossuth für Ungarns Freiheit gekämpft haben, deren einer sogar den Märtyrertod auf dem Galgen gestorben ist, soll lieber viermal in der Woche nur in Wasser gebrühte Krautblätter essen, dafür aber immer eine lächelnde Miene zur Schau tragen, in zehnmal gewendeten und umgekrempelten Fummeln umherlaufen und ein stolzes Gesicht den lieben Mitmenschen zeigen.«

In Zukunft werden bei www.krimischaetze.de regelmäßig weitere Titel erscheinen - überarbeitet, in neuer Rechtschreibung und mit erklärenden Fußnoten versehen.

krimischaetze.de
1. Auflage
Umfang: 354 Normseiten bzw. 389 Buchseiten

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About the author

Joseph Delmonts Bücher wurden in 18 Sprachen übersetzt, er erreichte eine Gesamtauflage von mehreren Millionen. Dennoch ist sein literarisches Schaffen heute weitgehend vergessen. Seine Stellung als Filmpionier wurde in diversen Ausstellungen gewürdigt, zum Beispiel 2004 im Centrum Judaicum in Berlin (»Pioniere in Celluloid - Juden in der frühen Filmwelt«).

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5.0
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Additional Information

Publisher
Null Papier
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Published on
Nov 6, 2014
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Pages
389
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ISBN
9783954184606
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Language
German
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Genres
Fiction / Humorous
Fiction / Mystery & Detective / Cozy
Fiction / Mystery & Detective / Historical
Fiction / Thrillers / Suspense
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Eine Familientragödie in einer noblen Villengegend vor den Toren Stockholms: Der Wissenschaftler Dr. Artur Hesselman wirkt schon seit Monaten reizbar und nervös. Keiner darf sein Arbeitszimmer betreten – nicht einmal seine Tochter Pauline. Dafür gehen regelmäßig Unbekannte bei ihm ein und aus. Als Pauline eine rätselhafte blaue Zickzacklinie an der Gartentür findet, macht sie sich große Sorgen. Zu Recht, denn noch in derselben Nacht fallen drei Schüsse, und Dr. Hesselman wird tot in seinem Zimmer aufgefunden. Der Detektivreporter Maurice Wallion verspricht Pauline, den Mord an ihrem Vater aufzuklären. Schon bald wird er mit kniffligen Fragen konfrontiert: Was hat es mit dem Postpaket aus Hamburg auf sich, das der Ermordete einige Wochen zuvor erhalten hat? Was verschweigt der alte Diener John Andersson? Wer ist die Frau mit Akzent, die Wallion am Telefon rät, den Fall nicht weiter zu verfolgen? Was bedeutet die blaue Spur – und wohin führt sie?

In Schweden galt Maurice Wallion in den 1910er und 1920er Jahren als einheimische Antwort auf Sherlock Holmes: Allerdings ist er robuster als sein Londoner Vorbild – und weniger exzentrisch. Heute könnte man ihn genauso gut als eine Art »Urvater« von Stieg Larssons Protagonisten Mikael Blomkvist bezeichnen: Wallion ist nämlich kein herkömmlicher Privatdetektiv, er ist Journalist. Sein Ruf eilt ihm voraus: Der »Detektivreporter« und »Problemjäger« vom Dagens Kurir.

»Selbstmord ist also ausgeschlossen«, bemerkte er, während er den Revolver aufhob. »Drei Schüsse abgefeuert. Aus diesem Smith & Wesson Kaliber 38 ist einer von ihnen abgegeben worden. Die übrigen sind auch scharfe Patronen. Hier am Schreibtisch ist das Schubfach halb aufgezogen: Da wird die Waffe vermutlich gelegen haben. Der Tote hat auf den Mörder geschossen, bevor er selbst niedergeschossen wurde. Hat ein Diebstahl stattgefunden?«
Beyler schüttelte den Kopf. Der Kommissar sah sich wieder um. Plötzlich entdeckte er das Schussloch im Türpfosten und nahm es genau in Augenschein.
»Vom Fenster aus abgefeuert, auf jemand, der von der Bibliothek aus hereinkam«, murmelte er. »Ist das der Schuss, den der Tote abgab? Dann ist der Mörder durch diese Tür gekommen, Herr Beyler.«
»Das ist unmöglich«, entgegnete Steno Beyler bestimmt. »Der Mörder ist ganz zweifellos durch das Fenster hereingekommen.«

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krimischaetze.de
1. Auflage
Umfang: 212 Normseiten bzw. 233 Buchseiten

Eine feuchtfröhliche Party in Inwood – einem ländlich geprägten Stadtteil im Norden von Manhattan: Der Schauspieler Sanford Montague springt zum Baden in den »Drachenteich« der gastgebenden Familie Stamm – und taucht nicht wieder auf. Dafür werden nach Ablassen des Wassers auf dem Teichgrund Spuren entdeckt, die denen eines Drachen ähneln. Stimmt die alte Indianer-Legende, nach der ein Seeungeheuer die Familie Stamm von ihren Feinden beschützt? Philo Vance ermittelt – und stößt auf eine in Eifersucht, Hass, Intrigen und Aberglauben verstrickte Gesellschaft, in der jeder verdächtig scheint …

Der Krimi aus der Philo Vance-Reihe wurde 1934 erfolgreich verfilmt. Mit dieser Ausgabe bei krimischaetze.de ist die deutsche Erstübersetzung erstmals als E-Book verfügbar.

Es war am 11. August, und es ging auf Mitternacht zu. Markham hatte mit meinem Freund und mir zusammen im Dachgarten von Vances Wohnung zu Abend gegessen, und wir drei hatten uns zwanglos über die verschiedensten Dinge unterhalten. Wir waren alle etwas müde und abgespannt, und allmählich entstanden immer größere Pausen im Gespräch. Draußen war es schwül und drückend. Stundenlang hatte es geregnet, und erst gegen zehn Uhr abends hatte das Unwetter aufgehört. Vance hatte gerade einen kühlen Drink für uns gemischt, als Currie, sein Butler, in der Tür zum Dachgarten erschien.
»Mr. Markham wird dringend am Telefon gewünscht«, meldete er. »Ich habe mir erlaubt, den Apparat gleich mitzubringen. Es ist Sergeant Heath.«
Markham sah ärgerlich und überrascht auf, nickte aber. Seine Unterredung mit dem Sergeant dauerte nicht lange, und als er den Hörer zurücklegte, runzelte er die Stirn.
»Sonderbare Geschichte«, brummte er.

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1. Auflage
Umfang: 206 Normseiten bzw. 227 Buchseiten

Erstmals seit den 1920er Jahren neu aufgelegt: In »Das verschwundene Haus – oder: Der Maharadscha von Breckendorf« erzählt der deutsch-jüdische Journalist und Schriftsteller Karl Ettlinger mit Humor und satirischem Scharfsinn eine provinzielle Kriminalgeschichte mit internationalem Flair.

Eduard Bohnkraut – ein gutmütiger Polterer mit Bärenstimme und Inhaber eine Schnapskneipe in Philadelphia – kehrt nach zwanzig Jahren in den USA in seine alte Heimat zurück: Dank der guten Luft ist das verschlafene Breckendorf im Harz inzwischen zu einer Großstadt mit Kurbetrieb avanciert – mit edlen Hotels, eigenem Theater und Gästen aus aller Welt. Bohnkraut möchte in das Haus seines verstorbenen Vaters einziehen, doch anstelle der »Villa Sonnenstrahl« erwartet ihn eine leere Baugrube. Und der Rechtsanwalt »Meier III«, der Bohnkraut brieflich über das Erbe informiert hat, ist in der Stadt noch nie gesehen worden. Als bei einer Theaterpremiere mit Stromausfall neben vielen anderen auch der berühmteste aller Kurgäste – der Maharadscha von Bengusi – beklaut wird, deutet sich ein Zusammenhang mit Bohnkrauts verschwundenem Haus an: Die »Villa Sonnenstrahl«-Bande versetzt die Stadt in Ausnahmezustand. Amerika-Rückkehrer Bohnkraut hält die lokale Polizei für unfähig und ermittelt auf eigene Faust. Es beginnt ein Katz-und-Maus-Spiel voller Überraschungen …

Insgeheim aber seufzte er: »Man versauert hier! Kein Mord, kein Totschlag, kein Sittlichkeitsverbrechen – dieses Nest ist wirklich um hundert Jahre in der Kultur zurück.«
Und selbst wenn sich ein »interessanter Fall« ereignet hätte, es hätte sich kaum gelohnt. In Breckendorf galt zu Funkes Bedauern als oberster Grundsatz: Nur kein Aufsehen erregen! Es darf sich einfach nichts ereignen, was den Ruf Breckendorfs als Nervenkurort gefährden könnte!

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krimischaetze.de
1. Auflage
Umfang: 160 Normseiten bzw. 176 Buchseiten

Philo Vance erhält einen merkwürdigen Brief: Der anonyme Schreiber kündigt an, in der wohlhabenden und berühmten New Yorker Familie Llewellyn werde demnächst ein schlimmes Verbrechen geschehen. Der Privatdetektiv soll sich in ein bekanntes Kasino in der Upper West Side begeben. Dort erlebt Vance tatsächlich, wie der junge Lynn Llewellyn zusammenbricht – offenbar nach einem Giftanschlag. Während Llewellyn überlebt, stirbt seine Frau noch in der gleichen Nacht, ebenfalls nach einer Vergiftung. Vance ermittelt – dann passiert ein weiterer Giftmord …

Dieser Krimi aus der Philo-Vance-Reihe wurde 1935 erfolgreich verfilmt. Mit dieser Ausgabe bei krimischaetze.de ist die Original-Übersetzung erstmals als E-Book verfügbar.

»Nein. Heath sagte, er würde sofort mit ein paar Beamten zu Llewellyns Haus fahren. Vermutlich ruft er uns wieder an, wenn er dort angekommen ist.« Vance warf seine Zigarette in den Kamin und erhob sich. »Wir werden jedenfalls dann nicht mehr hier sein«, sagte er grimmig zu Markham. »Wir wollen selbst zur Park Avenue fahren und versuchen, herauszufinden, was dort passiert ist. Mir kommt die Geschichte grauenhaft vor. Irgendein teuflischer Plan ist im Gang. Das fühlte ich schon, als ich den Brief las. Ein Mörder hat all dies ausgedacht, und die beiden Giftmorde sind vielleicht nur der Anfang. Ein Giftmörder ist der schlimmste aller Verbrecher, denn man weiß nicht, wie weit er geht … kommen Sie mit.«

In Zukunft werden bei www.krimischaetze.de regelmäßig weitere Titel erscheinen - überarbeitet, in neuer Rechtschreibung und mit erklärenden Fußnoten versehen.

krimischaetze.de
1. Auflage
Umfang: 209 Normseiten bzw. 230 Buchseiten

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