Die Malerei als Zeichensystem: Eine semiotische Analyse von drei Werken Caravaggios

Diplomica Verlag
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Zum vorliegenden Untersuchungsgegenstand geh”ren bildnerische Texte, denen gewisse sprachliche Texte zugrunde liegen. Es soll festgestellt werden, inwiefern ein Bild als Zeichen gesehen werden kann, aus welchen Unterelementen sich dieses Zeichen zusammensetzt und wie diese wiederum gedeutet werden. Als Vorgehensweise habe ich ein eigenst„ndiges Modell ausgearbeitet. Ziel ist es zu zeigen, wie Bild- und Textstrukturen funktionieren, wie Zeichensysteme zusammenspielen und wiederum neue Systeme bilden. Die "richtige" Erfassung und Auslegung von Systemen, Symbolen und Zeichen erm”glicht ein besseres Verst„ndnis des vorliegenden Textes, der Botschaft des Bildes.
Das Wort "Text" bedeutet so viel wie Geflecht, metaphorisch ist es der inhaltliche und strukturelle Zusammenhang der Rede. Aus linguistischer Sicht stellt also auch ein Gem„lde einen Text dar, denn die Begriffe von Textkoh„sion und Textkoh„renz sind auch auf ein Bild anwendbar. Wenn ein Bild ein Text ist, so k”nnen seine Unterelemente analog zu den Unterelementen des geschriebenen Textes gesehen werden. Um die meiner Meinung nach vorhandene visuelle Syntax zu best„tigen, bediene ich mich der exakten Wissenschaften: der Mathematik und der Geometrie. Die Mathematik wird von vielen nicht als Sprache wahrgenommen. Grundkonzepte der mathematischen Sprache sind uns aber bei einfacher Formulierung durchaus auch in anderen F„chern gel„ufig: gr”áer-kleiner-gleich, absorbieren-reflektieren-Žnderung der Reflexionsrichtung und differenzieren-integrieren, also zerlegen und zusammenfassen. Wir brauchen fr diese Art von Kommunikation noch ein zweites System, das Sender als auch Empf„nger identisch sehen und dieses bietet die Geometrie, das Visuelle also.
Um Kulturwissenschaft zu betreiben muss man w”rtlich nach dem verbindenden Motiv zwischen Kultur und Wissenschaft, oder auch Kunst und Wissenschaft suchen. In der Absicht, das menschliche Sein durch Kunst zu erfassen begegnen einander genau diese Disziplinen. Der Mensch wird davon getrieben, Sinn zu schaffen. Ebenso wird er getrieben davon, Dinge, die er nicht h”ren kann, h”rbar zu machen, Dinge, die er nicht fhlen kann, zu materialisieren, und Dinge, die er nicht sehen kann, sichtbar zu machen. Das letzte Bestreben bringt meine Studie auf den Punkt, n„mlich das "Evidente" zu suchen. Ich untersuche Bilder, um sie auf kultureller Ebene sichtbar zu machen, indem ich das Werk, den Produzenten und den Rezipienten in ihren pers”nlichen Kontext einbette und die daraus resultierenden Ergebnisse nochmals in den historischen und soziokulturellen Kontext setze. Ich versuche somit den Kulturtransport gewisser semiotischer Produkte zu decodieren und gleichzeitig durch die Anwendung unterschiedlicher Disziplinen ein Dechiffrieren aus verschiedenen Perspektiven zu erm”glichen, um neue Erkenntnisse daraus zu sch”pfen. Der interdisziplin„re Ansatz zwischen Wissenschaft und Kunst im Bestreben einer Kulturanalyse zieht sich dementsprechend wie ein roter Faden durch meine Studie.
Wissenschaft ist fr mich ein pulsierender Vorgang, ein Einatmen und Ausatmen, nicht das Auswendiglernen von Theorien und vorgegebenen Schablonen. Aus diesem Grund habe ich mich auch fr eine fr manche gew”hnungsbedrftige Herangehensweise entschieden, n„mlich etwas ungew”hnliche Methoden auszuprobieren. Dieses Wagnis fhrte allerdings zu neuen M”glichkeiten, sodass ich behaupten kann, ein innovatives Thema, beziehungsweise eine innovative Ann„herung an ein Thema entwickelt zu haben.
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About the author

Lejla Halilovic wurde 1986 in Zvornik (Bosnien und Herzegowina) geboren. Im Zuge des Balkankrieges kam sie 1992 nach ™sterreich. Fasziniert von den kulturellen Ph„nomenen des romanischen Sprachraumes, verbrachte die Autorin w„hrend ihrer Ausbildung viel Zeit im Ausland, um die Besonderheiten verschiedener L„nder kennenzulernen. Ihr Studium der Romanistik an der Universit„t Wien, der Universit… di Bologna (Italienisch) und der Universit‚ de Montr‚al (Franz”sisch) schloss die Autorin 2009 in den F„chern Literatur-, Medien- und Sprachwissenschaft mit ausgezeichnetem Erfolg ab. Ihre Forschungsarbeit widmet sie haupts„chlich der Semiotik, Textwissenschaft, Kultur- / Medienwissenschaft und Kunstgeschichte. Gegenw„rtig promoviert sie an der Universit„t Wien. Dissertationsprojekt zur Dialektik von verbaler und visueller Sprache - Eine Analyse von biblischen und mythologischen Texten in Werken Caravaggios. Nicht zuletzt motivierte sie ihre T„tigkeit als freischaffende Knstlerin (Malerin), sich der Thematik des vorliegenden Buches zu widmen.
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Additional Information

Publisher
Diplomica Verlag
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Published on
Jun 30, 2010
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Pages
142
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ISBN
9783836693370
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Best For
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Language
German
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Genres
Language Arts & Disciplines / Communication Studies
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Kirsten Borgelt
Diplomarbeit aus dem Jahr 2004 im Fachbereich Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing, Social Media, Note: 1,0, Deutsche Direktmarketing Akademie Berlin IDM Institut für Dialogmarketing GmbH (Deutsche Direktmarketing Akademie Hamburg), Veranstaltung: , 64 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: In Zeiten gesättigter Märkte entdecken immer mehr Unternehmen, dass es neben den „erwachsenen“ Zielgruppen ein weiteres interessantes Segment zu entdecken gibt: Kinder. Kinder-Marketing wird immer interessanter, weil die „lieben Kleinen“ nicht nur im Trend der „Ein-Kind-Familie“ über ständig größere finanzielle Mittel verfügen, sondern auch einen erheblichen Einfluss auf Anschaffungen innerhalb der Familie haben. Außerdem werden sie die Kunden von Morgen sein und haben mit zwei Drittel der Produkte, die sie im Erwachsenenalter konsumieren, schon als Kind Kontakt. Das Marktpotenzial dieser Gruppe ist somit höher, als es auf den ersten Blick erscheinen mag. Besonders umfängliche Literatur gibt es trotzdem nicht. Selbst der Begriff „Kinder-Marketing“ wurde bisher nicht definiert. In dieser Arbeit sollen darunter alle Marketingaktivitäten verstanden werden, die auf die jungen Zielgruppen gerichtet sind. Vielleicht ist die Definierung deshalb unterblieben, da es sich bei den Kindern um keine homogene Gruppe handelt. Sowohl die Heterogenität, als auch wie ihr mit Marketingmaßnahmen entgegengetreten wird, soll hier untersucht werden. Diese Arbeit besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen. Der erste Teil widmet sich ganz des sehr komplexen Segments Kind und wird zeigen, dass esdieZielgruppe Kind gar nicht gibt. Vielmehr handelt es sich um viele junge Zielgruppen, wie der Titel dieser Arbeit schon vermuten lässt. Diese Unterscheidungen sind enorm wichtig, denn allein der soziodemografische Unterschied zwischen einem 5-jährigen Mädchen und einem 16-jährigen Jungen leuchtet unmittelbar ein. Außerdem werden weitere wichtige Einflussfaktoren wie die Peer-Groups und der rechtliche Rahmen behandelt. Auch die Verantwortung, Kindern frühzeitige Werbekompetenz mit auf dem Weg zu geben, wird diskutiert.
Dirk Hollank
Studienarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Medien / Kommunikation - Interkulturelle Kommunikation, Note: keine, Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, Veranstaltung: KUSO an der FH Hamburg Internationales Management 2. Semester, 14 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Successful business men and women who come in contact with a variety of people and cultures quickly learn the meanings behind common gestures and body movements in different cultures. Only the unsuccessful businessperson fails to learn the importance of those when talking with potential clients. When we talk with our gestures and movements, a variety of meanings can be generated. Especially during introductory situations a person must know the appropriate greeting in order to convey the intended content. To nod, bow, kiss, shake hands, smile, wave, touch cheeks, or rub noses are common greetings used in various parts of the world. Use an inappropriate gesture and the door may never open to you. Intercultural interactions are never without some problems. Linguistic barriers are compounded by differences in nonverbal communication. Actually, nonverbal communication comprises a big block within communication as a whole. The nonverbal communication takes up around 65-70 percent of the meaning conveyed by a spoken message. It is widely accepted and known that nonverbal communication-especially gestures and body movements-bring the potential to get along better with different cultures and, of course, with business partners. Although it is very time-consuming, learning these signals, brings so many positive aspects that it is worth the trouble of learning the nuances and differences. Nonverbal communication as indicated above is a big topic. Breaking it down shows that it consists of many more subparts. Gestures and body movements are one of the most important aspects of nonverbal communication. By analyzing all gestures and body movements I want to show the different interplay of intent, comprehension and impact people can cause to international business processes and their outcomes by interacting with one another in different cultures.
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