März 1958: ein Monat, der mein Leben veränderte

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Im März 2018 jährt es sich zum sechzigsten Mal, dass ich im Alter von 19 Jahren und sechs Monaten die DDR verlassen musste und ich mit einem Male ganz auf mich allein gestellt war. Man nannte damals in „Westdeutschland“, wie man die am 24. Mai 1949 gegründete Bundesrepublik bezeichnete, bevor Walter Ulbricht das Kürzel „BRD“ in Umlauf brachte, die am 7. Oktober 1949 gegründete DDR offiziell als „sowjetisch besetzte Zone (SBZ)“, in der Bevölkerung kurz als „Ostzone“ bezeichnet. Und ich war über Nacht zum „SBZ-Flüchtling“ geworden. Ich hatte damals nicht nur meine Familienangehörigen und Freunde ohne Abschied zurücklassen müssen, sondern alle meine sozialen Bezüge abbrechen müssen, beispielsweise zur Jungen Gemeinde, zum Laienspielkreis der Jungen Gemeinde, zum Posaunenchor, zum Kirchenchor, zu den Nachbarn und mir bekannten Menschen in dem erzgebirgischen Kleinstädtchen, zu meinen Arbeitskollegen, zu meiner Brieffreundin, zu welcher sich gerade zarte Bande begannen anzubahnen. Und ich habe alle meine Habseligkeiten, die ich mir in den letzten Jahren mühsam erarbeitet und angeschafft hatte, zurücklassen müssen, wie beispielsweise mein mühevoll erworbenes Moped, mein über Bezugschein erworbenes Radio, meine Trompete, meine Kleidung und meine diversen Bücher. Zudem habe ich die soziale Sicherheit aufgeben müssen, welche man als „Werktätiger“ unbewusst genießt. Denn man war automatisch Mitglied der „Sozialversicherungskasse (SVK)“. Mit dem Mitgliedsbüchlein der SVK konnte man ohne jeden Formalismus jeden Arzt oder Zahnarzt aufsuchen. Das alles tauschte ich ein gegen den Status "SBZ-Flüchtling".

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