Die Idee vom deutschen St„ndestaat: St„ndische, Berufsst„ndische und Korporative Konzepte zwischen 1918 und 1933

Diplomica Verlag
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Die Weimarer Republik trat als erste deutsche Demokratie an, die alten St„nde und Klasse abzuschaffen und die politische Freiheit und Gleichheit aller Brger zu gew„hrleisten. Standesvorrechte wurden abgeschafft, alle Deutschen unabh„ngig von den St„nden und Klassen des Kaiserreiches stimmten in freier und gleicher Wahl ber die Zusammensetzung des Parlamentes ab. W„hrend rechte und linke Parteien sich mehr oder weniger mit der Demokratie arrangierten oder ihren Aufbau mitgestalteten, blhte nicht nur in rechten intellektuellen Kreisen eine Flle verschiedener Konzepte auf, die sich mit der Errichtung st„ndestaatlicher Strukturen auf deutschen Boden besch„ftigten: Der Staat ist kein Vertrag zwischen Einzelindividuen, Ausdruck einer Aristokratie oder Resultat des Willens eines K”nigs, sondern eine Summe von Gliedern, evtl. selbst nur ein staatstragender Teil des Gesellschaftsganzen. Der Einzelne ist kein Teil des Staates, sondern Teil eines Standes. Diese St„nde sind Glieder des Staates und haben mehr oder weniger an der staatlichen Hoheit teil. Viele dieser Ideen brachen mit allen Idealen der modernen Demokratie: Georg Weipperts "Prinzip der Hierarchie" oder Othmar Spanns "wahrer Staat" sind hierarchische St„ndestaaten ungleicher Menschen. Bei anderen Konzepten hingegen (zum Beispiel der so genannte "Werksgemeinschaftsgedanke" oder bei den berufsst„ndischen Gesetzgebungsausschssen von Heinrich Herrfahrdt) tr„gt die st„ndische Selbstverwaltung fast schon wieder moderne, auf Partizipation orientierte Zge. Es existiert ein breites Spektrum weiterer St„ndestaatskonzepte, die in der Forschung weitestgehend vernachl„ssigt wurden. Diese Studie soll eine m”glichst vollst„ndige Darstellung aller Konzepte bieten und die Frage stellen, was wirklich neu an diesen Ideen ist und wo simple ideengeschichtliche Rckgriffe neu verpackt wurden. Es ist ebenso Anspruch dieser Studie, eine umfassende Literaturliste zum Forschungsthema vorzustellen. Dabei sollen nicht nur die im Sinne der Forschungsfrage untersuchten Werke aufgefhrt werden, sondern auch all jene Werke, die nur Teile einer neuen st„ndestaatlichen Ordnung behandeln oder ein unvollst„ndiges St„ndestaatskonzept formulieren.
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About the author

Sascha Bohn wurde 1984 in der Thringer Residenzstadt Gotha geboren. Nach seinem Abitur am Wirtschaftsgymnasium Gotha-Sundhausen studierte er ab 2004 an der Friedrich Schiller Universit„t Jena Politikwissenschaft, Psychologie, ™ffentliches Recht sowie Philosophie und erlangte 2010 den akademischen Grad "Magister artium". Seit Beginn seines Studiums lag sein politikwissenschaftlicher Schwerpunkt im Bereich antidemokratischer Ideologien der Weimarer Republik und kam ber die n„here Betrachtung der "Konservativen Revolution" zur Thematik st„ndestaatlicher Konzepte. Seit 2009 arbeitet er als pers”nlicher Mitarbeiter fr einen Abgeordneten des Thringer Landtages.
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Additional Information

Publisher
Diplomica Verlag
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Published on
Aug 31, 2011
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Pages
148
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ISBN
9783842858381
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Best For
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Language
German
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Genres
History / Modern / 20th Century
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Sascha Bohn
Studienarbeit aus dem Jahr 2016 im Fachbereich VWL - Umweltökonomie, Note: 1,9, Europäische Fernhochschule Hamburg (Europäische Fernhochschule Hamburg), Veranstaltung: Bachelor Studium Internationales Management / Europäische BWL, Sprache: Deutsch, Abstract: Das Ziel dieser Hausarbeit ist es zu analysieren, ob innerhalb der Weltumweltordnung Reformen im Weltklimarat und ein globales Handelssystem für CO2-Verschmutzungsrechte erfolgversprechende Maßnahmen sind. Die Analyse des Weltklimarates nimmt Bezug auf bereits durchgeführte Reformen sowie momentane öffentlich diskutierte interne und externe Kritik. In der Analyse des globalen Handelssystems wird das Europäische Emissionshandelssystem (EU-ETS) als Analyseobjekt ausgewählt. Es ist gegenwärtig das größte Emissionshandelssystem mit derzeit 31 teilnehmenden Ländern. Die Analyse-Erkenntnisse aus beiden umweltpolitischen Themen werden in Vor- und Nachteile klassifiziert. Das Ergebnis der Analyse des Weltklimarates und eines globalen CO2- Handelssystems spiegelt denkbare und theoretische Umsetzungsmöglichkeiten, aber auch Herausforderungen und Widerstände wider. Um mögliche Lösungen der Widerstände zu bewältigen, werden wissenschaftliche Konzepte wie z.B. das Coase-Theorem oder das Pareto-Optimum herangezogen. Entsprechend der Analyse und der genutzten Konzepte wird auf grundlegende Probleme hingewiesen die abgebaut werden müssen, bevor es zu Veränderungen innerhalb der Weltumweltordnung kommen kann. Die Ausarbeitung und Interpretation der Grundprobleme wird als erforderlich und zielführend betrachtet, sodass Reformen im IPCC und ein globales CO2-Handelssystem entscheidungsrelevante und erfolgversprechende Schritte sein können. Der zukünftige Ausblick beinhaltet mögliche Entscheidungsformen innerhalb der Weltumweltordnung die den erzielten Konsens beim Weltklimagipfel in Paris befürworten. Um ein umfassenderes Verständnis von dem Sachverhalt zu erlangen, wurde die hermeneutische Forschungsmethode gewählt. Die hinzugezogene Fachliteratur konnte Kenntnisse, Schlussfolgerungen, Entscheidungsmöglichkeiten und Gegendarstellungen zur Verfügung stellen.
Markus Kompa
Sascha Bohn
Studienarbeit aus dem Jahr 2016 im Fachbereich VWL - Umweltökonomie, Note: 1,9, Europäische Fernhochschule Hamburg (Europäische Fernhochschule Hamburg), Veranstaltung: Bachelor Studium Internationales Management / Europäische BWL, Sprache: Deutsch, Abstract: Das Ziel dieser Hausarbeit ist es zu analysieren, ob innerhalb der Weltumweltordnung Reformen im Weltklimarat und ein globales Handelssystem für CO2-Verschmutzungsrechte erfolgversprechende Maßnahmen sind. Die Analyse des Weltklimarates nimmt Bezug auf bereits durchgeführte Reformen sowie momentane öffentlich diskutierte interne und externe Kritik. In der Analyse des globalen Handelssystems wird das Europäische Emissionshandelssystem (EU-ETS) als Analyseobjekt ausgewählt. Es ist gegenwärtig das größte Emissionshandelssystem mit derzeit 31 teilnehmenden Ländern. Die Analyse-Erkenntnisse aus beiden umweltpolitischen Themen werden in Vor- und Nachteile klassifiziert. Das Ergebnis der Analyse des Weltklimarates und eines globalen CO2- Handelssystems spiegelt denkbare und theoretische Umsetzungsmöglichkeiten, aber auch Herausforderungen und Widerstände wider. Um mögliche Lösungen der Widerstände zu bewältigen, werden wissenschaftliche Konzepte wie z.B. das Coase-Theorem oder das Pareto-Optimum herangezogen. Entsprechend der Analyse und der genutzten Konzepte wird auf grundlegende Probleme hingewiesen die abgebaut werden müssen, bevor es zu Veränderungen innerhalb der Weltumweltordnung kommen kann. Die Ausarbeitung und Interpretation der Grundprobleme wird als erforderlich und zielführend betrachtet, sodass Reformen im IPCC und ein globales CO2-Handelssystem entscheidungsrelevante und erfolgversprechende Schritte sein können. Der zukünftige Ausblick beinhaltet mögliche Entscheidungsformen innerhalb der Weltumweltordnung die den erzielten Konsens beim Weltklimagipfel in Paris befürworten. Um ein umfassenderes Verständnis von dem Sachverhalt zu erlangen, wurde die hermeneutische Forschungsmethode gewählt. Die hinzugezogene Fachliteratur konnte Kenntnisse, Schlussfolgerungen, Entscheidungsmöglichkeiten und Gegendarstellungen zur Verfügung stellen.
Sascha Bohn
Inhaltsangabe:Einleitung: Das Phänomen der Ständestaatsideen von 1918 bis 1933: ‘Alle Deutschen sind vor dem Gesetze gleich. Öffentlich-rechtliche Vorrechte oder Nachteile der Geburt oder des Standes sind aufzuheben.’ Dieser Satz des Art. 109 der Weimarer Reichsverfassung (WRV) sollte ab dem 11.August 1919 eine neue politische Epoche manifestieren: Alle Menschen sind gleich, die Überbleibsel der alten Stände sind Vergangenheit. Das 3-Klassen-Wahlrecht des Kaiserreiches wurde abgeschafft. Der Art. 21 lässt die Abgeordneten des Reichstages Vertreter des ganzen Volkes sein und nicht Vertreter eines Standes, ferner verspricht der Art.22 die freie und gleiche Wahl, unabhängig von Standeszugehörigkeiten: ‘eDie Abgeordneten werden in allgemeiner, gleicher, unmittelbarer und geheimr Wahl von den über zwanzig Jahre alten Männern und Frauen nach den Grundsätzen der Verhältniswahl gewählt.’ Die reaktionäre konservative Monarchie wurde durch die Novemberrevolution beseitigt. Sozialisten, Sozialdemokraten, Liberale und Demokraten arbeiteten an einer neuen Republik. Nur die Republikgegner und Antidemokraten beriefen sich noch auf die konstitutionelle Monarchie des Kaiserreiches oder suchten das Heil in neuen völkischen, nationalen Bewegungen. Ein einfaches ‚zurück’ war nach der Flucht des Kaisers am 10. November 1918 nur für wenige eine realistische Alternative. Egal ob das Ziel die Rätedemokratie, eine parlamentarische Monarchie oder den Ausbau des Weimarer Parlamentarismus darstellte: Die modernen demokratischen Ideen, die politische Gleichheit der Staatsbürger und der Parlamentarismus schienen nicht nur auf dem Papier in Deutschland angekommen zu sein. Auch die ersten Wahlergebnisse zeigten eine demokratische Mehrheit, während gemäßigte und radikale antidemokratische Gruppen nur mäßigen Erfolg hatten. Da scheint es wie ein Paradoxon der Ideengeschichte: Plötzlich erblüht eine Begrifflichkeit neu, auf ein Mal werden Buchtitel veröffentlicht, die fernab demokratischer Ideen eigentlich dem Spätmittelalter zuzurechnen sind: der Ständestaat. Zwischen 1918 und 1933, den ersten Anfängen (Abdankung des Kaisers am 9.November 1918) und dem Ende (Ermächtigungsgesetz am 23.März 1933) der ersten deutschen Republik, gibt es eine beachtliche Anzahl von Konzepten, die eine neue ständestaatliche Ordnung formulierten. All jene Ständestaatskonzepte unterliegen einem Konsens: Staat und Gesellschaft sollen in Glieder eingeteilt werden und diese Glieder werden zu einem [...]
Sascha Bohn
Die Weimarer Republik trat als erste deutsche Demokratie an, die alten Stände und Klasse abzuschaffen und die politische Freiheit und Gleichheit aller Bürger zu gewährleisten. Standesvorrechte wurden abgeschafft, alle Deutschen unabhängig von den Ständen und Klassen des Kaiserreiches stimmten in freier und gleicher Wahl über die Zusammensetzung des Parlamentes ab. Während rechte und linke Parteien sich mehr oder weniger mit der Demokratie arrangierten oder ihren Aufbau mitgestalteten, blühte nicht nur in rechten intellektuellen Kreisen eine Fülle verschiedener Konzepte auf, die sich mit der Errichtung ständestaatlicher Strukturen auf deutschen Boden beschäftigten: Der Staat ist kein Vertrag zwischen Einzelindividuen, Ausdruck einer Aristokratie oder Resultat des Willens eines Königs, sondern eine Summe von Gliedern, evtl. selbst nur ein staatstragender Teil des Gesellschaftsganzen. Der Einzelne ist kein Teil des Staates, sondern Teil eines Standes. Diese Stände sind Glieder des Staates und haben mehr oder weniger an der staatlichen Hoheit teil. Viele dieser Ideen brachen mit allen Idealen der modernen Demokratie: Georg Weipperts "Prinzip der Hierarchie" oder Othmar Spanns "wahrer Staat" sind hierarchische Ständestaaten ungleicher Menschen. Bei anderen Konzepten hingegen (zum Beispiel der so genannte "Werksgemeinschaftsgedanke" oder bei den berufsständischen Gesetzgebungsausschüssen von Heinrich Herrfahrdt) trägt die ständische Selbstverwaltung fast schon wieder moderne, auf Partizipation orientierte Züge. Es existiert ein breites Spektrum weiterer Ständestaatskonzepte, die in der Forschung weitestgehend vernachlässigt wurden. Diese Studie soll eine möglichst vollständige Darstellung aller Konzepte bieten und die Frage stellen, was wirklich neu an diesen Ideen ist und wo simple ideengeschichtliche Rückgriffe neu verpackt wurden. Es ist ebenso Anspruch dieser Studie, eine umfassende Literaturliste zum Forschungsthema vorzustellen. Dabei sollen nicht nur die im Sinne der Forschungsfrage untersuchten Werke aufgeführt werden, sondern auch all jene Werke, die nur Teile einer neuen ständestaatlichen Ordnung behandeln oder ein unvollständiges Ständestaatskonzept formulieren.
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